Artikel mit dem Tag 'Die Welt spinnt'
Politik »
China mauert wieder mal ganz gross. Gemäss uk.techcrunch.com wird aktuell der Zugriff auf Twitter, Flickr, Bing, Live.com, Hotmail, Blogger und anderes mehr unterbunden. Der Grund: Die Bevölkerung soll daran erinnert werden, dass im Juni 1989 überhaupt nichts vorgefallen war. Und über nichts können die Nachrichtenanbieter eben dann am besten berichten, wenn ihnen der Stecker gezogen wird.
Die Jintao-Clique erschuf sich schon bei der Eröffnungsfeier zu ihren Olympischen Spielen eine eigene Wirklichkeit. Es besteht wenig Zweifel, dass ihr dies auch im Rahmen dieses Nicht-Jubiläums gelingen wird.
Gedenktafel für das Nichtereignis – aus der Simpson-Folge Goo Goo Gai Pan
Gretchenfrage »
Der misogyne Altherrenclub, der unter dem Namen «Katholische Kirche» auftritt, schlägt wieder einmal zu: Der brasilianische Erzbischof Jose Cardoso Sobrinho teilte am Mittwoch mit, dass die Mutter eines neunjährigen Mädchens, welches von ihrem Stiefvater vergewaltigt wurde, von der Kirche ausgeschlossen wird. Der Grund: Die Tochter wurde durch dieses Verbrechen mit Zwillingen schwanger, die Mutter folgte dem Rat der Ärzte und stimmte einer Abtreibung zu.
Die Exkommunion, so der alte Mann in der Narrenkappe, musste gar nicht extra angeordnet werden, die sei nämlich zwingend für alle, die an einer Abtreibung beteiligt sind, die leitende Ärztin und weiteres Spitalpersonal eingeschlossen. Das sei ein Gesetz Gottes, und dieses stehe immer über von Menschen definierten Regeln.
Nicht betroffen vom kirchlichen Rauswurf ist selbstredend der Täter. Für ihn gilt dasselbe wie für den Holocaust-Leugner Williamson: Er ist ein braves Schaf, wie es der Oberhirte im Himmel gerne hat.
Gretchenfrage »
Muslime haben in der englischen Stadt Leicester verlangt, dass der Koran in Bibliotheken nicht inmitten profaner Literatur untergebracht wird, nur das oberste Regal werde der Bedeutung des Buches gerecht. Der städtische Bibliotheksrat gab deshalb eine Weisung heraus, die sämtliche religiöse Schriften auf die top shelves verbannt – eine kluge Entscheidung, denn Briten wissen von den Auslagen der Zeitschriftenhändler, dass dort Werke zu finden sind, welche für Kinder und Jugendliche ungeeignet sind.
Christen befürchten nun allerdings, dass Kinder sich künftig für Harry Potter oder die Dark Materials-Trilogie entscheiden könnten, wenn sie nicht mehr an die Bibel rankommen. Ungeklärt bleibt zudem, ob in den Leicestermer Bibliotheken auch die Bücher, in denen zum Jihad gegen Nichtmuslime aufgerufen wird, künftig in den obersten Regale untergebracht werden oder ob diese als Lebenshilfefibeln besser zugänglich bleiben müssen.
Gretchenfrage, Sonderbares »
Aus einer AP-Kurzmeldung von gestern Abend (erschienen bei 20 Min):
Im US-Staat New York hat ein Mann seine Frau enthauptet, nachdem sie die Scheidung eingereicht hatte. [...]. Der Täter leitete einen Fernsehsender, mit dem er nach eigenen Angaben einem negativen Image von Muslimen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 entgegenwirken wollte.
Gemäss CNN kam die Idee zur Image-Werbung folgendermassen zustande:
Hassan came to America from Pakistan 25 years ago and became a successful banker, but he and his wife were troubled by the negative perception of Muslims, Voice of America reported in 2004. Speaking in December 2004, Hassan said his wife, then pregnant, was worried about that perception and «felt there should be an American Muslim media where her kids could grow up feeling really strong about their identity as an American Muslim.» «So she came up with the idea and turned to me and said, ‘Why don’t you do it?’ » he said. «And I was like, I …
Gretchenfrage »
Es gibt unterschiedliche Schweregrade der Sünde. Die schlimmste ist die Gotteslästerung. Weniger schlimm ist die Beleidigung seiner Geschöpfe. Deshalb ist das Abreissen eines Armes einer Jesus-Statue «objektiv eine schwerere Sünde als der Terroranschlag von New York».
Diese Klärung verdanken wir Pater Franz Schmidberger, CEO der der deutschen Niederlassung der Priesterbruderschaft St. Pius X und gemäss dem SWR-Magazin Report Mainz ein enger Vertrauter von Gründervater Marcel Lefebvre. So hatte er diesen bei der Weihe der kürzlich vom Vatikan rehabilitierten vier Bischöfe assistiert.
