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Gretchenfrage, Politik »
Das Wort zum Sonntag
265.1 Millionen Franken an Steuern zugunsten der reformierten und der römisch-katholischen Kirche wurden im Jahr 2007 bei Schweizer Unternehmen eingezogen1. 47.4% dieses Totalbeitrags oder 125.6 Millionen Franken leisteten Firmen aus dem Kanton Zürich, 14.3% (CHF 37.8 Mio) trugen Berner Unternehmen bei, aus Zug kamen 9.4% (CHF 25 Mio), aus Luzern 6.1% (CHF 16.1 Mio) und aus Graubünden 5.7% (CHF 15.2 Mio).
Fast jeder zweite Kirchensteuerfranken von Unternehmen kommt also aus dem Kanton Zürich. Deshalb ist es besonders angezeigt, in Zürich den Stein ins Rollen zu bringen und dieses rechtsstaatliche Ärgernis abzuschaffen.
Gretchenfrage, Politik, Wirtschaft »
Kirchensteuern für juristische Personen sind ein rechtsstaatliches Unding. Juristische Personen gehören – ausser es handelt sich um kirchliche Tochtergesellschaften – keiner Religionsgemeinschaft an. Und auch deren Inhaber und Mitarbeiter sind oftmals konfessionsfrei. Mehrere Kantone zeigen, dass es bestens ohne Kirchensteuern für juristische Personen geht:
Aus diesen Gründen liebäugeln im Kanton Zürich diverse Personen und Organisationen mit einer Initiative zur Abschaffung der Kirchensteuern. Die Jungfreisinnigen kündigen nun an, zur Tat schreiten zu wollen. Dazu ist ihnen zu gratulieren!
Allerdings ist zu wünschen, dass die Initiative wirklich mit dem Ziel lanciert wird, die Abstimmung tatsächlich zu gewinnen. Die Abschaffung muss – wenn man diese wirklich zum Ziel hat – deshalb in einer Form angepackt werden, die auch im rotgrünen Milieu Zuspruch findet. Einen guten Ansatz hat Marc Wäckerlin von den Piraten vorgeschlagen: Über zehn Jahre hinweg wird die Kirchensteuer Jahr für Jahr um ein Zehntel reduziert. Gleichzeitig wird die Staatssteuer für Firmen um die Hälfte dieses Betrags (Spielvariante: ein Drittel) erhöht. …
Gretchenfrage »
Das Denkfest, welches vom 8. bis 11. September in Zürich stattfindet, kann mit einer neuen Attraktion aufwarten: Eine Auswahl der diesjährigen Miss USA-Kandidatinnen wird zu Gast sein.
Genau genommen schicken die Kandidatinnen eine Stellvertreterin – und zwar alle dieselbe: Cristina Rad, die auf Youtube unter dem Namen ZOMGitsCriss bloggt.
In ihrem neusten Beitrag nimmt Cristina Rad die Kandidatinnen und ihre Antworten auf die Frage, ob Evolution in der Schule gelehrt werden solle, auf die Schippe und parodiert sie stilecht. Ganz nebenbei kriegen auch noch Bill O’Reilly und Sarah Palin eine Breitseite ab.
Das Video ist weitaus sehenswerter als 51 Miss USA-Anwärterinnen.
Cristina Rad zeigt sich normalerweise nur ihrer eigenen Kamera. Nicht so am Denkfest: Da ist die Rumänin zum Auftakt zu sehen, am Donnerstagabend, dem 8. September, um 18 Uhr – zusammen mit den BloggerInnen Ali Arbia (CH), Florian Freistetter (D), Hayley Stevens (UK), Julia Offe (D), Lars Fischer (D) und Marko Kovic (CH). Sie alle nehmen am Podium zum Thema «Skeptic …
Gretchenfrage »
Die in Zürich entstandene Trendsekte «International Christian Fellowship» hat dreierlei sich ergänzende Kernkompetenzen: Missionieren, Einnahmen generieren und Parties veranstalten. Heute und morgen steht eine Grossveranstaltung an, bei dem es um alle drei Bereiche gleichermassen geht: «The Big 15» heisst ihre Geburtstagsfete im Hallenstadion. Hauptattraktion ist Reinhard Bonnke, ein höchst dubioser Prediger aus Deutschland, der vornehmlich Afrika missionarisch tätig ist. ICF täte gut daran, die Finger von Bonnke zu lassen!
