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	<title>Andreas Kyriacou über Manches&#187; Evolution</title>
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		<title>Auf ins 2011 mit der Beagle oder der Arche Noah?</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 23:24:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gretchenfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
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		<description><![CDATA[Zwei Schiffbauprojekte, beide vor wenigen Jahren lanciert, sollen dieses Jahr entscheidend vorangebracht werden. Da ist zunächst einmal der Plan, die Arche Noah nach «biblischen Masssstäben» zu bauen. Ark Encounter heisst das Projekt, welches im US-Bundesstaat Kentucky verwirklicht werden soll:
Und dann soll die HMS Beagle, mit der einst Charles Darwin seine berühmte Forschungsreise unternommen hatte, nachgebaut werden:
Bei beiden Projekten soll die Realisierung dieses Jahr beginnen, und auf den ersten Blick scheint es sich beide Male um Nostalgieprojekte zu handeln. Doch bei genauerem Hinsehen könnten sie unterschiedlicher nicht sein!
Mit der Arche – sie soll gemäss Eigendarstellung die grösste Holzkonstruktion der USA werden –  wollen die Erbauer den «Beweis» antreten, dass die alttestamentarische Geschichte über Noah, die grosse Flut und den göttlich inszenierten Genozid echt ist:
The Ark is one of the best-known historical accounts in the Bible. Independent research has shown that millions will come to see it, and learn how it and the Flood were real events in history.
Eins ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Schiffbauprojekte, beide vor wenigen Jahren lanciert, sollen dieses Jahr entscheidend vorangebracht werden. Da ist zunächst einmal der Plan, die Arche Noah nach «biblischen Masssstäben» zu bauen. <a href="http://arkencounter.com/">Ark Encounter</a> heisst das Projekt, welches im US-Bundesstaat Kentucky verwirklicht werden soll:</p>
<div id="attachment_3616" class="wp-caption alignnone" style="width: 588px"><a href="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/arkencounter.jpg#utm_source=feed&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=feed"><img class="size-full wp-image-3616" title="The Ark Encounter" src="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/arkencounter.jpg" alt="" width="578" height="274" /></a><p class="wp-caption-text">The Ark Encounter - von Termiten bis Einhörnern: Jede Tierart hat zwei Plätze zugut</p></div>
<p>Und dann soll die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/HMS_Beagle_(1820)" target="_blank">HMS Beagle</a>, mit der einst Charles Darwin seine <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Second_voyage_of_HMS_Beagle" target="_blank">berühmte Forschungsreise</a> unternommen hatte, nachgebaut werden:</p>
<div id="attachment_3621" class="wp-caption alignnone" style="width: 588px"><a href="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/hmsbeagle.jpg#utm_source=feed&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=feed"><img class="size-full wp-image-3621" title="HMS Beagle" src="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/hmsbeagle.jpg" alt="" width="578" height="274" /></a><p class="wp-caption-text">HMS Beagle - aussen originalgetreu, innen ein hochmodernes Forschungsschiff</p></div>
<p>Bei beiden Projekten soll die Realisierung dieses Jahr beginnen, und auf den ersten Blick scheint es sich beide Male um Nostalgieprojekte zu handeln. Doch bei genauerem Hinsehen könnten sie unterschiedlicher nicht sein!</p>
<p>Mit der Arche – sie soll gemäss Eigendarstellung die grösste Holzkonstruktion der USA werden –  wollen die Erbauer den «Beweis» antreten, dass die alttestamentarische Geschichte über Noah, die grosse Flut und den göttlich inszenierten Genozid echt ist:</p>
<blockquote><p>The Ark is one of the best-known historical accounts in the Bible. Independent research has shown that millions will come to see it, and learn how it and the Flood were real events in history.</p></blockquote>
<p>Eins allerdings soll die Arche nicht: schwimmen. Sie soll vielmehr zentraler Teil eines kreationistischen Vergnügungsparks werden. Das Projekt hat dieselben Macher wie das benachbarte «Creation Museum», die Organisation <a href="http://www.answersingenesis.org/">Answers in Genesis</a>. Eigentlich schade ist nicht vorgesehen, dass die Arche – eine neuerliche gottesverursachte Flut vorbehalten – wassern soll. So könnte immerhin nach rund 180 jahren geprüft werden, ob der englische Ingenieur <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Isambard_Kingdom_Brunel">Isambard Kingdom Brunel</a> mit seinen Berechnungen Recht gehabt hatte: Der Erbauer des ersten modernen Schiffs mit Eisenrumpf, der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Great_Britain">Great Britain</a>, hatte eine Holzkonstruktion für Schiffe mit einer Länge von über 100 Metern als impraktikabel (und unökonomisch) bezeichnet. Gemäss gängiger <a href="http://www.creationtips.com/arksize.html">kreationistischer Bibelinterpretation</a> müsste die Arche aber rund 135 Meter lang werden. Vielleicht werden die Initianten nach den geplanten drei Jahren Bauzeit durch <a href="http://www.answersingenesis.org/home/area/employment.asp#arkEncounter">beauftragte Baufirmen</a> zudem erklären können, wie das einst ein ein betagter Familienunternehmer hingekriegt hatte (auch wenn er dafür angeblich <a href="http://ldolphin.org/cisflood.html">120 Jahre</a> Zeit hatte). Oder die zahlreichen anderen Fragen beantworten, welche Robert A. Moore bereits 1983 im Creation/Evolution Journal <a href="http://ncse.com/cej/4/1/impossible-voyage-noahs-ark" target="_blank">aufgeworfen hatte</a>.</p>
<p>Immerhin will das Team um den Answers in Genesis-Präsidenten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ken_Ham">Ken Ham</a> zumindest beweisen, dass die Arche gross genug war, um zwei Exemplare von allen Lebewesen aufzunehmen. Selbstredend gehören dazu auch Dinosaurier, wie der in Kentucky ansässige Blogger <a href="http://barefootandprogressive.blogspot.com/">Joe Sonka</a> sich an einer Pressekonferenz vom demokratischen Gouverneur Steve Beshear, der öffentliche Mittel für den Park in Aussicht gestellt hat, <a href="http://barefootandprogressive.blogspot.com/2010/12/steve-beshear-humiliates-state-of.html" target="_blank">bestätigen liess</a>. Auch ein Einhörnerpaar müsste wohl <a href="http://barefootandprogressive.blogspot.com/2010/12/will-there-be-unicorns-on-ark.html">Eintritt erhalten</a>, denn <a href="http://www.answersingenesis.org/articles/aid/v2/n1/unicorns-in-bible">gemäss</a> Answers in the Genesis muss es die gegeben haben, da sie in deren Referenzwerk Erwähnung finden:</p>
<blockquote><p>Some people claim the Bible is a book of fairy tales because it mentions unicorns. However, the biblical unicorn was a real animal, not an imaginary creature. [...] The absence of a unicorn in the modern world should not cause us to doubt its past existence. (Think of the dodo bird. It does not exist today, but we do not doubt that it existed in the past.).</p></blockquote>
<p>Das Beagle-Projekt – das Schiff hätte ursprünglich zum Darwin-Jahr 2009 fertig gestellt sein sollen – soll sehr wohl auch eine Attraktion werden. Doch es soll keine reine Replika der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/HMS_Beagle_(1820)" target="_blank">HMS Beagle</a> werden, wie die Initianten <a href="http://www.thebeagleproject.com/science.html" target="_blank">klarstellen</a>:</p>
