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Artikel, einsortiert unter "Wissenschaft"

Headline, Kulturelles, Wissenschaft »

[27 Feb 2010 | Ein Kommentar | 294 mal angeschaut]
Vorankündigung: The Amazing Meeting Zürich, September 2011

Der wohl grösste und bekannteste Skeptikerkongress kommt nach Zürich! Seit 2003 veranstaltet die James Randi Foundation in den USA jedes Jahr ein «Amaz!ng Meeting». Im vergangenen Oktober gab es erstmals zusätzlich einen Kongress in London.
Zu den Gästen in London gehörten unter anderem Simon Singh, Autor von «Fermat’s Last Theorem» und «Trick or Treatment? Alternative Medicine on Trial», Ariane Sherine, Initiantin der Buswerbekampagne «There’s probably no God», der Liedermacher und Satiriker Tim Minchin und Ben Goldacre, Autor des Blogs «Bad Science» und des gleichnamigen Buches. Am diesjährigen Anlass in Las Vegas treten unter anderem Richard Dawkins und James Randi selbst auf, der als Bühnenzauberer vor mehreren Jahrzehnten begonnen hatte, Quacksalber wie Uri Geller zu entlarven.
Die offizielle Ankündigung steht noch aus, doch es ist bereits klar: TAM London wird dieses Jahr erneut stattfinden – letztes Jahr waren die 500 Tickets innerhalb einer Stunde ausverkauft. Und nächstes Jahr soll TAM nun also den europäischen Kontinent «richtig» erreichen – und mehrsprachig daherkommen!
Das kam so: Mitte …

Kulturelles, Wissenschaft »

[8 Jan 2010 | Noch kein Kommentar | 391 mal angeschaut]
Storm von Tim Minchin – demnächst auch als Zeichentrickfilm

Patrik Etschmayer schrieb im vergangenen September in seiner nachrichten.ch-Kolumne von der Bullshit-Kultur:
«Astrologie, Homöopathie, Wünschelruten, Handauflegen, Akupunktur, Hellseher, Geistheiler, Ufo-Entführungen, Löffelverbiegen und allerlei Religionen. Doch auch in der Klimadiskussion, der Gentechnikdebatte und vielen anderen politischen Themen wird fleissig BS serviert und von der Öffentlichkeit vielfach als Fakt geschluckt, ohne zu bemerken, dass die Argumente die Qualität von Stierexkrementen haben.
Ein Problem bei all diesen Themen ist vielfach, dass es bei einigen Leuten geradezu als Schick gilt, von Naturwissenschaften und deren Methoden keinen blassen Schimmer zu haben und deshalb weiss man auch nicht, wie man es vermeiden kann, sich selbst zu täuschen und die eigenen Sehnsüchte über die Realität zu stellen.»

Man soll es nicht beschönigen: Wissenschafter scheitern leider allzu oft beim Demaskieren des Bullshits. Kunstschaffende scheinen da erfolgreicher zu sein – gerade auch, weil man ihnen zubilligt, die Dinge beim Namen zu nennen. Zum Beispiel Tim Minchin…

Politik, Wissenschaft »

[12 Okt 2009 | 2 Kommentare | 679 mal angeschaut]

This year’s Nobel Prize in the Economic Sciences is being awarded to the Homeopathy Archives of the Institute for the History of Medicine (IGM) und and its current co-manager and archivist, professor Martin Dinges PhD. The archives, which form part of the German Robert-Bosch Foundation, maintain the assets of homeopathy’s founding father, Samuel Hahnemann and of his most important scholars and successors.
The prize was awarded in recognition of the important empirical and theoretical contribution of the field of homeopathy to the economic sciences, namely the falsification of the hypothesis that market players behave rationally. Influenced by the catch cries of the enlightenment, the authors of early economical models had postulated that customer behaviour was driven by reason. More than a century before the social scientist Herbert Simon introduced the principle of bounded rationality, Hahnemann had designed careful experimental procedures, which were to demonstrate that humans are in no way inclined to act rationally.
Hahnemann developed three easily falsifiable …

Politik, Wirtschaft, Wissenschaft »

[11 Okt 2009 | 6 Kommentare | 1,007 mal angeschaut]
Wirtschaftsnobelpreis für die Homöopathie!

Der diesjährige Nobelpreis für Wirtschaft geht ans Homöopathie-Archiv und dessen Archivar Martin Dinges.

