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	<title>Andreas Kyriacou über Manches&#187; Headline</title>
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	<description>Save our planet - it&#039;s the only one with chocolate</description>
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		<title>Die beleidigte Leberwurst der Woche (2)</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 21:03:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beleidigte Leberwurst]]></category>
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		<description><![CDATA[Bereits eine Woche nach der Lancierung zeichnet sich ein harter Konkurrenzkampf um die «beleidigte Leberwurst der Woche» ab. So schaffen es beispielsweise die Pius-Brüder, die in Hamburg erfolglos mit einer Demo die Absetzung des Theaterstücks Gólgata Picnic verlangten, nicht aufs Podest – die anderen Bewerbungen waren einfach überzeugender.
Die bronzene Leberwurst geht diese Woche an den Hobby-Autor John Asht. Mit ihm erhält erstmals ein Teilnehmer die Auszeichnung, der sein Beleidigtsein nicht religiös begründet. Asht empörte sich über die Rezension seines 912 Seiten dicken Wälzers Twin-Pryx: Zwillingsbrut durch die Autorin des Buchblogs Bücherzeit. Myriel, wie sich die Rezensentin online nennt, schrieb, wieso sie das Buch nach 90 Seiten zur Seite legte: zahlreiche Ungereimtheiten in der Geschichte und eine schwerfällige Sprache hatten ihr den Lesegenuss verdorben. Asht sprach der Bloggerin jegliche Kompetenz ab und drohte ihr in einem Kommentar mit einer Klage. Sekundiert wurde er dabei von seiner Verlegerin, die in eigenen Kommentaren nachdoppelte und die sofortige Entfernung der Rezension verlangte.
Dies ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits eine Woche nach der <a href="http://kyriacou.ch/2012/01/die-beleidigte-leberwurst-der-woche-1/#utm_source=feed&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=feed" target="_blank">Lancierung</a> zeichnet sich ein harter Konkurrenzkampf um die «beleidigte Leberwurst der Woche» ab. So schaffen es beispielsweise die Pius-Brüder, die in Hamburg erfolglos mit einer Demo die <a href="http://www.focus.de/kultur/diverses/theater-glgota-picnic-in-hamburg-kein-skandal_aid_706153.html" target="_blank">Absetzung des Theaterstücks Gólgata Picnic</a> verlangten, nicht aufs Podest – die anderen Bewerbungen waren einfach überzeugender.</p>
<p><a href="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/3rd.jpg#utm_source=feed&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=feed"><img class="size-medium wp-image-5477 alignleft" title="3rd" src="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/3rd-190x300.jpg" alt="" width="41" height="65" /></a>Die <strong>bronzene Leberwurst</strong> geht diese Woche an den Hobby-Autor <a href="http://john-asht.blogspot.com/" target="_blank"><strong>John Asht</strong></a>. Mit ihm erhält erstmals ein Teilnehmer die Auszeichnung, der sein Beleidigtsein nicht religiös begründet. Asht empörte sich über die <a href="http://buecherzeit.wordpress.com/2011/11/16/john-asht-twin-pryx-zwillingsbrut/" target="_blank">Rezension</a> seines 912 Seiten dicken <em>Wälzers Twin-Pryx: Zwillingsbrut </em>durch die Autorin des Buchblogs <a href="http://buecherzeit.wordpress.com/" target="_blank">Bücherzeit</a>. Myriel, wie sich die Rezensentin online nennt, schrieb, wieso sie das Buch nach 90 Seiten zur Seite legte: zahlreiche Ungereimtheiten in der Geschichte und eine schwerfällige Sprache hatten ihr den Lesegenuss verdorben. Asht sprach der Bloggerin jegliche Kompetenz ab und drohte ihr in einem Kommentar mit einer Klage. Sekundiert wurde er dabei von seiner Verlegerin, die in eigenen Kommentaren nachdoppelte und die sofortige Entfernung der Rezension verlangte.</p>
<p>Dies alles geschah bereits Mitte Dezember vergangenen Jahres, eine Klage traf bei der Bloggerin wie erwartet nie ein. Eigentlich wäre die Chose damit bereits kalter Kaffee, doch um am Leberwurst-Wettbewerb teilnehmen zu können, doppelte Asht nun im eigenen Blog noch einmal nach: In einem obskuren Beitrag mit dem Titel <a href="http://john-asht.blogspot.com/2012/01/literatur-kriminalitat-im-internet.html?spref=bl" target="_blank">Literatur-Kriminalität im Internet</a> schmückt er sein Beleidigtsein mit einer abenteuerlichen Verschwörungstheorie aus: Er behauptet, die Bloggerin hätte dem Mikroverlag <a href="http://www.roder-verlag.de/buchtitel/index.html" target="_blank">Roder</a> (12 produzierte Bücher innert vier Jahre), in dem Asht veröffentlicht, ein Manuskript angeboten, sei abgewiesen worden und wolle sich nun rächen. Und er spinnert noch weiter, sieht ein ganzes Netzwerk einer «Rezensions-Mafia» am Werk – gegen die er nun mit Verweis auf das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb gerichtlich vorgehen will:</p>
<blockquote><p>Der kollektive Zusammenhalt der Schräg-Rezensenten ist gestellt &#8211; und der Jäger zählt seine Beute: etliche 700 Screenshots von kriminellen Negativ-Rezensionen meines Romans &#8220;TWIN-PRYX, Zwillingsbrut&#8221; &#8211; samt Namen, Blogadressen, Homepages, Foren, Gruppen, etc. Kriminell darum, weil keiner dieser gehässigen Rezensenten jemals das thematisierte Buch in der Hand gehalten hat, geschweige denn gelesen.<br />
