19. August 2009 8:44

Zeit für einen Stadtkanton Zürich!

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Das Stadtzürcher Wappentier schaut nach vorn und zur Urania-Sternwarte hinauf. Der zweite Löwe hat sich unbekannt in die Agglo verzogen

Das Stadtzürcher Wappentier schaut nach vorn und zur Urania-Sternwarte hinauf. Der zweite Löwe hat sich unbekannt in die Agglo verzogen.

Die Kantone Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug haben zusammen rund 360’000 Einwohner und entsenden acht Ständeräte ins Bundeshaus. In der Stadt Zürich wohnen aktuell rund 380’000 Personen. Einen Anspruch auf eine eigene Vertretung im Ständerat haben sie nicht. Der Einfluss der grössten Schweizer Stadt ist in Bern entsprechend klein.

Doch es ist nicht nur so, dass sich die Stadt Zürich politisch nach aussen zu wenig einbringen kann. Der Restkanton versucht beständig, die Entscheidungsfähigkeit der Stadt zu beschneiden. Aktuell sind Bestrebungen im Gang, der Stadt die Planungshoheit für die Hauptverkehrsachsen zu entziehen.

Man kann mit gutem Grund der Ansicht sein kann, die Schweiz sollte die Kantonsstrukturen durch einige wenige Grossregionen ersetzen. Doch die Klein- und Kleinstkantone dürften kaum zur Machtabgabe bereit sein. Für die Stadt Zürich gibt es deshalb nur einen Lösungsweg: Sie muss ein eigenständiger Vollkanton werden.

Wappen Kt. ZH

Ein neuer Kanton braucht natürlich auch ein eigenes Wappen (Abbildung oben): Als Basis dient das bisherige der Stadt Zürich (Abbildung links), dessen Sujet sie heute mit dem Kanton teilt (aber eine gestalterisch etwas modernere Form verwendet). Der Züri-Leu bleibt als Wappentier selbstredend erhalten, doch nur der linke Löwe, der nach vorn schaut, geniesst weiterhin heraldisches Gastrecht. Der zweite, rückwärts gewandte Löwe hat seine Schuldigkeit getan und kann gehen. Ebenfalls verzichtet wird auf die Mauerkrone, versinnbildlicht sie doch Demokratiefeindlichkeit und Abschottung zugleich. «Krönung» des Wappens bildet nun vielmehr die Sternwarte Urania, Sinnbild für den Aufbruch der Stadt Zürich in die Moderne und für den urbanen Weitblick.

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13 Kommentare »

  • blognews.ch meint:

    Zeit für einen Stadtkanton Zürich!…

    Die Stadt Zürich hat keinen Anspruch auf einen eigenen Ständerat, obschon sie mehr Einwohner hat als UR, SZ, OW, UW und ZG zusammen. Nun versucht der Kanton ihr auch noch die Planungshoheit im Strassenbau zu entziehen.

    So kann’s nicht weitergehen! Es…

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  • Matthias meint:

    Lustige Idee. Das Wappen müsste dann aber schon cooler sein. Für den Kanton Zürich Land schlage ich die Au als Hauptstadt vor. Wir könnten den Aldi annektieren und zu einem Kantonsparlament umbauen ☺

    Aber jetzt ernst:
    Der Ständerat weist klar eine ländliche und konservativbürgerliche Dominanz aus. Gelegentlich handelt dieser Länderrat trotzdem geschickter wie der Nationalrat. In den Differenzbereinigungen der Geschäfte zwischen den Räten spielt die Musik.
    Ich könnte mir vorstellen, dass es sinnvoll wäre, wenn der Ständerat nicht mehr den Bundesrat wählen dürfte. Damit wäre jede Stimme der Wählenden für die Bundesratswahl gleich viel Wert.

    Eine Separierungswelle brauchts aber nicht.

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  • Andreas (author) meint:

    Wir könnten den Aldi annektieren und zu einem Kantonsparlament umbauen

    Ich nehme an, der Restkanton, der sich wohl einen neuen Namen zulegen müsste, würde Entschiede am liebsten in Form einer grossen Gemeindeversammlung organisieren. Aber auch das müsste in Au hinzukriegen sein.

    Eine Separierungswelle brauchts aber nicht.

    Die Alternative wären vielleicht sieben Grossregionen. Aber die Dorfkönige der Zwergkantone wollen natürlich nichts von ihrer Macht abgeben.

