Artikel mit dem Tag 'Eigentor'
Politik »
Der Front National des Rassisten Jean-Marie Le Pen braucht dringend Kohle, denn die Fröntler stehen nach einem misslungenen Wahlkampf bei diversen Gläubigern mit mehreren Millionen Euro in der Kreide. Deshalb machten sie sich auf die Suche nach einem Käufer für ihren Hauptsitz in der Nähe von Paris. Nun wurden sie endlich fündig. Die freundliche Übernahme besorgen die Chinesen: Len Pen und Co machen Platz für eine Sprachschule aus Shanghai (Le Monde via BBC).
Politik »
Dass das offizielle China nichts dem Zufall überlässt, überrascht wenig. Folgerichtig war die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele nicht nur bis ins letzte perfekt eingeübt, es wurde auch sichergestellt, dass allfällige Pannen verborgen blieben.
Menschen hat China seit je her unter Kontrolle, bei den 15’000 Tänzern brauchte es wohl keine weiteren Vorsichtsmassnahmen. Der ureigenen Pyromanentechnik hingegen trauten die Organisatoren offenbar nicht, wie heise.de berichtet:
Spektakuläre Bilder von mit Feuerwerksraketen erzeugten “Fußabdrücken” über der Stadt waren nicht live aufgenommen, sondern über ein Jahr mit Computeranimationen vorbereitet worden.
Ein Angestellter einer Video-Produktionsfirma klärte die Zeitung Beijing Shibaon darüber auf, dass nur die Schlusssequenz live übertragen worden sei.
«Aber die Zuschauer dachten, es sei echt – damit hat unsere Arbeit ihren Zweck erfüllt.»
Genau, Authentizität ist ja wohl etwas vom letzten, das die Zuschauer von den diesjährigen Olympischen Spielen wirklich erwarten.
Politik »
ie heutige Arena dreht sich um die Spaltung der SVP (und die durch diesen Prozess freigesetzte Energie). Wie immer lädt das Fernsehen VertreterInnen aus dem Führungszirkel verschiedener Parteien ein. Wunschvertreter der SVP war für die Redaktion Parteipräsident Toni Brunner. Die SVP bestand jedoch darauf, mit Brunners Vorgänger, Ueli Maurer, vertreten zu sein.
«Die Parteileitung hat entschieden, dass Nationalrat Ueli Maurer als langjähriger Parteipräsident am besten geeignet ist, dort die Partei zu vertreten. Er kennt die SVP seit vielen Jahren aus nächster Nähe.» (SVP-Medienmitteilung von heute)
Dies lehnte der Sender ab, weil Maurer – seit der Stabsübergabe ohne Parteiamt – «für eine zukunftsgerichtete Diskussion nicht die richtige Besetzung» sei, so der Tages-Anzeiger. Die Parteileitung schickt nun lieber niemanden hin als ihren amtierenden Präsidenten Toni Brunner. Angesichts seines inexistenten Krisenmanagements in den letzten Tagen ein durchaus nachvollziehbarer Entscheid.
Politik »
Fast 30’000 Franken hat SVP-Nationalrat Lukas Reimann schon gesammelt. Mit dem Geld will er Ayaan Hirsi Ali «hier in der Schweiz eine Wohnung, Personenschutz und ein Arbeitsbüro zur Verfügung stellen». Die Somalierin Hirsi-Ali bat 1992 in den Niederlanden um Asyl und erhielt innerhalb von drei Wochen eine Aufenthaltsgenehmigung. Die inzwischen weltbekannte Islamkritikerin liess sich 2002 für die Mitterechtspartei VVD ins niederländische Parlament wählen.
2006 trat sie von ihrem Amt zurück, da bekannt geworden war, dass sie ihren Asylantrag unter falschem Namen eingereicht hatte und auch über ihr Alter und ihre Herkunft gelogen hatte. Sie begründete dies mit der Angst vor Rache durch Familienangehörige, da ihr eigentlicher Fluchtgrund das Entgehen einer Zwangsheirat war. Eine arrangierte Ehe, so die Einschätzung ihrer Berater, hätte für den Erhalt des Asylstatus aber nicht ausgereicht.
