Blog » Archiv

Artikel, einsortiert unter "Sonderbares"

Gretchenfrage, Sonderbares »

[18 Apr 2011 | 4 Kommentare | 1.526 mal angeschaut]
Die Welt verstehen – heute mit Ernst Heller, katholischer Clown

Ernst Heller, katholischer Vielflieger und Zirkuspfarrer, ist neidisch auf die Muslime. Denn diese dürfen beim Reisen mit arabischen Fluggesellschaften beim Start einem Gebet lauschen. Er schlug deshalb der Swiss vor, vor dem Sicherheitsvideo ein Vaterunser in Kurzversion einzuspielen. Und er fordert:

«Auch wir müssen endlich Farbe bekennen und mehr zu unserem Glauben stehen – und uns nicht verstecken.»

Ernst Heller scheint das viele Reisen in islamischen Ländern, die nicht mal ansatzweise eine Trennung von Staat und Kirche kennen, nicht gut zu tun. Das Bistum Chur versucht nun, Heller die hiesigen Sitten und Gebräuche näher zu bringen:

«Bei uns verordnen weder Staat noch Unternehmen das Gebet, sondern respektieren die multireligiöse Gesellschaft, zu der auch die Freiheit des Atheisten gehört.»

Dies liess der Bistumssprecher gemäss Sonntagspresse (zitiert von der Kita) verlauten. Ein bemerkenswertes Zitat – und eines, das man sich für die nächste Kruzifixdebatte merken sollte.

Politik, Sonderbares »

[11 Feb 2011 | 3 Kommentare | 3.028 mal angeschaut]
Esoterik für Anfänger – Weiterbildung bei SWR3

Blogbeiträge, die aus wenig mehr als einem eingebetten Video aus fremder Quelle bestehen, gibt’s hier nur selten. Doch es ist Zeit für eine löbliche Ausnahme. Diesen Einführungskurs in die Esoterik muss man gesehen haben.
Der SWR3 latenight-Crew gebührt Dank für die Sendung! Ausgestrahlt wurde der Beitrag am 28. Januar. Unklar bleibt, ob man nach Absolvierung dieser Grundausbildung bereits Anrecht auf ein Diplom hat oder ob man erst weitere 87 Sekunden Esoterik für Fortgeschrittene belegen muss.

Gretchenfrage, Sonderbares »

[24 Mai 2010 | 2 Kommentare | 1.646 mal angeschaut]
Das Narrenpriesterduell (I): Sheich Abdul Mohsin al-Abaican vs Bischof Klaus Küng

Religionsführer zeigen sich besorgt: Kindsmissbrauch, Terroraufrufe und Betrügereien prägen die Schlagzeilen über ihre Gemeinschaften. Um davon abzulenken haben sie hinter verschlossenen Türen eine neue Trendsportart entwickelt: Das Narrenpriesterduell: Es soll die Vertreter der Religionsgemeinschaften in einem humorvollen Licht zeigen. Zugelassen sind alle Würdenträger grosser und kleiner Religionsgruppen. Die Aufgabe: mit einer möglichst grotesken Auslegung ihrer heiligen Schriften Schlagzeilen produzieren.
Bei der weltweiten Erstdurchführung treten der österreichische Diözesanbischof Klaus Küng (links) und der saudische Scheich und Regierungsberater Abdul Mohsin al-Abaican (leider kein Bild vorhanden) gegeneinander an.
Klaus Küng tritt an mit dem schalkhaften Vorschlag, wiederverheiratete Geschiedene könnten die Kommunion empfangen, sollten sie ihre sexuelle Gemeinschaft nicht fortführen und «wie Bruder und Schwester» leben.
Scheich Abdul «Comical» Mohsin al-Abaican hingegen schlägt vor, dass das islamische Verbot für Frauen und Männer, die nicht derselben Familie angehören, sich in einem gemeinsamen Raum aufzuhalten, umgangen werden könnte, indem die Frauen den Männern ein Glas Brustmilch zum Trinken gäben (selbstredend ab Glas!). Dieses «Säugen» würde die Männer wie eigene …

In eigener Sache, Politik, Sonderbares »

[10 Mai 2010 | 6 Kommentare | 78.928 mal angeschaut]
Henri-Charles Beuchat – ein CVP-Politiker trägt Burka

Der Berner CVP-Politiker Henri-Charles Beuchat – er war vor knapp einem Monat hier zu Gast – scheut sich nicht, Themen anzugehen, für die anderen der Mut oder die Weitsicht fehlen. So kämpft er unerschrocken gegen rote Ampeln, für die Vergünstigung von SBB-Gemeindetageskarten um mehrere Franken, für ein durch die öffentliche Hand koordiniertes Bäume-Sponsoring und dafür, dass das Bad im Stadtberner Bärenpark einen Namen erhält.
Nun hat Beuchat ein neues Thema entdeckt, den Persönlichkeitsschutz – und zwar für sich selbst. Per eingeschriebenem Brief lässt er mich wissen, dass es seine Persönlichkeit verletzte, als ich den Blog-Beitrag zu seiner Person mit einem Portrait schmückte, welches ich seinem Wahlflyer entnommen und so öffentlich zugänglich gemacht machte.
Eine Debatte über «fair use», Zitatrecht und die schwammigen Grenzen des Persönlichkeitsschutzes für «Personen des öffentlichen Lebens» zu führen, dürfte wenig ergiebig sein. Ich komme Herrn Beuchats Wunsch nach weniger Öffentlichkeit für sein Konterfei selbstredend gerne ohne Rechtsstreit entgegen. Deshalb ab sofort und exklusiv auf …

