Artikel mit dem Tag 'Esoterik'
Kulturelles, Wissenschaft »
«Quacks & Cures» lautete der Titel des gestrigen Abends, zu dem der Wellcome Trust in London Euston eingeladen hatte. Gastredner waren Ben Goldacre, Autor des Buches «Bad Science» und die Medizinhistorikerin Roberta Bivins. Goldacre sprach über den Placebo-Effekt, die eigentliche Geschäftsgrundlage der Quacksalberzunft, Bivins über die besondere Bedeutung Londons als Handelsplatz und Nährboden der Quacksalberei.
Goldacre brachte vorwiegend Beispiele aus seinem Buch, in dem er – immer auf Gruppenstudien verweisend – beispielsweise aufzeigt, dass rote Zuckerpillen belebender wirken als blaue und dass vier Zuckerpillen besser wirken als zwei…
Sonderbares, Wirtschaft »
Die Wirtschaft schrumpft. Sogar Doris «Wir sehen null Indizien für eine Rezession» Leuthard postuliert inzwischen Konjunkturprogramm um Konjunkturprogramm.
Dabei geht es doch auch mit Eigeninitiative. Arbeitslose Banker können sich beispielsweise zu Geistheilern ausbilden lassen. Zwei, drei Kurse in Transbioenergie- einer Technik zur Transformation von Geschwurbel in harte Währung – und schon lassen sich ansehnliche Stundensätze erwirtschaften, wie der Quacksalber Rubens Faria morgen und übermorgen in Pfäffikon SZ beweisen wird:
Heilertage mit Geistheiler Rubens Faria aus Brasilien [...]
Eine Behandlung kostet Fr. 130,- und dauert 10 Minuten.
Das ergibt immerhin einen Stundentarif von CHF 780.- oder – bei acht Stunden «Arbeit» – einen Tagessatz von CHF 6240.-. Wer braucht da noch Konjunkturprogramme?
Politik »
Der Schritt war zu erwarten und stellt quasi eine taktische Notwendigkeit dar: Auch die Grünliberalen treten zu den Stadtzürcher Exekutivwahlen an. Dies sichert ihnen erhöhte mediale Aufmerksamkeit und dient vor allem dazu, bei den zeitgleichen Parlamentswahlen möglichst gut abzuschneiden. Reelle Chancen auf den Einzug in den Stadtrat haben die Grünliberalen nicht, denn ihren natürlichen Verbündeten, die CVP und die FDP, bangen beide darum, ihre insgesamt vier Sitze zu erhalten. An der Urne dürfte sich die gegenseitige Unterstützung deshalb in engen Grenzen halten. Für die SP und die Grünen ist die Situation diesbezüglich weitaus komfortabler. Zwar hat die SP zwei Bisherige zu ersetzen und die Grünen streben einen zusätzlichen Sitz an, doch die sehr guten Resultate von Ruth Genner und Corine Mauch bei den vergangenen Ersatzwahlen haben gezeigt, dass in der Stadt Zürich eine rotgrüne Allianz nur schwer zu knacken ist.
Aber zurück zu den Grünliberalen: Sie steigen mit der politischen Quereinsteigerin Denise Wahlen ins Rennen. Vornehmlich …
Politik »
Sie sind gar nicht so selten, die Skeptiker, die davon ausgehen, dass mit einem «Ja» zur Komplementärmedizin Heilmethoden und -mittelchen abgesegnet werden, deren Wirkung höchst zweifelhaft ist. Nicht wenige neigen aus verschiedenen Gründen dennoch zu einem «Ja». Eine Entgegnung auf die vier wohl am meisten genannten Schein-Gründe dafür:
1. Wenn jemandem die Placebo-Wirkung hilft, ist’s doch im Sinn des Patienten.
Jeder Hausarzt verwendet gelegentlich den Placebo-Effekt, da ein Teil der Patienten nicht von der Idee abzubringen ist, die Behandlung sei nur seriös, wenn sie wenigstens eine Pille mit auf den Weg kriegen.
Wenn aber ein Arzt nicht mehr zwischen seiner eigenen psychologischen Wirkung und derjenigen seiner abgegebenen Präparate unterscheiden kann, wird’s gefährlich. Primum non nocere – in erster Linie keinen Schaden anrichten – ist das oberste Gebot für jeden Arzt und jede Ärztin. Schäden können nicht nur durch Nebenwirkungen von Medikamenten entstehen sondern auch durch den Verzicht auf wirksame Interventionen.
2. Die Schulmedizin ist zu stark von der Pharma-Lobby kontrolliert. …
Politik »
Die Anthroposophie sei eine Fortsetzung der Homöopathie, welche das nötige Erklärungsmodell nachliefere. So pries unlängst der Winterthurer Hausarzt Ricardo Torriani seine Disziplin an. Diese stand und steht in der Kritik, beispielsweise wegen der beträchtlichen Zahl an rassistischen Äusserungen in den Originaltexten von Rudolf Steiner.
