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Olympics go virtual reality

Dass das offizielle China nichts dem Zufall überlässt, überrascht wenig. Folgerichtig war die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele nicht nur bis ins letzte perfekt eingeübt, es wurde auch sichergestellt, dass allfällige Pannen verborgen blieben.

Menschen hat China seit je her unter Kontrolle, bei den 15’000 Tänzern brauchte es wohl keine weiteren Vorsichtsmassnahmen. Der ureigenen Pyromanentechnik hingegen trauten die Organisatoren offenbar nicht, wie heise.de berichtet:


Spektakuläre Bilder von mit Feuerwerksraketen erzeugten "Fußabdrücken" über der Stadt waren nicht live aufgenommen, sondern über ein Jahr mit Computeranimationen vorbereitet worden.



Ein Angestellter einer Video-Produktionsfirma klärte die Zeitung Beijing Shibaon darüber auf, dass nur die Schlusssequenz live übertragen worden sei.

«Aber die Zuschauer dachten, es sei echt – damit hat unsere Arbeit ihren Zweck erfüllt.»



Genau, Authentizität ist ja wohl etwas vom letzten, das die Zuschauer von den diesjährigen Olympischen Spielen wirklich erwarten.
Eröffnungsspiele: perfekte Choreografie (Quelle)
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Jetzt geht's los

Dass der Termin immer näher rückt, war unvermeidlich. Als Niederdorfbewohner ist man mittendrin. Ebenfalls unvermeidlicherweise. Im fernen Wollishofen hingegen, am heutigen Dorfmärt, an dem ich an einer Velobörse der Pro Velo aushelfe, deutet nichts darauf hin, dass irgendetwas besonderes ansteht.

Frohes Feiern, Fiebern oder Fernbleiben allerseits





Unter sunnebuebe.ch eine eigene Tanzgruppe zusammenstellen
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Die UEFA - ein Staat im Staat?

Die Uefa definiert gerne ihre eigenen Spielregeln - und zwar beileibe nicht nur für den Fussball. Übertragungsrechte für Fussballspiele möchte sie liebend gerne frei von gesetzlichen Schranken versteigern, Gastwirten, das Biersortiment vorschreiben und nun wollen sie auch noch Bussen verteilen:

Legal erworbene Tickets für die Euro 08 weiterzuverkaufen, verstösst gegen die Nutzungsbedingungen der Uefa. Der Europäische Fussballverband hat deshalb bereits einige hundert Personen gebüsst.(NZZ).

Die UEFA unterhält nun also eine eigene Wirtschaftspolizei, die gegenMehr...
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IOC: Nichts gelernt aus London und Paris

Der diesjährige olympische Fackellauf ist möglicherweise der erste und letzte, der derart megalomanisch aufgezogen wurde. Kevan Gosper, IOC-Pressesprecher und Vizechef der IOC-Koordinationskommission für Beijing2008, spekulierte, dass künftig die Flamme direkt von Olympia ins Gastgeberland geschickt werden könnte.

Gosper verurteilte die Proteste in London und Paris, nannte die Demonstranten «professionelle Störer, die voller Verbitterung und Hass»Mehr...
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Wieviele Polizisten braucht es, um Frieden und Völkerverbundenheit zu symbolisieren?

Die olympische Fackel wurde heute also durch London getragen. 2000 Polizisten und ein Rudel chinesischer Sicherheitsbeamter waren nötig, um sicherzustellen dass dem Symbol des Friedens und der Verbundenheit zwischen den Völkern das Licht nicht ausging.

In London scheiterten die Versuche von Demonstranten, die Fackel zu ergreifen oder mit einem Feuerlöscher auszublasen.


Chinesische Sicherheitsbeamte und britische Polizisten im gemeinsamen Kampf gegen einen Feuerdieb. Foto Yui Mok/The Associated Press, Quelle: International Herald Tribune

Morgen ist Paris an der Reihe, auch dort dürften ein paar Überraschungen auf die Stafettenläufer im Dienste Beijings warten. Es ist also durchaus möglich, dass während der 123 noch verbleibenden Tage das olympische Feuer doch noch irgendwo auf der Strecke bleibt, auch wenn für die Jintaoiade natürlich nichts dem Zufall überlassen wird. (1936 misslangen die zahlreichen Versuche, das Feuer für die Hitleriade zu löschen.)

Die Vereinten Nationen haben übrigens beschlossen, dass ihre Mitarbeiter nicht am Fackellauf in Nordkorea teilnehmen sollen, aus Angst die Regierung von Kim Jong-il könnte den Anlass für Propagandazwecke missbrauchen. Neiaberau, dass es tatsächlich solche Regierungen gibt auf der Welt...
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China: Staatsterror nicht nur gegen Tibeter

Die ethnischen Minderheiten machen "nur" knapp zehn Prozent der Gesamtbevölkerung Chinas aus. Aber zusammen bilden sie immerhin eine Gruppe von rund 100 Millionen Personen. 64 nationale Minderheiten zählt die offizielle Statistik. Die Han-Chinesen, bei welchen die wirtschaftlichen und politischen Fäden zusammenlaufen, stellen sicher, dass die Minderheiten nicht aufbegehren. Und ihnen scheint jedes Mittel recht.

Gemäss Reporter sans frontières nehmen die Repressionen im Vorfeld der Olympischen Spiele laufend zu. Vertreter der Uiguren - ein turkmenisches Volk - wurden wegen separatistischer Tätigkeit exekutiert. Und natürlich nehmen auch Überwachung und Zensur des Internet laufend zu. Aber das IOC sieht sich weiterhin nur für Brot und Spiele zuständig...

