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[1. Apr 2014 | Bisher kein Kommentar | 544 mal angeschaut]
Katholische Kirche Zürich beantragt Aberkennung als Landeskirche

Für Aussenstehende kommt der Schritt überraschend, doch ein interner Bericht zeigt: die Führung der katholischen Kirche des Kantons Zürich sieht in der Anerkennung als Landeskirche mehr Nach- als Vorteile und will sich deshalb von den «staatlichen Fesseln» befreien.
Der Strategiewechsel kommt scheinbar überraschend: Im vergangenen Herbst hatten die Zürcher Katholiken noch freudvoll 50 Jahre Anerkennung als öffentlich-rechtliche Körperschaft gefeiert und den 1963 erfolgten Schritt als wichtiges Zeichen gegen religiöse Diskriminierung bezeichnet.
Doch man nutzte das Jubiläumsjahr nicht nur, um zurückzublicken sondern auch, um nach vorn zu schauen. Hinter verschlossenen Türen entstand der Bericht «die nächsten 50 Jahre». Die Analyse ist sorgfältig. Die zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft wird als kaum mehr umkehrbar angesehen. Man zeigt sich jedoch erleichtert, dass man im Vergleich zu den Reformierten dank der Zuwanderung insgesamt deutlich weniger Mitglieder verliert. Dies wird nicht zuletzt als einer der wesentlichen Vorteile des Landeskirchenstatus angesehen: Wer sich neu im Kanton Zürich niederlässt und bei der Anmeldung «Katholik» als Konfession angibt, wird …

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[31. Mrz 2014 | 498 mal angeschaut]
Subventionen für Orgelzentrum – reformierte Kirche kriegt den Hals nicht voll

Der reformierten Kirche gehen die Mitglieder aus, sie hat zu viele Kirchen für zu wenige Kirchgänger. Der Liegenschaftenaufwand ist bei so mancher Kirchgemeinde der grösste Aufwandskosten. Dennoch freunden sich die Kirchenoberen nur äusserst zaghaft mit dem Gedanken an, auf einen Teil der überflüssig gewordenen Objekte zu verzichten.
Die weit und breit bisher einzige konkrete Absicht, einen Kirchenbau einer neuen Nutzung zuzuführen, stammt von der Kirchgemeinde Zürich Wollishofen. Sie lancierte für die Kirche auf der Egg einen Ideenwettbewerb und prüfte verschiedene Vorschläge. Bedingung war, dass die Projekte einen Bezug zum Christentum haben, ein Vorschlag für eine Nutzung durch eine andere Religionsgemeinschaft wurde deshalb von der Jury als nicht regelkonform zurückgewiesen.
Nun ist der Entscheid gefallen: aus der peripher gelegenen Kirche soll ein Orgelzentrum werden. Aus Kirchensicht ist das eine sehr schlüssige Wahl. Die Zonenkonformität dürfte zu erreichen sein, der christliche Bezug bleibt gewahrt und auch die Auflagen der Denkmalpflege, die eine sichtbare Säkularisierung der Nutzung mit eigenen Hürden erschweren …

[24. Feb 2014 | 1.280 mal angeschaut]
Abschaffung des Tanz-, Kultur- und Sportverbots dann halt mittels Volksinitiative

Der Zürcher Kantonsrat hat es heute verpasst, einen alten Zopf abzuschneiden und die anachronistischen Verhaltensverbote an so genannt hohen Feiertagen aus dem Ruhetags- und Ladenöffnungsgesetz zu entfernen.
Die Mehrheit des Rats scheint wenig Ahnung von den Befindlichkeiten in der Bevölkerung zu haben. Eine Petition, die Regierungs- und Kantonsrat aufforderte, die Einzelinitiative «Aufhebung des Tanz-, Kultur- und Sportverbots an sogenannt hohen Feiertagen» anzunehmen, wurde von der Juso, der Jungen Grünen, der Jungen CVP, der Jungen Grünliberalen, den Jungfreisinnigen, der Jungen SVP und den (jungparteienlosen) Piraten und BDP unterstützt. Innert weniger Tage wurden an der Afro-Pfingsten über 1000 Unterschriften gesammelt. Die Afro-Pfingsten und deren Besucher sind durch das Verbot betroffen: der integrierte Markt darf am Pfingstsonntag nicht stattfinden. Das versteht im Jahr 2014 kaum noch jemand. Ebenso wenig, dass an einem Bettag kein Sportturnier im Freien stattfinden darf.
Die Einzelinitiative wäre als Instrument bestens geeignet gewesen, um eine vergleichsweise kleine Gesetzesänderung anzustossen, die keine Verlierer hat. Nun muss die Zürcher …

[15. Feb 2014 | 1.282 mal angeschaut]
Erstaunliche Ungenauigkeiten im Wahlbüro Zürich 9 [Update 17.2.]

Die EVP hat also die 5%-Hürde im Zürcher Stadtkreis 9 verfehlt und verschwindet aus dem Gemeinderat. Dies hat die Nachzählung am Donnerstag ergeben. Es wurde betont, dass alle Zählungen von mehreren Personen gemeinsam vorgenommen wurden und alle Arbeitsschritte genau kontrolliert wurden.

[...]

Was aber überrascht, ist, dass sich die Abweichung zur Erstzählung nicht auf Panaschier- und Kumulierstimmen beschränkt. Auch die Zahl der eingegangenen Stimmzettel weicht bei der Zweitzählung um acht Stück von der Erstzählung ab, wie ein Vergleich der beiden Wahlprotokolle zeigt:

[13. Feb 2014 | 948 mal angeschaut]
Gemeinderatswahlen Zürich: Wieso die Nachzählung im Kreis 9 richtig ist und die 5%-Hürde Unsinn [Update]

Die EVP legte am vergangenen Sonntag eine Punktlandung hin: Sie erreichte im Kreis 9 – so die amtliche Zählung – exakt 5% der Stimmen. Eine einzige Panaschierstimme weniger oder ein einziger Wahlzettel für eine andere Partei mehr und sie hätte das Quorum verfehlt und wäre damit ganz aus dem Rat ausgeschieden. Ihre drei Sitze wären deshalb unter den restlichen Parteien neu zu verteilen.

Angesichts dieses äusserst knappen Resultats entschied die Stadt, dass der Kreis 9 ein zweites Mal ausgezählt werden muss. Die EVP tobt, behauptet, eine zweite Zählung würde genauso viel Unsicherheit enthalten wie die erste. Das ist natürlich Unsinn. Es werden schliesslich dieselben Wahlzettel überprüft. Stellt man Differenzen zur Erstzählung fest, kann Zettel für Zettel eruiert werden, ob die Erst- oder die Zweitzählung stimmte. Die Nachzählung dürfte also ein Garant dafür sein, dass die Sitze wirklich sauber gemäss Wahlresultat verteilt werden.