Die beleidigte Leberwurst der Woche (5)
Beinahe sah es so aus, als ob Religionsvertreter den Wettbewerb monopolisieren würden. Doch dank der Bewerbung des Apple-CEO gibt es diese Woche auch einen profanen Preisträger.
Die bronzene Leberwurst holt sich erstmals eine buddhistische Gruppe, und zwar diejenige der Nationaluniversität Singapurs. Diese sah ihren Glauben durch einen missionarischen Flyer der evangelikalen Campus Crusade for Christ verunglimpft, der zur Teilnahme an einer Missionsreise nach Thailand aufrief und klagte, die Destination sei ein Land mit sehr nur wenig wahrer Freude, da der Buddhismus jede Stufe der Gesellschaft durchdringe und pro Jahr nur etwa 100 Personen zum Christentum konvertierten.
Die artig eingestandene Griesgrämigkeit alleine wäre selbstredend noch keine Auszeichnung wert. Doch die buddhistische Gruppe klagte bei der Unileitung gegen die christliche Gruppe, worauf dieser weitere Aktivitäten untersagt wurden. Nicht zuletzt angesichts der im Vergleich zu den Vorwochen mehrheitlich enttäuschend mediokren Eingängen der religiösen Konkurrenz stellt dies für Bronze eine ausreichende Performance dar.
Die silberne Leberwurst geht, wie eingangs erwähnt, an den Apple-CEO Tim Cook. Er ist sauer auf die New York Times, da diese über ausbeuterische Arbeitsbedingungen in von Apple beauftragten chinesischen Fertigungsbetrieben berichtet hatte. Der CEO verschmähte der Zeitung nicht nur für ein Interview, Apple liess die New York Times auch bei der Präsentation ihrer neuen Betriebssystemversion aussen vor.
Die goldene Leberwurst erhält der US-Amerikanische Schauspieler Ben Stein, bekannt und berüchtigt unter anderem aus dem Kreationisten-Propagandafilm Expelled. Stein klagt gegen Kyocera, der ihn für einen Werbefilm anheuern wollte. Nachdem die Firma aber von dessen Aktivismus als Leugner des vom Menschen beeinflussten Klimawandels Kenntnis nahm, zogen sie ihr Angebot zurück. Stein sieht sich nun aus religiösen Gründen diskriminiert – er «argumentiert», Gott, nicht der Mensch kontrolliere das Wetter – und klagt auf USD 300’000 Schadenersatz. (Die Klage wurde bereits im Januar eingereicht, auf Deutsch wurde aber erst letzte Woche darüber berichtet, weshalb der Nachnomination stattgegeben wurde.)













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Der Typ LEUGNET den Klimawandel?
Auweja.
Wie der MIT-Klima-Wissenschaftler Richard Lindzen mal sagte: «Jeder, der irgendwelche Neuronen zwischen seinen beiden Ohren hat, sollte wissen, dass einem, der den Ausdruck „Klimaleugner“ verwendet, die Argumente ausgegangen sind.»
Aber Andreas Kyriacou ist ja kein Wissenschaftler, sondern Politiker, und erst noch einer bei den Grünen, wo sich Homöopathen und Sympathisanten von Terroristen, Antisemiten und waschechten Shoa-Leugnern an der Spitze tummeln.
Und unter dem Einfluss dieser ehrenwerten Gesellschaft, in der sich Andreas Kyriacou befindet, kommt dann wohl diese Ausdrucksweise zu Stande. Womit dürfen wir als nächstes rechnen? Werden Sie mich eine Klimamörderin nennen, wenn ich mit dem Off Roader durch die Wüste fahre?
Und ja, Ben Stein ist ein Idiot.
Aber Ihre Ausdrucksweise vom «LEUGNEN des Klimawandels» ist nicht minder idiotisch.
@Ninon: Nice try, aber oben steht «Leugner des vom Menschen beeinflussten Klimawandels». Wer lesen kann , ist im Vorteil.
Als Politiker können Sie wahrscheinlich gar nicht anders denken und formulieren als ausschliesslich in Floskeln, wie Ihr Beispiel «Nice try» und dem bereits milliardenfach von Klugscheissern wiedergegebenen «Wer Lesen kann ist klar im Vorteil» verdeutlicht. Und wenn die Phrasendreschmaschine erst mal läuft, dann kann man natürlich auch nicht mehr zum Kern einer Aussage Stellung nehmen.
Deshalb hier nochmals ganz langsam für Sie, Herr Kyriacou: Es geht mir nicht darum, ob der Klimawandel von Menschen verursacht wurde oder nicht. Es geht um das von Ihnen verwendete Wort LEUGNEN, resp. LEUGNER.
Entweder sind Sie zu wenig gebildet um zu wissen, was das Wort leugnen bedeutet. Oder Sie spielen bewusst auf Verbrecher an, die leugnen an einer Tat beteiligt gewesen zu sein, oder an die Shoa-Leugner. Ich vermute letzteres.
Wann werden Sie ein Verfahren fordern gegen «Leugner des vom Menschen beeinflussten Klimawandels»? Und welche Strafe wird dem Leugner drohen?
Ach Ninon, geht’s Dir nach dieser oberpeinlichen Tirade besser? Wenn ja, war sie ja zumindest nicht völlig sinnlos…
Noch einmal: Ich habe den Ausdruck «Klimaleugner» nicht verwendet, ich gebrauche dieses Wort genauso wenig wie ähnlich verquere Begriffe wie «Atomgegner» oder «genfrei».
Ich habe geschrieben, dass Stein den vom Menschen gemachten Klimawandel leugnet. Und das tut er ja zweifelsfrei. Er entlarvt sich damit als ignoranter Narr, der aus blossem religiösem oder politischem Eifer den wissenschaftlichen Konsens in dieser Frage in Frage stellt.
Wictionary definiert «leugnen» wie folgt:
[1] etwas abstreiten; behaupten, dass etwas nicht zutrifft
[2] Offenkundiges wider besseres Wissen bestreiten, als unwahr hinstellen
[3] Weltanschauungen oder Lehren, die allgemein anerkannt sind oder ernsthaft vertreten werden, für nicht existent erklären.
Ich habe das Wort also in völligem Einklang mit dem normalen Sprachgebrauch verwendet.
Vielleicht solltest Du – und das sage ich Dir als Wissenschafter und ausgebildeter klinischer Linguist und nicht als Politiker – mal einen Neurologen aufsuchen. Denn idiosynkratisches oder reduziertes Verstehen von Begriffen können Anzeichen einer Frühform von semantischer Demenz sein. Eine üble Sache und leider kaum reversibel. Aber mit geeigneten Therapieprogrammen lässt sich zumindest der Verlauf beeinflussen.