<blockquote><p>The replica Beagle is not intended to be a museum ship; she will be equipped with laboratories and equipment to allow contemporary, original research. This is not only in keeping with Charles Darwin’s legacy but also creates an opportunity to engage students and teachers in the excitement of real scientific discovery. [...] She will host two perpetual DNA-based projects that together will explore both macroscopic and microscopic biodiversity and offer opportunities for sustained formal curriculum links during the voyage and beyond.</p></blockquote>
<p>Das Beagle-Projekt ist unter anderem eine Kooperation mit der Nasa <a href="https://docs.google.com/Doc?docid=0AY8WNKYMfCZJZGdmdzljNXFfN2Q1MzV0OGY2&amp;hl=en&amp;pli=1" target="_blank">eingegangen</a>, um gemeinsam Planktonwachstum, Korallenriffe und andere oberflächennahe Meeresökosysteme zu untersuchen: Auf dem Schiff gemachte Untersuchungsergebnisse sollen mit Bildmaterial der Nasa abgeglichen werden.</p>
<p>Beide Projekte sind auf der Suche nach Sponsorengeldern und beide sollen das Weltverständnis ihrer jeweiligen Initianten vermitteln. Erstere, indem sie zeigen, wie man sich Beobachtungen der Welt zurechtbiegen kann, damit sie scheinbar im Einklang mit alten Geschichten im Einklang stehen. Zweitere, indem sie zeigen, wie sorgfältige Beobachtungen helfen, unsere Welt besser zu verstehen. Wo würdet Ihr 2011 an Bord gehen wollen?</p>
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		<title>Islamischer Kreationismus: Harun Yahya missioniert nun auch in der Schweiz</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2010 18:23:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Schweizer Hardcore-Evangelikalen dürfen sich freuen: Sie kriegen Verstärkung – von ihren muslimischen Brüdern. Der türkische Kreationist Adnan Oktar – er tritt für gewöhnlich unter dem Pseudonym Harun Yahya auf – missioniert nun also auch in der Schweiz. Am 28. Mai lädt er seine Groupies ins Zürcher Kongresshaus ein:

Oktar bemüht sich intensiv, seine christlichen Mitstreiter abzuholen: Auf jesuskommtzuruck.com schwurbelt er von der Rückkehr Jesu&#8217; und davon, dass sich Muslime und Christen unter den «wahren moralischen Werten der Religion versammeln» werden.  Der Wertekanon, den er propagiert, dürfte das Herz eines jeden EDU-lers höher schlagen lassen:
Es gibt heutzutage eine große Gefahr, die den Zusammenhalt der Gesellschaften auf der Welt bedroht. So wie ein Virus einen menschlichen Körper tötet, bringt diese Gefahr einen schleichenden sozialen Kollaps. Diese Gefahr besteht in der Herabwürdigung solcher moralischer Werte, die eine gesunde Gesellschaft aufrecht erhalten. Homosexualität, Prostitution, vorehelicher und außerehelicher Geschlechtsverkehr, Sexualverbrechen, Pornographie, sexuelle Belästigung und der Anstieg von Geschlechtskrankheiten sind eine Reihe wichtiger Indikationen für den ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schweizer Hardcore-Evangelikalen dürfen sich freuen: Sie kriegen Verstärkung – von ihren muslimischen Brüdern. Der türkische Kreationist Adnan Oktar – er tritt für gewöhnlich unter dem Pseudonym Harun Yahya auf – missioniert nun also auch in der Schweiz. Am 28. Mai lädt er seine Groupies ins Zürcher Kongresshaus ein:</p>
<p><img class="size-large wp-image-3150 alignnone" title="harunyhaya" src="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/harunyhaya-1024x502.jpg" alt="harunyhaya" width="573" height="281" /></p>
<p>Oktar bemüht sich intensiv, seine christlichen Mitstreiter abzuholen: Auf jesuskommtzuruck.com <a href="http://jesuskommtzuruck.com/index2.html">schwurbelt</a> er von der Rückkehr Jesu&#8217; und davon, dass sich Muslime und Christen unter den «wahren moralischen Werten der Religion versammeln» werden.  Der <a href="http://www.jesuskommtzuruck.com/signs/signs092.html">Wertekanon</a>, den er propagiert, dürfte das Herz eines jeden EDU-lers höher schlagen lassen:</p>
<blockquote><p>Es gibt heutzutage eine große Gefahr, die den Zusammenhalt der Gesellschaften auf der Welt bedroht. So wie ein Virus einen menschlichen Körper tötet, bringt diese Gefahr einen schleichenden sozialen Kollaps. Diese Gefahr besteht in der Herabwürdigung solcher moralischer Werte, die eine gesunde Gesellschaft aufrecht erhalten. Homosexualität, Prostitution, vorehelicher und außerehelicher Geschlechtsverkehr, Sexualverbrechen, Pornographie, sexuelle Belästigung und der Anstieg von Geschlechtskrankheiten sind eine Reihe wichtiger Indikationen für den Zusammenbruch der moralischen Werte.</p></blockquote>
<p>Seit geraumer Zeit gefällt er sich jedoch vornehmlich in der Rolle des Evolutionsleugners. So <a href="http://www.lefigaro.fr/france/20070202.FIG000000236_offensive_du_creationnisme_islamique_en_france.html">verschickte</a> er im Februar 2007 die französischsprachige Ausgabe seines «Atlas zur Schöpfung» an Hunderte von französischen Universitäten und Bibliotheken. Unverlangte Versandaktionen erfolgten auch in Deutschland und anderen Ländern Europas. 2008 prophezeite er im Spiegel-Interview für das Folgejahr «eine weltweite Feier des Zusammenbruchs des Darwinismus». Dumm ging das dann ob all der Festivitäten zum 200. Geburtstag von Darwin und zum 150-Jahre-Jubiläum des Erscheines von «The Origin of Species» vergessen&#8230; Im Spiegel-Interview gab er auch noch folgendes von sich:</p>
<blockquote><p>Der Darwinismus ist die Grundlage für Hitlers und Mussolinis Faschismus und Stalins Kommunismus. Und wenn wir uns die Gegenwart anschauen, dann sehen wir, dass alle Terroristen &#8211; auch diejenigen, die sich selbst als Muslime betrachten &#8211; in Wahrheit Darwinisten und Atheisten sind. Ein gläubiger Mensch, der regelmäßig betet, legt keine Bomben. Das machen nur Menschen, die vorgeben, Muslime zu sein &#8211; oder Darwinisten, die klar sagen, dass sie Terroristen oder Kommunisten sind. Folglich sind sie alle Darwinisten.</p></blockquote>
<p>Der verhinderte Bombenattentäter von New York ist dann wohl der jüngste darwinistisch geschulte Terrorist&#8230; Sein <a href="http://www.cnn.com/2010/CRIME/05/04/new.york.car.bomb/index.html">Sprengstoff-Training</a> genoss er übrigens im überaus säkularen Pakistan.</p>
<p>Oktar hält sich – so der New Humanist in einem <a href="http://newhumanist.org.uk/2131/sex-flies-and-videotape-the-secret-lives-of-harun-yahya">Portrait</a> – für den Mahdi, den Messias islamischer Prägung. Er ist für die Rolle bestens qualifiziert: Er <a href="http://harunyahya.com/theauthor.php?sayfa_no=7">verbrachte</a> mehrere Monate in einer geschlossener Anstalt, nachdem bei ihm Schizophrenie diagnostiziert worden war&#8230; Wer ihm folgen möchte, ist herzlich ins Kongresshaus eingeladen. Der Messias himself wird sich aber voraussichtlich entschuldigen lassen müssen. Die Türkei verhängte 2007 ein Ausreiseverbot gegen ihn. Dieses scheint nie aufgehoben worden zu sein.</p>
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		<title>Die Welt verstehen &#8211; heute mit Dieter Aebi, Kreationist mit einer Mission</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 14:52:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern lud die freie evangelische Gemeinde Maur zu einem Filmabend mit anschliessendem Vortrag. Thema: «Hat die Bibel doch recht? –Der Evolutionstheorie fehlen die Beweise». Das Filmchen kommt zuweilen dramaturgisch geschickt, dazwischen aber reichlich wirr daher und enthält ein Potpourri von Fehlinterpretationen, bewussten Verzerrungen und der obligaten Nazi-Keule. Wissenschaftlich haltbare Gegenargumente gegen die Evolutionstheorie hingegen fehlen. Doch vom Film soll nicht weiter die Rede sein. Wer drei Viertel Stunden Lebenszeit investieren will, kann die elf Jahr alte Produktion in fünf Teilen auf Youtube sehen.
