23. Februar 2012 12:21

Die beleidigte Leberwurst der Woche (5)

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Beinahe sah es so aus, als ob Religionsvertreter den Wettbewerb monopolisieren würden. Doch dank der Bewerbung des Apple-CEO gibt es diese Woche auch einen profanen Preisträger.

Die bronzene Leberwurst holt sich erstmals eine buddhistische Gruppe, und zwar diejenige der Nationaluniversität Singapurs. Diese sah ihren Glauben durch einen missionarischen Flyer der evangelikalen Campus Crusade for Christ verunglimpft, der zur Teilnahme an einer Missionsreise nach Thailand aufrief und klagte, die Destination sei ein Land mit sehr nur wenig wahrer Freude, da der Buddhismus jede Stufe der Gesellschaft durchdringe und pro Jahr nur etwa 100 Personen zum Christentum konvertierten.

Quelle: http://buddhavacana.net/2012/02/17/freedom/

Quelle: http://buddhavacana.net/2012/02/17/freedom/

Die artig eingestandene Griesgrämigkeit alleine wäre selbstredend noch keine Auszeichnung wert. Doch die buddhistische Gruppe klagte bei der Unileitung gegen die christliche Gruppe, worauf dieser weitere Aktivitäten untersagt wurden. Nicht zuletzt angesichts der im Vergleich zu den Vorwochen mehrheitlich enttäuschend mediokren Eingängen der religiösen Konkurrenz stellt dies für Bronze eine ausreichende Performance dar.

Die silberne Leberwurst geht, wie eingangs erwähnt, an den Apple-CEO Tim Cook. Er ist sauer auf die New York Times, da diese über ausbeuterische Arbeitsbedingungen in von Apple beauftragten chinesischen Fertigungsbetrieben berichtet hatte. Der CEO verschmähte der Zeitung nicht nur für ein Interview, Apple liess die New York Times auch bei der Präsentation ihrer neuen Betriebssystemversion aussen vor.

Die goldene Leberwurst erhält der US-Amerikanische Schauspieler Ben Stein, bekannt und berüchtigt unter anderem aus dem Kreationisten-Propagandafilm Expelled. Stein klagt gegen Kyocera, der ihn für einen Werbefilm anheuern wollte. Nachdem die Firma aber von dessen Aktivismus als Leugner des vom Menschen beeinflussten Klimawandels Kenntnis nahm, zogen sie ihr Angebot zurück. Stein sieht sich nun aus religiösen Gründen diskriminiert – er «argumentiert», Gott, nicht der Mensch kontrolliere das Wetter – und klagt auf USD 300’000 Schadenersatz. (Die Klage wurde bereits im Januar eingereicht, auf Deutsch wurde aber erst letzte Woche darüber berichtet, weshalb der Nachnomination stattgegeben wurde.)

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