25. Juli 2008 9:35

«Brutale atheistische Aggression» – der kreuz.net-Zug gegen das kleine Ferkel und seinen Schöpfer

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Die Macher des online-Portals für ultraorthodoxen Katholizismus, kreuz.net, lesen gerne bei der säkularen Konkurrenz mit. Beim Humanistischen Pressedienst entdeckten sie, dass der Autor des Kinderbuches «Das kleine Ferkel», Michael Schmidt-Salomon, gegen einen Regensburger Bischof klagt.

Kath.net berichtet unter dem Titel «brutale atheistische Aggression» von der Klage des «notorischen deutschen Gottlosen» und «Haßpredigers» Schmidt-Salomon, die von seinem «rabiaten Verleger» Gunnar Schedel, der kommunisitische Schlächter rechtfertige (weil er das faschistische Franco-Regime anprangerte) voll und ganz gestützt wird. Weil Schmid-Salomon sich für ein Recht auf Abtreibung ausspricht, ist er in den Augen der kath.net-Sektierer «ein Verfechter der Kindstötung».

Was war überhaupt vorgefallen? Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig hatte in einer Predigt den Inhalt des Kinderbuches völlig verzerrt wiedergegeben und Schmidt-Salomon unterstellt, ethische Werte grundsätzlich abzulehnen:

Man brauche doch gar keine Ethik, keine humanistische Auswirkung unseres christlichen Gottesglaubens. Der Mensch sei doch verfügbar für den anderen Menschen. Warum sollten Kindstötung, Abtreibung oder therapeutisches Klonen verboten sein?

Die Aussagen sind allerdings frei erfunden, Schmidt-Salomon vertritt klare ethische Prinzipien, die sich in seinem Manifest des evolutionären Humanismus nachlesen lassen.

Nach der Aufforderung, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, tauschte das Bistum Regensburg die online verfügbare Rede durch eine entschärfte, «autorisierte» Fassung aus, sieht aber Sermone als «persönliche Verkündigung des Predigenden» und, so Schmidt-Salomon, die Glaubensfreiheit offenbar als Freibrief für Verleumdungen aller Art. Kath.net scheint das dringende Bedürfnis zu verspüren, diese Annahme zu untermauern. Eines sollten sich deren Schreiber aber vielleicht merken: Schmidt-Salomon dürfte das Etikett «notorischer Atheist» eher als Anerkennung seines unermüdlichen Einsatzes denn als Beleidigung verstehen.

Michael Schmidt-Salomon ist übrigens diesen Herbst zu Gast bei öffentlichen Veranstaltungen der Schweizer Freidenker:

  • Montag, 27. Oktober, Bern (Ort noch offen), 20 Uhr
  • Dienstag, 28. Oktober, Solothurn, Konzertsaal, 20 Uhr
  • Mittwoch, 29. Oktober, Basel, Merian Saal, Hotel Merian/Café Spitz, 20 Uhr
  • Donnerstag, 30. Oktober, Winterthur, Hotel Wartmann, 20 Uhr
  • Freitag, 31. Oktober 2008, Zürich, Zentrum «Karl der Grosse», 20 Uhr.

Zur Auseinandersetzung um das Kinderbuch siehe auch die früheren Einträge

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