Artikel mit dem Tag 'Christentum'
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Das Wort zum Sonntag
Eine pakistanische Gruppe von Christen, der Christian Progressive Movement (CPM), organisierte diese Woche eine Demo gegen das Schweizer Minarettverbot, wie die englischsprachige pakistanische Zeitung «The Nation» berichtet.
Addressing the gathering, Chairperson CPM Naila J Dayal said that the decision of Switzerland was condemnable and shameful. She said that it was the fundamental right of the minority to enjoy its religious freedom anywhere in the world.
Was auf den ersten Blick nach religionsübergreifender Solidarität (und allenfalls dem berechtigten Vertreten eigener Minderheiteninteressen vor Ort) klingt, nimmt aber schnell eine ungemütliche Wende:
She alleged that the Jewish lobby was behind this heinous exercise, adding that the aforementioned lobby wants conflict between Muslims and Christians for its vested interests.
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Die CVP-Politikerin Andrea Sidler fühlt sich beleidigt. Persönlich. Und stellvertretend für alle Katholiken in der Stadt Zug. Auslöser für ihre Empörung ist eine aktuelle Plakat-Kamagne (siehe Abbildung) der Freidenker-Vereinigung. Dies wäre nicht weiter der Rede wert, wäre Andrea Sidler nicht als Stadträtin zuständig für die Bewilligung von Plakaten auf öffentlichem Grund.
Die stramme Katholikin verbot das Plakat kurzerhand. Sie missbrauchte also ihr weltliches Amt, um die verfassungsmässig garantierte Meinungsäusserungsfreiheit auszuhebeln und nach den vermeintlichen Leitlinien ihres Glaubens zu handeln.
In einem Fernsehinterview bezeichnete Sidler die Bibel als «unsere Lehre» und bekundete gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung: «Wir waren es gegenüber unseren gläubigen Mitbürgern schuldig, das Verbot auszusprechen.» Wer die Bibel, nicht aber die Verfassung als verbindlich ansieht und sich von weltlichen Parolen belästigt fühlt, muss aber nicht verzagen: Es gibt ein Leben fernab der säkularen Rechtssprechung. Deshalb: ab ins Kloster, Andrea Sidler. Diese plagen ohnehin Nachwuchssorgen.
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«Schöpfungslehre kontra Wissenschaft» – so lautete der Titel einer kontradiktorischen Debatte, zu der gestern die Winterthurer Freidenker eingeladen hatten. Den wissenschaftlichen Standpunkt nahm der Biologe und Chemiker Toni Bürgin ein, der seit 1996 das Naturmuseums St Gallen leitet. Den Kreationismus vertrat der evangelikale Missionar Roger Liebi.
Diskussionsleiter Kurt Schmid eröffnete die Debatte mit der Präsentation eines versteinerten Trilobiten, der aus wissenschaftlicher Sicht rund 450 Millionen Jahre alt ist. Roger Liebi sah dies freilich etwas anders: Die Bibel geht von einem Erdzeitalter von nur rund 6000 Jahren aus, ergo muss der versteinerte Gliederfüsser noch jüngeren Datums sein. Das versteinerte Sediment, aus dem der Trilobit herausgelöst wurde, entstand gemäss Liebi durch die Sintflut. Er sprach den wissenschaftlich anerkannten Datierungsmethoden jede Verlässlichkeit ab und brachte als «Gegenthesen» Messmethoden ins Spiel, welche aufgrund von Salz- und Metallkonzentrationen im Meer das Erdalter zu bestimmen versuchen, und präsentierte ein Sammelsurium an Schätzungen zwischen 11′ooo bis 21 Millionen Jahren. Dass diese offensichtlich unzuverlässigen Ansätze ebenfalls allesamt …
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Ein Tornado fegte am vergangenen Mittwoch durch die Innenstadt von Minneapolis – ein in dieser Jahreszeit offenbar nicht allzu seltenes Ereignis. Diesmal forderte er jedoch ein ganz besonderes Opfer: Der Kirchturm der örtlichen Lutherischen Kirche wurde geknickt, das Kreuz hing nach dem Vorfall schlaff herunter.
Für den Vertreter der lokalen Konkurrenz, den Baptisten-Prediger John Piper, ist klar, wie die himmlische Botschaft zu deuten war:
The tornado in Minneapolis was a gentle but firm warning to the ELCA and all of us: Turn from the approval of sin. Turn from the promotion of behaviors that lead to destruction.
Die Logik des pastoralen Forensikers war stringent: Die Evangelical Lutheran Church in America (ELCA) tagte just zu dieser Zeit und auf der Traktandenliste stand unter anderem die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.
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Der Staat New York will den Schutz vor sexuellem Missbrauch erhöhen. Dank des so genannten «Child Victims Act» sollen Opfer neu bis zum 23. Altersjahr Strafklagen gegen ihre Peiniger einreichen können – im Wissen darum, dass viele sich erst nach Jahren dazu in der Lage fühlen. Aktuell steht ihnen dieses Recht nur bis zum 18. Altersjahr zu. Für Zivilklagen ist eine Erhöhung der Alterslimite von 23 auf 28 Jahre geplant *. Zusätzlich sollen während einer einjährigen Übergangsfrist auch Zivilklagen für weiter zurückliegende Fälle möglich sein. Ein gleiches Zeitfenster war bereits in den Bundesstaaten Kalifornien und Delaware eingeführt worden. In Kalifornien nutzten über 1000 Kläger die Möglichkeit, so die Vergangenheit aufzuarbeiten, darunter um die 850 Opfer von Übergriffen durch Vertreter der Katholischen Kirche, wie die FindLaw-Kolumnistin Marci Hamilton berichtete.