Und jetzt drehen wir ganz sachte den Spieß um &#8211; seine Spitze heißt UWG.</p></blockquote>
<p>Dank dieser Bemühungen ist die dieswöchige bronzene Leberwurst redlich verdient.</p>
<p><strong><a href="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/2nd.jpg#utm_source=feed&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=feed"><img class="size-medium wp-image-5481 alignleft" title="2nd" src="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/2nd-190x300.jpg" alt="" width="41" height="65" /></a>Silber</strong> erhält der<strong> muslimische Mob</strong>, der <a href="http://www.guardian.co.uk/books/2012/jan/26/salman-rushdie-jaipur-literary-festival" target="_blank">verhinderte</a>, dass Salman Rushdie am Literaturfestival im nordindischen Jaipur auch nur virtuell auftreten konnte. Rushdie war ursprünglich als Gastleser vorgesehen, doch nachdem die konservativ-fundamentalistisch ausgerichtete Koranschule <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dar_ul-Ulum_Deoband" target="_blank">Dar ul-Ulum Deoband</a> <a href="http://news.oneindia.in/2012/01/12/deoband-calls-for-life-ban-for-salman-rushdie.html" target="_blank">forderte</a>, Rushdie wegen seines Werks <em>Die Satanischen Verse</em> mit einem lebenslangen Einreiseverbot zu bestrafen und bei der Polizei angeblich <a href="http://www.independent.co.uk/news/people/news/hitmen-are-after-me-says-rushdie-as-he-pulls-out-of-indian-festival-6292665.html" target="_blank">Warnungen</a> eingingen, dass Auftragsmörder Rushdies Auftritt verhindern sollten, lud ihn die Festivalleitung aus und vereinbarte mit ihm, ihn per Video aus England zuzuschalten.</p>
<p>Doch dem Mob, der seine religiösen Gefühle durch Rushdie grundsätzlich und für immer verletzt sah, war auch das zu viel. Ihre theatralisch inszenierten verletzten religiösen Gefühle, artgerecht angereichtert durch Gewaltdrohungen, führten dazu, dass die Festivalleitung aus Sorge um die Sicherheit der Besucher die Übertragung in letzter Minute abblies.</p>
<p><strong><a href="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/1st.jpg#utm_source=feed&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=feed"><img class="alignleft size-medium wp-image-5483" title="1st" src="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/1st-190x300.jpg" alt="" width="41" height="65" /></a><a href="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/Erdogan.jpg#utm_source=feed&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=feed"><img class="alignright size-full wp-image-5489" style="margin-left: 5px;" title="Erdogan" src="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/Erdogan.jpg" alt="" width="225" height="223" /></a>Gold</strong> steht diese Woche dem türkischen Ministerpräsidenten <strong>Recep Tayyip Erdogan</strong> zu. Er fühlt sich vom französischen Senat beleidigt, da dieser die Leugnung von Völkermorden unter Strafe stellen will. Auch wenn das neue Gesetz allgemein gehalten ist, ist klar, dass es vornehmlich gegen türkische Geschichtsklitterung gerichtet ist: Nach wie vor beschönigen viele, insbesondere nationalistisch ausgerichtete, türkische Politiker die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Völkermord_an_den_Armeniern" target="_blank">Massaker an der armenischen Bevölkerung in den Jahren 1915 und 1916</a>.</p>
<p>Die Bezeichnung «Völkermord» goutiert der türkische Staat dafür nicht, 2007 wurden die beiden Türkischarmenier Arat Dink und Serkis Seropyan <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/7040171.stm" target="_blank">verurteilt</a>, weil sie den Völkermord beim Namen genannt hatten. Möglich macht dies <a href="http://www.amnesty-meinungsfreiheit.de/aktuell/tuerkei_301.html" target="_blank">Artikel 301</a> des türkisches Strafgesetzes, der die «Verunglimpfung des Türkentums» zu einer Straftat macht.</p>
<p>Der Artikel wurde während Erdogans Amtszeit eingeführt, aber ausgerechnet er wettert nun, dass die neue französische Gesetzgebung einen Angriff auf die Meinungsfreiheit darstelle und <a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/erdogan-wirft-paris-faschismus-vor/6106380.html" target="_blank">bezichtigt</a> Europa des Faschismus. Er schmückt sein Beleidigtsein aber nicht nur mit grotesk bigotten Vorwürfen aus, nein, er ist auch bereit, seinen eigenen Staat nachhaltig zu schädigen, indem er Sanktionen gegen Frankreich ankündigt – und damit die weitere politische und wirtschaftliche Annäherung an Europa ausbremst. Selbstredend, man kann darüber debattieren, ob das Recht auf freie Meinungsäusserung auch für Genozidleugner gelten sollte, aber wenn man die freie Meinungsäusserung im eigenen Land derart aktiv unterdrückt, sollte man einfach mal Fresse halten – ausser man bewirbt sich um den Titel der beleidigten Leberwurst.</p>
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