Gretchenfrage, Politik, Sonderbares »

[8 Mai 2010 | 11 Kommentare | 2.443 mal angeschaut]
Islamischer Kreationismus: Harun Yahya missioniert nun auch in der Schweiz

Die Schweizer Hardcore-Evangelikalen dürfen sich freuen: Sie kriegen Verstärkung – von ihren muslimischen Brüdern. Der türkische Kreationist Adnan Oktar – er tritt für gewöhnlich unter dem Pseudonym Harun Yahya auf – missioniert nun also auch in der Schweiz. Am 28. Mai lädt er seine Groupies ins Zürcher Kongresshaus ein:

Oktar bemüht sich intensiv, seine christlichen Mitstreiter abzuholen: Auf jesuskommtzuruck.com schwurbelt er von der Rückkehr Jesu’ und davon, dass sich Muslime und Christen unter den «wahren moralischen Werten der Religion versammeln» werden.  Der Wertekanon, den er propagiert, dürfte das Herz eines jeden EDU-lers höher schlagen lassen:
Es gibt heutzutage eine große Gefahr, die den Zusammenhalt der Gesellschaften auf der Welt bedroht. So wie ein Virus einen menschlichen Körper tötet, bringt diese Gefahr einen schleichenden sozialen Kollaps. Diese Gefahr besteht in der Herabwürdigung solcher moralischer Werte, die eine gesunde Gesellschaft aufrecht erhalten. Homosexualität, Prostitution, vorehelicher und außerehelicher Geschlechtsverkehr, Sexualverbrechen, Pornographie, sexuelle Belästigung und der Anstieg von Geschlechtskrankheiten sind eine Reihe wichtiger Indikationen für den …

Politik, Sonderbares »

[11 Jan 2010 | 4 Kommentare | 2.495 mal angeschaut]
Sterbehilfe: SVP winkt im Zürcher Kantonsrat klar rechtswidrige Initiative durch

Er hätte sich dieselbe Tiefe wie Breite in der Debatte gewünscht, meinte Justizdirektor Markus Notter in seinem Schlussvotum zur EDU-Initiative «Nein zum Sterbetourismus im Kanton Zürich». In der Tat uferte die Debatte reichlich aus. Die Initiative verlangt in der Form einer allgemeinden Anregung folgendes:
Der Kanton Zürich erlässt rechtliche Bestimmungen, welche jegliche Beihilfe zum Selbstmord an Personen ohne mindestens einjährigen Wohnsitz im Kanton Zürich (Sterbetourismus) nicht gestatten und unter Strafe stellen.
Die Initiative verstösst klar gegen Bundesrecht, Artikel 115 des Strafgesetzbuchs regelt das Thema Suizidhilfe abschliessend:
Wer aus selbstsüchtigen Beweggründen jemanden zum Selbstmorde verleitet oder ihm dazu Hilfe leistet, wird, wenn der Selbstmord ausgeführt oder versucht wurde, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.
Vertreter von AL, SP, Grünen, Grünliberalen, CVP und FDP stellten unmissverständlich klar, dass die Kantone nicht die Kompetenz haben, eigene Strafrechtsnormen einzuführen und Tätigkeiten zu untersagen, für die das Bundesrecht keine gesetzlichen Schranken vorsieht. Ebenso erinnerten sie daran, dass die Zürcher Kantonsverfassung die …

Sonderbares »

[31 Dez 2009 | 2 Kommentare | 1.834 mal angeschaut]
Silvester: Tanz der Scharlatanten und -onkel

Es ist unvermeidliches Jahresendritual: Scharlatane aller Couleur melden sich zu Wort und machen Scheinprognosen zum neuen Jahr. Ganz vorne in die Reihe stellen sich wie immer die Astrologen. 20 Minuten kann es nicht lassen, für drei dieser Zunft auch noch als Sprachrohr zu dienen.
Es ist ungemein tiefgründig, was die selbsternannten PrognostikerInnen anzukünden haben. Monika Kissling, Scharlatante der Nation, besipielsweise meint: «Es kann im nächsten Jahr zu einer weiteren grösseren Krise kommen. Ein Ende der aktuellen Erholung ist zu erwarten». Caterina Congi, quasi ein Kissling-Spin-Off kann’s noch unverbindlicher: «Zu Beginn des neuen Jahres ist mit erhöhter Gewaltbereitschaft zu rechnen. Sehr kritisch sind auch die Monate Juni bis August». Und sie hält Streiks, Proteste und Demos für denkbar. Sie erhebt also nicht einmal den Anspruch, dass irgendetwas eintritt, nein, es genügt, dass Ereignisse denkbar sind. Claude Weiss, mit Kissling über den Vorstand des Schweizer Astrolügenbundes ebenfalls verbandelt, bleibt nicht weniger seicht. Zur internationalen Diplomatie meint er: «Die …