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  • Jacques meint:

    “Im übrigen ist eine Ständevertretung nicht die Kernforderung, sondern vielmehr, dass der Wille der steuerzahlenden Stadtbevölkerung vorort auch ernst genommen wird und nicht weiterhin irgendwelche Landvögte über die Geschicke der Stadt regieren.”
    http://www.polittalk.ch/showthread.php?p=40985#post40985

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  • Andreas (author) meint:

    @Jacques
    Danke für den Link auf diese zwei Jahr alte Debatte! Sie taucht immer wieder mal auf, es ist wohl doch an der Zeit für eine Initiative – das grosse Problem ist natürlich, dass man gleich die Bundesverfassung ändern müsste. Und die Zürcher dürften wohl nicht auf so viele Sympathien zählen wie damals die Béliers. Vielleicht müssten ein paar Wahrzeichen aus dem Restkanton entführt werden. Bloss: Hat’s überhaupt welche?

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  • Jacques meint:

    Eine knappe Mehrheit (84 zu 80) will der Stadt noch mehr Kompetenzen entziehen

    Vorstoss gegen den Willen der Stadtbevölkerung
    Vorstoss der Autopartei mit Autoparteipolitikerin Carmen Walker Späh (Ersetzt Frau D. Fiala)
    “Kanton soll städtische Hauptstrassen übernehmen
    Kantonsrat will Städten Eigenverantwortung entziehen” (Schlagzeile NZZ)

    Grüne fordern im Gegenteil mehr Planungskompetenzen auch für kleinere Städte:
    “Statt die Gemeindeautonomie aufzuheben, sei es sinnvoller, die heutige Regelung auf weitere grössere Städte zu übertragen, meinte Max Homberger (Grüne, Wetzikon).”
    http://www.nzz.ch/nachrichten/zueric…1.3404187.html

    Schwächung der städtischen Eigenverantwortung
    Die Eigenverantwortung der Stadt Zürich soll nach dem willen kantonaler Politiker geschwächt werden, dabei wird die Stadt Zürcher Verkehrspoltik von den städtischen Bevölkerung klar gutgeheissen.

    Carmen Walker Spähs Illusionen
    Walker-Späh gegen die eigene Quartierbevölkerung!
    Pausenplatzverbot wegen Luftverschmutzung aber Carmen Walker Späh will noch mehr Blechlawinen in die Stadt lassen!
    Dabei weiss jeder, dass Carmen Walker Spähs Illusionen zu einem Verkerskollaps und noch mehr Staus in der Stadt führen würden. Nun versucht Carmen Walker Späh mithilfe kantonaler Politiker den Verkehrskollaps herbeizuführen – gegen den Willen der eigenen Quartierbevölkerung!
    Bleibt nur zu hoffen, dass es diesmal nicht herauskommt wie bei der nachhaltigen Bau- und Zonenordnung, die vom Kanton anti-demokratisch abgesägt wurde (trotz klarem Ja!) und durch ein kantonales Diktat ersetzt wurde, das u. a. zu den Bau– und Planungssünden in Affoltern und Oerlikon geführt hat.
    Darum muss man die Machenschaften von Walker Späh und Co. öffentlich machen, den sie schaden der Lebensqualität und vertreiben mit ihrer hanebüchnen “Verkehrspolitk” die anspruchsvollen und gut-situierten Steuerzahler. Denn jeder weiss, dass der Ausbau der Verkehrsachsen zu Mehrverkehr führt und damit auch zu mehr Staus – ausser natürlich die strahlende Carmen Walker Späh und ihre Autoparteiler.

    Interessant ist weiterhin die Rolle der TA-Media, die mit ihrem Portal search.ch die Autofahrer weiterhin durch die Innenstadt schickt, statt über die Westumfahrung!
    http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/…story/11551061

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  • Gogo meint:

    find ich super idee. genf ist ja auch ein stadtkanton oder nicht. “die entscheidungsfähigkeit der Stadt zu beschneiden” und auch die entschiedungfreudigkeit. das wäre ein riesen plus!

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  • kbx meint:

    Jaja, die rückwärtsgewandten Landbewohner, die sich auf Dorffesten betrinken, wenn sie nicht gerade ihre Kühe melken, wollen der Stadt Zürich natürlich nur böses. Und dass man in der Stadt Zürich so viel fortschrittlicher und weltoffener ist und der Himmel ein bisschen blauer scheint, ist sowieso klar. Dass die Stadt Zürich von den “rückwärtsgewandten”, auf “Abschottung” bedachten ländlich(er)en Gebieten auch nur irgendwie profitiert, muss wohl als extrem weit hergeholt bezeichnet werden, schliesslich sind die Dorfkönige da draussen tagein, tagaus damit beschäftigt, weitere Ideen auszutüfteln, wie man die Entscheidungshoheit der Stadt Zürich weiter beschneiden könnte (Kantonsstrassen dem Kanton? Wer kommt denn auf so eine Idee…)