Um zu würdigen, inwieweit die Anthroposophie heute als ernsthaftes Erklärungs- oder zumindest als Handlungsmodell für das Gesundheitswesen brauchbar ist, sind weniger die Verlautbarungen Steiners als der Umgang mit ihnen durch die heutigen Vertreter von Belang. Wenn die Anthroposophie als Wissenschaft funktioniert, sollte es ihr leicht fallen, überholte und verquere Ansichten ihres Gründers hinter sich zu lassen und den Erkenntnisfortschritt innerhalb der Anthroposophie nach aussen zu tragen.
Machen wir den Lackmustest bei Ricardo Torriani selbst. Er veröffentlichte im Januar 2006 einen Artikel mit dem Titel «Die menschliche Konstitution als Ergebnis des Zusammenwirkens von oberem und unterem Menschen» im «Merkurstab», der Zeitschrift der anthroposophischen Ärzte. Und das klang so:
«Der Mensch – genau gesagt Ich und Astralleib – …
Sonderbares, Wissenschaft »
Die Kügeli-Dealer im weissen Kittel freuen sich: Nach dem vorhersehbaren klaren «Ja» der Stimmberechtigten zur Komplementärmedizinvorlage können sie davon ausgehen, dass ihre Milchzuckerpräparate bald wieder von der obligatorischen Krankenkasse finanziert werden. Grund genug, das Glaubensgerüst dieser Disziplin in Erinnerung zu rufen.
Homöopathische Präparate werden in vier Phasen entwickelt:
Eine gesunde Person schluckt eine Substanz, von dem sich ein Homöopath eine Heilwirkung erhofft. Die zu beobachtenden Symptome (lies: Vergiftungserscheinungen) werden protokolliert. Bei der Wahl der Mittel zeigen sich die Homöopathen nicht eben zimperlich. So gehört beispielsweise auch Hundekot zu den so erprobten (und empfohlenen!) Ausgangsstoffen.
Die Substanz wird nun als Kur für die beobachteten Symptome klassifiziert.
Die (zumeist zerriebene) Substanz wird verdünnt, typischerweise, indem sie mit 9 oder 99 Teilen Wasser vermischt wird. Dieser Verdünnungsvorgang wird mehrfach, teilweise hundertfach wiederholt.
Die Annahme ist, dass je stärker verdünnt die Mischung ist, desto stärker ihre Wirkung. Die Homöopathen nennen dies Potenzierung.
Präparate, die in mehrfachen Zehnerpotenzen verdünnt wurden, tragen eine Bezeichnung wie D20, welche besagt, dass …
Politik, Wissenschaft »
Die Anliegen der Initianten der Komplementärmedizin-Vorlage klingen nachvollziehbar: Sanfte Heilmethoden sollen durch die Aufnahme in den kassenpflichtigen Leistungskatalog aufgewertet werden, die Wahlfreiheit bezüglich Behandlungsmethoden soll für Patienten erhöht werden und die Erforschung der Komplementärmedizin soll intensiviert werden.
Gemäss Umfragen befürwortet eine Mehrheit der Bevölkerung die Wiederaufnahme der Komplementärmedizin in die obligatorische Krankengrundversicherung. Und das dürfte mit ein Grund sein, wieso kaum einer genauer hinschaut, man will es sich von links bis rechts nicht mit dem Volk verderben.
Es gibt aber gute Gründe, eben doch genauer hinzusehen. In einer kleinen Serie werden auf diesem Blog deshalb die Initiative, das Umfeld der Initianten, die einzelnen Angebote, mögliche Kostenfolgen und dergleichen ausgeleuchtet.
Beginnen wir mit einem Blick auf die Anbieter: Die Initianten betonen, dass sie daran interessiert sind, dass nur seriöse Leistungserbringer in den Genuss von Krankenkassenvergütungen kommen. Doch unabhängig davon, wie man die fünf Leistungsarten bewertet, die von 1999 bis 2006 in die Grundversicherung Aufnahme gefunden hatten: Das Umfeld der …
Sonderbares »
Juheirassa, Atlantis wurde also endlich gefunden! Der Tages-Anzeiger berichtet von seltsamen Linien auf dem Meeresgrund in der Nähe der Kanarischen Inseln, die auf Google Ocean zu sehen sind:
Zwei Kommentatoren weisen darauf hin, dass es eine aussergewöhnlich grosse Stadt hätte gewesen sein müssen angesichts der Dimensionen von rund 110 x 160 km. Ein weiterer Leser warnt, dass die abgebildeten Satellitenbilder nicht unbedingt der Wirklichkeit entsprechen und verweist auf die Stelle 0° 0’21.07″N 94°50’2.05″E, die in Google Earth wie folgt aussieht:
Was ein überzeugter Ufologe sein will, lässt sich aber natürlich von derlei Nörgeleien nicht bremsen. Das klingt dann so:
Nun gilt es zu akzeptieren dass es Technisch Hoichinteligente Wesen gab und immer noch gibt, die keiner Menschenrasse angehören.”OPEN YOUR MIND”.
Speziell für den Schreiber dieses Leserbeitrags die Gesundheitswarnung von Tim Minchin, welchen man beim Tagesanzeiger als Kommentar nicht aufschalten mag:
Tim Minchin: If you open your mind too much, your brain will fall out
Update 17:20 Uhr: Die britische Zeitung Daily Mail …