Gretchenfrage, Sonderbares »

[25 Nov 2009 | 7 Kommentare | 2.715 mal angeschaut]
Die Welt verstehen – heute mit Dieter Aebi, Kreationist mit einer Mission

Gestern lud die freie evangelische Gemeinde Maur zu einem Filmabend mit anschliessendem Vortrag. Thema: «Hat die Bibel doch recht? –Der Evolutionstheorie fehlen die Beweise». Das Filmchen kommt zuweilen dramaturgisch geschickt, dazwischen aber reichlich wirr daher und enthält ein Potpourri von Fehlinterpretationen, bewussten Verzerrungen und der obligaten Nazi-Keule. Wissenschaftlich haltbare Gegenargumente gegen die Evolutionstheorie hingegen fehlen. Doch vom Film soll nicht weiter die Rede sein. Wer drei Viertel Stunden Lebenszeit investieren will, kann die elf Jahr alte Produktion in fünf Teilen auf Youtube sehen.
Faszinierender war der Auftritt des Gastreferenten Dieter Aebi. Der Herr ist studierter Jurist und schrieb vor drei Jahren das Buch «Prozessakte Evolution», indem er der wissenschaftlichen Beweisführung den Prozess zu machen versucht. Einige Kostproben lieferte er in seiner Alleinunterhalterrolle. So präsentierte er beispielsweise auf einer Folie eine Sammlung von Schätzungen des Erdzeitalters, die von 4.6 Milliarden Jahren bis zu 4000-6000 Jahren reichten. Die erste Schätzung basiert auf radiometrischen Messungen, letztere Zahlen werden von Bibelexegeten …

Politik, Sonderbares »

[8 Nov 2009 | 7 Kommentare | 5.357 mal angeschaut]
Die Welt verstehen – heute mit Doris Leuthard

Doris Leuthard lebt in einer wundervollen Welt, die leider nur wenig bekannt ist. Höchste Zeit also für einen Ausflug in dieses eigenartige Wunderland der amtierenden Volkswirtschaftsministerin.

In der leuthardschen Welt sind die saudischen Erbmonarchen «vom Volk gewählt». Menschenrechtsverletzungen geschehen dort auch nicht etwa systematisch, so wie im anderen Saudiarabien, über das beispielsweise Amnesty International beständig berichtet. (Dumm nur, dass es doch dieses zweite Saudiarabien ist, welches alleine von Januar bis September 2009 aus der Schweiz Waffenlieferungen für 66 Millionen Franken erhielt.)
Pakistan und Indien sind in der Welt von Doris Leuthard keine eigenständigen Staaten, denn ihr Streit um das Gebiet Kaschmir stellt einen «innerstaatlichen Konflikt» dar, wie sie bereits vor drei Jahren in einem 10-vor-10-Interview erklärte.

Wahrscheinlich ist auch das Indien Doris Leuthards ein ganz anderes als dasjenige, in welchem gemäss der heutigen Ausgabe des «Sonntag» Schweizer Maschinenpistolen in den Händen von Kindersoldaten landeten…

Politik, Sonderbares »

[27 Okt 2009 | 18 Kommentare | 2.530 mal angeschaut]
Grüner Populismus – zum Migrationspapierchen des Duos Gilli-Girod

Die Homöopathin Yvonne Gilli und der Klimaforscher Bastien Girod sind also der Meinung, das Thema «Zuwanderung» gehöre diskutiert. Eigentlich brachte ihr Publicity Stunt nichts Neues, weder inhaltlich noch in der Art, wie sie ihn aufgezogen. Für beide war Migration bisher nicht gerade ein Kernthema, doch es ist durchaus legitim, einzufordern, dass die Grünen das Thema anpacken.
Bloss: Das Thema ist längst auf der Grünen Agenda, am 3. Oktober fand dazu in Bern eine von der Partei organisierte Fachkonferenz (Programm als PDF) statt. Den beiden schien ein Tag Knochenarbeit aber wohl zu anstrengend und die interne Debatte als Plattform zu wenig sexy. Sie zogen es deshalb vor, via Sonntagspresse auf ihr Papierchen aufmerksam zu machen – ein für Bastien übliches Vorgehen. Bereits im August meinte er, zusammen mit Antonio Hodgers der Partei via Sonntagspresse mit einem dünnen Papierchen eine neue Ausrichtung empfehlen zu müssen.
Auch inhaltlich sind ihre Feststellungen bloss alter Wein in alten Schläuchen. Zu den Gründerzeiten der …