Faszinierender war der Auftritt des Gastreferenten Dieter Aebi. Der Herr ist studierter Jurist und schrieb vor drei Jahren das Buch «Prozessakte Evolution», indem er der wissenschaftlichen Beweisführung den Prozess zu machen versucht. Einige Kostproben lieferte er in seiner Alleinunterhalterrolle. So präsentierte er beispielsweise auf einer Folie eine Sammlung von Schätzungen des Erdzeitalters, die von 4.6 Milliarden Jahren bis zu 4000-6000 Jahren reichten. Die erste Schätzung basiert auf radiometrischen Messungen, letztere Zahlen werden von Bibelexegeten ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2349" class="wp-caption alignright" style="width: 272px"><img class="size-full wp-image-2349 " title="prozessakte_evolution" src="http://kyriacou.ch/wp-content/uploads/prozessakte_evolution.png" alt="Alles Paragrafen oder was? Auszug aus dem Umschlag des Buches «Prozessakte Evolution»" width="262" height="255" /><p class="wp-caption-text">Alles Paragrafen oder was? Auszug aus dem Umschlag des Buches «Prozessakte Evolution»</p></div>
<p>Gestern lud die <a href="http://www.feg-maur.ch/">freie evangelische Gemeinde Maur</a> zu einem Filmabend mit anschliessendem Vortrag. Thema: «Hat die Bibel doch recht? –Der Evolutionstheorie fehlen die Beweise». Das Filmchen kommt zuweilen dramaturgisch geschickt, dazwischen aber reichlich wirr daher und enthält ein Potpourri von Fehlinterpretationen, bewussten Verzerrungen und der obligaten Nazi-Keule. Wissenschaftlich haltbare Gegenargumente gegen die Evolutionstheorie hingegen fehlen. Doch vom Film soll nicht weiter die Rede sein. Wer drei Viertel Stunden Lebenszeit investieren will, kann die elf Jahr alte Produktion in fünf Teilen auf Youtube <a href="http://www.youtube.com/watch?v=TbjtX0AqXmA" target="_self">sehen</a>.</p>
<p>Faszinierender war der Auftritt des Gastreferenten Dieter Aebi. Der Herr ist studierter Jurist und schrieb vor drei Jahren das Buch «<a href="http://www.amazon.de/Prozessakte-Evolution-Dieter-Aebi/dp/3894365234" target="_blank">Prozessakte Evolution</a>», indem er der wissenschaftlichen Beweisführung den Prozess zu machen versucht. Einige Kostproben lieferte er in seiner Alleinunterhalterrolle. So präsentierte er beispielsweise auf einer Folie eine Sammlung von Schätzungen des Erdzeitalters, die von 4.6 Milliarden Jahren bis zu 4000-6000 Jahren reichten. Die erste Schätzung basiert auf radiometrischen Messungen, letztere Zahlen werden von Bibelexegeten geliefert, die alle Generationen seit Adam und Eva aufaddieren. Dazwischen, aber immer vergleichsweise nahe am unteren Ende der Skala liegen Schätzungen, die beispielsweise auf dem Salzgehalt der Meere basieren – u.a. <a href="http://www.christliche-autoren.de/wo-sind-die-millionen-jahre-geblieben.html">hier nachzulesen</a>. Der Jurist schaut sich also die Säulengrafik an und kommt zum Schluss, dass der statistische Ausreisser nach oben falsch sein muss, ohne die Plausibilität der einzelnen Schätzverfahren zu hinterfragen.</p>
<p>Im Buch, welches – wie der Autor erzählte – aus einem inneren Drang entstand, mit dem Widerspruch zwischen naturwissenschaftlichen Erklärungsmodellen und seinem persönlichen «Wissen» von der wortgenauen Wahrhaftigkeit der Bibel umgehen zu können, liefert nebst solch stringenter Logik auch eine Reihe von Zitaten von Naturwissenschaftern, die zuweilen an ihren eigenen Erkenntnissen zweifelten oder das bruchstückhafte Datenmaterial bedauerten. Im Gegensatz zu den zitierten Charles Darwin und Ernst Mayr kommt Dieter Aebi ohne diese Zweifel aus. Aber die Mühsal des sich Hinterfragen müssen ja auch nur Wissenschafter auf sich nehmen&#8230;</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 190px"><img class=" " style="margin: 2px;" title="Susi Neunmalklug" src="http://alibri-buecher.de/images/susicover.jpg" alt="" hspace="2" vspace="2" width="180" height="271" align="right" /><p class="wp-caption-text">Aufklärungsbuch von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke</p></div>
<p>Richtig in Fahrt kam Aebi allerdings in den Zwiegesprächen beim anschliessenden Apéro. Auf die Frage eines älteren Besuchers, wie ein Gott denn ein behindertes Kind rechtfertigen könne, meinte Aebi, der Mensch sei von Gott gefallen, im Grunde verdiene er es überhaupt nicht mehr zu leben. Anhand des behinderten Kindes zeige Gott, wie es eigentlich allen gehen müsste.</p>
<p>Es sei selbstredend jedem freigestellt, an ein derartiges zynisches Scheusal zu glauben. Eines fiel allerdings auch Dieter Aebi auf: Die evangelische Jugend, die recht zahlreich vor Ort war, blickte erst leicht verstohlen, dann immer freudvoller und ungehemmter ins Buch «<a href="http://www.susi-neunmalklug.de/?q=node/7">Susi Neunmalklug erklärt die Evolution</a>», das der Freidenker <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Wo-gehts-zu-Gott-Die-Angst-vor-dem-kleinen-Ferkel/story/17662509?gId=103">Andreas Koch</a> mitgebracht hatte.</p>
<p><small>08.11.2009 <a href="http://kyriacou.ch/2009/11/die-welt-verstehen-heute-mit-doris-leuthard/#utm_source=feed&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=feed">Die Welt verstehen – heute mit Doris Leuthard</a><br />
11.02.2009 <a href="http://kyriacou.ch/2009/02/die-welt-verstehen-heute-mit-pius-bruder-franz-schmidberger/#utm_source=feed&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=feed">Die Welt verstehen – heute mit Pius-Bruder Franz Schmidberger</a><br />
27.05.2008 <a href="http://kyriacou.ch/2008/05/die-welt-verstehen-heute-mit-sharon-stone/#utm_source=feed&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=feed">Die Welt verstehen – heute mit Sharon Stone</a><br />
</small></p>
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		<title>Leseempfehlung zum Darwin-Jahr: Cognitive Archaeology and Human Evolution</title>
		<link>http://kyriacou.ch/2009/07/leseempfehlung-zum-darwin-jahr-cognitive-archaeology-and-human-evolution/#utm_source=feed&#038;utm_medium=feed&#038;utm_campaign=feed</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 04:52:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Zeit der Suche nach Strandlektüre ist angebrochen. Deshalb hier ein Lesetipp, der bestens zum Darwin-Jahr passt: «Cognitive Archaeology and Human Evolution», soeben bei Cambridge University Press erschienen.
