Blog » Archiv

Artikel, einsortiert unter "Informatik"

Informatik, Wissenschaft »

[29 Aug 2009 | Ein Kommentar | 665 mal angeschaut]
Microsoft will Darwins Ideen patentieren

Er ist bereits zwei Jahre alt, der Patent-Antrag von Microsoft mit dem Titel «Clustering phylogenetic variation patterns». Doch erst kürzlich haben Wissenschafter bemerkt, wofür genau Microsoft Erfinderschutz beantragt. Phylogenese bezeichnet die stammesgeschichtliche Entwicklung der Arten. Bereits Darwin nutzte Baumstrukturen, um die Verwandtschaftsgrade verschiedener Artenbildlich darzustellen.

Zu Darwins Zeiten wurden vor allem morphologische und – bei lebenden Arten – physiologische Merkmale verglichen: Ähnlichkeiten im Körperbau oder funktionelle Gemeinsamkeiten von Gewebe und Organen bei verschiedenen Arten gelten als Indiz für eine gemeinsame Vergangenheit. Heute dominieren molekulargenetische Analysen: Je grösser die Übereinstimmung von Gensequenzen, als desto näher verwandt gelten zwei Arten. Analysiert man Daten einer grösserer Menge von Arten, lassen sich Stammbäume erstellen, deren Verästelungen aufzeigen, in welcher Reihenfolge neue Arten aus gemeinsamen Vorfahren entstanden.
Genau hier setzt das Microsoft-Patent an.

In eigener Sache, Informatik »

[6 Aug 2009 | 2 Kommentare | 856 mal angeschaut]
Finally: kyriacou.ch goes WordPress

Es war überfällig: Das Blog ist nun WordPress-basiert und kommt in einer Mischform von Magazin- und Blog-Format daher – etwas, was das Mac-basierte Tool Rapidweaver nicht ermöglicht. (Rapidweaver ist durchaus eine gute Wahl, um auf die Schnelle einfache, statische Websites zu erstellen. Als Blogging-Werkzeug kann es aber mit WordPress definitiv nicht mithalten, nicht zuletzt, weil es kein wirkliches Content-Management-System ist.

Für die technisch Interessierten: Das neue Design basiert auf dem Theme «arthemia» von Michael Jubel Hutagalung und zwar in der von Julia Seeliger «grün gestrichenen», d.h. für Reinhard Bütikofer massgeschneiderten Version…

In eigener Sache, Informatik »

[22 Mrz 2009 | Noch kein Kommentar | 199 mal angeschaut]

Business as usual beim vierten Blogcamp, welches gestern in der ETH Zürich über die Bühne ging: Blogwerk-Gründer Peter Hogenkamp sorgte als Conférencier – unterstützt durch zahlreiche Helfer – dafür, dass der Tag den Selbstorganisationsansprüchen einer Unconference wie auch dem helvetischen Ordnungsdrang gerecht wurde. Hauptinhalt bildeten wie immer Vorträge der Teilnehmenden, die in parallelen Slots abgehalten wurden – so kam eine breites Themenangebot zusammen, zwang aber die Teilnehmenden Auswahlen zu treffen.
Im ersten Block hörte ich Dorian Selz zu, der erzählte, wie er und sein Team bei der Gründung von local.ch vorgegangen waren. Sie setzten auf die Scrum-Methode, die darauf fokussiert ist, laufend kleine, überschaubare Arbeitspakete zu definieren, welche in typischerweise zwei bis vier Wochen dauernden Zyklen, so genannten «Sprints», realisiert werden. An kurzen, täglichen Sitzungen, den «daily scrums», wird gegenseitig informiert, was erledigt ist, woran jeder arbeitet und was allenfalls das Weiterkommen behindert. Spannend war, dass bei local.ch der scrum-Ansatz nicht nur für die technische Realisierung sondern auch für die …

In eigener Sache, Informatik »

[1 Mrz 2009 | Noch kein Kommentar | 209 mal angeschaut]

Der Beitrag vom 27. 02. 2009 war offenbar unverdaubar, zumindest für den Internet-Explorer-Parser. Mea culpa. Ursache waren eine fehlerhafte DOCTYPE-Definition und die Verwendung des <embed>-Tags beim Einbinden der Youtube-Videos.
Diese Webseite ist mit Rapidweaver erstellt, einem Programm für Mac OS X, zu welchem eine ansehnliche Vorlagenbibliothek existiert. Plugins erweitern die Funktionalität, so ermöglicht beispielsweise das Pluskit die einfache Verwendung des lightbox-Effekts zur Vergrösserung von eingebetteten Bildern.
Leider funktioniert das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten nicht immer einwandfrei, wie die ungültige DOCTYPE-Definition XHTML 1.0f zeigte. Offenbar haben auch andere ähnlich leidvolle Erfahrungen gemacht, deshalb sei hier kurz wiedergegeben, was Abhilfe schafft:

Youtube-Videos auf W3C-konforme Art einbinden.
In den allgemeinen Seiten-Einstellungen (general page info) der (unsichtbaren) Pluskit-Seite als Ausgabeformat ‘default’ wählen.

