Militärwaffen: Die Armee muss endlich ihre Verantwortung wahrnehmen!
Der sinnlose Mord in Höngg ist in nun also im wesentlichen geklärt: Ein Rekrut hat die 16jährige Lehrtochter mit seinem Sturmgewehr abgeknallt.
Noch völlig unklar ist, was den Militärangehörigen zu dieser sinnlosen Tat veranlasst hat. Klar hingegen scheint: Sie hätte vermieden werden können. Spekulationen einzelner Medien, dass die Biographien von Opfer und Täter irgendwie verwoben sein könnten, scheinen sich nämlich nicht zu bewahrheiten. Rein zufällig soll der Todesschütze sein Ziel ausgesucht haben.
Doch der Täter brauchte für die berserke Tat nicht nur ein Opfer, er benötigte vor allem auch eine Waffe. Und die gab ihm das Militär praktischerweise nach Hause mit. Weils hat Tradition ist. Und irgendwie praktisch.
Die Armee wäscht die Hände – einmal mehr – in Unschuld. Für Bundesrat Schmid scheint der wichtigste Aspekt in diesem Fall der zu sein, dass der Schütze nach der RS erst nach Hause ging bevor er dann mit Tarnjacke und Sturmgewehr auf die Strasse ging. Schmid versteckt sich formaljuristisch hinter der Abgrenzung der Zuständigkeiten von Militär- und ziviler Justiz. Sobald ein Soldat seine Haustür erreicht hat, fühlt sich das Militär für seinen Zustand und seine Handlungen in keiner Form mehr zuständig. Am deutlichsten (und geschmacklosesten) formulierte es diesen April Armeesprecher Felix Endrich, der den Amoklauf in Baden folgendermassen kommentierte:
«Die Armee ist nicht zuständig, wenn ein Zivilist im Privatleben mit seiner Armeewaffe um sich schiesst und jemanden tötet.»
So kann und darf es nicht mehr weitergehen!
Es geht nicht an, dass die Armee weiterhin unbedarft Waffen für die Zeit ausserhalb des Militärdienstes aushändigt. Sie ist es schliesslich, die (zwangsrekrutierte) Soldaten mit der Waffe und zur Überwindung der Tötungshemmung ausbildet. Die Armee aber scheint weder bereit noch in der Lage, mit den Risiken, die von ihren Angehörigen ausgehen, umzugehen. Der einzige Ausweg bleibt deshalb die Verbannung der Armeewaffen in die Zeughäuser. Die Initiative, die dies fordert, kann hier runtergeladen werden.


















[...] die sein Chef Felix Endrich bereits nach dem Amoklauf in Baden im November vergangenen Jahres als offizielle VBS-Position zum Besten gab: «Die Armee ist nicht zuständig, wenn ein Zivilist im Privatleben mit seiner Armeewaffe um sich [...]