Artikel, einsortiert unter "Informatik"
Informatik »
Die Orte, an denen Männer noch unter sich sein können, werden rar. Im Berufsleben sowieso, Stellen in alterwürdigen Berufen wie Lehrer, Pfarrer und Arzt werden längst auf beide Geschlechtern aufgeteilt, der Breitensport kennt Quotenvorgaben für «Mann»schaften, die Politik sowieso, Statuten sichern Frauen den Zugang zu traditionellen sozialen Netzwerken wie den Rotariern (PDF) und selbst beim Sechseläuten dürfen die Frauen mit nur noch geringem Abstand hinterher marschieren.
Doch es tut sich ein neuer Bereich auf, bei dem Mann noch bestimmt, wo’s lang geht: Barcamps, offene Veranstaltungen der Internet- und Software-Szene ziehen kaum Frauen an. Aktuelles Beispiel: Das BlogCamp 3.0, das am 29. August im Zürcher Technopark über die Bühne geht. Unter den 68 angemeldeten Personen sind ganze vier Frauen. Eine davon fragt in ihrem eigenen Blog, wieso Frauen sich an solchen Veranstaltungen kaum blicken lassen, zumal Frauen gemäss einer Untersuchung bei Social Networks in der Überzahl sind1. Und nein, an den Männern liegt’s ihrer Ansicht nach nicht. Eine Fachgruppe, die vielleicht Licht ins …
Informatik, Politik, Sonderbares »
Vor beinahe eineinhalb Jahren entdeckte Moritz Leuenberger das Bloggen. Als erster im Bundesrat. Und weil er so ein tifiger1 ist, glaubt er offenbar, ständiger Trendsetter zu sein. Jedenfalls verkündet er heute stolz und amtlich, den weltweit ersten 1.-August-Blog-Eintrag verfasst zu haben – und die Presse plappertihm dies brav nach.
Eine kurze Suche bestätigt, was eigentlich klar war: Darauf sind nun wirklich schonandere gekommen – vor Jahren. Christian Schenkel titelte seinen edemokratie.ch-Beitrag vom 1. Juni 2006 unzweideutig «Meine Rede zum 1. August». Die verlinkten Damen und Herren haben allerdings allesamt darauf verzichtet, ihre Worte auch noch über Lautsprecher hinauszutröten – was durchaus nicht gegen sie spricht. Aber selbst wenn dies für Leuenberger ein Kriterium gewesen sein sollte: Leuenberger muss dennoch hinten anstehen. Letztes Jahr sprachen z.B. Bastien Girod in Wald ZHund Balthasar Glättli in Bubikon und veröffentlichten pflichtbewusst ihre Reden in ihren Blogs. Ja, wozu wird denn Glättli vom Staatsschutz überwacht, wenn nicht einmal derlei essentielle Information zu den richtigen Bundesstellen gelangt?
1 helvetisch …
Informatik, Politik »
Die CVP freut sich ganz doll, sie ist nach eigenem Bekunden IT-fit. Wie sie das weiss? Ein paar ihrer Parlamentarier haben einen online-Test gemacht. PCtipp berichtet, dass Grünliberale, FDPler und CVPler dabei am besten abgeschnitten haben. So weit, so gut – oder auch nicht.
Der Fitness-Test ist eine Marketing-Aktion von Microsoft. Die Testfragen beziehen sich grossmehrheitlich auf ihre eigenen Software-Produkte und sind völlig ungeeignet, ein allgemeines Informatikanwenderwissen zu bewerten:
Wie können Sie die Office-Hilfe aufrufen?
Mit welcher Taste können Sie in Excel einen Zelleninhalt löschen?
Warum sollten Sie Ihren Computer nie ausschalten, ohne Windows ordnungsgemäß zu beenden?
Sie möchten das Kontextmenü des Papierkorbs öffnen. Wie gehen Sie vor?
Welche beiden Möglichkeiten gibt es, das Startmenü zu öffnen?
Dass die Zeitschrift PCtipp die PR-Meldung der Testpropagoren ohne jeden Hinweis auf diesen Hintergrund abdruckt, ist das eine. Dass aber Doris Leuthards Staatssekretariat für Wirtschaft bei diesem Test als Partnerin auftritt, ist unhaltbar. Und teilnehmende ParlamentarierInnen beweisen höchstens ihre Naivität, wenn sie einer derartigen PR-Aktion auf den Leim …
Informatik, Politik »
«Die Zukunft ist nicht nicht vorhersehbar.» Diese Worte sprach Joseph Weizenbaum im Februar 1991 in München, am European Software Festival, zu dem die damals zehnjährig gewordene Firma Borland geladen hatte. Weizenbaum votierte an einer Podiumsdiskussion dezidiert für Technologiefolgeabschätzung und forderte uns anwesende Informatiker auf, nicht für die Rüstungsindustrie zu arbeiten1. Zur Erinnerung: Im Februar 1991 herrschte Krieg, Golfkrieg #2.
Auch seine eigene Zukunft war für ihn vorhersehbar. Gemäss heise.de schrieb er in einer seiner letzten Mails
«Unser Tod ist der letzte Service, den wir der Welt leisten können: würden wir nicht aus dem Weg gehen, würden die uns folgenden Generationen die menschliche Kultur nicht wieder frisch erstellen müssen. Sie würde starr, unveränderlich werden, also sterben.»
