9. September 2009 16:35

Mehr Innovation, nicht mehr Parkplätze, ist gefragt!

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FahrradparkplatzVier (in Zahlen: 4) Gewerbetreibende erachten das Parkplatzangebot in der Stadtzürcher Innenstadt als ungenügend und die Presse berichtet brav ohne zu hinterfragen, ob sie inhaltlich richtig liegen. Die Entwicklung der Immobilienpreise sind ein verlässlicher Indikator für Standortqualität. Und der Trend ist eindeutig: Die Preise steigen vornehmlich entlang der verkehrsfreien oder -armen Flaniermeilen steil an, besonders ausgeprägt ist die Situation im Bereich Niederdorf/Limmatquai.

Entscheidend für den Geschäftserfolg ist primär, das richtige Angebot am richtigen Standort anzubieten. Aufgrund des etwas gehobeneren Käufermixes zieht die Papeterie Waser bewusst vom für den Privatverkehr geöffneten Teil des Limmatquais in die Fussgängerzone des Oberdorfs um. Waser befürchtet mit gutem Grund nicht, dass Kunden, die mit öV unterwegs sind, weniger einkaufen. Dies bestätigte im vergangenen März in einem Interview auch Conradin Stiffler, Vertreter der Miteigentümergemeinschaft Sihlcity.

Fünf konkrete Vorschläge um die Standortattraktivität zu erhöhen

Wichtig ist demnach nicht primär die Erreichbarkeit mit dem Auto unmittelbar vor dem Laden sondern die Sicherstellung, dass den Mobilitätsbedürfnissen der Kundschaft umfassend Rechnung getragen wird. Deshalb: fünf Massnahmen, mit denen Ladeninhaber in der Innenstadt ihre Attraktivität erhöhen können:

  • Fahrrad-Lieferdienst anbieten. Sihlcity macht’s seit der Eröffnung in Zusammenarbeit mit dem Züriwerk. Lieferungen könnten nicht nur an die Wohnadressen der Kunden erfolgen sondern auch in die Parkhäuser der Umgebung.
  • öV-Fahrgastinformationen in den Läden anbieten. Läden, die in unmittelbarer Nähe von Haltestellen des öffentlichen Verkehrs sind, könnten in Zusammenarbeit mit den VBZ Echtzeitinformationen zu Trams und Bussen anbieten. Dies wäre für öV-Benutzer nicht nur nützlich, es wäre auch ein klares Zeichen, dass sie als Kunden hochwillkommen sind.
  • Gemeinsames Marketing. Das Waren- und Dienstleistungsangebot in der Innenstadt ist gewaltig, es gibt aber kaum Bemühungen dies herauszustreichen. Ein gemeinsamer Auftritt von Spezialitätenläden – beispielsweise mit dem Slogan «alles in Gehdistanz» würde dazu animieren, das Innenstadtangebot umfassend zu nutzen.
  • Alters- und behindertengerechte Zugänge sicherstellen. Die Zahl der Personen mit eingeschränkter Mobilität nimmt aufgrund der Zunahme des Durchschnittsalters fortwährend zu. Diese Personen sind mehr als andere auf einen gut funktionierenden öffentlichen Verkehr angewiesen, viele wollen oder können kein eigenes Fahrzeug lenken. Die Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs werden zunehmend behindertengerecht. Ladengeschäfte sollen wenn immer möglich nachziehen, auch im ureigenen Interesse, dieses Kundensegment zu erreichen.
  • Idee des Ringtrams wiederaufleben lassen. Die VBZ hatten vor einigen Jahre Pläne skizziert, eine Tram-Ringlinie Central-Bahnhofstrasse-Bellevue-Limmatquai-Central einzuführen, es war sogar die Rede davon, dieses Angebot kostenfrei anzubieten. Die Idee verdient es, erneut auf ihre Realisierbarkeit hin überprüft zu werden, es würde die beiden innerstädtischen Einkaufsgegenden beidseits der Limmat bestens miteinander vernetzen.
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4 Kommentare »

  • honsa meint:

    Die Option der Fahrrad Vermietung nach Pariser-Modell wäre sicher auch erwähnenswert. Klar gibt es ZüriVelos kostenlos zu Mieten allerdings die Möglichkeit rund um die Uhr darauf zuzugreifen besteht nicht. Der weitere riesen Vorteil wäre auch die automatischen Velo-Stationen die verteilt in der Stadt sind. Bei der geographischen Beschaffenheit von Zürich würden sich wohl die meisten Fahrräder wieder irgendwo in den niedrig gelegenen Zentren sammeln, da man natürlich von Albisrieden, Schwammendingen/Oerlikon, Höngg abwährts düsen könnte.

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  • Andreas (author) meint:

    Zur Info: Radio 24 bringt heute zwischen 12 und 13 Uhr einen Beitrag zum Thema.

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  • Andreas (author) meint:

    @honsa: Du hast natürlich Recht, ein anständiger Fahrrad-Leihservice fehlt in Zürich tatsächlich noch. Da sollte aber in nächster Zeit etwas gehen, die Jungen Grünen haben bereits im Parlament einen Vorstoss dazu eingereicht.

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  • Viel zu viele Parkplätze in der Stadt Zürich! - umweltnetz.ch meint:

    [...] Kyriacou titelt zum gleichen Thema: Mehr Innovation, nicht mehr Parkplätze, ist gefragt! Demnach ist Shoppen in autofreier Umgebung deutlich attraktiver als entlang der [...]

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