Der selbst ernannte «Mähdrescher Gottes» liess und lässt sich von Despoten finanzieren und beschützen. Im Bild rechts ist er mit dem liberianischen Ex-Präsidenten und Kriegsverbrecher Charles Taylor zu sehen. Bonnke liess sich auch vom ehemaligen togoischen Militärherrscher Gnassingbé Eyadéma einladen und nahm vom früheren nigerianischen Militärdiktator Sani Abacha nachweislich eine Grossspende an.
Bonnke inszeniert gerne Wunderheilungen auf der Bühne. Er wurde jedoch längst des Betrugs überführt. Die Zeitschrift «Contending Earnestly for The Faith» der Britischen Pfingstbewegung schrieb über einen Auftritt Bonnkes in Nigeria:
At Bonnke’s rally in Nigeria, 78 miracles …
Gretchenfrage, Politik »
Moritz Leuenberger hat herausgefunden, wer schuld ist am Elend in dieser Welt: Die Heiden sind es! Denn diese trachten nach Essen, Trinken, Kleidern und anderem materiellen. Diese profunde Gesellschaftsanalyse steht natürlich in der Bibel und bot so dem Theologensohn, Altbundesrat und Neu-Implenia-Verwaltungsrat einen praktischen Aufhänger für die Rede, die er gestern am Dresdener Kirchentag hielt.
Der Ökonomie will Leuenberger Werte wie Liebe, Achtung und Respekt entgegenstellen. Dazu brauche es «eine systematische Politik auf der Grundlage des Christentums, die den Menschen zwingt, im Interesse der Schöpfung zu leben».
Dem Laienprediger scheint entgangen, dass die beiden Deutschen Staatskirchen – so die Recherchen von Carsten Frerk aus dem Jahr 2001 – Vermögen von rund 500 Milliarden Euro ihr Eigen nennen und zuweilen recht eigensinnige Vorstellungen von Respekt und Liebe haben.
Gretchenfrage, Politik, Wissenschaft »
Schon die lange Dankesliste machte es klar: Es war ein ambitiöses Projekt, welches Mark Brink von der Abteilung Public & Organizational Health der ETH Zürich initiiert hatte: Wissenschaftlich sauber sollte ermittelt werden, wie gross oder klein die Beeinträchtigungen durch nächtliches Kirchenglockengeläut für die Nachbarschaft sind.
Gestern Abend präsentierte er an der ETH erstmalig seine Befunde – und er konnte glaubhaft machen, dass die Studie, die in Zusammenarbeit mit Fachpersonen der EMPA und des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin entstand, weit verlässlichere Daten liefert als die Gutachten und Meinungsumfragen, auf die sich Betroffene, Behörden- und Kirchenvertreter bisher weitgehend abstützten.
Brink basierte seine Studie auf Körperreaktionen: Die Forscher massen Hirnaktivitätsmuster, Augenbewegungen und Muskelspannungen von Personen, die maximal 200 Meter von einer von insgesamt neun ausgewählten Kirchen aus dem Kanton Zürich wohnen. Die 15 Frauen und 12 Männer konnten sich je während einer Nacht an die Prozedur gewöhnen, anschliessend wurde drei Nächte lang Daten gesammelt. Der Lärmpegel der Glockenschläge wurde …
Gretchenfrage, Politik »
Das gestrige Signal aus dem Kanton Zürich ist unmissverständlich: An der liberalen Praxis zur Sterbehilfe soll sich nichts ändern.
Die Abfuhr für die evangelikalen Fundamentalisten hätte deutlicher kaum sein können: Ganze 15.5% der Abstimmenden befürworteten die Standesinitiative, welche den Kanton Zürich hätte zwingen sollen, sich auf eidgenössischer Ebene für ein Verbot der Sterbehilfe einzusetzen. Nur wenig mehr (21.6%) unterstützten die Initiative zum Verbot des so genannten Sterbetourismus.