    Ich kann mir nicht helfen, aber der ganze Eintrag erscheint mir sehr polemisch und – leider – geprägt von einer gewissen Arroganz. Anderseits natürlich verständlich, dass eine moderne Stadt mit “urbanem Weitblick” so wenig wie möglich mit dem primitiven Pöbel draussen “in der Agglo” zu tun haben möchte …

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  • Andreas (author) meint:

    @kbk
    Im Moment betrinken sich die Landbewohner gerne am «Dörflifest» in der Zürcher Innenstadt – dieses alljährliche Wirtschaftsförderungsprogramm dauert noch bis Sonntag.

    Es geht nicht darum, nichts mit der Agglo zu tun zu haben, sondern darum, dass die Behörden von Stadt und Kanton miteinander auf Augenhöhe reden. Und das geht offenbar nur dann, wenn beide formal auf der gleichen Stufe stehen.

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  • Selim meint:

    Die Idee, die Stadt vom Land zu trennen, kann neben Nachteilen durchaus auch Vorteile bringen. Doch die Vision eines Kantons “Stadt Zürich” und eines Kantons “Zürich-Land” ist eine unverschämte Faust für Winterthur, das aus Zürcher Sicht erneut als unbedeutendes Versuchskaninchen und Provinznest heruntergestempelt wird.
    Grün ja, diese Vision aber dezidiert nein.

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  • Andreas (author) meint:

    @Selim. Das ist tatsächlich ein Problem, Winterthur käme selbst als künftiger Hauptort von einem Restkanton «Zürich Land» unter Druck. Deshalb mein Vorschlag dem Tages-Anzeiger gegenüber: Zürich, Winterthur und Uster schliessen sich zu einem «Kanton der urbanen Enklaven» zusammen. Es wäre bei weitem nicht der einzige Kanton, der nicht durch ein zusammenhängendes Gebiet begrenzt wäre. Und er würde es diesen urbanen Zentren erlauben, ähnliche Probleme gemeinsam anzupacken.

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  • Dustin meint:

    Mag sein, dass es für die Stadt besser ist Kanton zu werden. Da haben sicher noch viele Leute mitzureden und mitzurechnen… aber vorausschauend:

    - Das Wappen scheint mir auch zu Konservativ, vor allem dafür, dass die Stadt ja so weitsichtig und modern sein soll.

    - Die übrigbleibene Kantonsfläche wird sich das Prädikat “Zürich” wohl nicht nehmen lassen. Als Namen für die neuen Kantone käme kaum etwas anderes in Frage als Zürich-Stadt und Zürich-Land, zumal es ein solches Vorbild schon gibt. Oder doch lieber Zürich-Inner- und Ausserrhoden?

    Und wenn wir schon bei Basel sind: Persönlich denke ich, dass eine Teilung in Halbkantone mehr Chancen hätte. Das Ziel, die Unabhängigkeit, wäre dennoch erreicht.

    @Gogo: Genf ist kein Stadtkanton, geh doch mal nach Russin (GE) oder eines der anderen schönen Weinanbaugebiete, sehr ländlich. Da sind die Höngger Rebberge nichts dagegen. Der Genfer Grossrat (=Kantonsrat) hat auch eine brügerliche Mehrheit. Basel-Stadt ist wohl eher, was Du meinst.

    Und sonst? Schweiz ist, wenn man es trotzdem macht. Wahlweise auch Kanton ist…

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  • RoJo meint:

    Ich wäre auch für einen Stadt-Kanton und der neue Land-Kanton wäre realiv einfach zu benennen/organisieren, aber eben EINFACH muss auch der name sein:
    Neu Stadt Zürich:
    Name: Zürich (oder Zurich)
    Kürzel: ZS (Zürich Stadt)

    Neu Land-Kanton:
    Name: Uster (Winter”thur” passt schon vom Namen her nicht!)
    Kürzel: US (wegen Uri nicht UR)

    Zusammenschlus bei anderen Kantonen:
    Kanton: Ur oder Uri
    Kürzel: UR
    Hauptstadt: Schwyz, Brunnen oder evtl. Zug
    Mit dabei: NW, OW, UR, SZ und evtl. ZG

    Kanton: Ost-Schweiz
    Kürzel: OS
    Hauptstadt: St. Gallen oder Wil
    Mit dabei: SH, SG, TG, AI, AR

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