Artikel mit dem Tag 'Christentum'
Gretchenfrage »
Die Geschichte ist zwar schon sechs Tage alt, aber da die Berichterstattung über derlei Ereignisse hier schon fast Tradition hat und es ausserdem gleich Sonntag und schon bald Weihnachten ist, kriegt dieser kleine Bericht aus Jerusalem doch noch einen Eintrag:
Griechisch- und Armenisch-Orthdoxe Christen haben wieder mal auf gute alttestamentarische Art auszuloten versucht, wer in der so genannten Grabeskirche wann und wo das Sagen hat. Die Polizei schritt ein, bevor die Frage abschliessend geklärt werden konnte.
siehe auch:
20.04.08 Die Botschaft der Liebe – mit Fäusten überbracht
29.12.07 Ziviler Friedensdienst – ein Mittel gegen raufende Priester?
Gretchenfrage, Politik »
Der Zürcher Regierungsat will nicht, dass christliche Schöpfungsmythen gleichwertig neben Urknall- und Evolutionstheorie unterrichtet werden. In seiner Stellungnahme zu einem EDU-Postulat schreibt er:
«Eine Anpassung des Lehrplans im Sinne des Postulats würde die Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie das Gebot der konfessionellen und weltanschaulichen Neutralität der öffentlichen Schulen verletzen.»
Folgerrichtig beantragt er dem Kantonsrat, das Postulat nicht zu überweisen. Dies heisst allerings nach Ansicht des Regierungsrates nicht etwa, dass die Schule für die Vermittlung wissenschaftlicher Erklärungen zuständig sein soll und die Kirchen ihre Geschichten in den eigenen Räumen und ausserhalb der Schulzeiten anzupreisen hätten:
«Schöpfungslehre bzw. Intelligent Design sind dem Fach Religion und Kultur zuzuordnen. Der Lehrplan für Religion und Kultur sieht vor, dass Schülerinnen und Schülern auf der Primarstufe die biblischen Urgeschichten von Schöpfung und Paradies sowie Schöpfungstexte verschiedener Kulturen vermittelt werden. Auf der Sekundarstufe I werden Mythen der Schöpfung und des Wertverständnisses im Thema Gottesbilder und Weltbilder altersgemäss erschlossen.»
Das Mystische erhält damit wohl stärker Einzug in den obligatorischen …
Gretchenfrage »
Die Macher des online-Portals für ultraorthodoxen Katholizismus, kreuz.net, lesen gerne bei der säkularen Konkurrenz mit. Beim Humanistischen Pressedienst entdeckten sie, dass der Autor des Kinderbuches «Das kleine Ferkel», Michael Schmidt-Salomon, gegen einen Regensburger Bischof klagt.
Kath.net berichtet unter dem Titel «brutale atheistische Aggression» von der Klage des «notorischen deutschen Gottlosen» und «Haßpredigers» Schmidt-Salomon, die von seinem «rabiaten Verleger» Gunnar Schedel, der kommunisitische Schlächter rechtfertige (weil er das faschistische Franco-Regime anprangerte) voll und ganz gestützt wird. Weil Schmid-Salomon sich für ein Recht auf Abtreibung ausspricht, ist er in den Augen der kath.net-Sektierer «ein Verfechter der Kindstötung».
Was war überhaupt vorgefallen? Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig hatte in einer Predigt den Inhalt des Kinderbuches völlig verzerrt wiedergegeben und Schmidt-Salomon unterstellt, ethische Werte grundsätzlich abzulehnen:
Man brauche doch gar keine Ethik, keine humanistische Auswirkung unseres christlichen Gottesglaubens. Der Mensch sei doch verfügbar für den anderen Menschen. Warum sollten Kindstötung, Abtreibung oder therapeutisches Klonen verboten sein?
