Überraschung: Deutsche Grüne empört über Afghanistan-Einsatz

«Wie grün bist Du wirklich»? – eine Frage, die sich wohl auch ein paar Grüne Aushängeschilder stellen sollten
Führende deutsche Grüne zeigen sich empört – durchaus zu Recht. Die internationale «Afghanistanschutztruppe» Isaf lässt zwei von den Taliban gekaperte Tanklaster hochfliegen und produziert, was dieser Krieg schon immer produzierte: Zivile Opfer als Kollateralschäden. Der Isaf-Kommandeur entschuldigt sich in der afghanischen Öffentlichkeit und europäische Aussenminister sprechen von einem grossen Fehler – nur das Kanzleramt spricht von einem «erfolgreichen Angriff auf Aufständische».
Der Bundesvorsitzende der Deutschen Grünen, Cem Özdemir, fordert nun einen Strategiewechsel:
Die Herzen und den Verstand der afghanischen Bevölkerung gewinnt man nicht mit Bombardements. [...] Unsere Strategie muss sein: Ziviler Aufbau steht im Vordergrund, nicht Aufstandsniederschlagung, nicht militärische Bekämpfung.
Wieso habt Ihr denn diesen Krieg sieben Jahre lang mitgetragen? Im Mai 2002, am Delegiertenkongress der Europäischen Grünen in Berlin, warf Daniel Cohn-Bendit den vornehmlich britischen und skandinavischen Kritikern eines Nato-Einsatzes in Afghanistan vor, kein Herz für die afghanischen Frauen zu haben, die nur dank der Nato aus ihren Schleiern befreit würden.
All die Jahre liessen Erfolgsmeldungen in Sachen Aufbau der Zivilgesellschaft auf sich warten, gerade heute ist zu lesen, dass ein afghanischer Bürgerrechtler, der sich insbesondere für die Besserstellung der Frauen einsetzt, aus dem Land fliehen musste. Doch auf einmal macht sich bei den Aushängeschildern der deutschen Grünen Empörung breit. Es werden doch nicht etwa Wahlen sein..?




















Überraschung: Deutsche Grüne empört über Afghanistan-Einsatz…
Sieben Jahre lang stützten die Deutschen Grünen den Militäreinsatz in Afghanistan. Doch nun zeigen sie sich auf einmal ob der sinnlosen Gewalt empört und fordern, den zivilen Aufbau in den Vordergrund zu stellen, nicht Aufstandsniederschlagung und mili…
Die deutschen Grünen fordern schon seit Jahren einen Strategiewechsel in Afghanistan. Mehr Investitionen in den zivilen Aufbau, erhöhte Anstrengungen bei der Ausbildung von Polizei und Militär.
Auch im aktuellen Wahlprogramm findet man diese Forderungen. Wieso also diese Überraschung?