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Artikel mit dem Tag 'Christentum'

Gretchenfrage »

[11 Jun 2011 | 7 Kommentare | 1.696 mal angeschaut]
The Big Fail: Die ICF-Einladung an Reinhard Bonnke

Die in Zürich entstandene Trendsekte «International Christian Fellowship» hat dreierlei sich ergänzende Kernkompetenzen: Missionieren, Einnahmen generieren und Parties veranstalten. Heute und morgen steht eine Grossveranstaltung an, bei dem es um alle drei Bereiche gleichermassen geht: «The Big 15» heisst ihre Geburtstagsfete im Hallenstadion. Hauptattraktion  ist Reinhard Bonnke, ein höchst dubioser Prediger aus Deutschland, der vornehmlich Afrika missionarisch tätig ist. ICF täte gut daran, die Finger von Bonnke zu lassen!
Der selbst ernannte «Mähdrescher Gottes» liess und lässt sich von Despoten finanzieren und beschützen. Im Bild rechts ist er mit dem liberianischen Ex-Präsidenten und Kriegsverbrecher Charles Taylor zu sehen. Bonnke liess sich auch vom ehemaligen togoischen Militärherrscher Gnassingbé Eyadéma  einladen und nahm vom früheren nigerianischen Militärdiktator Sani Abacha nachweislich eine Grossspende an.
Bonnke inszeniert gerne Wunderheilungen auf der Bühne. Er wurde jedoch längst des Betrugs überführt. Die Zeitschrift «Contending Earnestly for The Faith» der Britischen Pfingstbewegung schrieb über einen Auftritt Bonnkes in Nigeria:
At Bonnke’s rally in Nigeria, 78 miracles …

Gretchenfrage, Politik, Wissenschaft »

[26 Mai 2011 | 30 Kommentare | 1.786 mal angeschaut]
Kirchenglocken wecken im Kanton Zürich jede Nacht 110’000 mal auf

Schon die lange Dankesliste machte es klar: Es war ein ambitiöses Projekt, welches Mark Brink von der Abteilung Public & Organizational Health der ETH Zürich initiiert hatte: Wissenschaftlich sauber sollte ermittelt werden, wie gross oder klein die Beeinträchtigungen durch nächtliches Kirchenglockengeläut für die Nachbarschaft sind.
Gestern Abend präsentierte er an der ETH erstmalig seine Befunde – und er konnte glaubhaft machen, dass die Studie, die in Zusammenarbeit mit Fachpersonen der EMPA und des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin entstand, weit verlässlichere Daten liefert als die Gutachten und Meinungsumfragen, auf die sich Betroffene, Behörden- und Kirchenvertreter bisher weitgehend abstützten.
Brink basierte seine Studie auf Körperreaktionen: Die Forscher massen Hirnaktivitätsmuster, Augenbewegungen und Muskelspannungen von Personen, die maximal 200 Meter von einer von insgesamt neun ausgewählten Kirchen aus dem Kanton Zürich wohnen. Die 15 Frauen und 12 Männer konnten sich je während einer Nacht an die Prozedur gewöhnen, anschliessend wurde drei Nächte lang Daten gesammelt. Der Lärmpegel der Glockenschläge wurde …

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[13 Jan 2011 | 50 Kommentare | 3.221 mal angeschaut]
Die Ethik des Roger Liebi: Steinigen soll man nur im Gottesstaat

Zum zweiten Mal durfte am vergangenen Samstag Roger Liebi, Wanderprediger des Kreationismus mit treuer Gefolgschaft, auf Einladung der Winterthurer Freidenker einem heterogen zusammengesetzten Publikum seine Weltsicht erklären.
Schöpfungsgeschichten standen – anders als an der Veranstaltung vom September 2009 – diesmal jedoch nicht im Zentrum, sondern die Frage, ob Ethik theologisch oder biologisch und gesellschaftlich zu erklären sei. Auch diesmal wurde das Thema in der Form eines Streitgesprächs beleuchtet, moderiert von Kurt Schmid, Präsident der Winterthurer Freidenker. Liebis Kontrahentin war diesmal die Neurologin und Freidenkerin Maja Strasser.
Maja Strasser führte in die Stufentheorie des moralischen Verhaltens ein und argumentierte, dass moralisches Verhalten zu einem guten Teil erlernt werden müsse, dass aber viele Werte von Gläubigen und Ungläubigen geteilt würden. Roger Liebi versuchte dies damit zu begründen, dass eben auch von Maja Strasser und andere Nichtgläubige von «christlichen» Werten beeinflusst seien. Strasser attestierte er grosszügigerweise, sie sei «keine Gefahr für den Rechtsstaat»…
Liebi aber sieht  in der Gottlosigkeit ein Risiko: Gläubige könnten in ihrem …

Gretchenfrage, Wissenschaft »

[3 Dez 2010 | 5 Kommentare | 1.627 mal angeschaut]
Ratzinger: Hände weg vom Nobelpreis!

