Das Ende von Liechtenstein
Geschätzte drei Milliarden Pfund horten Britische Staatsbürger in Liechtenstein, das ergibt immerhin für jeden Untertan des Fürsten eine knappe Million. Der allergrösste Teil dürfte bei der britischen Steuerbehörde nicht deklariert sein. Doch nun ist fertig lustig. Die beiden anachronistischen Monarchien haben ein Abkommen zum «Austausch von Informationen» unterzeichnet. Die geschätzten 5000 betroffenen Briten dürfen auf verringerte Bussen und Straffreiheit hoffen, wenn sie selbst Details über ihre Konten offenlegen. Während einer Übergangszeit bis 2015 gibt es für die britischen Bankkunden in Liechtenstein zudem ein paar Zückerchen, unter anderem die Möglichkeit einer Pauschalbesteuerung. In Liechtensteinischem Newspeak gesprochen:
“Damit schaffen wir für den Finanzplatz stabile und verlässliche Rahmenbedingungen und für den Kunden die Möglichkeit, eine attraktive Option zu nutzen”, sagte Regierungschef Klaus Tschütscher (Presseportal).
In Wirklichkeit ist das Abkommen bereits das dritte, welches Liechtenstein nach dessen Anerkennung des OECD-Steuerkooperationsstandards von aussen aufgezwungen wurde. Den Anfang machten die USA und Deutschland. Weitere EU-Länder werden folgen. Die «stabilen und verlässlichen Rahmenbedingungen» läuten wohl das Ende des Zwergstaates ein, der kleiner ist als der Halbkanton Appenzell Innerrhoden und weniger Einwohner zählt als die Gemeinde Köniz.
Wenn Her Majesty’s Revenues & Customs noch gleich resolut gegen die eigenen Protektorate Guernsey und Jersey vorgeht, kehrt vielleicht richtiggehend Ordnung ein in der europäischen Finanzindustrie.


















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