23. Februar 2010 11:16

Wahlen in den Gemeinderat Zürich: Das Aus für EVP, PfZ und SD

1.876 mal angeschaut Bisher kein Kommentar Beitrag drucken Beitrag drucken als Mail verschicken als Mail verschicken

Zehn Parteien sind heute im Gemeinderat Zürich vertreten. Drei davon dürften dem neuen Parlament nicht mehr angehören: Die aus der SVP entstandene Zwei-Personen-Partei für Zürich, die Schweizer Demokraten und die EVP. Alle dürften sie an der – durchaus zweifelhaften – 5%-Hürde scheitern. Die PfZ setzt alles auf Zürich 1 & 2 und Zürich 3 – die Wahlkreise ihrer beiden Bisherigen. Doch das sind beides Kreise, in denen die SVP vergleichsweise schlecht abschneidet. Der Anteil SVP-Wechsel- und Protestwähler, den Susi Gut und Markus Schwyn an sich binden können, wird kaum reichen, um in einem der beiden Wahlkreise die nötigen 5% zu erreichen – die Vorbedingung, um bei der gesamtstädtischen Sitzverteilung berücksichtigt zu werden.

Die Schweizer Demokraten kamen bereits im Jahr 2006 nur mit Glück über die dann eingeführte Hürde hinweg: Im Kreis 12 (Schwamendingen) erreichten sie 5.5%, ihr nächstbestes Resultat waren 4.2% im Kreis 9. Doch seit den Gemeinderatswahlen 2006 ist die SD auf dem Rückzug wie keine andere Partei. Bei den Nationalratswahlen 2007 kam sie in der Stadt Zürich noch auf ganze 695 WählerInnen (s. Abbildung) – trotz deutlich höherer Stimmbeteiligung bei den NR-Wahlen.

Wahlresultate von EVP, EDU und SD

Das dritte Opfer der 5%-Hürde ist das wohl bemerkenswerteste: Die EVP, heute immerhin mit sechs GemeinderätInnen vertreten, leidet ebenfalls unter Wählermangel. 2006 schaffte sie die 5% noch recht souverän in vier der neun Wahlkreise, nämlich in Zürich 6, 7&8, 9 und 11. Im Kreis 10 war sie mit 4.7% nur knapp darunter. Doch in all diesen Wahlkreisen hat sie seither deutlich an Unterstützung eingebüsst. Verschärfend kommt für die EVP hinzu, dass die EDU diesmal in allen Wahlkreisen antritt, 2006 hatte die evangelikale Konkurrenz noch in weniger als der Hälfte der Wahlkreise eigene Listen eingereicht. Insbesondere in den Wahlkreisen 9 und 11, in denen die EVP vor vier Jahren noch 7.7% beziehungsweise 6.9% der Stimmen geholt hatte, dürften sich die beiden evangelikalen Parteien gegenseitig am Wahlerfolg hindern.

EVP_EDU_SD_Wahlkreise

Das einzige, was die EVP retten kann, ist eine sehr geringe Wahlbeteiligung. Dann mag ihre verbleibende Stammwählerschaft im Kreis 9 trotz eines Wählerrückgangs um 35% ganz knapp dafür sorgen, dass sie dort auf 5% kommen. Meine Prognose ist allerdings, dass ihr dies trotz teurer Inseratekampagnen in den Quartierzeitungen nicht gelingen wird. Da sich die EVP zumindest auf kantonaler Ebene gesellschaftspolitisch zunehmend fundamentalistisch gebart, hält sich mein Mitleid in engen Grenzen.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 Bewertungen, durchschnittlich: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...


Misch dich mit einem Kommentar in die Diskussion ein!

Schreibe einen Kommentar oder schicke einen Trackback von deiner Seite. Du kannst auch die Kommentare per RSS verfolgen.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

Du kannst diese Codeschnipsel
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong> - und dann noch die üblichen Wordpress-Schnipsel zur Formatierung deines Kommentars verwenden.

Wenn du dich bei Gravatar registriert hast, wird neben deinem Kommentar ein kleines Bild von dir erscheinen.