Die Autoren untersuchen die Rahmenbedingungen, welche zur Entwicklung wichtiger kognitiver Fähigkeiten geführt haben. Das Buch schlägt eine Brücke von der Archäologie zur Neuropsychologie und zeigt auf, inwieweit prähistorische Funde Auskunft darüber geben können, welche geistigen Fähigkeiten notwendig waren, um Werkzeuge, Schmuck und anderes zu fabrizieren.
Das Buch ist friedfertiger als die Bibel, wissenschaftlicher als der Koran, unterhaltsamer als Dianetik und leichter als ein Telefonbuch.
Der erste Teil kann online angesehen werden, so auch der Beginn des Kapitels, welches ich beigesteuert habe. Für den Liegestuhl und den ungekürzten Lesegenuss empfiehlt sich aber natürlich die Tote-Bäume-Ausgabe. Also unbedingt kaufen!
Die einzelnen Kapitel:


Sophie A. de Beaune: The emergence of cognitive abilities: The contribution of neuropsychology to archaeology
Sophie A. de Beaune: Technical invention in the Palaeolithic: What if the explanation comes from the cognitive and neuropsychological sciences?
Andreas Kyriacou: Innovation ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignright" style="width: 176px"><a href="http://www.kyriacou.ch/files/BIGcognitive_archaeology_cover.png.png"><img title="Umschlagseite «Cognitive Archaeology and Human Evolution»" src="http://www.kyriacou.ch/files/cognitive_archaeology_cover.png" alt="erschienen bei Cambridge University Press (2009)" width="166" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">erschienen bei Cambridge University Press (2009)</p></div>
<p>Die Zeit der Suche nach Strandlektüre ist angebrochen. Deshalb hier ein Lesetipp, der bestens zum Darwin-Jahr passt: <em>«</em><em><a style="outline-style: none; outline-width: initial; outline-color: initial; text-decoration: none; color: #336633;" rel="self" href="http://www.cambridge.org/catalogue/catalogue.asp?isbn=9780521769778&amp;ss=ind">Cognitive Archaeology and Human Evolution</a></em><em>»</em>, soeben bei Cambridge University Press erschienen.</p>
<p>Die Autoren untersuchen die Rahmenbedingungen, welche zur Entwicklung wichtiger kognitiver Fähigkeiten geführt haben. Das Buch schlägt eine Brücke von der Archäologie zur Neuropsychologie und zeigt auf, inwieweit prähistorische Funde Auskunft darüber geben können, welche geistigen Fähigkeiten notwendig waren, um Werkzeuge, Schmuck und anderes zu fabrizieren.</p>
<p>Das Buch ist <strong>friedfertiger als die Bibel, wissenschaftlicher als der Koran, unterhaltsamer als Dianetik und leichter als ein Telefonbuch</strong>.</p>
<p>Der erste Teil kann <a style="outline-style: none; outline-width: initial; outline-color: initial; text-decoration: none; color: #336633;" rel="self" href="http://www.ewidgetsonline.com/cup/widget.aspx?bookid=dHJwqFvswxC8c3qm2cc%2bpw==&amp;buyNowLink=http://www.cambridge.org/uk/catalogue/AddToBasket.asp?isbn=9780521769778">online angesehen werden</a>, so auch der Beginn des Kapitels, welches ich beigesteuert habe. Für den Liegestuhl und den ungekürzten Lesegenuss empfiehlt sich aber natürlich die Tote-Bäume-Ausgabe. Also unbedingt <a style="outline-style: none; outline-width: initial; outline-color: initial; text-decoration: none; color: #339900;" rel="self" href="http://www.amazon.de/Cognitive-Archaeology-Evolution-Sophie-Beaune/dp/0521746116/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&amp;qid=1246426467&amp;sr=8-1">kaufen</a>!</p>
<p><span style="font-size: 11px;">Die einzelnen Kapitel:<br />
</span></p>
<ol style="list-style-type: decimal;">
<li><span style="font-size: 11px;">Sophie A. de Beaune:</span> <span style="font-size: 11px;"><em>The emergence of cognitive abilities: The contribution of neuropsychology to archaeology</em></span></li>
<li><span style="font-size: 11px;">Sophie A. de Beaune:</span> <span style="font-size: 11px;"><em>Technical invention in the Palaeolithic: What if the explanation comes from the cognitive and neuropsychological sciences?</em></span></li>
<li><span style="font-size: 11px;">Andreas Kyriacou:</span> <span style="font-size: 11px;"><em>Innovation and creativity: A neuropsychological perspective</em></span></li>
<li><span style="font-size: 11px;">Matt J. Rossano:</span> <span style="font-size: 11px;"><em>The archaeology of consciousness</em></span></li>
<li><span style="font-size: 11px;">Natalie T. Uomini:</span> <span style="font-size: 11px;"><em>Prehistoric handedness and prehistoric language</em></span></li>
<li><span style="font-size: 11px;">Miriam Noël Haidle:</span> <span style="font-size: 11px;"><em>How to think a simple spear</em></span></li>
<li><span style="font-size: 11px;">Michael J. Walker:</span> <span style="font-size: 11px;"><em>Long-term memory and Middle Pleistocene “Mysterians”</em></span></li>
<li><span style="font-size: 11px;">Carolina Maestro and Carmine Collina:</span> <span style="font-size: 11px;"><em>The quest for a common semantics: Observations on definitional criteria of cognitive processes in prehistory</em></span></li>
<li><span style="font-size: 11px;">Jacques Pelegrin:</span> <span style="font-size: 11px;"><em>Cognition and the emergence of language: A contribution from lithic technology</em></span></li>
<li><span style="font-size: 11px;">Ian Tattersall:</span> <span style="font-size: 11px;"><em>Language and the origin of symbolic thought</em></span></li>
<li><span style="font-size: 11px;">Thomas Wynn and Frederick L. Coolidge:</span> <span style="font-size: 11px;"><em>Implications of a strict standard for recognizing modern cognition in prehistory</em></span></li>
<li><span style="font-size: 11px;">Eric Reuland:</span> <span style="font-size: 11px;"><em>Imagination and recursion: Issues in the emergence of language</em></span></li>
<li><span style="font-size: 11px;">Thomas Wynn:</span> <span style="font-size: 11px;"><em>Whither evolutionary cognitive archaeology? Afterword</em></span></li>
</ol>
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		<title>Bern: FDP und GFL go religulous</title>
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		<pubDate>Sun, 31 May 2009 07:28:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gretchenfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Das Wort zum Sonntag]]></category>
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		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
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		<description><![CDATA[ Wort zum Sonntag 
Die Stadtberner Parlamentarier der Grünen Freien Liste und der EVP, die zusammen eine Fraktionsgemeinschaft bilden, haben ein gravierendes gesellschaftliches Problem entdeckt: Viele Schüler wissen nicht, wieso sie an Feiertagen frei haben. Dies ist ihnen ungeheuer und sie lieferten in der Form einer dringenden Motion eine Lösung: Die Lehrer &#8211; wer denn sonst? &#8211; sollen’s richten. Sie wollen die Lehrkräfte aller Klassen der Volksschule dazu verpflichten, «jedes Jahr vor jedem gesetzlichen Feiertag die Schülerinnen und Schüler kurz über den Sinn und Inhalt des Feiertages zu informieren». 
