Grosskanton Aglo?
Die Kantone Luzern und Aargau wollen zusammenspannen und ihre Interessen künftig gemeinsam vertreten. Dass sich Luzern von der Innerschweiz loslösen will, macht vielleicht spätestens seit der Entlarvung des Morgartenbriefes als Fälschung (oder bestenfalls Faksimile) ja durchaus Sinn. Beide Kantone haben ausserdem Erfahrung im Usurpieren von Nebenschauplätzen: Die Kantone der helvetischen Republik Baden, Fricktal und Säntis wurden alle von Aargau beziehungsweise Luzern einverleibt. Konsequent wäre, wenn Aargau und Lozärn gleich zu einem Grosskanton Aglo fusionierten.
Die Idee, mit dem Kantönlitis aufzuräumen, ist nicht neu. Die Grünen planten 1999 gar, eine Volksinitiative zu starten mit dem Ziel, die Schweiz neu in sieben – mit Ausnahme des Sonderfalls «Tessin» – etwa gleich grosse Regionen einzuteilen. Eine wesentliche Motivation war dabei, dass im Ständerat die kleinen Kantone massiv überproportional Einfluss haben. Luzern und Aargau hätten zwar damals unterschiedlichen Regionen zugeteilt werden sollen (Zentralschweiz bzw Mittelland), beide zusammen würden aber mit ihren rund 930’000 Einwohnern der damals geplanten Standardgrösse für eine Region ziemlich genau entsprechen.
Auch wenn die Grünen Ende 90er Jahre der eigene Mut verliess und sie den Aufwand für ein politisch sehr unsicheres Initiativprojekt dann doch scheuten, hat sich die Aufgliederung der Schweiz in sieben Regionen doch teilweise etabliert: Das Bundesamt für Statistik nutzt sie, um die Wirtschaftsregionen der Schweiz besser mit jenen im Ausland vergleichen zu können und die Fachhochschulplanung basiert auch auf sieben Regionen. Vielleicht Zeit, das Thema wieder diskutierbar zu machen – nicht nur, um aufzuzeigen, dass die Schweiz eben nicht nur aus Aglo besteht.


















[...] kann mit gutem Grund der Ansicht sein kann, die Schweiz sollte die Kantonsstrukturen durch einige wenige Grossregionen ersetzen. Doch die Klein- und Kleinstkantone dürften kaum zur Machtabgabe bereit sein. Für die Stadt [...]