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Artikel, einsortiert unter "Wissenschaft"

Gretchenfrage, Wissenschaft »

[3 Dez 2010 | 5 Kommentare | 1.631 mal angeschaut]
Ratzinger: Hände weg vom Nobelpreis!

Joseph Ratzinger, Herrscher über einen kleinen Scheinstaat, der sich beharrlich weigert, die Europäische Menschenrechtskonvention zu unterzeichnen, möchte ihm hörige Theologen mit einem «Nobelpreis» beehren.
«Der Neuevangelisierung mit Hilfe der Theologie Joseph Ratzingers verschreibt sich eine jüngst gegründete vatikanische Stiftung: die “Fondazione Vaticana Joseph Ratzinger – Benedetto XVI”. Sie möchte zum einen Forschungen zur Ratzinger-Theologie fördern und entsprechende Kongresse abhalten, zum anderen lobt sie einen “Nobelpreis” für Theologie aus.» (Quelle)
Es steht Ratzinger, der in Personalunion zugleich als oberster Propagandaminister des unter Mussolini entstandenen «Staates» amtet, natürlich frei, zur Befriedigung seines eigenen Egos Preise zu verleihen. Solche Geschenke zur Erhaltung von katholischen Männerfreundschaften unter den Nobelpreisen einreihen zu wollen, geht jedoch nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht nicht an.
Alfred Nobel fühlte sich den Naturwissenschaften wie der Aufklärung verbunden. Er war geprägt durch Figuren wie Humboldt, Voltaire und Giordano Bruno, der im Jahr 1600 auf dem Scheiterhaufen gelandet war, weil er Ansichten vertreten hatte, die im Widerspruch zur katholischen Lehre standen. Nobel war …

Politik, Wissenschaft »

[21 Sep 2010 | Noch kein Kommentar | 744 mal angeschaut]
Rückschau auf den «European Skeptics Congress» in Budapest

Der European Council of Skeptical Organisations (ECSO) organisiert im Schnitt alle zwei Jahre einen Europäischen Skeptiker-Kongress, der diesjährige Kongress ging vom vergangenen Freitag bis Sonntag in Budapest über die Bühne. Eine Rückschau.

Zwei Themenbereiche überwogen: wie Fragestellungen wissenschaftlich sauber untersucht werden können und wie auf allerlei Quacksalbereien reagiert werden soll. Gábor Szabó, Physiker und Rektor der ungarischen Universität Szeged, nahm sich zum Einstieg der Lichttherapie an. Er zeigte auf, dass Zellkulturen verschieden auf unterschiedliche Lichtwellen reagieren und der Effekt mehrerer Frequenzen sich neutralisieren kann. Im weiteren werden Lichtstrahlen von der Haut auf komplexe Art absorbiert und umgelenkt, spezifische Effekte lassen sich dadurch nur sehr schwer erzielen – Erklärungsmodelle für Lichttherapieansätze scheitern somit fast zwangsweise an der Komplexität biologischer Systeme. Das intensive Bemühen die physikalischen und biochemischen Abläufe dennoch im Detail zu verstehen, scheint nichts desto trotz viel versprechend: Zusammen mit Medizinern hat Szabó für Allergiebehandlungen mit Lichtreizen in der Nase erste Erfolge erzielt.

Der belgische Mediziner und Professor …

Gretchenfrage, Wissenschaft »

[27 Mai 2010 | Ein Kommentar | 1.403 mal angeschaut]
Wenn Fliegenattrappen zum Beweisstück werden – die bizarre Welt des Kreationisten Harun Yahya