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Die Verlautbarungen des Chinesischen Wahrheitsministeriums

Gemäss Journalisten ohne Grenzen (rsf) versprach der Bürgermeister von Beijing vergangenes Jahr Folgendes:

The freedom of foreign journalists to carry out their professional work, will be guaranteed



Dumm nur, dass über Unruhen und möglicherweise Hunderte Toter zu berichten, nach chinesischer Auffassung offenbar nicht zum Aufgabenbereich eines Journalisten gehört. Denn gemäss rsf werden seit dem 12. März ausländische Medienvertreter nicht mehr nach Tibet gelassen, und mindestens 25 dort und in anderen Gegenden mit tibetischer Bevölkerung tätige Berufsleute wurden ausgewiesen.

Grösste Sorge für das Internationale Olympischen Komitees scheint derweil zu sein, ob die Olympische Fackel wie geplant durch Tibet getragen werden kann. Offenbar kann nur so die frohe Olympische Botschaft ungetrübt in die Welt posaunt werden:

The Olympic torch is a powerful symbol which inspires people from all over the world to overcome their differences and come together in mutual understanding in anticipation of the games which it heralds.



Mein für Beijing 2008 vorgeschlagene Slogan crueler, meeker, swankier scheint leider immer passender. Eigentlich habe ich mit solchen Prognosen verdammt ungern recht...
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Beijing 2008 - crueler, meeker, swankier

Noch 179 Tage bis zum Beginn der Olympischen Spiele in Beijing. Und die Stadt putzt sich ganz schön raus. «Preserving the Charm of Beijing» heisst es dazu auf der offiziellen Website. Dass dafür nach Schätzungen 1.25 Millionen Menschen zwangsumgesiedelt wurden, schmälert den Charme natürlich kein Bisschen.

Diese Olympischen Spiele sollen die profitabelsten aller Zeiten werden, so Gerhard Heiberg, Marketing-Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). 65 Millionen Dollar bezahlen die 54 offiziellen Sponsoren je einzeln für ihre Teilnahme am «Olympic Partner Programme». Da soll es natürlich keine Zwischenfälle geben wie 1968 in Mexiko, als die beiden schwarzen US-Amerikanischen 200 Sprinter Tommie Smith und John Carlos auf dem Siegerpodest ihre Arme zu einem «Power to the People»-Gruss empor streckten und der zwischen ihnen platzierte Australier Peter Norman seine Sympathie mit dem Tragen eines «Olympic Project for Human Rights-Badges ausdrückte.

Olympische Spiele Mexiko 1968: Power to the People
Quelle: Wikipedia / AP-Fotografie

Im Jahr 2008 sollen die Athleten natürlich die Friede-Freude-Eierkuchen-Stmmung auf keinen Fall mit lästigen Hinweisen auf die alltägliche Repression unterdrücken. Es soll schliesslich nicht erneut vorkommen, dass das Time Magazine das Olympische Motto «faster, higher, stronger» zu «angrier, nastier, uglier» umbenennen muss, um seiner Empörung ob des Missbrauchs der sportlichen Plattform für politische Aussagen freien Lauf zu lassen.

Folgerichtig hat deshalb der Britische Olympische Verband (BOA) seinen Athleten verboten, heikle politische Fragestellungen zu kommentieren. Nachdem dieser Passus zu Kritik führte, versicherte der BOA-Sprecher, dass es keinesfalls darum ginge, die Meinungsäusserungsfreiheit einzuschränken (s. Guardian). Es gehe nur darum, dass beispielsweise niemand in einem «Free Tibet»-T-Shirt rumlaufe. Und man wolle den Athleten Medientraining geben und sich auf Modellantworten zu Menschenrechtsfragen einigen. Nein, die Meinungsäusserungsfreiheit wird dabei natürlich kein Bisschen tangiert.

Mein Vorschlag für das Time-Cover vom 1. September 2008: «Beijing 2008: crueler, meeker, swankier» (brutaler, unterwürfiger, grosskotziger).
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2005: Das Jahr der Mobilmachung für "nationale Feste"

Im Jahr 2005 haben die Zwangsrekrutierten und die Minderheit der aus Passion Dienst leistenden Angehörigen der Schweizer Armee offenbar kräftig geschuftet: Fast 25% mehr Diensttage als im Vorjahr wurden zu Lasten der Staatskasse verbucht.

Grund für die Zunahme waren - so die sda - das Seebeben in Asien, das Augusthochwasser, Botschaftsschutz, WEF und nationale Feste. Nicht einmal der Armee selbst fällt also auch nur ein einziger militärischer Grund ein, der ihr Dasein rechtfertigen würde. Die Hilfswerke, das Schweizerische Korps für Humanitäre Hilfe der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit und der Zivilschutz kommen gut ohne die subsidiären Einsätze der Armee zurecht, ebenso die kantonalen Polizeien.

Bleiben also als mögliches Tummelfeld die nationalen Feste: Vielleicht gibt es zwischen Trachtenvereinen und Puurezmorge-Organisatoren ja tatsächlich noch eine unbesetzte Nische, hat doch die Armee gemäss eigenen Angaben "alleine für das Jodlerfest in Aarau und das Schützenfest in Frauenfeld über 10 000 Diensttage geleistet."

Soll doch die Armee ihren Kriegskrempel von der RUAG verschrotten lassen und die zivil nutzbaren Güter an geeignete Organisatoren abtreten. Das VBS könnte dann in einem 20%-Pensum unter dem neuen Namen "Departemäntchen für Hoselupf, Hudeligägeler und Sport" geleitet werden. Der geschützte Arbeitsplatz von Sämi Schmid sollte dabei aus sozialpolitischen Gründen erhalten bleiben.
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