Die Motionäre stören sich an der Verweltlichung der ehemals christlichen Feiertage und meinen, es könne nicht angehen, «dass Schulabgänger Ostern in erster Linie mit Osterhasen und Eiern assoziieren.» Die Schule soll also zwangskorrigieren, was die Aussenwelt vermittelt. Die Motion wurde am vergangenen Donnerstagabend tatsächlich mit 32 zu 29 Stimmen überwiesen &#8211; unter anderem dank der fleissigen Unterstützung der Freisinnigen. Liebe GFL- und FDP-Parlamentarier: Nehmt doch den ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> Wort zum Sonntag </p>
<p>Die Stadtberner Parlamentarier der Grünen Freien Liste und der EVP, die zusammen eine Fraktionsgemeinschaft bilden, haben ein gravierendes gesellschaftliches Problem entdeckt: Viele Schüler wissen nicht, wieso sie an Feiertagen frei haben. Dies ist ihnen ungeheuer und sie lieferten in der Form einer dringenden Motion eine Lösung: Die Lehrer &#8211; wer denn sonst? &#8211; sollen’s richten. Sie wollen die Lehrkräfte aller Klassen der Volksschule dazu verpflichten, «jedes Jahr vor jedem gesetzlichen Feiertag die Schülerinnen und Schüler kurz über den Sinn und Inhalt des Feiertages zu informieren». </p>
<p>Die Motionäre stören sich an der Verweltlichung der ehemals christlichen Feiertage und meinen, es könne nicht angehen, «dass Schulabgänger Ostern in erster Linie mit Osterhasen und Eiern assoziieren.» Die Schule soll also zwangskorrigieren, was die Aussenwelt vermittelt. Die Motion wurde am vergangenen Donnerstagabend tatsächlich mit 32 zu 29 Stimmen überwiesen &#8211; unter anderem dank der fleissigen Unterstützung der Freisinnigen. Liebe GFL- und FDP-Parlamentarier: Nehmt doch den geschenkten Feiertag zum Anlass, darüber zu sinnieren, was das Wort «frei» in Euren Parteinamen eigentlich bedeutet. Wenn es nur noch in der Zusammensetzung &#8220;sinnfrei&#8221; Verwendung findet, solltet Ihr vielleicht mal über das Streichen des Begriffs nachdenken. </p>
<p>Adäquat auf das Überweisen der Motion reagierten die beiden Grünliberalen Michael Köpfli und Claude Grosjean: Sie verlangen in einem Postulat, in diesem Darwin-Jubiläumsjahr an der Schule einen Evolutionstag einzuführen, denn es könne nicht angehen, «dass Schulabgängerinnen und Schulabgänger das Leben und dessen Entwicklung und Vielfalt mit irrationalen wissenschaftlich nicht begründbaren Theorien in Verbindung bringen.» </p>
<p>Schöne Pfingsten allerseits &#8211; aus welchem Grund auch immer. Zur Einstimmung ein Lied von Christoph und Lollo:<br />
<p><a href="http://kyriacou.ch/2009/05/bern-fdp-und-gfl-go-religulous/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p></p>
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		<title>Zum 20. Todestag von Konrad Lorenz: Untersuchungsmaterial für Ethologen</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Feb 2009 21:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[In memoriam]]></category>
		<category><![CDATA[Tierisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute vor 20 Jahren verstarb Konrad Lorenz, einer der Gründerväter der vergleichenden Verhaltensforschung. Zusammen mit Nikolaas Tinbergen entwickelte er in den 1930er Jahren dieInstinkttheorie, die auf der Annahme basierte, das Verhalten von Tieren werde durch klar gegeneinander abgrenzbare Instinkte verursacht und gelenkt. Tinbergen entwickelte mit den Vier Grundfragen der Biologischen Forschung ein methodisches Gerüst, um Verhalten zu deuten: 1. Wie wird ein Verhalten beispielsweise chemisch oder physiologisch realisiert? 2. Wie verändert sich dieses Verhalten im Laufe des Lebens des Individuums? 3. Wie lässt sich das Verhalten mit demjenigen verwandter Arten vergleichen? 4. Wie wirkt sich das Verhalten auf die Überlebens- und Reproduktionschance aus?
Der Ansatz von Lorenz und Tinbergen setzte auf der von Darwin geprägten Evolutionslehre auf, stellte aber das Verhalten, nicht körperliche Merkmale in den Vordergrund. Für kooperatives Verhalten postulierte Lorenz einen inneren Drang zur Arterhaltung. Seine Annahme war, Individuen würden andere Individuen, die enger mit ihnen verwandt sind, häufiger verschonen als solche, die es weitläufiger sind. Hiernach müssten ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute vor 20 Jahren verstarb <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Lorenz">Konrad Lorenz</a>, einer der Gründerväter der vergleichenden Verhaltensforschung. Zusammen mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaas_Tinbergen">Nikolaas Tinbergen</a> entwickelte er in den 1930er Jahren die<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Instinkttheorie">Instinkttheorie</a>, die auf der Annahme basierte, das Verhalten von Tieren werde durch klar gegeneinander abgrenzbare Instinkte verursacht und gelenkt. Tinbergen entwickelte mit den <em>Vier Grundfragen der Biologischen Forschung</em> ein methodisches Gerüst, um Verhalten zu deuten: 1. Wie wird ein Verhalten beispielsweise chemisch oder physiologisch realisiert? 2. Wie verändert sich dieses Verhalten im Laufe des Lebens des Individuums? 3. Wie lässt sich das Verhalten mit demjenigen verwandter Arten vergleichen? 4. Wie wirkt sich das Verhalten auf die Überlebens- und Reproduktionschance aus?</p>
<p>Der Ansatz von Lorenz und Tinbergen setzte auf der von Darwin geprägten Evolutionslehre auf, stellte aber das Verhalten, nicht körperliche Merkmale in den Vordergrund. Für kooperatives Verhalten postulierte Lorenz einen inneren Drang zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arterhaltung">Arterhaltung</a>. Seine Annahme war, Individuen würden andere Individuen, die enger mit ihnen verwandt sind, häufiger verschonen als solche, die es weitläufiger sind. Hiernach müssten Löwen mit anderen Löwen bevorzugt kooperieren, dem nachranging aber mit anderen Katzen und schließlich mit andere Carnivoren (Beispiel aus dem Wikipedia-Eintrag).</p>
<p>Weder Lorenz als Person noch sein Beitrag zur Forschung haben den Zahn der Zeit unbeschadet überstanden. Seine nationalsozialistische Einstellung &#8211; er hatte in den 1940er Jahren von der «Verhausschweinung des Menschen» durch den Wegfall natürlicher Selektionsmechanismen gesprochen &#8211; holte ihn ein, nur schon deshalb, weil er auch noch in den 1970er Jahren zu ähnlichem Vokabular gegriffen hatte, um zivilisatorische Zerfallserscheinungen zu beklagen. Seine Schülerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hanna-Maria_Zippelius">Hanna-Maria Zippelius</a> zeigte später auf, dass die Instinkttheorie methodische Schwächen aufwies und sich Verhaltensstudien von Lorenz und Tinbergen nicht reproduzieren liessen, möglicherweise gar, weil die beiden Autoren Daten selektiv veröffentlicht oder zurückbehalten hatten.</p>
<p>Die Idee der Arterhaltung schliesslich wurde in erster Linie durch Dawkins’ Theorie des <em>selfish gene</em> widerlegt. Scheinbar selbstloses Verhalten wird vielmehr als<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reziproker_Altruismus">reziproker Altruismus</a> gedeutet, also einem allenfalls zeitverschobenen Geben und Nehmen. Trotz dieser Kontroversen verdient der Begründer der «Tierpsychologe», wie Lorenz die Disziplin selbst genannt hatte, im Darwin-Jahr eine Erwähnung.</p>
