Das Wort zum Sonntag
Wer hätte das gedacht? Joseph Ratzinger hat ein Problem mit der Moderne: «Wir wissen und können in den materiellen Dingen unerhört vieles, aber was darüber hinausgeht, Gott und das Gute, vermögen wir nicht mehr zu identifizieren.»
Tja, das bringt der Erkenntnisfortschritt unweigerlich mit sich: Das scheinbar Übersinnliche wird profan und erklärbar.
Technischer Forstschritt berge allerlei Gefahren meint Ratzinger, und als Mittel der Technikfolgenabschätzung sieht nur eine Lösung: den Glauben wieder vor die Vernunft zu stellen.
«Wenn Gott und die Werte, der Unterschied von Gut und Böse dunkel bleiben, dann sind alle anderen Erleuchtungen, die uns ein so unglaubliches Können ermöglichen, nicht nur Fortschritte, sondern zugleich Bedrohungen, die uns und die Welt gefährden. [...] Deshalb ist der Glaube, der uns das Licht Gottes zeigt, die wahre Aufklärung, ist Einbruch von Gottes Licht in unsere Welt, Öffnung unserer Augen für das wirkliche Licht.»
Das Kloster Einsiedeln gilt als grösste private Grossgrundbesitzerin in der Schweiz. Damit soll nun, so Abt Martin Werlen, Schluss sein. Der Klosterkonvent setzt auf Entweltlichung, so wie es Papst Benedikt XVI im vergangenen Herbst eingefordert hatte.
Noch ist nicht abschliessend entschieden, wie viele der über 2000 Hektaren Land in Klosterbesitz verbleiben sollen. Einige Grundsatzentscheide sind aber gefällt:
- Die Insel Ufenau wird der Schwyzer Gemeinde Freienbach abgetreten, in deren politisches «Hoheitsgebiet» die Insel bereits heute fällt.
- Die Voralberger Propstei St. Gerold wird in die Selbständigkeit entlassen. Sämtliche in Österreich gelegenen Besitztümer des Klosters gehen an die Propstei über.
- Von weltlichen Betrieben und Liegenschaften in den Kantonen Schwyz, Aargau, Zürich, Thurgau und St. Gallen wird man sich weitgehend trennen. Davon ausgenommen sind die vom selbst betriebenen Landwirtschaftsgüter.