Die Aussagen sind allerdings frei erfunden, Schmidt-Salomon vertritt klare ethische Prinzipien, die …
Gretchenfrage »
Don Camilotto ist Pfarrer und Religionslehrer am Liceo 1 in Lugano. Und er unterrichtet offenbar mit mehr Hand als Herz und Verstand. Jedenfalls schlug er auf dem Pausenplatz auf zwei dreizehnjährige Schülerinnen ein, da er meinte, von ihnen ein “porco dio” gehört zu haben.
Gemäss Berichterstattung tauschten die Schülerinnen nur ein “porco zio” aus, aber das ist im Grunde nebensächlich. Wenn ein Pfaff das Bedürfnis hat, nach den Worte Jesu zu leben - “Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. (Matthäus 10,34)” – ist das seine Sache. Wenn er sich aber zum Prügeln genötigt sieht, soll er dies gefälligst unter seinesgleichen tun, so wie seine Arbeitskollegen in Bethlehem und Jerusalem.
Es ist zu hoffen, dass das Liceo ihren Religionslehrer schnellstmöglich dorthin schickt, wo er hingehört: in die Wüste.
(s.a. Originalbericht auf italienisch inkl. Interview mit den Schülerinnen)
Gretchenfrage, Politik, Sonderbares »
Mit dem Gesundbeten aus der Ferne wollte es nicht so recht klappen. Und auch das bewusste Herbeisehnen des Weltfriedens (Video)1 kommt irgendwie nicht recht vom Fleck. Gruppenbeter haben sich deshalb nun ein etwas irdischeres Ziel vorgenommen: Beten für einen tiefen Benzinpreis.
«God, deliver us from these high gas prices.»
Weltliche Hilfe erhalten die Petroliker nun von Hillary Clinton, die sich für eine vorübergehende Steuervergünstigung auf Benzin ausspricht und meint, «wir sollten langsam für die Mehrheit der Amerikaner eintreten, die die enormen Benzinpreise zahlen». Wahrscheinlich glaubt sie halt nicht daran, dass sich auch Delegiertenstimmen herbei beten lassen…
1 Warnung: Betrachten dieses Beitrags kann hohe Meinungen über gewisse Filmemacher gefährden (via Tagi – s.a. Beitrag von rainbownet.ch, der schneller am Thema dran war)
Gretchenfrage »
Frank A Meier durfte heute im Sonntagsblick predigen. Unter anderem lässt er uns wissen:
Die jüdisch-christliche Entwicklung hat durch Jesus die Botschaft der Liebe in die Welt gebracht.
Selbsternannte Gralshüter dieser Botschaft haben heute wieder einmal gezeigt, wie dies zu verstehen ist: Griechisch-orthodoxe und armenische Priester versuchten in der Grabeskirche von Jerusalem einander mit Fäusten zu zeigen, wo ihr Gott hockt – ein offenbar beliebtes Ritual unter den beiden Glaubensgemeinschaften, liegt die letzte derartige Zeremonie doch keine vier Monate zurück.
Quelle: 20 Minuten/AP
Damals schlug ich vor, Zivildienstleistende zur Befriedung der Situation zu entsenden. Aber vielleicht sollte man die beiden Lager viel eher mal anständig bewaffnen. Solange die nur mit Besenstielen aufeinander los prügeln, hört das wohl nie auf…
Politik »
Es ist gerade mal fünf Tage her, da hatte der Berner Grosse Rat beschlossen, dass religiöse Mythen im Biologieunterricht nichts zu suchen haben. Mit 99 zu 23 wurde ein EDU-Vorstoss abgelehnt, der den Berner SchülerInnen die Schöpfungslehre als «Alternative zur Evolutionstheorie» um die Ohren schlagen wollte.
Der Grossratsentscheid liess hoffen, dass der Volksschule und der Politik weitere Kreationismusdebatten erspart würden. Doch weit gefehlt: Wie die Geschäftsfalldatenbank des Zürcher Kantonsrats verrät, reichten drei EDU-Vertreter unmittelbar vor der Berner Ratsdebatte ein ähnliches Postulat (doc-Datei1) ein. Nun darf sich also auch der Zürcher Kantonsrat dieser sinnlosen Diskussion stellen. Die Bundesverfassung gibt durch Artikel 15 den Rahmen eigentlich unmissverständlich vor:
Niemand darf gezwungen werden, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören, eine religiöse Handlung vorzunehmen oder religiösem Unterricht zu folgen.
