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Gretchenfrage, Headline, Politik »
Politik kann doch angenehm unverkrampft und sachbezogen sein!
Nach der Einreichung der Einzelinitiative zur Streichung der diversen Verbote an so genannt hohen Feiertagen wurde ich von Daniel Bühler, dem Präsidenten des Vereins Afro-Pfingsten kontaktiert. Auch er hatte die Fühler in die Politik ausgestreckt, um eine Änderung des Ruhetags- und Ladenöffnungsgesetzes zu bewirken. Denn auch das Afro-Pfingsten-Festival leidet unter dem heutigen Verbot: Der Markt, der ein integraler Bestandteil des Festivals ist, darf am Pfingstsonntag nicht stattfinden.
Nach der vorläufigen Unterstützung der Einzelinitiative durch den Kantonsrat schlug ich ihm vor, an der diesjährigen Afro-Pfingsten Unterschriften für eine Petition zu sammeln, welche Kantons- und Regierungsrat dazu einladen, die Einzelinitiative definitiv zu unterstützen.
Gretchenfrage »
Die beiden Zürcher Fussballclubs FCZ und Grasshoppers planen in der Zürcher Predigerkirche einen Raum des Jubelns. Sie laden die Kirchgänger ein, an Fussballritualen teilzunehmen und zusammen mit ihnen Feuerwerkskörper abzubrennen und Fussballlieder anzustimmen.
GCZ-COO Stefan Schläppi zur Motivation: «Fussball ist ein Breitensport, der in der Bevölkerung grosse Unterstützung geniesst. Doch es gibt eine Gruppe, die wir heute nur ungenügend erreichen, die über 70-Jährigen. Bei Volksabstimmungen zu Fusspallprojekten brauchen wir aber auch sie auf unserer Seite. Was also liegt näher als sie dort zu aufzusuchen, wo sie heute faktisch unter sich sind, in den Kirchen! Die zentral gelegene Predigerkirche erscheint uns ideal für ein Pilotprojekt.»
Die Kirchgemeinde zur Prediger reagierte nach anfänglichem Zögern positiv auf die Anfrage der Fussballvereine. Die Mantelnutzung habe bei ihnen eine lange Tradition, betont Kirchgemeindepräsidentin Lisbeth Rüegg. So beherberge der Predigerchor die Musiksammlung der Zentralbibliothek. «Und vor vier Jahren haben wir unsere Räumlichkeiten den Sans Papiers zur Verfügung gestellt.»
Der geplante Raum soll feuersichere und gut …
Gretchenfrage, Kulturelles, Wissenschaft »
In Deutschland finden nächsten Monat gleich zwei Konferenzen statt, die sich an Personen richten, die davon ausgehen, dass es in der Welt mit rechten Dingen zugeht.
Vom 18. bis 20. Mai findet in Berlin die sechste Weltkskeptikerkonferenz statt. Wer am Zürcher Denkfest teilnehmen konnte, darf sich freuen, Eugenie Scott, Samantha Stein, Edzard Ernst, Luigi Garlaschelli und Holm Hümmler wieder zu sehen. 19 weitere Referentinnen und Referenten aus zehn Ländern widmen sich dem Kreationismus, der Alternativmedizin und Pseudowissenschaften in der Schule und der Gesellschaft.
Die wohl bekanntesten Vortragenden sind James Randi (USA), Bühnenzauberer und unermüdlicher Bekämpfer von Quacksalbern aller Art, Simon Singh, britischer Bestseller-Autor und Rebecca Watson (USA), Gründerin des Skepchick-Blogs.
Noch bis zum 14. April ist das Ticket für die Gesamtveranstaltung für €270 statt €310 erhältlich.
Nur eine Woche später findet in Köln die diesjährige European Atheists Convention statt. Rebecca Watson wird auch da auftreten. Weitere bekannte Vortragende sind Michael Schmidt-Salomon, der ebenfalls am Denkfest zu sehen war, die bangladeschische Ärztin und Menschenrechtsaktivistin Taslima Nasrin, der Philosoph Joachim Kahl …
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Salafisten rund um den in Köln lebenden Palästinenser Abou Nagie wollen jedem Deutschen Haushalt einen Koran schenken.
Die allermeisten Un- und Andersgläubigen dürften auf Anhieb mit dem Geschenk wenig anzufangen wissen. Als Beitrag zur interkulturellen Verständigung hier deshalb fünf haushalttaugliche Anwendungsbeispiele für den Koran.
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Das Wort zum Sonntag
Wer hätte das gedacht? Joseph Ratzinger hat ein Problem mit der Moderne: «Wir wissen und können in den materiellen Dingen unerhört vieles, aber was darüber hinausgeht, Gott und das Gute, vermögen wir nicht mehr zu identifizieren.»
Tja, das bringt der Erkenntnisfortschritt unweigerlich mit sich: Das scheinbar Übersinnliche wird profan und erklärbar.
Technischer Forstschritt berge allerlei Gefahren meint Ratzinger, und als Mittel der Technikfolgenabschätzung sieht nur eine Lösung: den Glauben wieder vor die Vernunft zu stellen.