“Un spectacle comique gratuite, une blage” nannte gemäss Le Temps eine Besucherin die Werbeveranstaltung des türkischen Kreationisten Adnan Oktar vorgestern in Lausanne. Schabernack ist es in der Tat, was Oktar, der lieber unter seinem “Künstlernamen” Harun Yahya auftritt, zu bieten hat.
So vergleicht er in seinem “Atlas of Creation” das Fossil einer aalartigen Kreatur mit dem angeblichen Foto eines zeitgenössischen Aals, um darzulegen, dass sich die Ordnung der aalartigen Fische (Anguilliformes) über Millionen von Jahren nicht verändert habe. Dummerweise ist das abgebildete Tier allerdings eine Schlange… An anderer Stelle bringt er Schlangen- und Seesterne durcheinander. Beide gehören zu den Stachelhäutern und sind nebeneinander wunderbares Anschauungsmaterial für real existierende Evolution – die Existenz des Seesterns stellt hingegen definitiv keinen Beweis für das unveränderte Auftreten von Schlangensternen über einen Zeitraum von 200 Millionen Jahren dar, wie uns Märchenonkel Oktar glauben machen will.
Das wohl skurrilste Argument aus der Urfassung des Buchs stellt aber wohl seine Schwurbelei zu Köcherfliegen dar. Auch zu dieser Ordnung …

Kulturelles, Wissenschaft »

[23 Mai 2010 | Noch kein Kommentar | 1.744 mal angeschaut]
Comic entlarvt Impfkritiker als Betrüger

Brandneu sind die Enthüllungen um den dubiosen Impfkritiker Andrew Wakefield nicht, die inhaltliche Vorarbeit hatte vor allem der britische Investigativjournalist Brian Deer geleistet.
1998 hatte Wakefield im renommierten medizinischen Fachjournal «The Lancet» die These aufgestellt, kombinierte Masern-Mumps-Röteln-Impfungen seien die wahrscheinliche Ursache für das Auftreten von Autismus bei zwölf untersuchten Kindern. Was angesichts der schmalen Datenbasis anfänglich lediglich nach voreiliger Schlussfolgerung aussah, entwickelte sich nach und nach zum Skandal und im Februar dieses Jahres zum Rückzug des Artikels durch die Lancet-Redaktion.
Deer hatte aufgezeigt, dass die im Londoner Royal Free Hospital gesammelten Daten die Schlussfolgerungen von Wakefield gar nicht zuliessen, dass dieser von einem US-Amerikanischen Anwalt dafür bezahlt worden war, Fakten zu liefern, die eine Sammelklage gegen Hersteller von MMR-Kombi-Impfungen ermöglichen sollte und dass Wakefield selbst ein Patent für Masern-Einzelimpfungen eingereicht hatte.
Der britische Künstler Darrly Cunningham erzählt die Skandalgeschichte nun in der Form eines 15-seitigen Comics. Sehr zu empfehlen!

Gretchenfrage, Wissenschaft »

[16 Mrz 2010 | Ein Kommentar | 2.121 mal angeschaut]
Veranstaltungshinweis: Samstag, 20. März, Zürich – Die Neurobiologie der Gott-Idee

Samstag, 20. März, 15.45 – 16.45 Uhr, Zentrum Karl der Grosse, 8001 Zürich.

Die Neurologin Maja Strasser zeigt auf, wie das Gehirn religiöses Empfinden erzeugt und wie das Vorhandensein dieser «Fähigkeiten» evolutionsbiologisch erklärt werden kann. Maja Strasser ist Oberärztin und Abteilungsleiterin der Neurorehabilitation im Reha-Zentrum Leukerbad.

Der Vortrag ist öffentlich und findet im Anschluss an die Generalversammlung der Zürcher FreidenkerInnen statt. Diese findet am selben Ort von 14.30 bis 15.30 Uhr statt. Interessierte sind herzlich willkommen!

Im Anschluss an den Vortrag wird ein Apéro offeriert.

Kulturelles, Wissenschaft »

[27 Feb 2010 | 3 Kommentare | 2.488 mal angeschaut]
[update] Vorankündigung: The Amazing Meeting Zürich, September 2011

Der wohl grösste und bekannteste Skeptikerkongress kommt nach Zürich!