Joseph Ratzinger, Herrscher über einen kleinen Scheinstaat, der sich beharrlich weigert, die Europäische Menschenrechtskonvention zu unterzeichnen, möchte ihm hörige Theologen mit einem «Nobelpreis» beehren.
«Der Neuevangelisierung mit Hilfe der Theologie Joseph Ratzingers verschreibt sich eine jüngst gegründete vatikanische Stiftung: die “Fondazione Vaticana Joseph Ratzinger – Benedetto XVI”. Sie möchte zum einen Forschungen zur Ratzinger-Theologie fördern und entsprechende Kongresse abhalten, zum anderen lobt sie einen “Nobelpreis” für Theologie aus.» (Quelle)
Es steht Ratzinger, der in Personalunion zugleich als oberster Propagandaminister des unter Mussolini entstandenen «Staates» amtet, natürlich frei, zur Befriedigung seines eigenen Egos Preise zu verleihen. Solche Geschenke zur Erhaltung von katholischen Männerfreundschaften unter den Nobelpreisen einreihen zu wollen, geht jedoch nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht nicht an.
Alfred Nobel fühlte sich den Naturwissenschaften wie der Aufklärung verbunden. Er war geprägt durch Figuren wie Humboldt, Voltaire und Giordano Bruno, der im Jahr 1600 auf dem Scheiterhaufen gelandet war, weil er Ansichten vertreten hatte, die im Widerspruch zur katholischen Lehre standen. Nobel war …

Gretchenfrage, Politik »

[10 Okt 2010 | 6 Kommentare | 1.998 mal angeschaut]
Das Wallis versucht sich als EMRK-freie Zone

Wölfe haben im Wallis eine geringe Überlebensschance. Und auch Umweltschützer wurden schon mehrfach bedroht. Nun versucht man sich eines Vertreters einer weiteren Spezies zu entledigen, die so gar nicht ins katholische Biotop passen will. Die Gemeinde Stalden – ein Vorort von Visp mir gut 1100 Einwohnern – entliess den Oberstufenlehrer Valentin Abgottspon fristlos. Der Grund: Abgottspon hatte sich geweigert, das Kreuz, das er vor geraumer Zeit aus seinem Schulzimmer entfernt hatte, wieder aufzuhängen. Abgottspon weiss sich im Recht, immerhin hatte das Bundesgericht im Jahr 1990 festgehalten, dass Kruzifixe auf Wunsch der Eltern zu entfernen sind. Und im Jahr 2009 entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, dass ein Kruzifixzwang nicht mit der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) zu vereinbaren ist. Abgottspon hatte als Präsident der Walliser Freidenker die kantonale Dienststelle für Unterrichtswesen in einem Schreiben aufgefordert, die Schulleiter an das Bundesgerichtsurteil zu erinnern und bemängelte zudem, dass das Vorbereiten kirchlicher Feste wie Erstkommunion oder Firmung im Werken, Singen und Deutsch die Religionsfreiheit …

Gretchenfrage, Sonderbares »

[24 Mai 2010 | 2 Kommentare | 1.553 mal angeschaut]
Das Narrenpriesterduell (I): Sheich Abdul Mohsin al-Abaican vs Bischof Klaus Küng

Religionsführer zeigen sich besorgt: Kindsmissbrauch, Terroraufrufe und Betrügereien prägen die Schlagzeilen über ihre Gemeinschaften. Um davon abzulenken haben sie hinter verschlossenen Türen eine neue Trendsportart entwickelt: Das Narrenpriesterduell: Es soll die Vertreter der Religionsgemeinschaften in einem humorvollen Licht zeigen. Zugelassen sind alle Würdenträger grosser und kleiner Religionsgruppen. Die Aufgabe: mit einer möglichst grotesken Auslegung ihrer heiligen Schriften Schlagzeilen produzieren.
Bei der weltweiten Erstdurchführung treten der österreichische Diözesanbischof Klaus Küng (links) und der saudische Scheich und Regierungsberater Abdul Mohsin al-Abaican (leider kein Bild vorhanden) gegeneinander an.
Klaus Küng tritt an mit dem schalkhaften Vorschlag, wiederverheiratete Geschiedene könnten die Kommunion empfangen, sollten sie ihre sexuelle Gemeinschaft nicht fortführen und «wie Bruder und Schwester» leben.
Scheich Abdul «Comical» Mohsin al-Abaican hingegen schlägt vor, dass das islamische Verbot für Frauen und Männer, die nicht derselben Familie angehören, sich in einem gemeinsamen Raum aufzuhalten, umgangen werden könnte, indem die Frauen den Männern ein Glas Brustmilch zum Trinken gäben (selbstredend ab Glas!). Dieses «Säugen» würde die Männer wie eigene …