Diese zweite Initiative hätte aus staatsrechtlicher Sicht gar nicht zur Abstimmung gelangen sollen: Sie widerspricht klar übergeordnetem Recht. Das postulierte Verbot der Sterbehilfe für Personen mit Wohnsitz ausserhalb des Kantons Zürich hätte deshalb unmöglich durchgesetzt werden können.
Politisch erwies es sich nun aber als durchaus nützlich, dass die Stimmberechtigten dennoch dazu Stellung nehmen konnten. Auf Bundesebene wird weiterhin diskutiert, ob es zur Sterbehilfe ein Rahmengesetz brauche. Viele sind der Meinung, dass Artikel 115 des Strafgesetzbuchs genügt, welcher die Beihilfe zum Suizid aus selbstsüchtigen Gründen unter Strafe stellt. Doch es ist bekannt, …
Gretchenfrage, Politik »
Inzwischen ist es weltberühmt, das Foto aus dem «Situation Room» – es erreichte fast jede Ecke des Planeten.
Fast jede Ecke: Die sensiblen Leser der ultra-orthodoxen jüdischen “Di Tzeitung” sollten nicht mit der irritierenden Bildbotschaft konfrontiert werden, dass Frauen Politik machen, und dies erst noch auf höchster Regierungsstufe. Die Männerversteher auf der in Brooklyn NY beheimateten Redaktion entfernten deshalb Aussenministerin Hillary Clinton und Audrey Tomason (die Frau bei der Türe mit der schönen Berufsbezeichnung «Director for Counterterrorism for the National Security Council»).
Die Zeitung findet sich in «bester orthodoxer Gesellschaft»: Im Dezember 2008 hatte das Magazin «Mishpacha» Laura Bush von einer Aufnahme aus der Küche des Weissen Hauses entfernt – von ihr blieb nur die Spiegelung auf dem Tisch übrig.
Auch israelische Politikerinnen wurden schon aus Bildern entfernt, um traute Männerrunden nicht zu verunstalten.
Gretchenfrage, Sonderbares »
Zehn kleine Gläubige, die wollten Ostern feiern
Einer liess sich kreuzigen, da waren’s nur noch neun.
Neun kleine Gläubige, die waren auf der Wacht
Eine sprang vom Turm, da waren’s nur noch acht.
Acht kleine Gläubige, die wollten ihre Nächsten lieben
Einer tat’s ohne Kondom, da waren’s nur noch sieben.
Sieben kleine Gläubige, die litten an Krebs
Eine trank nur Mistelsaft, da waren’s nur noch sechs.
Sechs kleine Gläubige, die verweigerten das Impfen
Einer steckte sich mit Masern an, da waren sie noch zu fünfen.
Gretchenfrage, Sonderbares »
Ernst Heller, katholischer Vielflieger und Zirkuspfarrer, ist neidisch auf die Muslime. Denn diese dürfen beim Reisen mit arabischen Fluggesellschaften beim Start einem Gebet lauschen. Er schlug deshalb der Swiss vor, vor dem Sicherheitsvideo ein Vaterunser in Kurzversion einzuspielen. Und er fordert:
«Auch wir müssen endlich Farbe bekennen und mehr zu unserem Glauben stehen – und uns nicht verstecken.»
Ernst Heller scheint das viele Reisen in islamischen Ländern, die nicht mal ansatzweise eine Trennung von Staat und Kirche kennen, nicht gut zu tun. Das Bistum Chur versucht nun, Heller die hiesigen Sitten und Gebräuche näher zu bringen:
«Bei uns verordnen weder Staat noch Unternehmen das Gebet, sondern respektieren die multireligiöse Gesellschaft, zu der auch die Freiheit des Atheisten gehört.»
Dies liess der Bistumssprecher gemäss Sonntagspresse (zitiert von der Kita) verlauten. Ein bemerkenswertes Zitat – und eines, das man sich für die nächste Kruzifixdebatte merken sollte.