Da stellt sich die Frage, wieso sich die Pius-Brüder überhaupt die Mühe machen, den Holocaust zu leugnen. Denn der war ja nur gegen Menschen, nicht gegen ihren Gott gerichtet. (via hpd.de)
27.05.2008 Die Welt verstehen – heute mit Sharon Stone
Gretchenfrage, Politik »
Das Wort zum Sonntag
Ob’s an der Jahreszeit liegt? Religiöse Wirrköpfe bemühen sich aktuell mit besonders absurden Verlautbarungen um Schlagzeilen. In England verspricht der von Sozialhilfe lebende Imam und Rechtsanwalt Anjem Choudary seinen muslimischen Glaubensbrüdern die Verdammung in der Hölle, sollten sie an Weihnachtsfeiern teilnehmen. Und in der Schweiz betet Ex-Junkie und SVP-Aktivist Daniel Regli mit seiner putzigen Familienlobby für Regen während der nächstjährigen «Euro Pride», da er Homosexualität als Sünde betrachtet.
Selbstredend begründen sowohl Choudary wie auch Regli ihre Positionen mit Verweisen auf ihre jeweiligen religiösen Lieblingstexte. Entsprechend lau blieb die gesellschaftliche Unterstützung für die Sektierer.
Vielleicht sollten sie’s mal mit der Strategie des Leipziger Theologieprofessors Peter Zimmerling versuchen. Er empfiehlt seinen Schäfchen, beim Missionieren eine nicht-religiöse Alltagsprache zu verwenden und an populäre Kultur, etwa an Kinofilme, anzuknüpfen.
Hervorragend dazu geeignet wäre beispielsweise der Film «Religulous», in dem der US-Amerikanische Satiriker und Bill Maher eine ganze Palette an religiösen Wirrköpfen präsentiert. Damit sollte ihnen sogar das gelingen, wonach sich Zimmerling …
Gretchenfrage, Politik »
Ich weiss, einen wirklichen Dachverband hab Ihr nicht, und Ihr seid vor allem damit beschäftigt, Euch voneinander abzugrenzen. Aber dennoch, werte Öffentlichkeitsverantwortliche der Ligue des Musulmans de Suisse, des Forums für einen fortschrittlichen Islam, der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich, der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz, der (im Cyberspace offenbar inexistenten) «Koordinationsstelle Islamischer Organisationen Schweiz» und ähnlicher Vereinigungen, erlaubt mir eine Frage:
Schaut Ihr auch mal fern? Und wenn ja, habt Ihr zu den Terroranschlägen in Mumbai so gar nichts zu sagen? Ein kleines Bisschen Ratlosigkeit oder Ablehnung, vielleicht gar eine klare Distanzierung? Damals, als Ihr euch über die Mohammed-Karikaturen empörtet, habt Ihr doch sogar eine Demo in Bern hingekriegt. Also
seid doch bloss nicht so scheu, Ihr habt doch bestimmt eine Meinung zu den Vorfällen, oder?
Gretchenfrage »
Die Geschichte ist zwar schon sechs Tage alt, aber da die Berichterstattung über derlei Ereignisse hier schon fast Tradition hat und es ausserdem gleich Sonntag und schon bald Weihnachten ist, kriegt dieser kleine Bericht aus Jerusalem doch noch einen Eintrag:
Griechisch- und Armenisch-Orthdoxe Christen haben wieder mal auf gute alttestamentarische Art auszuloten versucht, wer in der so genannten Grabeskirche wann und wo das Sagen hat. Die Polizei schritt ein, bevor die Frage abschliessend geklärt werden konnte.
siehe auch:
20.04.08 Die Botschaft der Liebe – mit Fäusten überbracht
29.12.07 Ziviler Friedensdienst – ein Mittel gegen raufende Priester?
Politik »
Das Europaparlament hat seine Wahl getroffen. Es würdigt mit der Verleihung des Sacharov-Preises das Engagement des chinesischen Bürgerrechtlers Hu Jiu, der seit April dieses Jahres wegen «umstürzlerischer Machenschaften» inhaftiert ist. Der chinesischen Regierung passt dies – wie hier gestern schon vermeldet – natürlich überhaupt nicht und kritisiert die Preisverleiher. Die werden’s mit Fassung tragen.
Politik »
Zu dritt stehen sie in der Endrunde: der Chinesische Menschenrechtler Hu Jia, der weissrussische Oppositionsführer Alexander Kazulin und der Kongolese Abbe Apollinaire Malu-Malu, unter dessen Führung im Jahr 2006 sein Heimatland die ersten demokratischen Wahlen seit 50 Jahren durchführte. Einer von ihnen wird morgen Donnerstag von der EU zum diesjährigen Sacharov-Preisträger ernannt.
Die grosse Chance, dass ein Landsmann mit dem Menschenrechtspreis ausgezeichnet werden könnte, behagt der Jintao-Clique in Beijing gar nicht. Sie droht der EUunverblümt. In einem Schreiben an den Präsidenten des EU-Parlamentes, den CDU-Abgeordneten Hans-Gert Pöttering, polterte Botschafter Song Zhe:
If the European Parliament should award this prize to Hu Jia, that would inevitably hurt the Chinese people once again and bring serious damage to China-EU relations.
Da kann man ja nur hoffen, dass die Aussage des Briten Graham Watson, der die Liberale Fraktion anführt, eine verlässliche Wahlprognose darstellt:
Heavy-handed Chinese state lobbying to influence the outcome of the Sakharov prize winner only plays into the hands of critics and reinforces the …