Gretchenfrage, Politik »

[17 Apr 2010 | 12 Kommentare | 1.442 mal angeschaut]
Wieso die Verurteilung des Holocaust-Leugners Richard Williamson richtig und nötig ist

10’000 Euro kosten Bischof Williamson also seine öffentlichen Äusserungen, es habe im Nazi-Deutschland keine Gaskammern gegeben und es seien im zweiten Weltkrieg «nur» 200’000 bis 300’000 Juden umgekommen. Bereits 1989 hatte der Pius-Bruder Williams im Rahmen einer Messe im kanadischen Sherbrooke den Holocaust geleugnet. Die gestrige Verurteilung wegen Volksverhetzung durch das Amtsgericht Regensburg erfolgte aber wegen Äusserungen, die er im November 2008 im Rahmen eines Interviews mit schwedischen Fernsehreportern gemacht hatte – am Sitz des Priesterseminars der  Piusbruderschaft im oberpfälzischen Zaitzkofen.
Vereinzelt melden sich Kritiker, die finden, dass solche Äusserungen im Rahmen der Meinungsfreiheit uneingeschränkt zulässig sein sollen und es nicht Aufgabe des Staates sei, Bullshit juristisch zu verurteilen.
Williamson vertritt allerlei Unsinn. Zwei Müsterchen aus seinen Predigten:
For indeed women’s trousers, as worn today, short or long, modest or immodest, tight or loose, open or disguised (like the “culottes”), are an assault upon woman’s womanhood and so they represent a deep-lying revolt against the order willed by God. …

Gretchenfrage, Politik »

[17 Jan 2010 | 3 Kommentare | 1.785 mal angeschaut]
Pakistanische Christen machen Drahtzieher des Minarettverbots aus: Die jüdische Lobby

Das Wort zum Sonntag

Eine pakistanische Gruppe von Christen, der Christian Progressive Movement (CPM), organisierte diese Woche eine Demo gegen das Schweizer Minarettverbot, wie die englischsprachige pakistanische Zeitung «The Nation» berichtet.

Addressing the gathering, Chairperson CPM Naila J Dayal said that the decision of Switzerland was condemnable and shameful. She said that it was the fundamental right of the minority to enjoy its religious freedom anywhere in the world.

Was auf den ersten Blick nach religionsübergreifender Solidarität (und allenfalls dem berechtigten Vertreten eigener Minderheiteninteressen vor Ort) klingt, nimmt aber schnell eine ungemütliche Wende:

She alleged that the Jewish lobby was behind this heinous exercise, adding that the aforementioned lobby wants conflict between Muslims and Christians for its vested interests.

Gretchenfrage, Politik »

[3 Okt 2009 | 35 Kommentare | 2.386 mal angeschaut]
Ab ins Kloster, Andrea Sidler!

Die CVP-Politikerin Andrea Sidler fühlt sich beleidigt. Persönlich. Und stellvertretend für alle Katholiken in der Stadt Zug. Auslöser für ihre Empörung ist eine aktuelle Plakat-Kamagne (siehe Abbildung) der Freidenker-Vereinigung. Dies wäre nicht weiter der Rede wert, wäre Andrea Sidler nicht als Stadträtin zuständig für die Bewilligung von Plakaten auf öffentlichem Grund.

Die stramme Katholikin verbot das Plakat kurzerhand. Sie missbrauchte also ihr weltliches Amt, um die verfassungsmässig garantierte Meinungsäusserungsfreiheit auszuhebeln und nach den vermeintlichen Leitlinien ihres Glaubens zu handeln.

In einem Fernsehinterview bezeichnete Sidler die Bibel als «unsere Lehre» und bekundete gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung: «Wir waren es gegenüber unseren gläubigen Mitbürgern schuldig, das Verbot auszusprechen.» Wer die Bibel, nicht aber die Verfassung als verbindlich ansieht und sich von weltlichen Parolen belästigt fühlt, muss aber nicht verzagen: Es gibt ein Leben fernab der säkularen Rechtssprechung. Deshalb: ab ins Kloster, Andrea Sidler. Diese plagen ohnehin Nachwuchssorgen.