<p>Und auch den heutigen Ethologen bleiben noch offene Fragen, beispielsweise wie die in beiden Filmen dargestellten Verhaltensmuster gemäss den vier Tinbergen-Fragestellungen zu deuten sind&#8230;<br />
<p><a href="http://kyriacou.ch/2009/02/zum-20-todestag-von-konrad-lorenz-untersuchungsmaterial-fur-ethologen/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p></p>
<p style="text-align: center; "><small><strong>Alles Instinkt oder was?</strong></small></p>
<p><p><a href="http://kyriacou.ch/2009/02/zum-20-todestag-von-konrad-lorenz-untersuchungsmaterial-fur-ethologen/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p><br />
<small><strong></strong></small></p>
<p style="text-align: center;"><small><strong>Artübergreifender Altruismus?</strong></small></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Abstammungslehre und persönliche Präferenzen</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 15:43:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gretchenfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderbares]]></category>
		<category><![CDATA[Dachschaden]]></category>
		<category><![CDATA[Das Wort zum Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Extraseichtes]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Wort zum Sonntag
«Ich stamme lieber von Gott ab als von einem Affen» meint ein Kommentator des Tages-Anzeiger-Interviews mit Pius-Bruder Franz dem Schrecklichen. Die Wunschäusserung hat zwar wenig mit dem Interview-Inhalt zu tun, ist aber irgendwie nachvollziehbar. Den Primaten wurde durch die Evolution ein überdimensionierter Frontallappen mit auf den Weg gegeben. Die damit verbundenen kognitiven Fähigkeiten bringen einen allerdings zuweilen arg ins Grübeln. Die Leichtigkeit des Seins erreicht wohl eher, wer frei von derlei Ballast ist.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Wort zum Sonntag</strong></p>
<p><em>«Ich stamme lieber von Gott ab als von einem Affen»</em> meint ein Kommentator des <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/PiusBruder-Wir-verkuenden-ewige-Wahrheiten/story/10402765">Tages-Anzeiger-Interviews</a> mit Pius-Bruder <a href="http://kyriacou.ch/2009/02/die-welt-verstehen-heute-mit-pius-bruder-franz-schmidberger/#utm_source=feed&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=feed">Franz dem Schrecklichen</a>. Die Wunschäusserung hat zwar wenig mit dem Interview-Inhalt zu tun, ist aber irgendwie nachvollziehbar. Den Primaten wurde durch die Evolution ein überdimensionierter Frontallappen mit auf den Weg gegeben. Die damit verbundenen kognitiven Fähigkeiten bringen einen allerdings zuweilen arg ins Grübeln. Die Leichtigkeit des Seins erreicht wohl eher, wer frei von derlei Ballast ist.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Darwin-Ausstellung im Naturhistorischen Museum Bern &#8211; verpasste Chance</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 20:04:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturelles]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>

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		<description><![CDATA[Pünktlich zu Darwins Geburtstag am 12. Februar wurde sie eröffnet, die Ausstellung «Es war einmal ein Fink». Was mit einem witzigen Plakat als Sonderausstellung angekündigt wird, entpuppt sich vor Ort im Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern als kleine Schaukastensammlung im zweiten Stock.
In einer ersten Vitrine wird das Prinzip der Mutation anhand einer Genmanipulation an der Fruchtfliege, dem erstmaligen Auftreten von blauen Augen beim Menschen vor rund 6000 Jahren und ungewöhnlichen Fellfarben aufgrund von hohen oder tiefen Melaninanteilen erläutert. Der nächste Kasten ist dem Thema Variation gewidmet und zeigt, wie beim Mäusebussard und der Hummel-Ragwurz-Orchidee innerhalb derselben Art gewisse Merkmale sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Daneben wird auf das Prinzip der Selektion eingegangen und am Beispiel des Hornkäfers gezeigt, wie sexuelle Selektion der Anpassungsfähigkeit an die Umwelt entgegenwirken kann und wie der Mensch beim Hund durch Zucht auf dessen Evolution Einfluss nahm. Die drei Kästen sind zwar logisch angeordnet und sollen aufzeigen, wie Mutationen zu Variationen in einer Bevölkerung ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright" title="Plakat «Es war einmal ein Fink»" src="http://kyriacou.ch/files/darwin_es_war_einmal_ein_fink-2.png" alt="" width="188" height="248" />Pünktlich zu Darwins Geburtstag am 12. Februar wurde sie eröffnet, die Ausstellung «<a href="http://www.nmbe.ch/deutsch/frameset_210_1.html">Es war einmal ein Fink</a>». Was mit einem witzigen Plakat als Sonderausstellung angekündigt wird, entpuppt sich vor Ort im Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern als kleine Schaukastensammlung im zweiten Stock.</p>
<p>In einer ersten Vitrine wird das Prinzip der <em>Mutation</em> anhand einer Genmanipulation an der Fruchtfliege, dem erstmaligen Auftreten von blauen Augen beim Menschen vor rund 6000 Jahren und ungewöhnlichen Fellfarben aufgrund von hohen oder tiefen Melaninanteilen erläutert. Der nächste Kasten ist dem Thema <em>Variation</em> gewidmet und zeigt, wie beim Mäusebussard und der Hummel-Ragwurz-Orchidee innerhalb derselben Art gewisse Merkmale sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Daneben wird auf das Prinzip der <em>Selektion</em> eingegangen und am Beispiel des Hornkäfers gezeigt, wie sexuelle Selektion der Anpassungsfähigkeit an die Umwelt entgegenwirken kann und wie der Mensch beim Hund durch Zucht auf dessen Evolution Einfluss nahm. Die drei Kästen sind zwar logisch angeordnet und sollen aufzeigen, wie Mutationen zu Variationen in einer Bevölkerung führen und diese wiederum eine Grundlage der Selektion sind. Doch die Besucher werden nicht wirklich geführt, es wird kaum versucht, eine schlüssige Geschichte zu erzählen. So bleibt beispielsweise unerwähnt, dass es immer einen umweltbedingten Selektionsdruck braucht, der unter anderem dadurch entsteht, dass Tiere wie Pflanzen mehr Nachkommen erzeugen, als die Umwelt aufnehmen kann.</p>
<p>Nach den drei Vitrinen – sie werden auf der anderen Seite des Korridors begleitet von kleinen Schaukästen mit kaum kommentierten ausgestopften Finken und anderen Vogelarten – erwartet den Zuschauer ein Kurzfilm, der das Entstehen einer neuen Art illustrieren soll. Ein Erzähler in einer Werkstatt &#8211; der Sinn der gewählten Kulisse erschloss sich mir nicht – berichtet von zwei Migrationsbewegungen von Buchfinken vom europäischen Festland auf die Kanarischen Inseln. Er erläutert, dass aufgrund des grossen Zeitabstandes zwischen den beiden Ansiedlungen und der leicht unterschiedlichen Entwicklungen, welche die beiden Populationen durchgemacht hatten, sich zwei Arten gebildet hatten, die sich trotz des erneut gemeinsamen Lebensraums nicht mehr untereinander kreuzten. Es scheint, also ob sich die Macher nicht recht entscheiden konnten, ob der Film lehrhaft oder witzig sein sollte. Eins aber ist sicher: Die meisten Zuschauer liefen nach wenigen Sekunden desinteressiert weiter – trotz (oder wegen?) der die ganze Ausstellung durchdringenden Lautstärke.</p>