Informatik, Wissenschaft »

[29 Aug 2009 | Ein Kommentar | 665 mal angeschaut]
Microsoft will Darwins Ideen patentieren

Er ist bereits zwei Jahre alt, der Patent-Antrag von Microsoft mit dem Titel «Clustering phylogenetic variation patterns». Doch erst kürzlich haben Wissenschafter bemerkt, wofür genau Microsoft Erfinderschutz beantragt. Phylogenese bezeichnet die stammesgeschichtliche Entwicklung der Arten. Bereits Darwin nutzte Baumstrukturen, um die Verwandtschaftsgrade verschiedener Artenbildlich darzustellen.

Zu Darwins Zeiten wurden vor allem morphologische und – bei lebenden Arten – physiologische Merkmale verglichen: Ähnlichkeiten im Körperbau oder funktionelle Gemeinsamkeiten von Gewebe und Organen bei verschiedenen Arten gelten als Indiz für eine gemeinsame Vergangenheit. Heute dominieren molekulargenetische Analysen: Je grösser die Übereinstimmung von Gensequenzen, als desto näher verwandt gelten zwei Arten. Analysiert man Daten einer grösserer Menge von Arten, lassen sich Stammbäume erstellen, deren Verästelungen aufzeigen, in welcher Reihenfolge neue Arten aus gemeinsamen Vorfahren entstanden.
Genau hier setzt das Microsoft-Patent an.

Kulturelles, Wissenschaft »

[11 Jul 2009 | Noch kein Kommentar | 300 mal angeschaut]
Ein Abend zu «Quacks & Cures»

«Quacks & Cures» lautete der Titel des gestrigen Abends, zu dem der Wellcome Trust in London Euston eingeladen hatte. Gastredner waren Ben Goldacre, Autor des Buches «Bad Science» und die Medizinhistorikerin Roberta Bivins. Goldacre sprach über den Placebo-Effekt, die eigentliche Geschäftsgrundlage der Quacksalberzunft, Bivins über die besondere Bedeutung Londons als Handelsplatz und Nährboden der Quacksalberei.
Goldacre brachte vorwiegend Beispiele aus seinem Buch, in dem er – immer auf Gruppenstudien verweisend – beispielsweise aufzeigt, dass rote Zuckerpillen belebender wirken als blaue und dass vier Zuckerpillen besser wirken als zwei…

In eigener Sache, Wissenschaft »

[1 Jul 2009 | Noch kein Kommentar | 198 mal angeschaut]

Die Zeit der Suche nach Strandlektüre ist angebrochen. Deshalb hier ein Lesetipp, der bestens zum Darwin-Jahr passt: «Cognitive Archaeology and Human Evolution», soeben bei Cambridge University Press erschienen.
Die Autoren untersuchen die Rahmenbedingungen, welche zur Entwicklung wichtiger kognitiver Fähigkeiten geführt haben. Das Buch schlägt eine Brücke von der Archäologie zur Neuropsychologie und zeigt auf, inwieweit prähistorische Funde Auskunft darüber geben können, welche geistigen Fähigkeiten notwendig waren, um Werkzeuge, Schmuck und anderes zu fabrizieren.
Das Buch ist friedfertiger als die Bibel, wissenschaftlicher als der Koran, unterhaltsamer als Dianetik und leichter als ein Telefonbuch.
Der erste Teil kann online angesehen werden, so auch der Beginn des Kapitels, welches ich beigesteuert habe. Für den Liegestuhl und den ungekürzten Lesegenuss empfiehlt sich aber natürlich die Tote-Bäume-Ausgabe. Also unbedingt kaufen!
Die einzelnen Kapitel:

Sophie A. de Beaune: The emergence of cognitive abilities: The contribution of neuropsychology to archaeology
Sophie A. de Beaune: Technical invention in the Palaeolithic: What if the explanation comes from the cognitive and neuropsychological sciences?
Andreas Kyriacou: Innovation …

Sonderbares, Wissenschaft »

[10 Mai 2009 | Ein Kommentar | 312 mal angeschaut]

