Joseph Weizenbaum, 1923-2008
«Die Zukunft ist nicht nicht vorhersehbar.» Diese Worte sprach Joseph Weizenbaum im Februar 1991 in München, am European Software Festival, zu dem die damals zehnjährig gewordene Firma Borland geladen hatte. Weizenbaum votierte an einer Podiumsdiskussion dezidiert für Technologiefolgeabschätzung und forderte uns anwesende Informatiker auf, nicht für die Rüstungsindustrie zu arbeiten1. Zur Erinnerung: Im Februar 1991 herrschte Krieg, Golfkrieg #2.
Auch seine eigene Zukunft war für ihn vorhersehbar. Gemäss heise.de schrieb er in einer seiner letzten Mails
«Unser Tod ist der letzte Service, den wir der Welt leisten können: würden wir nicht aus dem Weg gehen, würden die uns folgenden Generationen die menschliche Kultur nicht wieder frisch erstellen müssen. Sie würde starr, unveränderlich werden, also sterben.»
Nun ist er doch gegangen, der Widerspenstige, der zeitlebens nur der Bequemlichkeit aus dem Weg gegangen ist. Mögen seine Erkenntnisse und Mahnungen den folgenden Generationen noch lange ihre Dienste erweisen.
1Weizenbaums ebenfalls anwesender “Intimgegner” aus dem MIT, Marvin Minsky, war weitaus ratloser, wie auf die aktuelle Gewalteskalation zu reagieren sei. Sein Vorschlag: die Abschaffung des Sports, da dieser Aggressionen schüre.


















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