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Gretchenfrage, Politik »
Das Wort zum Sonntag
Eine pakistanische Gruppe von Christen, der Christian Progressive Movement (CPM), organisierte diese Woche eine Demo gegen das Schweizer Minarettverbot, wie die englischsprachige pakistanische Zeitung «The Nation» berichtet.
Addressing the gathering, Chairperson CPM Naila J Dayal said that the decision of Switzerland was condemnable and shameful. She said that it was the fundamental right of the minority to enjoy its religious freedom anywhere in the world.
Was auf den ersten Blick nach religionsübergreifender Solidarität (und allenfalls dem berechtigten Vertreten eigener Minderheiteninteressen vor Ort) klingt, nimmt aber schnell eine ungemütliche Wende:
She alleged that the Jewish lobby was behind this heinous exercise, adding that the aforementioned lobby wants conflict between Muslims and Christians for its vested interests.
Gretchenfrage, Politik »
Die Grünen Schweiz diskutieren heute Samstag ein Positionspapier zur Geschlechterpolitik. Wahrscheinlichstes Szenario ist, dass der Entwurf zur Überarbeitung zurückgewiesen wird. Bemängelt wird insbesondere das Fehlen einer adäquaten Gewichtung der Themen und Forderungen wie auch einer Würdigung des Erreichten bei der Gleichstellungspolitik.
Der Entwurf wurde bisher offiziell nur den Delegierten zugestellt, dennoch schaffte er es bereits in die Medien – wohl vor allem wegen einer eher nebensächlichen Forderung: «Die Beschneidung von Knaben muss offen diskutiert werden.» Dem Tages-Anzeiger zumindest war dieser kurze Satz eine Schlagzeile wert. Und er berichtete vom schnell aufkommenden internen Widerstand, diese Diskussion tatsächlich zu führen. Pflichtbewusst holte er eine Stellungnahme vom Schweizerischen Israelitische Gemeindebund (SIG) ein. Und die klang so:
«Rechtlich sehen die Juden in der traditionellen Brit Mila (Beschneidung) ein zentrales Element ihrer Religionsfreiheit». Mit Verlaub: Können die SIG-Wortführer tatsächlich nur mit einem Blick zwischen die Beine erkennen, wer ein würdiges Mitglied ihrer Religionsgemeinschaft ist? Weiter im SIG-Text: «Jeder Versuch, die von der jüdischen …
Gretchenfrage, In eigener Sache, Politik »
Die American Humanist Association gewann mit ihrem Sujet «just be good for goodness’ sake» das Weltanschauungs-Casting dieses Blogs. Die Teilnehmenden – es waren deutlich weniger als beim vergangenen Polit-Casting – bewerteten damit das Plakat, das dazu aufrief, Gutes zu tun etwas höher als dasjenige mit dem Slogan «Da ist wahrscheinlich kein Gott. Also sorg Dich nicht. Geniess das Leben», das auch als rein hedonistische Verlautbarung gedeutet werden kann.
Ein knapper Slogan stellt selbstredend noch kein ethisches Gerüst dar. Wie ein solches aus säkularer Sicht aussehen könnte, versuchte Michael-Schmidt-Salomon im Jahr 2005 in seinem Manifest des Evolutionären Humanismus aufzuzeigen. Er formulierte darin zehn Angebote. Im Gegensatz zu den biblischen zehn Geboten sind sie gleich doppelt unverbindlich: Sie sind bewusst als Angebote formuliert. Und sie nehmen nicht für sich in Anspruch, unfehlbar und ewig gültig zu sein – ganz im Gegenteil, Punkt sieben besagt «Sei dir deiner Sache nicht allzu sicher!».
Gretchenfrage, Politik »
Landauf, landab finden Kundgebungen statt, bei denen Personen ihr Bedauern über die Annahme des Minarettverbots bekunden, so auch am kommenden Samstag in Bern: Auf Facebook wird zur «Kundgebung gegen die Islamhetze» aufgerufen, die von 12 bis 15 Uhr auf dem Bundesplatz über die Bühne gehen soll. Gastredner ist der deutsche Konvertit Pierre Vogel, der sich auch Abu Hamza nennt.
Der Ex-Profi-Boxer liess sich bei den Wahhabiten in Mekka zum Prediger ausbilden und missioniert seither fleissig bei der deutschen Jugend. Er vertritt eine fundamentalistische Position, wettert gegen Homosexualität und gegen das Unterrichten von Evolutionslehre in der Schule und verlangt von Organisatoren, dass an Veranstaltungen Männer und Frauen getrennt werden.
Und er erklärt die Verschleierung der Frau zur Pflicht (siehe Video). Geradezu grotesk mutet es deshalb an, dass die Demo auch als Solidaritätsbekundung für Sura al-Shawk dienen soll, die sich das Recht erkämpfen will, beim Basketballspielen ihr Kopftuch zu tragen.