Einen ähnlichen GAU wollen nun die New Yorker Katholiken offenbar um jeden Preis verhindern. Mehr noch als um den Ruf dürfte es den guten Katholiken ums Geld gehen. Im Jahr 2006 liess …
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Sie schienen aus der Mode gekommen zu sein, die Militärdiktaturen in Lateinamerika. Doch nun versucht in Honduras ein General alte Zeiten aufleben zu lassen. Und wer steht ihm bereits treu zur Seite? Die katholische Kirche. Das musste ja so kommen…
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Die christlichen Fundamentalisten, die Lesben und Schwulen eine Party missgönnen, erhalten Verstärkung, wie der Tages-Anzeiger heute berichtet: Die Stadtzürcher City Church ruft ihre 170 Mitglieder auf, gegen die Europride anzubeten. In einer aufgrund der Zeitungsrecherche vom Netz genommenen Predigtaufnahme wurde gegen die homosexuelle Verschwörung, deren Drahtzieher «ein sexuell-strategisches Spinnennetz über die Welt ausbreiten» wollten, gewettert.
Gänzlich ohne irdische Freuden scheinen aber auch die City Churchianer nicht auskommen zu wollen. Die Kirche veranstaltet ab Ende März die Church Series of Poker. Und die Besucher sollen sich restlos wohl fühlen. Die Ankündigung im Netz jedenfalls verspricht:
Die Service-Girls bringen dir die Drinks und den Food direkt an den Platz.
Es werden wohl alles kirchlich geprüfte Heteras sein.
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Es gibt unterschiedliche Schweregrade der Sünde. Die schlimmste ist die Gotteslästerung. Weniger schlimm ist die Beleidigung seiner Geschöpfe. Deshalb ist das Abreissen eines Armes einer Jesus-Statue «objektiv eine schwerere Sünde als der Terroranschlag von New York».
Diese Klärung verdanken wir Pater Franz Schmidberger, CEO der der deutschen Niederlassung der Priesterbruderschaft St. Pius X und gemäss dem SWR-Magazin Report Mainz ein enger Vertrauter von Gründervater Marcel Lefebvre. So hatte er diesen bei der Weihe der kürzlich vom Vatikan rehabilitierten vier Bischöfe assistiert.
Da stellt sich die Frage, wieso sich die Pius-Brüder überhaupt die Mühe machen, den Holocaust zu leugnen. Denn der war ja nur gegen Menschen, nicht gegen ihren Gott gerichtet. (via hpd.de)
27.05.2008 Die Welt verstehen – heute mit Sharon Stone
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Das Wort zum Tag
Der päpstliche Jahresrückblick wurde viel kritisiert. Doch das Ganze beruht auf einem bedauerlichen Missverständnis. Seit seiner Inauguration sind die Gedanken Benedikt des XVI. zum Himmel gerichtet, nicht zur Erde. In seiner Rede wandte er sich folgerichtig auch nicht an die Erdenbevölkerung. Seine Botschaft braucht deshalb hier unten nicht weiter zu interessieren.
Für alle, die ihn damals verpasst haben, sei der klärende Dokumentarfilm über die Amtseinsetzung des diensthabenden Papstes empfohlen.
Quelle: Adam Buxton – A new Pope
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Roger Liebi ist ein Scharlatan*. Die Rede ist allerdings nicht vom SVP-Stadtratskandidaten sondern von seinem Namensvetter, über den der Tages-Anzeiger neulich gestolpert ist.
Dieser andere, parteilose, Roger Liebi ist Theologe mit “akademischen” Titeln vom privaten US-Amerikanischen Whitefield Theological Seminary, welches gemäss Selbstdarstellung (PDF) folgende Lehrsätze verficht:
(1) Biblical Inerrancy; (2) Biblical Creationism; (3) Justification by Faith alone; (4) Bodily resurrection and (5) Presbyterian form of government.
Roger Liebi hält regelmässig Referate bei evangelikalen Gruppen. Eines handelte von der Entstehung der Sprachen (Teil 1, Teil 2, total 110 Minuten). Liebi argumentiert, die menschliche Sprache hätte sich nicht etwa graduell entwickelt, sondern sei ganz gemäss Genesis-Darstellung dem Menschen gleich zu Anbeginn in vollendeter Form von Gott eingehaucht worden. Danach kam nur noch ein schleichender Zerfall, ausgelöst durch den sündigen Menschen.
Aus Sicht der Evolutionstheorie haben sich die Hirnareale, die uns zum Sprechen und Verstehen von Sprache befähigen, graduell entwickelt. Urformen der menschlichen Sprache bestanden wohl aus kurzen Äusserungen, deren Bedeutungen sich erst allmählich festigten. Nach und …








