Verschenkt die serbelnden Autohersteller an Solarunternehmer
Am 19. November 2008 sorgte die deutsche Solarworld AG mit einem irritierenden Angebot für Schlagzeilen: Sie wollte den deutschen Automobilhersteller Opel für eine Milliarde Euro übernehmen – unter der Bedingung, dass Solarworld eine Kompensationszahlung in derselben Höhe erhielte. Der ausschliesslich in der Solartechnologie aktive Konzern wollte nach eigenen Angaben «Opel zum ersten ‘grünen’ europäischen Autokonzern weiterentwickeln».
Die Offerte wurde schnell als publicity stunt abgetan, ausserdem wurde sowohl vom umworbenen Fahrzeughersteller wie auch von Kommentatoren betont, dass ein herauslösen von Opel aus dem GM-Konzern überhaupt nicht in Frage käme. Solarworld hatte allerdings bereits 2006 einen beträchtlichen Wachstumsschub auf vergleichbare Art erreicht: Der Konzern übernahm die Solarsparte von Shell, liess sich dafür eine Kompensationszahlung von 100 Millionen Euro zahlen und führte die neue Tochter ein Jahr später in die schwarzen Zahlen. So wurden Produktionsstandorte und zukunftsfähige Arbeitsplätze gesichert.
GM erhielt im Dezember 2008 13.4 Milliarden Dollar Staatshilfe und kündigte vor vier Tagen an, mindestens weitere 9.1 Milliarden zu benötigen. Seit drei Tagen gilt die skandinavische Tochter Saab als bankrott und soll aus dem Mutterkonzern gelöst werden. Neu wird dies auch für Opel gefordert – zwei Monate nach dem kategorischen Nein zum Solarworld-Angebot. Vorgeschlagen wird nun, die beiden europäischen GM-Töchter zusammenzuführen und ihnen mit milliardenschweren Subventionen unter die Arme zu greifen. Alleine für Opel sollen nach Vorstellungen von Verwaltungsrat Armin Schild Staatsgarantien von 3.3 Milliarden Euro bereit gestellt werden, für Saab will GM 590 Millionen Euro vom schwedischen Staat – damit munter weiter am Markt vorbei produziert werden kann.
Es ist wohl definitiv besser, die Firmen an Unternehmen abzutreten, die verstanden haben, wie der motorisierte Individualverkehr künftig aussehen muss. Solarworld glaubt gemäss ihrer Medienmitteilung vom vergangenen November, dass Opel Teil der Lösung statt Teil des Problems sein könnte:
An den vier deutschen Opel-Standorten soll nach Vorstellung der SolarWorld AG künftig neben der nachhaltigen Weiterentwicklung der erfolgreichen Baureihen eine neue Fahrzeuggeneration mit energieeffizienten und emissionsarmen Antrieben produziert werden. [...] Die Herausforderungen des Klimaschutzes und des Marktes lassen sich nur durch einen Übergang von Automotive- zu Sunmotivekonzepten bewältigen’, sagte SolarWorld Chef Frank H. Asbeck. Der Konzern arbeitet bereits seit einigen Jahren an der Entwicklung und Erprobung von Elektrofahrzeugen, die mit Solarenergie erfolgreich Rennen bestreiten.
Worauf warten GM und die Standortländer eigentlich noch?


















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