Mit gutem Grund haben in Deutschland «terre des femmes» und andere …
Gretchenfrage, Sonderbares »
Gestern lud die freie evangelische Gemeinde Maur zu einem Filmabend mit anschliessendem Vortrag. Thema: «Hat die Bibel doch recht? –Der Evolutionstheorie fehlen die Beweise». Das Filmchen kommt zuweilen dramaturgisch geschickt, dazwischen aber reichlich wirr daher und enthält ein Potpourri von Fehlinterpretationen, bewussten Verzerrungen und der obligaten Nazi-Keule. Wissenschaftlich haltbare Gegenargumente gegen die Evolutionstheorie hingegen fehlen. Doch vom Film soll nicht weiter die Rede sein. Wer drei Viertel Stunden Lebenszeit investieren will, kann die elf Jahr alte Produktion in fünf Teilen auf Youtube sehen.
Faszinierender war der Auftritt des Gastreferenten Dieter Aebi. Der Herr ist studierter Jurist und schrieb vor drei Jahren das Buch «Prozessakte Evolution», indem er der wissenschaftlichen Beweisführung den Prozess zu machen versucht. Einige Kostproben lieferte er in seiner Alleinunterhalterrolle. So präsentierte er beispielsweise auf einer Folie eine Sammlung von Schätzungen des Erdzeitalters, die von 4.6 Milliarden Jahren bis zu 4000-6000 Jahren reichten. Die erste Schätzung basiert auf radiometrischen Messungen, letztere Zahlen werden von Bibelexegeten …
Gretchenfrage, Politik »
«Kirchenglocken oder der Muezzin – das ist doch dasselbe, einfach in einer jeweils andern Kultur.» – Dies erklärt der Grüne Baselstädtische Regierungspräsident in einem Interview auf onlinereports.ch. Er hat damit durchaus Recht: Sowohl das beständige Kirchengeläut – in der Stadt Zürich beispielsweise schlagen unzählige Glocken Tag und Nacht im Viertelstundentakt – wie auch die islamischen Gebetsrufe sind vornehmlich anachronistische Machtdemonstrationen.
Heutzutage braucht kein Mensch Kirchenglocken als zeitliche Orientierungshilfe, schon gar nicht morgens um 3.15 Uhr. Wer glaubt, durch Gottesanbetungen ein besseres Leben zu führen, soll dies selbstredend tun können. Die Restbevölkerung muss aber nicht Gebet um Gebet darüber informiert werden, dass die Frommen gerade ihrer Pflicht nachgehen. Guy Morin sieht dies freilich anders…
Gretchenfrage, Politik »
Die CVP-Politikerin Andrea Sidler fühlt sich beleidigt. Persönlich. Und stellvertretend für alle Katholiken in der Stadt Zug. Auslöser für ihre Empörung ist eine aktuelle Plakat-Kamagne (siehe Abbildung) der Freidenker-Vereinigung. Dies wäre nicht weiter der Rede wert, wäre Andrea Sidler nicht als Stadträtin zuständig für die Bewilligung von Plakaten auf öffentlichem Grund.
Die stramme Katholikin verbot das Plakat kurzerhand. Sie missbrauchte also ihr weltliches Amt, um die verfassungsmässig garantierte Meinungsäusserungsfreiheit auszuhebeln und nach den vermeintlichen Leitlinien ihres Glaubens zu handeln.
In einem Fernsehinterview bezeichnete Sidler die Bibel als «unsere Lehre» und bekundete gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung: «Wir waren es gegenüber unseren gläubigen Mitbürgern schuldig, das Verbot auszusprechen.» Wer die Bibel, nicht aber die Verfassung als verbindlich ansieht und sich von weltlichen Parolen belästigt fühlt, muss aber nicht verzagen: Es gibt ein Leben fernab der säkularen Rechtssprechung. Deshalb: ab ins Kloster, Andrea Sidler. Diese plagen ohnehin Nachwuchssorgen.
Gretchenfrage »
«Schöpfungslehre kontra Wissenschaft» – so lautete der Titel einer kontradiktorischen Debatte, zu der gestern die Winterthurer Freidenker eingeladen hatten. Den wissenschaftlichen Standpunkt nahm der Biologe und Chemiker Toni Bürgin ein, der seit 1996 das Naturmuseums St Gallen leitet. Den Kreationismus vertrat der evangelikale Missionar Roger Liebi.
Diskussionsleiter Kurt Schmid eröffnete die Debatte mit der Präsentation eines versteinerten Trilobiten, der aus wissenschaftlicher Sicht rund 450 Millionen Jahre alt ist. Roger Liebi sah dies freilich etwas anders: Die Bibel geht von einem Erdzeitalter von nur rund 6000 Jahren aus, ergo muss der versteinerte Gliederfüsser noch jüngeren Datums sein. Das versteinerte Sediment, aus dem der Trilobit herausgelöst wurde, entstand gemäss Liebi durch die Sintflut. Er sprach den wissenschaftlich anerkannten Datierungsmethoden jede Verlässlichkeit ab und brachte als «Gegenthesen» Messmethoden ins Spiel, welche aufgrund von Salz- und Metallkonzentrationen im Meer das Erdalter zu bestimmen versuchen, und präsentierte ein Sammelsurium an Schätzungen zwischen 11′ooo bis 21 Millionen Jahren. Dass diese offensichtlich unzuverlässigen Ansätze ebenfalls allesamt …








