Ein Abend zu «Quacks & Cures»
«Quacks & Cures» lautete der Titel des gestrigen Abends, zu dem der Wellcome Trust in London Euston eingeladen hatte. Gastredner waren Ben Goldacre, Autor des Buches «Bad Science» und die Medizinhistorikerin Roberta Bivins. Goldacre sprach über den Placebo-Effekt, die eigentliche Geschäftsgrundlage der Quacksalberzunft, Bivins über die besondere Bedeutung Londons als Handelsplatz und Nährboden der Quacksalberei.
Goldacre brachte vorwiegend Beispiele aus seinem Buch, in dem er – immer auf Gruppenstudien verweisend – beispielsweise aufzeigt, dass rote Zuckerpillen belebender wirken als blaue und dass vier Zuckerpillen besser wirken als zwei. Derlei psychologische Mechanismen, die zu einem subjektiven Heilungsempfinden führen, werden beispielsweise von Homöopathen gerne als Beweisführung für die Wirksamkeit ihrer Substanzen missbraucht wird.
In einzelnen Ausstellungsräumen des Trust-eigenen Museums wurde in die Phrenologie eingeführt oder die Anwendung von Blutegeln aufgezeigt. Umrahmt wurde der Anlass durch witzige musikalische und theatralische Einlagen.

3 ÄrztInnen aus drei Jahrhunderten bei der Erteilung von Diagnosen

Clive Greenwood und Troy Banarzi als singende viktorianische Quacksalber

Pillenandreherinnen bei der Arbeit
Ein wunderbar gelungener Abend, von der Londoner Kuratorin Alex Julyan hervorragend inszeniert. Die Einladung von Goldacre, der ein pointierter Kritiker von Pharmaunternehmen ist, deutet im Übrigen darauf hin, dass der Wellcome Trust tatsächlich völlig unabhängig vom Pharmariesen GlaxoSmithKline operiert, der aus der Fusion von GlaxoWellcome und SmithKline Beecham entstand.


















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