So wird tatsächlich gültiger XHTML-Code erzeugt. Internet-Explorer-Nutzer können also wieder mitlesen.
Für das schnelle Erstellen von statischen Webseiten ist Rapidweaver ganz passabel, als Blogging-Tool war es aber definitiv die falsche Wahl. Aber nach einigen hundert Beiträgen wäre eine Migration nach Wordpress mit einem beträchtlichen Aufwand verbunden…

Gretchenfrage, Informatik »

[8 Feb 2009 | 2 Kommentare | 298 mal angeschaut]

Das Wort zum Sonntag
Was im vergangenen Juni als verwegene Idee begonnen hatte, ist zum weltumspannenden Phänomen geworden. Der Aufruf der Guardian-Kolumnistin Ariane Sherine, Geld zu spenden, um Londoner Busse mit einem säkularen Inserat zu schmücken, fand unerwartete Resonanz: 5500 britische Pfund hatte man sich als Sammelziel gesetzt, vor wenigen Tagen wurde die Grenze von 150’000 Pfund überschritten. Seit Januar sind nun in ganz Grossbritannien (mit Ausnahme von – wen wundert’s? – Nordirland) Busse mit dem Slogan «There’s probably no god. Now stop worrying and enjoy your life.» unterwegs. Und bereits hat die Atheist Bus Campaign Nachahmer in Spanien, Kanada, den USA und anderswo gefunden.
Seit der Lancierung gab es immer wieder mal Debatten, welches der passendste Slogan sei. Es wurden dabei auch weitaus weniger zurückhaltende Variantenvorgeschlagen. Egal ob man’s lieber subtil oder überdeutlich mag, dank des Bus Slogan Generators kann nun jeder seine eigenen Businserate gestalten – zumindest virtuell:

Der Generator lässt sich natürlich auch verwenden, um weitaus weltlichere Autoritäten anzuzweifeln (Nein, Nicht-Informatiker müssen diesen Slogan nicht verstehen):

Informatik »

[3 Feb 2009 | Noch kein Kommentar | 296 mal angeschaut]

Gestern Abend trudelte ein seltsames Mail ein. Ein Tami Welti lud zu einer Facebook-Gruppe ein, die kommerzielle Ferien in Portugal anpreist. Der Absender gehört nicht etwa zu meinen Facebook-«Freunden». Nein, der mir unbekannte Sender bediente sich eines Tricks, um via Facebook einen Massenversand an nicht verlinkte Personen zu schreiben. Er nutzte gleich hundertfach die Möglichkeit, dass man aus Facebook heraus Personen auch über ihre email-Adresse kontaktieren kann:
Beim Anschauen der Gruppe wurde sofort klar, wie ich in den Adressverteiler kam. Der eigentliche Urheber ist das einzig andere Mitglied dieser Gruppe, Philippe Welti, PR-Blogger und Stoehlker-Mitarbeiter. Dieser Welti ist auch Inhaber der Domain, mit dem sich das Fereinresort auf dem Web präsentiert. Welti kam einzig und allein zu meiner email-Adresse weil ich ihm vor einem halben Jahr mal auf ein technisches Problem bei seinem Blog hingewiesen hatte. Das war der einzige Kontakt zwischen uns. Als Freipass zum Spammen – dazu noch über eine Drittperson und via Facebook …

Informatik, Politik »

[17 Okt 2008 | Noch kein Kommentar | 154 mal angeschaut]

Die Welt scheint momentan ungewöhnlich verworren und nur noch schwer zu verstehen. Dass erst die Teilverstaatlichung der Bankenwelt den Kapitalismus so richtig zum Erblühen bringt, steht jedenfalls noch nicht in den Lehrbüchern.
Umso trostvoller, dass anderweitig Komplexität reduziert wird. Die staatlichen Allüberwacher brauchen fortan nur noch ein einziges Feindbild zu bemühen: Pädophile Terroristen. Die «Times» berichtet, dass islamische Terroristen ihre Angriffspläne am liebsten auf Pädophilen-Websites verstecken. Mittels Steganografie – dem Anreichern von Bilddaten mit fürs Auge unsichtbaren aber mittels Software auslesbaren Botschaften – werden geheime Informationen auf Kinderporno-Sites untergebracht. So jedenfalls die Annahme der Kriminologen, nachdem bei mehreren Personen, gegen die Razzien wegen Teilnahme an terroristischen Gruppierungen liefen, Tausende oder gar Zehntausende solcher Bilder gefunden wurden.
Der Bericht zeigt durch tiefgründige Analyse, dass sich die Täterprofile von Terroristen und Pädophilen frappant ähneln:
Another area investigators will want to explore is the similarity between the personalities of paedophiles and terrorists. “If they are going out, a lot of time is spent …

