Minneapolis: Verärgerter Gott knickt Kirchturm ein
Das Wort zum Sonntag

Lutherischer Kirchturm durch Gottes Kraft zerstört
Ein Tornado fegte am vergangenen Mittwoch durch die Innenstadt von Minneapolis – ein in dieser Jahreszeit offenbar nicht allzu seltenes Ereignis. Diesmal forderte er jedoch ein ganz besonderes Opfer: Der Kirchturm der örtlichen Lutherischen Kirche wurde geknickt, das Kreuz hing nach dem Vorfall schlaff herunter.
Für den Vertreter der lokalen Konkurrenz, den Baptisten-Prediger John Piper, ist klar, wie die himmlische Botschaft zu deuten war:
The tornado in Minneapolis was a gentle but firm warning to the ELCA and all of us: Turn from the approval of sin. Turn from the promotion of behaviors that lead to destruction. Reaffirm the great Lutheran heritage of allegiance to the truth and authority of Scripture. Turn back from distorting the grace of God into sensuality. Rejoice in the pardon of the cross of Christ and its power to transform left and right wing sinners.
Die Logik des pastoralen Forensikers war stringent: Die Evangelical Lutheran Church in America (ELCA) tagte just zu dieser Zeit und auf der Traktandenliste stand unter anderem die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Der Tornado musste demzufolge ein göttliches Warnsignal sein, denn «Jesus Christ controls the wind, including all tornados.»
Am Freitag nahm die Versammlung den folgenden Passus dennoch mit 619 zu 402 Stimmen an:
«Resolved, that the ELCA commit itself to finding ways to allow congregations that choose to do so to recognize, support, and hold publicly accountable life-long, monogamous, same gender relationships.»
Für John Piper wohl irritierend: Trotz dieser Zweidrittelszustimmung zur Sünde blieben weitere zerstörerische Winde aus. Vielleicht hat der Gottessohn ja auch nur die Bohnen von seinem Speiseplan gestrichen.


















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