Nun ist er doch gegangen, der Widerspenstige, der zeitlebens nur der Bequemlichkeit aus dem Weg gegangen ist. Mögen seine Erkenntnisse und Mahnungen den folgenden Generationen noch lange ihre Dienste erweisen.
1Weizenbaums ebenfalls anwesender “Intimgegner” aus dem MIT, Marvin Minsky, war weitaus ratloser, wie auf die aktuelle Gewalteskalation …
Informatik »
Als Firmeninhaber kriegt man eine Menge unverlangter Post. Ganz besonders freuen tu ich mich jedesmal über die Abzockversuche von Anbietern irgendwelcher inoffizieller Handelsregister oder Internet- oder Telefonverzeichnisse.
Aus der nie abschwellenden Flut sei wieder mal eines herausgepickt zur ausdrücklichen Nichtempfehlung. Die B & P Dienstleistungen GmbH preist heute per Briefpost mit einem vorausgefüllten Formular (die Daten stammen aus dem Telefonbuch) ein Branchentelefonbuch an, dem der K-Tipp vor einem Jahr das Prädikat «völlig wertlos» verlieh. Jährlich wiederkehrende 860 Franken kostet die tolle «Dienstleistung».
Wer tatsächlich gefunden werden will, der empfehle ich, den eigenen Eintrag bei tel.search.ch um Branchenrubriken, email- und Web-Adresse und anderes mehr zu ergänzen. Denn dies ist erstens ein Verzeichnis, das rundum bekannt ist und auch genutzt wird, zweitens ist dort der Eintrag inklusive aller Zusatzangaben grati
Informatik, Politik »
Der Showdown in Hessen zwischen CDU-Amtsinhaber Roland Koch (CDU) und Andrea Ypsilanti (SPD) war ein Medienspektakel bis zuletzt. Koch stürzt ab titelte die FAZ, ähnlich klingt es reihum in der deutschen Presselandschaft.
Keine Zeile wert war den Online-Medien bisher ein ganz anderer Absturz: Der Chaos-Computer-Club (CCC) berichtet von desaströsen Zuständen beim Einsatz von Wahlcomputern. Wahlbeobachtern wurde der Zugang zu den Abstimmungsräumlichkeiten verwehrt und Anzeigen wegen Störung der Wahl angekündigt. Anderswo war erst eine Stunde nach Öffnung des Wahllokals ein Ersatzgerät für den nicht funktionierenden Computer eingetroffen. Und in einem weiteren Wahlkreis wurde ein Wahlcomputer in der Nacht auf heute «praktischerweise» bei einem Parteifunktionär eingelagert – angeblich «gängige Praxis».
Der CCC hatte nach den massiven Problemen mit Wahlcomputern bei Wahlgängen in den USA und den Niederlanden angekündigt, computergestützte Wahlen in Deutschland genau zu verfolgen. In einer Pressemitteilung zieht CCC-Sprecher Dirk Engling bereits Stunden nach der Wahl Bilanz:
«Die Wahlbeobachtung in Hessen zeigt, dass es endgültig Zeit wird, die Wahlcomputer auch in Deutschland aus …
Informatik »
Am 23. wurden die Abonnenten der «Apple Developer Connection News» folgendermassen begrüsst:
Wichtige Entwicklungsprojekte unter Apples Betriebssytem Mac OS X finden also vermutlich ausserhalb des englischsprachigen Raums (inkl. Hawaii) vor allem in Ostafrika, im Vatikan, in Japan, Italien sowie der Deutschschweiz statt
Informatik »
Jede Publikation im Handelsregister, sei’s eine Firmengründung oder ein Markeneintrag führt unweigerlich zu einem Berg an Briefpost von Neppenfängern, die mit amtlich aussehenden Briefen einen dazu verleiten wollen, für den Eintrag in irgendwelche wertlose Register Fantasiebeträge zu bezahlen.
Nun wird der «Markt Schweiz» gerade auf neue Art abgegrast. Eine dieser Neppenfirmen, die Deutscher Adressdienst GmbH, verschickt Rechnungen für ein «Internet Register der Schweiz». Dieselbe Masche haben sie bereits vor einem Jahr in Deutschland durchgezogen, trotz klarer Gerichtspraxis, dass dies als Täuschunggilt.
Pikant bei den eben erfolgten CH-Versänden: Rechnungen wurden (auch) für Domain-Namen verschickt, zu der kein Web-Auftritt existiert, in meinem Fall ging’s um eine Adresse, die ausschliesslich für das Betreiben einer Mailing-Liste* verwendet wird. Die Inhaber-Adresse der Domain kann ausschliesslich via Switch-Kundendatenbank in Erfahrung gebracht worden sein. Und Switch verbietet den kommerziellen Gebrauch der Daten ausdrücklich. Mal schauen, was sie zum aktuellen Fall meinen.
* Zweck der Liste: Verhindern einer Natel-Antenne auf der Dachterrasse unseres Wohnhauses, welche uns Bewohner von einem Teil …






