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Gretchenfrage, Wissenschaft »
Wieso ist nicht nichts? Und (wie) konnte unser Universum aus dem (scheinbaren) Nichts entstehen? Derlei Fragen ging der Astrophysiker Lawrence Krauss am letztjährigen Denkfest nach. Nun ist ein Buch von ihm zum Thema erschienen: A Universe from Nothing: Why There Is Something Rather than Nothing. Eine kurze Einführung ins Thema auf der Basis seines Denkfest-Vortrags.
Von nichts kommt nichts – diese kreationistische Grundannahme klingt für die meisten wohl intuitiv plausibel. Doch die moderne Physik legt nahe, dass vielmehr der bereits von Plato und Aristoteles postulierte Plenismus der Sache näher kommt. Gemäss dieser naturphilosophischen Theorie existiert das reine Nichts nicht. Aristoteles vermutete eine naturgegebene «Abscheu vor dem Vakuum». Die Quantenphysik geht von einem Vakuum aus, welches voller virtueller Teilchen ist, die spontan zu existieren beginnen und ebenso wieder verschwinden können.
Doch nicht nur das: Quantenmechanik und allgemeine Relativitätstheorie implizieren, so Krauss, dass so nicht nur Partikel sondern Raum entstehen und vergehen kann. Das Nichts ist also hochgradig instabil. Und …
Politik, Wissenschaft »
Ralph Eichler wurde Ende Mai 2007 zum Präsident der ETH Zürich gekürt –unter sehr besonderen Umständen: Der von der ETH-eigenen Vorbereitungskommission zur Wahl vorgeschlagene Neurobiologe Martin Schwab hatte seine Kandidatur im letzen Moment zurückgezogen, es wurde ihm wohl wegen einer fehlerhaften Grafik in einer 1998 erschienenen Publikation ein Strick gedreht – trotz der noch im selben Jahr in derselben Zeitschrift publizierten Berichtigung. Daraufhin zauberte der ETH-Rat Ralph Eichler aus dem Hut, der zuvor noch als Kandidat nicht reüssiert hatte – und selbst Teil der Findungskommission gewesen war. Die NZZ zeigte sich ob des Verfahrens und der Nomination damals sichtlich irritiert:
Das Vorgehen des ETH-Rats bleibt indessen etwas sonderbar. Nach Monaten der Suche, der Interviews und Assessments durch eine hochkarätige Kommission wird ohne weitere Konsultation ein vorher ausgeschiedener Kandidat gekürt.
Ralph Eichler, Nuklearphysiker und Direktor des Paul Scherer-Instituts (PSI) musste im Gegensatz zu Schwab und Mitbewerbern der ersten Runde keine Anhörungen durch Professoren über sich ergehen lassen und keine Assessments überstehen. So musste …
In eigener Sache, Wissenschaft »
Das Denkfest, welches vom 8. bis 11. September im Volkshaus Zürich über die Bühne geht, rückt langsam näher. Zeit, in einer kleinen Serie die einzelnen Programmpunkte vorzustellen.
Zum Auftakt eine Übersicht der «Wissenschaft topaktuell»-Vorträge. Von Freitag bis Sonntag, also vom 9. bis zum 11. September, stellen jeweils nach der Mittagspause drei prominente, in der Schweiz tätige ForscherInnen ihr Spezialgebiet vor.
Ueli Straumann ist Ordinarius für Experimentalphysik an der Universität Zürich. Er vertritt die schweizerischen Wissenschaftler im Cern-Rat und ist Vorsitzender des Collaboration Boards des Large Hadron Collider-Experiments LHCb am Cern.
Ueli Straumann erklärt Begriffe wie Quarks, Leptonen, Antimaterie und Higgs und geht der Frage nach, wo die Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnis über den Aufbau der Materie und des beobachtbaren Universums liegen.
Wissenschaft »
Ein Team um den Löwenforscher Craig Packer wagt sich ans Thema evolutionäre Psychologie. Das Ergebnis ist mehr als zweifelhaft. Problematischer ist allerdings, dass völlig unsinnige Behauptungen den Review-Prozess überstehen und unbesehen von fremden Redaktionen übernommen werden.
Gemäss Packer et al (2011) wurden in Tansania zwischen 1988 und 2009 über 1000 Menschen von Löwen angegriffen. Hinweise darüber, unter welchen Bedingungen Raubkatzenübergriffe besonders wahrscheinlich oder besonders unwahrscheinlich sind, sind für die Lokalbevölkerung also von hohem Wert.
Packer und seine Co-Autoren brachten in der Vergangenheit diverse Einflussfaktoren ins Spiel. So legte Craig selbst nahe, dass ein hohes Aufkommen von Buschschweinen die Wahrscheinlichkeit von Löwenangriffen auf Menschen erhöhe. Der Zusammenhang scheint in der Tat schlüssig: Buschschweine machen sich in Siedlungsnahen Gebieten gerne über Felder her. Um sie zu vertreiben, schlafen Bauern oftmals im Freien – und werden so zuweilen Opfer von Löwen, für die Buschschweine eine beliebte Nahrung sind.