«Wenn Gott und die Werte, der Unterschied von Gut und Böse dunkel bleiben, dann sind alle anderen Erleuchtungen, die uns ein so unglaubliches Können ermöglichen, nicht nur Fortschritte, sondern zugleich Bedrohungen, die uns und die Welt gefährden. [...] Deshalb ist der Glaube, der uns das Licht Gottes zeigt, die wahre Aufklärung, ist Einbruch von Gottes Licht in unsere Welt, Öffnung unserer Augen für das wirkliche Licht.»
Gretchenfrage »
Das Kloster Einsiedeln gilt als grösste private Grossgrundbesitzerin in der Schweiz. Damit soll nun, so Abt Martin Werlen, Schluss sein. Der Klosterkonvent setzt auf Entweltlichung, so wie es Papst Benedikt XVI im vergangenen Herbst eingefordert hatte.
Noch ist nicht abschliessend entschieden, wie viele der über 2000 Hektaren Land in Klosterbesitz verbleiben sollen. Einige Grundsatzentscheide sind aber gefällt:
- Die Insel Ufenau wird der Schwyzer Gemeinde Freienbach abgetreten, in deren politisches «Hoheitsgebiet» die Insel bereits heute fällt.
- Die Voralberger Propstei St. Gerold wird in die Selbständigkeit entlassen. Sämtliche in Österreich gelegenen Besitztümer des Klosters gehen an die Propstei über.
- Von weltlichen Betrieben und Liegenschaften in den Kantonen Schwyz, Aargau, Zürich, Thurgau und St. Gallen wird man sich weitgehend trennen. Davon ausgenommen sind die vom selbst betriebenen Landwirtschaftsgüter.
Gretchenfrage »
Das Wort zum Sonntag
… die Sakramente, die Euch Bischof Huonder verweigern will*, haben auch die Freidenker nicht im Angebot, weltliche Rituale hingegen schon. Und die sind garantiert Huonder-frei.
Anmelden kann man sich unter http://www.frei-denken.ch/de/aboutfvs/mitmachen/beitrittserklarung/.
* Wieso Ihr in der katholischen Kirche nicht mehr mitfeiern dürft, erklärte gestern Huonders Lieblingsmessdiener, Vikar Christoph Casetti im Interview mit dem Schweizer Fernsehen:
Gretchenfrage, Politik »
Hat das Staatskirchenrecht eine Zukunft? Zu dieser Frage interviewte die ZüriPlus-Moderatorin Claudia Steinmann Urs Brosi, der als Dozent für Kirchen- und Staatskirchenrecht an der Uni Luzern sowie als Generalsekretär und Geschäftsführer der katholischen Kirche Thurgau tätig ist. Eine kurze Rückschau.
Ausgehend vom Fall des katholischen Pfarrers Franz Sabo, der im baselländischen Röschenz tätig gewesen war und durch den zuständigen Bischof wegen kirchenkritischen Äusserungen abgesetzt, vom Kirchgemeinderat jedoch gestützt wurde, thematisierte Steinmann die Spannungen zwischen Kirche und Staat: die innerkirchliche Auseinandersetzung endete vor dem Baselbieter Kantonsgericht, welches die Amtsenthebung Sabos als widerrechtlich taxierte, da diesem das rechtliche Gehör verweigert worden sei. Das Urteil veranschaulichte die grundsätzliche Inkompatibilität zwischen zwei Systemen: Die katholische Kirche funktioniert hierarchisch von oben nach unten, die über das Staatskirchenrecht1 legitimierten Kirchgemeinden eher von unten nach oben.
Brosi erinnerte daran, dass im Röschenzer Konfliktfall der damalige Bischof Kurz Koch argumentiert hatte, der Konflikt sei nur des Staatskirchenrechts wegen eskaliert, da dieses in kirchliche Verfahren eingreife. Er ist …
Gretchenfrage, Politik, Statistisches »
Im Kanton Zürich nahm die Zahl der Landeskirchenmitglieder trotz Zunahme der Bevölkerung weiter ab. Dies zeigt die vom Kanton vorgestern veröffentlichte neue Bevölkerungsstatistik. Erstmals wurden auch für die Christkatholiken die Zahlen pro Gemeinde angegeben. Grund genug, diese etwas genauer anzuschauen.
Ganze 1834 Mitglieder weist diese kleinste Kirchengemeinschaft aus, für die der weltliche Kanton Zürich Jahr für Jahr die Mitgliederbeiträge einzieht. In 39 der 171 Zürcher Gemeinden wohnt kein einziger Christkatholik, weitere 97 Gemeinden weisen maximal zehn registrierte Kirchenangehörige aus. In weiteren 26 Gemeinden sind je zwischen 11 und 20 Mitglieder auszumachen. Mehr als 20 haben ganze 9 Gemeinden im Kanton Zürich, und davon nur gerade zwei (die Städte Winterthur und Zürich) Gemeinschaften von mehr als 50 Mitgliedern.
In einer einzigen Gemeinde übersteigt der Anteil der Christkatholiken ein halbes Prozent der Einwohner: In Dättlikon figurieren vier der 747 Bewohner als Christkatholiken. Ganze fünf weitere Gemeinden weisen Anteile von zwischen 3 und 5‰ auf.
Inhaltlich heben sich die Christkatholiken, die aus …






