Besuch bei den Tatsachenverdrehern von Farner
Ein leicht verdrehtes Epiktet-Zitat begrüsst einem auf der Webseite der Zürcher PR-Firma Farner:
«Nicht die Tatsachen, sondern die Meinungen über die Tatsachen bestimmen das Zusammenleben.»
Die Firma Farner AG legt also mit bemerkenswerter Redlichkeit offen, dass es ihr nicht um das Vermitteln von Tatsachen geht sondern um Meinungsmache. Klar wird aus der Selbstdarstellung auch, dass bei Farner Fakten immer dann keinen Platz haben, wenn sie im Widerspruch zu Behauptungen stehen, welche im Rahmen von PR-Kampagnen aufgestellt werden sollen.
Wie sehr das verfremdete Stoiker-Zitat das Gebaren der Firma prägt, zeigt sich am aktuellen Schnüffelskandal: Die Firma hatte eine Mitarbeiterin an ein zweitägiges Strategie-Treffen der GSoA geschickt, mit dem klaren Auftrag, an Insider-Information zur aktuellen Kampagne für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten zu kommen.
Die Mitarbeiterin hatte sich als Studentin ausgegeben, die im Rahmen ihrer Ausbildung Einblick in aktuelle Polit-Kampagnen erhalten wollte. Sie interessierte sich ausgiebig für die Präsenzliste, die Mitgliederstärke der GSoA, das Abstimmungsbudget und andere Eckwerte der Organisation und der aktuellen Kampagne.
Schon kurz nach dem besagten Wochenende wurde klar, für wen sie im Einsatz stand (siehe Bericht in der WoZ): Als deren Berichterstatter die Agentin mit den Vorwürfen konfrontierte, erzählte sie eine gut eingeübte Geschichte – ohne zu wissen, dass ihr Partner den Verdacht bereits bestätigt hatte.
Trotz klarer Faktenlage stritten Farner-Vertreter heute auf Medienanfrage ihre Beteiligung ab. Grund genug also für einen Besuch vor Ort:

Ein Angebot der Firma Farner: SchnüfflerInnen auf Bestellung
Kommunikation mag das Kerngeschäft einer PR-Firma sein, doch Farner zog es vor, sich nicht zu äussern, sie waren nicht einmal bereit, ein Schreiben entgegen zu nehmen. Kommuniziert von Seiten der GSoA wurde deshalb vornehmlich mit Passanten an der Heimadresse der Firma Farner, der Zürcher Oberdorfstrasse. Und diese hatten, das bestätigten der zahlreiche Applaus und lachenden Gesichter, sichtlich Freude an der Aktion – mit einer einzigen Ausnahme: Eine Verkäuferin des Esoterikladens im Erdgeschoss des Gebäudes, in dem auch Farner zu Hause ist, wünschte die DemonstrantInnen in nicht eben meditativem Ton zum Teufel.


















Also wenn ich Politologe wäre und ich möchte einmal von A bis Z und ganz nah an so einem Abstimmungskampf dabei sein, dann würde ich mich doch vorgängig schriftlich an die jeweilige Organisation wenden und dabei absolute Diskretion bis zum Abstimmungstermin versprechen. Warum diese Geheimniskrämerei der Frau Schweizer?