Kulturelles, Wissenschaft »

[8 Jan 2010 | 2 Kommentare | 2.067 mal angeschaut]
Storm von Tim Minchin – demnächst auch als Zeichentrickfilm

Patrik Etschmayer schrieb im vergangenen September in seiner nachrichten.ch-Kolumne von der Bullshit-Kultur:
«Astrologie, Homöopathie, Wünschelruten, Handauflegen, Akupunktur, Hellseher, Geistheiler, Ufo-Entführungen, Löffelverbiegen und allerlei Religionen. Doch auch in der Klimadiskussion, der Gentechnikdebatte und vielen anderen politischen Themen wird fleissig BS serviert und von der Öffentlichkeit vielfach als Fakt geschluckt, ohne zu bemerken, dass die Argumente die Qualität von Stierexkrementen haben.
Ein Problem bei all diesen Themen ist vielfach, dass es bei einigen Leuten geradezu als Schick gilt, von Naturwissenschaften und deren Methoden keinen blassen Schimmer zu haben und deshalb weiss man auch nicht, wie man es vermeiden kann, sich selbst zu täuschen und die eigenen Sehnsüchte über die Realität zu stellen.»

Man soll es nicht beschönigen: Wissenschafter scheitern leider allzu oft beim Demaskieren des Bullshits. Kunstschaffende scheinen da erfolgreicher zu sein – gerade auch, weil man ihnen zubilligt, die Dinge beim Namen zu nennen. Zum Beispiel Tim Minchin…

Politik, Wissenschaft »

[12 Okt 2009 | 3 Kommentare | 1.392 mal angeschaut]

This year’s Nobel Prize in the Economic Sciences is being awarded to the Homeopathy Archives of the Institute for the History of Medicine (IGM) und and its current co-manager and archivist, professor Martin Dinges PhD. The archives, which form part of the German Robert-Bosch Foundation, maintain the assets of homeopathy’s founding father, Samuel Hahnemann and of his most important scholars and successors.
The prize was awarded in recognition of the important empirical and theoretical contribution of the field of homeopathy to the economic sciences, namely the falsification of the hypothesis that market players behave rationally. Influenced by the catch cries of the enlightenment, the authors of early economical models had postulated that customer behaviour was driven by reason. More than a century before the social scientist Herbert Simon introduced the principle of bounded rationality, Hahnemann had designed careful experimental procedures, which were to demonstrate that humans are in no way inclined to act rationally.
Hahnemann developed three easily falsifiable …

Politik, Wirtschaft, Wissenschaft »

[11 Okt 2009 | 6 Kommentare | 2.893 mal angeschaut]
Wirtschaftsnobelpreis für die Homöopathie!

Der diesjährige Nobelpreis für Wirtschaft geht ans Homöopathie-Archiv und dessen Archivar Martin Dinges.

Informatik, Wissenschaft »

[29 Aug 2009 | Ein Kommentar | 2.228 mal angeschaut]
Microsoft will Darwins Ideen patentieren

Er ist bereits zwei Jahre alt, der Patent-Antrag von Microsoft mit dem Titel «Clustering phylogenetic variation patterns». Doch erst kürzlich haben Wissenschafter bemerkt, wofür genau Microsoft Erfinderschutz beantragt. Phylogenese bezeichnet die stammesgeschichtliche Entwicklung der Arten. Bereits Darwin nutzte Baumstrukturen, um die Verwandtschaftsgrade verschiedener Artenbildlich darzustellen.

Zu Darwins Zeiten wurden vor allem morphologische und – bei lebenden Arten – physiologische Merkmale verglichen: Ähnlichkeiten im Körperbau oder funktionelle Gemeinsamkeiten von Gewebe und Organen bei verschiedenen Arten gelten als Indiz für eine gemeinsame Vergangenheit. Heute dominieren molekulargenetische Analysen: Je grösser die Übereinstimmung von Gensequenzen, als desto näher verwandt gelten zwei Arten. Analysiert man Daten einer grösserer Menge von Arten, lassen sich Stammbäume erstellen, deren Verästelungen aufzeigen, in welcher Reihenfolge neue Arten aus gemeinsamen Vorfahren entstanden.
Genau hier setzt das Microsoft-Patent an.