Informatik »

[2 Aug 2008 | Noch kein Kommentar | 204 mal angeschaut]

Die Orte, an denen Männer noch unter sich sein können, werden rar. Im Berufsleben sowieso, Stellen in alterwürdigen Berufen wie Lehrer, Pfarrer und Arzt werden längst auf beide Geschlechtern aufgeteilt, der Breitensport kennt Quotenvorgaben für «Mann»schaften, die Politik sowieso, Statuten sichern Frauen den Zugang zu traditionellen sozialen Netzwerken wie den Rotariern (PDF) und selbst beim Sechseläuten dürfen die Frauen mit nur noch geringem Abstand hinterher marschieren.
Doch es tut sich ein neuer Bereich auf, bei dem Mann noch bestimmt, wo’s lang geht: Barcamps, offene Veranstaltungen der Internet- und Software-Szene ziehen kaum Frauen an. Aktuelles Beispiel: Das BlogCamp 3.0, das am 29. August im Zürcher Technopark über die Bühne geht. Unter den 68 angemeldeten Personen sind ganze vier Frauen. Eine davon fragt in ihrem eigenen Blog, wieso Frauen sich an solchen Veranstaltungen kaum blicken lassen, zumal Frauen gemäss einer Untersuchung bei Social Networks in der Überzahl sind1. Und nein, an den Männern liegt’s ihrer Ansicht nach nicht. Eine Fachgruppe, die vielleicht Licht ins …

Informatik, Politik, Sonderbares »

[31 Jul 2008 | Noch kein Kommentar | 205 mal angeschaut]

Vor beinahe eineinhalb Jahren entdeckte Moritz Leuenberger das Bloggen. Als erster im Bundesrat. Und weil er so ein tifiger1 ist, glaubt er offenbar, ständiger Trendsetter zu sein. Jedenfalls verkündet er heute stolz und amtlich, den weltweit ersten 1.-August-Blog-Eintrag verfasst zu haben – und die Presse plappertihm dies brav nach.
Eine kurze Suche bestätigt, was eigentlich klar war: Darauf sind nun wirklich schonandere gekommen – vor Jahren. Christian Schenkel titelte seinen edemokratie.ch-Beitrag vom 1. Juni 2006 unzweideutig «Meine Rede zum 1. August». Die verlinkten Damen und Herren haben allerdings allesamt darauf verzichtet, ihre Worte auch noch über Lautsprecher hinauszutröten – was durchaus nicht gegen sie spricht. Aber selbst wenn dies für Leuenberger ein Kriterium gewesen sein sollte: Leuenberger muss dennoch hinten anstehen. Letztes Jahr sprachen z.B. Bastien Girod in Wald ZHund Balthasar Glättli in Bubikon und veröffentlichten pflichtbewusst ihre Reden in ihren Blogs. Ja, wozu wird denn Glättli vom Staatsschutz überwacht, wenn nicht einmal derlei essentielle Information zu den richtigen Bundesstellen gelangt?
1 helvetisch …

Informatik, Politik »

[15 Jun 2008 | Noch kein Kommentar | 223 mal angeschaut]

Die CVP freut sich ganz doll, sie ist nach eigenem Bekunden IT-fit. Wie sie das weiss? Ein paar ihrer Parlamentarier haben einen online-Test gemacht. PCtipp berichtet, dass Grünliberale, FDPler und CVPler dabei am besten abgeschnitten haben. So weit, so gut – oder auch nicht.
Der Fitness-Test ist eine Marketing-Aktion von Microsoft. Die Testfragen beziehen sich grossmehrheitlich auf ihre eigenen Software-Produkte und sind völlig ungeeignet, ein allgemeines Informatikanwenderwissen zu bewerten:

Wie können Sie die Office-Hilfe aufrufen?
Mit welcher Taste können Sie in Excel einen Zelleninhalt löschen?
Warum sollten Sie Ihren Computer nie ausschalten, ohne Windows ordnungsgemäß zu beenden?
Sie möchten das Kontextmenü des Papierkorbs öffnen. Wie gehen Sie vor?
Welche beiden Möglichkeiten gibt es, das Startmenü zu öffnen?

Dass die Zeitschrift PCtipp die PR-Meldung der Testpropagoren ohne jeden Hinweis auf diesen Hintergrund abdruckt, ist das eine. Dass aber Doris Leuthards Staatssekretariat für Wirtschaft bei diesem Test als Partnerin auftritt, ist unhaltbar. Und teilnehmende ParlamentarierInnen beweisen höchstens ihre Naivität, wenn sie einer derartigen PR-Aktion auf den Leim …