Die Kreuzritter des Kreationismus nun auch in Zürich aktiv
Es ist gerade mal fünf Tage her, da hatte der Berner Grosse Rat beschlossen, dass religiöse Mythen im Biologieunterricht nichts zu suchen haben. Mit 99 zu 23 wurde ein EDU-Vorstoss abgelehnt, der den Berner SchülerInnen die Schöpfungslehre als «Alternative zur Evolutionstheorie» um die Ohren schlagen wollte.
Der Grossratsentscheid liess hoffen, dass der Volksschule und der Politik weitere Kreationismusdebatten erspart würden. Doch weit gefehlt: Wie die Geschäftsfalldatenbank des Zürcher Kantonsrats verrät, reichten drei EDU-Vertreter unmittelbar vor der Berner Ratsdebatte ein ähnliches Postulat (doc-Datei1) ein. Nun darf sich also auch der Zürcher Kantonsrat dieser sinnlosen Diskussion stellen. Die Bundesverfassung gibt durch Artikel 15 den Rahmen eigentlich unmissverständlich vor:
Niemand darf gezwungen werden, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören, eine religiöse Handlung vorzunehmen oder religiösem Unterricht zu folgen.
Man muss sich nichts vormachen, es geht bei solchen Vorstössen um nichts anderes als den Versuch, Religionsunterricht in andere Fächer einzuschleusen, jammerte der Autor des Berner Vorstosses doch in seinem Votum, dass für viele junge Menschen die Evolutionslehre Anlass sei, Gott aus ihrem Leben zu streichen. Wenn unsere christlichen Hardliner damit ein Problem haben, sollen sie es gefälligst ausserschulisch angehen.
1Der Kanton Zürich schafft es auch im Jahr 2008 noch nicht, Textdokumente einheitlich in PDF-Form ins Netz zu stellen.


















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