Heute ist «Everybody draw Mohammed day»! [update 2: Facebook-Gruppe wieder online]
Die Idee für den heutigen Tag stammt – wie im Beitrag vom 26. April erwähnt – von der Cartoonistin Molly Norris. Auslöser waren die Drohungen islamischer Extremisten gegen die Southpark-Macher, welche Mohammed in einem Bärenkostüm abgebildet hatten. «Water down the pool of targets» ist ihr Ziel – eine Vielzahl an Zeichnungen soll sicherstellen, dass Gewaltandrohungen nicht weiter zu Zensur und Selbstzensur führen, so wie bei Comedy Central, welche die strittige Southpark-Episode eiligst in der Versenkung verschwinden liess.
Die Facebook-Grupp zur Kampagne hat aktuell rund 75’000 Fans und laufend werden Zeichnungen online gestellt. Manches ist unbedarftes Gekritzel, einiges kein bisschen lustig, aber viele ZeichnerInnen gehen lustvoll und gekonnt mit dem Aufruf um.
Möge der Tag dazu führen, dass Meinungen mit Bleistiften statt mit Bombengürteln vertreten werden!
Update: 14:11 Uhr: Es sieht so aus, als ob die Facebook-Gruppe gelöscht worden ist. Wohl eher nicht von deren Erstellern. 1:0 für die Religiotie.
Update 2: 18:38 Uhr: Sie scheint zurück, die Facebook-Gruppe. Wieso sie zeitweilig unerreichbar war, bleibt unklar.

mohammed doesn't mind people drawing him...he rather enjoys it, actually - Zeichnung: Gisela Beer


















Wieder eine Niederlage für die freiheitsliebenden Menschen dieser Welt.
Lieber die Augen vor “unangenehmen” Dingen verschließen und alles ist wieder gut. -.-
Darf ich mich nun auf weitere Zensuraktionen in allen Bereichen freuen? Habe ich nun auch das Recht, nahezu alles anstößig zu finden und eine sofortige Zensur zu fordern?
Ich dachte echt, wir leben in einer halbwegs freien Welt.
So kann Mensch sich irren.
Draw Mohammed day ist zurück, aber mit weniger Mitgliedern. Wenn man die Bilder ansieht, dann hat man vielleicht eine Antwort wegen der Mitgliederzahl.
http://www.facebook.com/event.php?eid=113257775375783&ref=ts
Wiki englisch wird offenscihtlich gut nachgeführt (vor der Schliessung soll es 108’000 Mitglieder gehabt haben)
http://en.wikipedia.org/wiki/Everybody_Draw_Mohammed_Day
Ich bin gewiss kein Islam-Anhänger. Eher ein Gerechtigkeitsverfechter. Bei allem Respekt vor der Pressefreiheit, nichts ist grenzenlos. Bei der Beleidigung von Andersgläubigen hört die Freiheit auf. Es handelt sich hier mehr um Provokation als um Meinungsfreihet. Die Verhinderung der Islam-Ausbreitung in Europa wird mit solchen Kindereien massiv geschädigt.
Der hier abgebildete Comic von Gisela Beer oder auch derjenige von Jonathan Zapiro, der im südafrikanischen Mail & Guardian erschien, zeigen Mohammed nicht auf negative Art. Wer sich ob solcher Zeichnungen empört, tut dies mutwillig und hat keinen Respekt für Zensurforderungen verdient.
Ob Vertreter eines orthodoxen Islamismus finden, Mohammed-Abbildungen gehörten grundsätzlich verboten oder nicht, darf in einem säkularen Staat keine Rolle spielen. Gesetze werden hier nicht durch religiöse Scharfmacher gemacht. Und Religion verdient auch keinen erhöhten Schutz vor Kritik im Vergleich zu Politik oder irgend einer anderen Form der Vereinsmeierei. Alle müssen sie karikiert werden dürfen. Und alle anderen Religionen und deren Vertreter und Symbole werden auch regelmässig Satire ausgesetzt ohne dass Extremisten vor Fernsehkameras rennen, um sich geheuchelt zu echauffieren. So sehr ich gegen die Ungleichbehandlung beim Minarettbau war, so sehr kann ich keine Forderung nach selektivem Schutz vor Karikatur gutheissen.
Ausserdem haben Muhammed-Abbildungen auch im islamischen Raum lange Tradition.
Wenn man sich die Karikaturen auf dem Facebook-Site ansieht, hat’s dort mehr Bilder die Christen beleidigen.
[...] Religionen, insbesondere gegen den Islam, völlig haltlos sei, wie man an Andreas’ Kyriacous Post über den »Everybody Draw Muhammad Day« leicht ablesen kann. Was passiert: Der gute Herr Müller [...]
Die Frau die die Aktion initiierte, hat den Namen gewechselt und ist untergetaucht.
http://kurier.at/nachrichten/2033195.php
Es braucht also definitiv jährlich einen solchen Anlass. Mindestens.