<p>Nach der Leinwand geht’s bereits wieder Richtung Ausgang. Auf der Rückseite der Vitrinenwand erwarten den Zuschauer weitere Schaukästen, eine mit einer Ammonitensammlung und einer Zeittafel, an der mehrere Besucher rätselten, wie sie denn zu lesen war. Im benachbarten Kasten geht’s um die Menschwerdung. Und spätestens hier wird’s leider richtiggehend ärgerlich. Nach dem Prinzip der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kladistik">Kladistik</a> sind ausgestorbene und heutige Primatenlinien aufgeführt, ganz rechts symbolisieren die Schädel des Menschen und der grossen Menschenaffen die aktuellen Gattungen. Die sind allerdings nur auf lateinisch beschriftet, wer also nicht weiss, dass <em>Pan</em> Schimpansen und <em>Pongo</em> Orangutans sind, kommt mit der Darstellung wohl kaum klar. Das sind völlig unnötige Hürden bei einer Ausstellung, die sich nicht an ein Fachpublikum richtet.</p>
<p><img style="border: initial none initial;" src="http://kyriacou.ch/files/schaedel.jpg" alt="schaedel" width="451" height="350" /><br />
<small><strong>Die Entwicklung der Primatenarten</strong> (Ausschnitt): Kaum Erläuterungen und ausschliesslich lateinische Beschriftungen (Handyfoto)<br />
</small><br />
Vielleicht muss, wer eine Ausstellung sehen will, die Darwin gerecht wird, nach London gehen. Ali Arbia jedenfalls empfiehlt in seinem <a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2009/02/darwins-grosse-idee-eine-ausstellung-in-london.php">Blogbeitrag</a> die Ausstellung «<a href="http://www.nhm.ac.uk/visit-us/whats-on/darwin/more-about-darwin.html">Darwin: Big idea, big exhibition</a>» des dortigen Naturhistorischen Museums.</p>
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		<title>2009: Galileo und Darwin reloaded</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jan 2009 16:38:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie stehen stellvertretend für die beiden ersten fundamentalen Kränkungen des Menschen: Galileo Galilei und Charles Darwin. Ersterer bestätigte vor 400 Jahren mit seinen Beobachtungen des Sternenhimmels durch ein Teleskop Kopernikus’ These, dass die Erde um die Sonne kreise. Zweiterer präsentierte vor 150 Jahren mit seinem Werk On the Origin of Species eine schlüssige Erklärung für die Entwicklung der Arten.
Aus religiöser Sicht waren (und sind) die erfahrenen Kränkungen in der Tat fundamental: Unser Planet bildet mitnichten das Zentrum des Universums und der Mensch ist kein nach irgend einem göttlichen Ebenbild geschaffenes Wesen. Logisch, dass beide Wissenschafter von der jeweiligen Staatskirche bekämpft wurden. Galileo wurde durch die Inquisitoren gezwungen, seine Schlussfolgerungen zu widerrufen. Und Darwin wurde von Vertretern der anglikanischen Kirche geächtet.
Die beiden Forscher und ihre monumentalen Beiträge zu unserem naturwissenschaftlichen Verständnis werden dieses Jahr gebührlich gefeiert, 2009 ist zugleich das Internationale Jahr der Astronomie und das Darwin-Jahr.
Und so langsam scheinen sich auch die Kirchen daran zu gewöhnen, dass ihre eigenen Weltbilder reformbedürftig ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright" title="Darwinjahr 09" src="http://kyriacou.ch/files/www.darwinyear09.ch.jpg" alt="" width="189" height="75" />Sie stehen stellvertretend für die beiden ersten <a rel="self" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%A4nkungen_der_Menschheit">fundamentalen Kränkungen des Menschen</a>: <strong>Galileo Galilei</strong> und <strong>Charles Darwin</strong>. Ersterer bestätigte vor 400 Jahren mit seinen Beobachtungen des Sternenhimmels durch ein Teleskop Kopernikus’ These, dass die Erde um die Sonne kreise. Zweiterer präsentierte vor 150 Jahren mit seinem Werk <em>On the Origin of Species</em> eine schlüssige Erklärung für die Entwicklung der Arten.</p>
<p>Aus religiöser Sicht waren (und sind) die erfahrenen Kränkungen in der Tat fundamental: Unser Planet bildet mitnichten das Zentrum des Universums und der Mensch ist kein nach irgend einem göttlichen Ebenbild geschaffenes Wesen. Logisch, dass beide Wissenschafter von der jeweiligen Staatskirche bekämpft wurden. Galileo wurde durch die Inquisitoren gezwungen, seine Schlussfolgerungen zu widerrufen. Und Darwin wurde von Vertretern der anglikanischen Kirche geächtet.</p>
<p>Die beiden Forscher und ihre monumentalen Beiträge zu unserem naturwissenschaftlichen Verständnis werden dieses Jahr gebührlich gefeiert, 2009 ist zugleich das <a rel="self" href="http://www.astronomy2009.org/">Internationale Jahr der Astronomie</a> und das <a rel="self" href="http://www.darwin-jahr.de/">Darwin-Jahr</a>.</p>
<p>Und so langsam scheinen sich auch die Kirchen daran zu gewöhnen, dass ihre eigenen Weltbilder reformbedürftig sind. «Bereits» 1979 hatte die katholische Kirche eine Kommission eingesetzt, um den «Fall Galileo» neu aufzurollen. Und blosse 12 Jahre später verkündete der Vatikan, dass Galileo mit seiner heliozentrischen Sicht tatsächlich richtig gelegen hatte. Und nun will die Kirche ihm gar in ihren Heiligtümern eine <a rel="self" href="http://online.wsj.com/article/SB121987272998177553.html?mod=googlenews_wsj">Statue</a> errichten. Und rechtzeitig zum Jubiläum<a rel="self" href="http://www.cofe.anglican.org/darwin/malcolmbrown.html">sendet</a> auch ein Vertreter der Anglikanischen Kirche ein mea culpa aus. (Von einer Statue in der Canterbury Cathedral ist allerdings noch nicht die Rede&#8230;)</p>
<p>Mit oder ohne kirchlichen Segen, etliche Veranstaltungen im Rahmen der beiden Jubiläumsjahre sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Anlässe in der deutschsprachigen Schweiz zum Astronomiejahr sind <a rel="self" href="http://space175.unibe.ch/galileo/internationales-jahr-der-astronomie/anlaesse-nach-datum.html">hier</a> aufgeführt und solche zum Darwin-Jahr <a rel="self" href="http://www.darwinyear09.ch/index.php?id=5">hier</a> (in Zürich) und <a rel="self" href="http://www.forum.unibe.ch/de/pro_Darwin.htm">hier</a> (Bern).</p>
<p><img class="alignnone" title="Astronomiejahr 2009" src="http://kyriacou.ch/files/rdv.jpg" alt="" width="474" height="56" /></p>
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		<title>Roger Liebi der Kreationist [Update]</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Dec 2008 13:08:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gretchenfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Junk Science]]></category>
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		<description><![CDATA[Roger Liebi ist ein Scharlatan*. Die Rede ist allerdings nicht vom SVP-Stadtratskandidaten sondern von seinem Namensvetter, über den der Tages-Anzeiger neulich gestolpert ist.
Dieser andere, parteilose, Roger Liebi ist Theologe mit “akademischen” Titeln vom privaten US-Amerikanischen Whitefield Theological Seminary, welches gemäss Selbstdarstellung (PDF) folgende Lehrsätze verficht:
(1) Biblical Inerrancy; (2) Biblical Creationism; (3) Justification by Faith alone; (4) Bodily resurrection and (5) Presbyterian form of government.
