17. Juni 2009 13:07

Grünliberale: Mit Esoterik in den Wahlkampf?

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Der Schritt war zu erwarten und stellt quasi eine taktische Notwendigkeit dar: Auch die Grünliberalen treten zu den Stadtzürcher Exekutivwahlen an. Dies sichert ihnen erhöhte mediale Aufmerksamkeit und dient vor allem dazu, bei den zeitgleichen Parlamentswahlen möglichst gut abzuschneiden. Reelle Chancen auf den Einzug in den Stadtrat haben die Grünliberalen nicht, denn ihren natürlichen Verbündeten, die CVP und die FDP, bangen beide darum, ihre insgesamt vier Sitze zu erhalten. An der Urne dürfte sich die gegenseitige Unterstützung deshalb in engen Grenzen halten. Für die SP und die Grünen ist die Situation diesbezüglich weitaus komfortabler. Zwar hat die SP zwei Bisherige zu ersetzen und die Grünen streben einen zusätzlichen Sitz an, doch die sehr guten Resultate von Ruth Genner und Corine Mauch bei den vergangenen Ersatzwahlen haben gezeigt, dass in der Stadt Zürich eine rotgrüne Allianz nur schwer zu knacken ist.

Aber zurück zu den Grünliberalen: Sie steigen mit der politischen Quereinsteigerin Denise Wahlen ins Rennen. Vornehmlich zweierlei ist über die Kandidatin bekannt: Sie war eine der treibenden Kräfte zum Erhalt der «Rüebli-RS» für KantonsschülerInnen. Und die «Vitaltherapeutin» scheint ein ausgesprochenes Faible für Esoterik zu haben. Sie ist eine der MitgründerInnen der «Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung traditionell abendländischer Naturheilkunde», die auf ihrer Website zu deren Entstehung folgendes festhält:

Die Idee des Vereines, die traditionell abendländische Naturheilkunde zu erhalten und zu fördern und die zwischen Personen mit Interesse an Humoralmedizin, Alchemie, Astromedizin und europäischer Volksheilkunde zu pflegen, sprach uns alle an.

Die Kombination der Schwerpunkte «wertkonservative Bildung» und «alternative Heilslehren» eröffnet den Grünliberalen, denen zuweilen mangelnde programmatische Griffigkeit vorgehalten wird, grundlegend neue Möglichkeiten. Einige nahe liegende Forderungen, mit denen sie punkten können:

  • Astrologie statt Astronomie in der Volksschule
  • Vier-Kräfte-Lehre statt (böse) Chemie
  • Vitalpräparateobligatorium für den Kindergartenznüni
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