2. Juli 2012 2:06

Steuert Spanien auf eine AKW-Havarie zu? [update]

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Update: 02.07.2012, 12:05: Das Feuer scheint sich zur Zeit nicht Richtung AKW Cofrentes zu entwickeln. Doch unter Kontrolle ist es noch nicht.

Nicht ganz Spanien ist im Moment in Festlaune. Mehrere Waldbrände zerfressen im Grossraum Valencia Zehntausende Hektaren Land. Die Gegend um Hellín sieht aus wie der Berg Taygetos auf dem Peloponnes vor einigen Jahren (siehe Bericht von laverdad.es).

Bild: laverdad.es / Efe

Bild: laverdad.es / Efe

Quelle: www.cncofrentes.es

Quelle: www.cncofrentes.es

Und wie in Griechenland gehen die Feuersbrünste auf Brandstiftung zurück. Ein mutmasslicher Täter wurde gestern Sonntag in Andilla gefasst.

Einer der Flächenbrände frisst sich aktuell durch den 36 Hektar grossen Naturpark Caza Muela de Cortes. Doch es scheint unsicher, ob es bei der Zerstörung des Parkgebietes bleibt.

Am westlichen Ende befindet sich das AKW Cofrentes. Und das Feuer kommt beständig näher.

Am 28. Juni liess die Betreiberin noch verlauten, dass das Feuer, das gleichentags im mehr als zehn Kilometer entfernten Cortes de Pallás ausgebrochen war, keine Gefahr darstelle. Bereits zehn Tage zuvor, am 19. Juni, hatte die parlamentarische Kommission für Reaktorsicherheit das AKW besucht, ein «alles Paletti»-Statement abgegeben und freudestrahlend für ein Gruppenfoto posiert. Der konservative Abgeordnete Antonio Peral präsentierte das Bild stolz auf Twitter.

Nun ist das Feuer noch maximal fünf Kilometer vom AKW entfernt. Von der Betreiberfirma gibt’s keine aktuelleren Infos, auch nicht vom Spanischen Nuklearrat, es ist ja schliesslich Wochenende. Und Antonio Peral hat seinen Buenas-Noches-Tweet bereits verschickt. Er braucht offenbar seinen Schlaf des Gerechten.

Ab welcher Distanz die Hitzewelle die AKW-Mitarbeiter in die Flucht treiben dürfte, ob bei grosser Hitze Pumpen, Notstromaggregate und dergleichen ausfallen könnten und welchen Temperaturen der Sicherheitsbehälter standhält, all das scheinen Fragen, auf die man offenbar keine dringenden Antworten braucht.
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