Die Kügeli-Dealer im weissen Kittel freuen sich: Nach dem vorhersehbaren klaren «Ja» der Stimmberechtigten zur Komplementärmedizinvorlage können sie davon ausgehen, dass ihre Milchzuckerpräparate bald wieder von der obligatorischen Krankenkasse finanziert werden. Grund genug, das Glaubensgerüst dieser Disziplin in Erinnerung zu rufen.
Homöopathische Präparate werden in vier Phasen entwickelt:

Eine gesunde Person schluckt eine Substanz, von dem sich ein Homöopath eine Heilwirkung erhofft. Die zu beobachtenden Symptome (lies: Vergiftungserscheinungen) werden protokolliert. Bei der Wahl der Mittel zeigen sich die Homöopathen nicht eben zimperlich. So gehört beispielsweise auch Hundekot zu den so erprobten (und empfohlenen!) Ausgangsstoffen.
Die Substanz wird nun als Kur für die beobachteten Symptome klassifiziert.
Die (zumeist zerriebene) Substanz wird verdünnt, typischerweise, indem sie mit 9 oder 99 Teilen Wasser vermischt wird. Dieser Verdünnungsvorgang wird mehrfach, teilweise hundertfach wiederholt.
Die Annahme ist, dass je stärker verdünnt die Mischung ist, desto stärker ihre Wirkung. Die Homöopathen nennen dies Potenzierung.

Präparate, die in mehrfachen Zehnerpotenzen verdünnt wurden, tragen eine Bezeichnung wie D20, welche besagt, dass …

Wissenschaft »

[27 Feb 2009 | Noch kein Kommentar | 185 mal angeschaut]

Heute vor 20 Jahren verstarb Konrad Lorenz, einer der Gründerväter der vergleichenden Verhaltensforschung. Zusammen mit Nikolaas Tinbergen entwickelte er in den 1930er Jahren dieInstinkttheorie, die auf der Annahme basierte, das Verhalten von Tieren werde durch klar gegeneinander abgrenzbare Instinkte verursacht und gelenkt. Tinbergen entwickelte mit den Vier Grundfragen der Biologischen Forschung ein methodisches Gerüst, um Verhalten zu deuten: 1. Wie wird ein Verhalten beispielsweise chemisch oder physiologisch realisiert? 2. Wie verändert sich dieses Verhalten im Laufe des Lebens des Individuums? 3. Wie lässt sich das Verhalten mit demjenigen verwandter Arten vergleichen? 4. Wie wirkt sich das Verhalten auf die Überlebens- und Reproduktionschance aus?
Der Ansatz von Lorenz und Tinbergen setzte auf der von Darwin geprägten Evolutionslehre auf, stellte aber das Verhalten, nicht körperliche Merkmale in den Vordergrund. Für kooperatives Verhalten postulierte Lorenz einen inneren Drang zur Arterhaltung. Seine Annahme war, Individuen würden andere Individuen, die enger mit ihnen verwandt sind, häufiger verschonen als solche, die es weitläufiger sind. Hiernach müssten …

Politik, Wissenschaft »

[26 Feb 2009 | Noch kein Kommentar | 147 mal angeschaut]

Die Anliegen der Initianten der Komplementärmedizin-Vorlage klingen nachvollziehbar: Sanfte Heilmethoden sollen durch die Aufnahme in den kassenpflichtigen Leistungskatalog aufgewertet werden, die Wahlfreiheit bezüglich Behandlungsmethoden soll für Patienten erhöht werden und die Erforschung der Komplementärmedizin soll intensiviert werden.
Gemäss Umfragen befürwortet eine Mehrheit der Bevölkerung die Wiederaufnahme der Komplementärmedizin in die obligatorische Krankengrundversicherung. Und das dürfte mit ein Grund sein, wieso kaum einer genauer hinschaut, man will es sich von links bis rechts nicht mit dem Volk verderben.
Es gibt aber gute Gründe, eben doch genauer hinzusehen. In einer kleinen Serie werden auf diesem Blog deshalb die Initiative, das Umfeld der Initianten, die einzelnen Angebote, mögliche Kostenfolgen und dergleichen ausgeleuchtet.
Beginnen wir mit einem Blick auf die Anbieter: Die Initianten betonen, dass sie daran interessiert sind, dass nur seriöse Leistungserbringer in den Genuss von Krankenkassenvergütungen kommen. Doch unabhängig davon, wie man die fünf Leistungsarten bewertet, die von 1999 bis 2006 in die Grundversicherung Aufnahme gefunden hatten: Das Umfeld der …