Roger Liebi hält regelmässig Referate bei evangelikalen Gruppen. Eines handelte von der Entstehung der Sprachen (Teil 1, Teil 2, total 110 Minuten). Liebi argumentiert, die menschliche Sprache hätte sich nicht etwa graduell entwickelt, sondern sei ganz gemäss Genesis-Darstellung dem Menschen gleich zu Anbeginn in vollendeter Form von Gott eingehaucht worden. Danach kam nur noch ein schleichender Zerfall, ausgelöst durch den sündigen Menschen.
Aus Sicht der Evolutionstheorie haben sich die Hirnareale, die uns zum Sprechen und Verstehen von Sprache befähigen, graduell entwickelt. Urformen der menschlichen Sprache bestanden wohl aus kurzen Äusserungen, deren Bedeutungen sich erst allmählich festigten. Nach und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Roger Liebi ist ein Scharlatan<span style="color: #d90000;">*</span>. Die Rede ist allerdings nicht vom <a rel="self" href="http://www.roger-liebi.ch/">SVP-Stadtratskandidaten</a> sondern von seinem <a rel="self" href="http://www.rogerliebi.ch/">Namensvetter</a>, über den der Tages-Anzeiger neulich <a rel="self" href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Verwechslungsgefahr-Roger-Liebi-gibt-es-im-Doppelpack/story/28506209">gestolpert</a> ist.</p>
<p>Dieser andere, parteilose, Roger Liebi ist Theologe mit “akademischen” Titeln vom privaten US-Amerikanischen <a rel="self" href="http://whitefield.edu/history.php">Whitefield Theological Seminary</a>, welches gemäss Selbstdarstellung (<a rel="self" href="http://whitefield.edu/downloads/WTS%20Catalog.pdf">PDF</a>) folgende Lehrsätze verficht:</p>
<blockquote><p>(1) Biblical Inerrancy; (2) Biblical Creationism; (3) Justification by Faith alone; (4) Bodily resurrection and (5) Presbyterian form of government.</p></blockquote>
<p>Roger Liebi hält regelmässig Referate bei evangelikalen Gruppen. Eines handelte von der Entstehung der Sprachen (<a rel="self" href="http://www.sermon-online.de/search.pl?lang=de&amp;id=15895&amp;title=&amp;biblevers=&amp;searchstring=&amp;author=0&amp;language=0&amp;category=0&amp;play=0">Teil 1</a>, <a rel="self" href="http://www.sermon-online.de/search.pl?lang=de&amp;id=15896&amp;title=&amp;biblevers=&amp;searchstring=&amp;author=0&amp;language=0&amp;category=0&amp;play=0">Teil 2</a>, total 110 Minuten). Liebi argumentiert, die menschliche Sprache hätte sich nicht etwa graduell entwickelt, sondern sei ganz gemäss Genesis-Darstellung dem Menschen gleich zu Anbeginn in vollendeter Form von Gott eingehaucht worden. Danach kam nur noch ein schleichender Zerfall, ausgelöst durch den sündigen Menschen.</p>
<p>Aus Sicht der Evolutionstheorie haben sich die Hirnareale, die uns zum Sprechen und Verstehen von Sprache befähigen, graduell entwickelt. Urformen der menschlichen Sprache bestanden wohl aus kurzen Äusserungen, deren Bedeutungen sich erst allmählich festigten. Nach und nach entwickelten sich Regeln zum Satzbau und grammatikalische Zeiger, beispielsweise um verschiedene Zeitformen zu bezeichnen.</p>
<p>Liebis «Beweisführung», dass die Bibeltreuen und nicht etwa die Wissenschaft mit ihren Annahmen über die Entstehung der Sprache richtig liegen, geht ungefähr so: Die ältesten Sprachen, von denen wir schriftliche Fundstücke haben, also beispielsweise Sanskrit, Sumerisch oder Griechisch, haben alle eine hochkomplexe Grammatik. Also sind sie Beweis dafür, dass die ursprünglichen Sprachstämme, diejenigen nämlich, die es unmittelbar nach der gottwollten babylonischen Sprachverwirrung gab, hochkomplex waren. Das war selbstredend kein Zufall sondern göttliche Vorsehung. Gott war ja sein eigener Qualitätssicherer und pflegte das Gelingen seiner Schöpfungsakte persönlich zu bezeugen «Und Gott sah, dass es gut war». Bei allen Sprachstämmen kann beobachtet werden, dass grammatikalische Formen verloren gehen, also findet gemäss Liebi lediglich eine Degeneration statt. Liebi führt zudem noch aus, dass auch Sprachen von primitiven Kulturen &#8211; er führt als Beispiele nord- und südamerikanische Indianerstämme auf &#8211; hochgradig komplex sind, wie eifrige Missionare beim Bibelübersetzen jeweils freudig überrascht zur Kenntnis nahmen.</p>
<p>Was Liebi da – «durch Deduktion», wie er selbst beteuert &#8211; zusammenbastelt, ist, um es mit dem anerkannten Fachbegriff für religiöse Durchgeknalltheit auszudrücken, <strong>apeshit crazy nuttiness</strong><sup>1</sup>.</p>
<p>Auch wenn aus wissenschaftlicher Sicht weiterhin unklar bleibt, wann sich die menschliche Sprache zu entwickeln begann, deren Beginn mit dem Einsetzen der Schriftsprache gleichzusetzen, ist absoluter Schwachsinn. Und selbstredend gibt es auch in modernen Sprachen das Phänomen der Grammatikalisierung. Im Deutschen dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Kurzformen wie «meinste» und «weisste», die sich aus «meinst du» beziehungsweise «weisst du» ableiten, auch in der Standardsprache als grammatisch korrekt gelten. Dass Formen wegfallen, ist, wie in der Biologie, nichts aussergewöhnliches. Wer schon mal auf sein Steissbein gefallen ist, wird durch dieses Schwanzrudiment unsanft an seine evolutionäre Herkunft erinnert. Ob dies Herrn Liebi schon mal passiert ist oder ob er allenfalls auf andere Körperteile gefallen ist, entzieht sich leider meiner Kenntnis.</p>
<p>Für seine Arbeit erhielt Liebe vom Whitefield Theological Seminary übrigens ein Summa cum laude, wie er zu Beignn seiner Audio-Aufnahme stolz verkündet. Deren Lehrsätze hat er schliesslich meisterhaft befolgt.</p>
<p><sup>1</sup> <small>Begriff eingeführt <a href="http://www.flickfilosopher.com/blog/2008/04/expelled_no_intelligence_allow.html">MaryAnn Johanson</a>. Für ein weiteres Beispiel siehe <a rel="self" href="http://kyriacou.ch/2008/04/bei-allah-greenwich-mean-time-ist-schuld-an-blutkreislaufstorungen/#utm_source=feed&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=feed">Bei Allah! Greenwich Mean Time ist schuld an Blutkreislaufstörungen</a>.</small></p>
<p><span style="color: #d90000; font-weight: bold;">Update 10.01.2009</span>: Die Verwendung des Begriffs «Scharlatan» wurde von einem Blog-Leser kritisiert. Er passt bestens, scheint aber für einzelne erklärungsbedürftig. Deshalb gibt’s <a title="Blog:Von Gauklern, Scharlatanen und Scheinwissenschaftlern" rel="self" href="http://www.kyriacou.ch/2009/01/von-gauklern-scharlatanen-und-scheinwissenschaftlern">hier</a> einen separaten Beitrag dazu.</p>
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