Der Tages-Anzeiger auf der Suche nach der politischen Mitte
31.05.08 21:51 abgelegt unter: Greens
Die Tages-Anzeiger-Redaktoren Stefan Hohler und Benno
Gasser finden den Stadtzürcher Stadtratswahlkampf
langweilig. Mit einer klaren
Favoritin und einem Mangel an Skandälchen gibt
die Nachfolgeregelung um den Platz von Monika
Stocker für schreibwütige Journalisten in der
Tat vergleichsweise wenig her. Die beiden hätten
sich drum eine grünliberale Kandidatur
gewünscht. Und sie verkünden frohgemut «die
Stimmen aus dem bürgerlichen Lager - und weit
bis in die SP hinein» wären dieser Person sicher
gewesen.
Das ist natürlich Unsinn - und die Grünliberalen wissen auch, dass sie einen derartigen Zweikampf in Zürich nicht gewinnen können. Ihre Zurückhaltung bei dieser Wahl ist nicht bloss Abbild ihrer dünnen Personaldecke sondern auch davon, dass sie das können, was Burkhard von sich behauptet: rechnen.
Seit den Gemeinderatswahlen vor zweieinhalb Jahren haben sich die Kräfteverhältnisse in der Stadt Zürich nicht wesentlich verschoben. Rotgrün kommt auf etwas weniger als die Hälfte der Stimmen, die sogenannte Mitte (ohne FDP) auf rund einen Sechstel.

Die Wähleranteile in der Stadt Zürich - Zeitraum 2006-2007
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Auch wenn die vereinigte Mitte ernsthaft mit der FDP zusammenspannt, reicht es nicht, um eine rotgrüne Einerkandidatur auszubremsen. Dass die SP-Basis eine grüne Kandidatin wie Ruth Genner im Regen stehen lässt, ist schlicht unrealistisch. Und die SVP wird sicher nicht Steigbügelhalter für die Grünliberalen spielen. Die Schmach der Ständeratswahl ist dazu noch viel präsent.
Damit ist noch nicht gesagt, dass Ruth Genner morgen das absolute Mehr erreicht. Die Chancen sind intakt, aber es ist möglich, dass ihr 4000-5000 Stimmen von den mutmasslich rund 100’000 abgegebenen Stimmen fehlen werden. Nur kann auch bei einer konservativen Prognose davon ausgegangen werden, dass sie rund die Hälfte mehr Stimmen als Tuena und wohl das Dreifache von Burkhard erreichen wird. Bei einem allfälligen zweiten Wahlgang fällt die Hürde des absoluten Mehrs weg. Auch bei einem Austausch der Gegenkandidaten zu Genner ist keine Konstellation denkbar, bei der die grüne Anwärterin ihre Leaderposition abgeben müsste. Ein Grünliberaler wird von der SVP-Basis mit Sicherheit nicht breit unterstützt, auch nicht ein wertkonservativer wie Thomas Büchi. Eine CVP-Kandidatur kann die FDP höchstens proforma unterstützen, da diese in zwei Jahren in direkter Konkurrenz zu ihren drei eigenen Stadtratsvertretern stehen würde. Und eine Einigung auf einen SVP-Kandidaten wäre die definitive Gewähr dafür, dass Genner aus der politischen Mitte noch mehr Stimmen erhält als bisher. Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren setzte sich Ruth Genner in der Stadt Zürich bei der Regierungsratsersatzwahl gegen Ursula Gut klar durch: Sie gewann in acht der neun Wahlkreise und erzielte insgesamt gut 6100 Stimmen mehr.
Das ist natürlich Unsinn - und die Grünliberalen wissen auch, dass sie einen derartigen Zweikampf in Zürich nicht gewinnen können. Ihre Zurückhaltung bei dieser Wahl ist nicht bloss Abbild ihrer dünnen Personaldecke sondern auch davon, dass sie das können, was Burkhard von sich behauptet: rechnen.
Seit den Gemeinderatswahlen vor zweieinhalb Jahren haben sich die Kräfteverhältnisse in der Stadt Zürich nicht wesentlich verschoben. Rotgrün kommt auf etwas weniger als die Hälfte der Stimmen, die sogenannte Mitte (ohne FDP) auf rund einen Sechstel.

Die Wähleranteile in der Stadt Zürich - Zeitraum 2006-2007
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Auch wenn die vereinigte Mitte ernsthaft mit der FDP zusammenspannt, reicht es nicht, um eine rotgrüne Einerkandidatur auszubremsen. Dass die SP-Basis eine grüne Kandidatin wie Ruth Genner im Regen stehen lässt, ist schlicht unrealistisch. Und die SVP wird sicher nicht Steigbügelhalter für die Grünliberalen spielen. Die Schmach der Ständeratswahl ist dazu noch viel präsent.
Damit ist noch nicht gesagt, dass Ruth Genner morgen das absolute Mehr erreicht. Die Chancen sind intakt, aber es ist möglich, dass ihr 4000-5000 Stimmen von den mutmasslich rund 100’000 abgegebenen Stimmen fehlen werden. Nur kann auch bei einer konservativen Prognose davon ausgegangen werden, dass sie rund die Hälfte mehr Stimmen als Tuena und wohl das Dreifache von Burkhard erreichen wird. Bei einem allfälligen zweiten Wahlgang fällt die Hürde des absoluten Mehrs weg. Auch bei einem Austausch der Gegenkandidaten zu Genner ist keine Konstellation denkbar, bei der die grüne Anwärterin ihre Leaderposition abgeben müsste. Ein Grünliberaler wird von der SVP-Basis mit Sicherheit nicht breit unterstützt, auch nicht ein wertkonservativer wie Thomas Büchi. Eine CVP-Kandidatur kann die FDP höchstens proforma unterstützen, da diese in zwei Jahren in direkter Konkurrenz zu ihren drei eigenen Stadtratsvertretern stehen würde. Und eine Einigung auf einen SVP-Kandidaten wäre die definitive Gewähr dafür, dass Genner aus der politischen Mitte noch mehr Stimmen erhält als bisher. Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren setzte sich Ruth Genner in der Stadt Zürich bei der Regierungsratsersatzwahl gegen Ursula Gut klar durch: Sie gewann in acht der neun Wahlkreise und erzielte insgesamt gut 6100 Stimmen mehr.