Und Hadas Kushnir brachte zwei weitere Thesen ins Spiel: Sie vermutet, dass sich …
Gretchenfrage, Politik, Wissenschaft »
Schon die lange Dankesliste machte es klar: Es war ein ambitiöses Projekt, welches Mark Brink von der Abteilung Public & Organizational Health der ETH Zürich initiiert hatte: Wissenschaftlich sauber sollte ermittelt werden, wie gross oder klein die Beeinträchtigungen durch nächtliches Kirchenglockengeläut für die Nachbarschaft sind.
Gestern Abend präsentierte er an der ETH erstmalig seine Befunde – und er konnte glaubhaft machen, dass die Studie, die in Zusammenarbeit mit Fachpersonen der EMPA und des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin entstand, weit verlässlichere Daten liefert als die Gutachten und Meinungsumfragen, auf die sich Betroffene, Behörden- und Kirchenvertreter bisher weitgehend abstützten.
Brink basierte seine Studie auf Körperreaktionen: Die Forscher massen Hirnaktivitätsmuster, Augenbewegungen und Muskelspannungen von Personen, die maximal 200 Meter von einer von insgesamt neun ausgewählten Kirchen aus dem Kanton Zürich wohnen. Die 15 Frauen und 12 Männer konnten sich je während einer Nacht an die Prozedur gewöhnen, anschliessend wurde drei Nächte lang Daten gesammelt. Der Lärmpegel der Glockenschläge wurde …
Kulturelles, Wissenschaft »
Angekündigt wurde sie im vor über einem Jahr, die Zeichentrickfassung von Tim Minchins Beat Poem «Storm», in dem er von einem Abendessen bei Freunden erzählt, bei dem er sich erst widerwillig, dann mit zunehmendem Genuss und Alkoholpegel auf einen Disput mit einer attraktiven Vollblutesoterikerin einlässt.
Im vergangenen Oktober, am Skeptikerfestival «TAM London», wurde erstmals eine Vorversion gezeigt. Die offizielle Premiere feierte die Filmfassung von Storm dann im November am Encounters International Film Festival im Englischen Bristol. Seit heute ist sie nun auch online zu sehen. Viel Vergnügen!
Produziert wurde Storm Movie von Tracy King, die auch TAM London verantwortet. Die künstlerische Leitung lag in den Händen von Dan C Turner.
Politik, Wissenschaft »
Zehn hoch 23. Diese Zahl steht dieses Wochenende im Zentrum einer Kampagne, die aufzeigen will, dass an der Homöopathie nichts drin, nichts dran ist. Denn ab einer Verdünnung von1 zu 1023 lässt sich mit grösster Wahrscheinlichkeit kein einziges Molekül der Ursprungssubstanz ausmachen.
Eine Verdünnung von 1 zu 1030 entspricht dem Verhältnis eines Wassertropfens auf das 50-fache des Erdvolumens – stellt aber eine handelsübliche homöopathische «Potentierung» dar.
Derart bis zum Nichts verdünnt lassen sich Giftstoffe wie Strychnin jedoch bedenkenlos gleich fläschchenweise runterkippen. Genau dies taten heute gegen 20 Aktivistinnen und Aktivisten der Freidenker auf dem Zürcher Paradeplatz – Wirkungen wie Nebenwirkungen blieben aus. (Homöopathen empfehlen, vom verwendeten Nux Vomica D30 maximal fünf Globuli einzunehmen.) In insgesamt rund 70 Städten in zwei Dutzend Ländern organisierten lokale Gruppen ähnliche Durchführungen des 10:23 Challenge. Den Abschluss bildet morgen die gemeinsame Einnahme einer Überdosis Glaubuli der 300 Teilnehmer der QED-Konferenz im Englischen Manchester.
Über die Aktion auf dem Paradeplatz berichtete Teletop:
Gretchenfrage, Politik, Wissenschaft »
Zwei Schiffbauprojekte, beide vor wenigen Jahren lanciert, sollen dieses Jahr entscheidend vorangebracht werden. Da ist zunächst einmal der Plan, die Arche Noah nach «biblischen Masssstäben» zu bauen. Ark Encounter heisst das Projekt, welches im US-Bundesstaat Kentucky verwirklicht werden soll:
Und dann soll die HMS Beagle, mit der einst Charles Darwin seine berühmte Forschungsreise unternommen hatte, nachgebaut werden:
Bei beiden Projekten soll die Realisierung dieses Jahr beginnen, und auf den ersten Blick scheint es sich beide Male um Nostalgieprojekte zu handeln. Doch bei genauerem Hinsehen könnten sie unterschiedlicher nicht sein!
Mit der Arche – sie soll gemäss Eigendarstellung die grösste Holzkonstruktion der USA werden – wollen die Erbauer den «Beweis» antreten, dass die alttestamentarische Geschichte über Noah, die grosse Flut und den göttlich inszenierten Genozid echt ist:
The Ark is one of the best-known historical accounts in the Bible. Independent research has shown that millions will come to see it, and learn how it and the Flood were real events in history.
Eins …