Solches Vorgehen verdammt die SVP für gewöhnlich. Unter dem Titel «Illegaler Aufenthalt als Grundrecht?» wetterte vor exakt drei Jahren der damalige Generalsekretär der SVP Schweiz, Gregor A. Rutz, in der Hauspostille gegen derlei …
Politik, Sonderbares, Wirtschaft »
Wohl zu Zehntausenden wurden sie hergestellt, die Tibet-Fahnen, die überall entlang des ach so schönen Fackellaufs für «Frieden und Völkerverständigung» in die Höhe gehalten wurden.
Und wo werden sie produziert? Von einem französischen Nähereibetrieb wurde am 10. April berichtet, dass innert zehn Tagen 70 Stück bestellt wurden, das fünffache der üblichen Jahresproduktion. Es mag noch andere Betriebe geben, die ihre Produktion in ähnlicher Höhe haben steigern konnten.
Quelle: Göttinger Tagblatt/afp
Das Gros der Fahnen dürfte aber – na wo wohl? – in China produziert worden sein. Zu Tausenden jedenfalls produzierte eine Firma in Südchina für ausländische Auftraggeber – bis Arbeiter realisierten, wofür denn die farbenfrohe Flagge steht und pflichtbewusst die Polizei benachrichtigten.
Wer sein Missbehagen gegen das Vorgehen Chinas zum Ausdruck bringen will, kauft also wohl besser ein T-Shirt der Reporters ohne Grenzen. Die werden unter Fair-Trade-Bedinungen in Indien hergestellt.
Statistisches, Wissenschaft »
Eigentlich haben sich schon genügend helvetische (und andere) BloggerInnen zu Wort gemeldet – gegen Impfverweigerung anzuschrei(b)en scheint wirklungslos.
Dennoch ein paar Fakten: Mehr als 13001 Personen sind in der Schweiz seit Jahresbeginn an Masern erkrankt – Mitte März waren’s noch 700. Kein Wunder, werden doch 98% aller Ungeimpften, die mit Masernerkrankten in Kontakt kommen, vom Virus befallen. Deshalb sind die ach so kultigen Masern-Parties auch jeweils ein «voller Erfolg» – wie auch das schnelle Weiterreichen der Krankheit von Land zu Land.
Für einen nicht geringen Teil der Angesteckten gibt es nach einer Masern-Party allerdings wenig zu feiern: 133 der 699 bis Mitte März beim Bundesamt für Gesundheit registrierten Masernpatienten mussten hospitalisiert werden. 79 hatten hatten eine Lungenentzündung und sechs eine diagnostizierte oder vermutete Gehirnentzündung. Bei Masern gilt: Was einen nicht umbringt (Chance 1:500), macht nicht unbedingt stark sondern vielleicht einfach nur debil.
Wer glaubt, diese Risiken seien in Kauf zu nehmen, da eine Impfung ja fast garantiert Autismus auslöse, soll dies hier lesen. Also liebe …
Gretchenfrage »
Frank A Meier durfte heute im Sonntagsblick predigen. Unter anderem lässt er uns wissen:
Die jüdisch-christliche Entwicklung hat durch Jesus die Botschaft der Liebe in die Welt gebracht.
Selbsternannte Gralshüter dieser Botschaft haben heute wieder einmal gezeigt, wie dies zu verstehen ist: Griechisch-orthodoxe und armenische Priester versuchten in der Grabeskirche von Jerusalem einander mit Fäusten zu zeigen, wo ihr Gott hockt – ein offenbar beliebtes Ritual unter den beiden Glaubensgemeinschaften, liegt die letzte derartige Zeremonie doch keine vier Monate zurück.