Man muss sich nichts vormachen, es geht bei solchen Vorstössen um nichts anderes als den Versuch, Religionsunterricht in andere Fächer einzuschleusen, jammerte der Autor des Berner Vorstosses doch in seinem Votum, dass für viele junge …
Gretchenfrage »
«Nun ist es gewissermaßen „amtlich”: Auch Kinder dürfen über religiöse Aussagen, die ihnen komisch erscheinen, lachen.» So beginnt die Mitteilung des Humanistischen Pressedienstes zum Entscheid der deutschen Bundesprüfstelle, das Kinderbuch «Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel» nicht zu verbieten. Buchhandlungen und Kinderzimmer werden in Deutschland also nicht zu Tabuzonen für Religionskritik.
Es ist zu hoffen, dass das Familienministerium, welches den Zensurierungsantrag gestellt hatte, künftig auf solcherlei unnötigen Aktivismus verzichtet.
Gretchenfrage, Sonderbares »
Erbauendes (und wie immer überaus Wichtiges) vermeldet heute-online: Auf Göttliches Geheiss hin gibt Uriella, die nun schon ein Jahr schweigt, weiterhin keine Interviews.
Ach gütiger Gott, ja gibt es Dich vielleicht doch? Ja wenn Du schon dabei bist: Könntest Du vielleicht dafür sorgen, dass Madame Etoile künftig höchstens noch Wetterprognosen in den Äther trötet, Uri Geller vom Löffel biegen auf abgeben umsattelt, die Wachturm-Verteiler künftig Fahrbahnen statt Trottoirs blockieren und die Scientologen sich nach Hollywood zurückziehen?
Für so ein omnipotentes Wesen müsste das doch problemlos umsetzbar sein, oder? Sagen wir bis zum 10. März? So viel zielgerichtetes metaphysisches Eingreifen würde mir elendem Skeptiker als Gottesbeweis vollkommen genügen. Sollte das Datum aber ungenutzt verstreichen, gilt dieser Blog-Eintrag als Teilnahme am Blog-Karneval von Benjamin B. mit selbigem Stichdatum zum Thema «Wie hast Du’s mit der Religion?».
Erwartungsvoll,
Andreas
Ein Blogkarneval ist eine Online-Umfrage eines Bloggers zu einem beliebigen Thema, die zumeist durch Erwähnung in weiteren Blogs im Schneeballsystem verbreitet wird.
Gretchenfrage »
Kinderbüchern haftet oft der Ruf an, sie seien reichlich moraltriefend, müssten mindestens so sehr erzieherisch wertvoll wie unterhaltsam sein. Als Beispiel möge Der Regenbogenfisch lernt teilen dienen. Den Anspruch, Kinder in die richtigen Bahnen zu leiten, haben sicherlich auch religiös ausgerichtete Kinderbücher. Solche sind in der aktuellen Amazon-Bestenliste in dieser Kategorie mit so erbauend klingenden Titeln vertreten wie «Ich bin das Licht, Komm freu Dich mit mir», «Du bist einmalig» oder «Ich will dir was erzählen, lieber Gott. Mit Kindern beten ist schön».
Man könnte leicht zynisch schlussfolgern, Kindern wird aus erzieherischen Gründen das selber Denken abgenommen. Dabei gibt es sehr wohl Kinder, die sich dieses Recht frech herausnehmen wollen – wie es im besten aller Kinderbücher anschaulich dokumentiert ist:
“Thinking again?” the Duchess asked, with another dig of her sharp little chin.”I’ve a right to think,” said Alice sharply, for she was beginning to feel a little worried.”Just about as much right,” said the Duchess, “as pigs have to fly….”
So sehr …