Quelle: 20 Minuten/AP
Damals schlug ich vor, Zivildienstleistende zur Befriedung der Situation zu entsenden. Aber vielleicht sollte man die beiden Lager viel eher mal anständig bewaffnen. Solange die nur mit Besenstielen aufeinander los prügeln, hört das wohl nie auf…
Politik, Statistisches »
«Offenbar ist genau das eingetreten, was wir befürchtet haben.»
SVP-Nationalrat Hans Fehr sieht sich bestätigt: Im Kanton Zürich steigt die Zahl der eingereichten Volksinitiativen.
Ein wahrscheinlich begünstigender Faktor ist, dass im Rahmen der Revision der kantonalen Verfassung die Zahl der benötigten Unterschriften von 10’000 auf 6000 gesenkt wurde. In der damaligen Debatte hatte sich die SVP gegen die «Abwertung des Initiativrechts» ausgesprochen. Erstaunlich eigentlich für eine Partei, die seither dem Volk unaufgefordert einen Vertrag vorgelegt hat. Was genau spricht denn dagegen, dass das Volk dem Staat eigene Vertragsvorschläge unterbreitet?
Politik, Statistisches »
Demoscope hat die Resultate einer Umfrage zur Auseinandersetzung zwischen der SVP-Parteiführung und Neu-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf veröffentlicht (PDF). Die Zahlen, die im Auftrag von Sonntagsblick, il Caffè, und Le Matin Dimanchegesammelt wurden, sprechen eine deutliche Sprache: WählerInnen von FDP, CVP, SP und Grünen lehnen die Rücktrittsforderung an Eveline Widmer-Schlumpf grossmehrheitlich (d.h. mit Anteilen von 80 bis 93%) ab. Doch auch bei der SVP sagt die Hälfte der Befragten Nein zum Rücktritt, nur 35% sind dafür.
Interessanterweise präsentiert sich ein ähnliches Bild bei der Frage, ob Widmer-Schlumpf die SVP freiwillig verlassen sollte oder nicht: 51% der SVP-Mitglieder meinen, die Bundesrätin solle Parteimitglied bleiben, nur 36% befürworten einen freiwilligen Austritt. (Bei den anderen Parteien sprechen sich 68 bis 80% für den Verbleib in der Partei aus.)
Die dritte und letzte Frage der Umfrage ist eigentlich eine idiotische. Sie lautet wörtlich
«Ist die Art, wie die SVP mit ihrem Parteimitglied Eveline Widmer-Schlumpf umgeht, Ihrer Meinung nach mit den Spielregeln einer Demokratie vereinbar, oder sind …
Politik »
Christoph Blocher glaubte, immun zu sein. Nicht nur von Amtes wegen, um Anklagen wegen Verleumdungen zu entgehen, nein, er glaubte auch, jederzeit alles und jedes tun und sagen zu können, ohne dass es für ihn politisch Konsequenzen haben würde. Am 12. Dezember musste er einsehen, dass er die Lage grundlegend falsch eingeschätzt hatte. Das Parlament fällte mit Unterstützung zahlreicher bürgerlicher National- und Ständeräte einen vernünftigen Personalentscheid. Es entliess Blocher, der sein Amt als Patron geführt und das Kollegialitätsprinzip verspottet hatte, und wählte an seiner Stelle eine SVP-Politikerin mit ansehnlich politischem Leistungsausweis, von der angenommen werden kann, dass sie – im Gegensatz zu ihrem Vorgänger – ernsthaft daran interessiert ist, Verantwortung für die Landesführung zu übernehmen und nicht einfach parteipolitische Maximen einzufordern gedenkt.
Seine Abtrittsrede verriet es überdeutlich: Blocher war gekränkt, sehr gekränkt. Wohl noch schwerer als seine eigene Niederlage wog für ihn der Sieg von Eveline Widmer-Schlumpf. Blocher und seine Sekundanten waren sich jedoch sicher, dass sie …






