Artikel mit dem Tag 'Islam'
Gretchenfrage, Sonderbares »
Religionsführer zeigen sich besorgt: Kindsmissbrauch, Terroraufrufe und Betrügereien prägen die Schlagzeilen über ihre Gemeinschaften. Um davon abzulenken haben sie hinter verschlossenen Türen eine neue Trendsportart entwickelt: Das Narrenpriesterduell: Es soll die Vertreter der Religionsgemeinschaften in einem humorvollen Licht zeigen. Zugelassen sind alle Würdenträger grosser und kleiner Religionsgruppen. Die Aufgabe: mit einer möglichst grotesken Auslegung ihrer heiligen Schriften Schlagzeilen produzieren.
Bei der weltweiten Erstdurchführung treten der österreichische Diözesanbischof Klaus Küng (links) und der saudische Scheich und Regierungsberater Abdul Mohsin al-Abaican (leider kein Bild vorhanden) gegeneinander an.
Klaus Küng tritt an mit dem schalkhaften Vorschlag, wiederverheiratete Geschiedene könnten die Kommunion empfangen, sollten sie ihre sexuelle Gemeinschaft nicht fortführen und «wie Bruder und Schwester» leben.
Scheich Abdul «Comical» Mohsin al-Abaican hingegen schlägt vor, dass das islamische Verbot für Frauen und Männer, die nicht derselben Familie angehören, sich in einem gemeinsamen Raum aufzuhalten, umgangen werden könnte, indem die Frauen den Männern ein Glas Brustmilch zum Trinken gäben (selbstredend ab Glas!). Dieses «Säugen» würde die Männer wie eigene …
Gretchenfrage, Politik, Sonderbares »
Die Schweizer Hardcore-Evangelikalen dürfen sich freuen: Sie kriegen Verstärkung – von ihren muslimischen Brüdern. Der türkische Kreationist Adnan Oktar – er tritt für gewöhnlich unter dem Pseudonym Harun Yahya auf – missioniert nun also auch in der Schweiz. Am 28. Mai lädt er seine Groupies ins Zürcher Kongresshaus ein:
Oktar bemüht sich intensiv, seine christlichen Mitstreiter abzuholen: Auf jesuskommtzuruck.com schwurbelt er von der Rückkehr Jesu’ und davon, dass sich Muslime und Christen unter den «wahren moralischen Werten der Religion versammeln» werden. Der Wertekanon, den er propagiert, dürfte das Herz eines jeden EDU-lers höher schlagen lassen:
Es gibt heutzutage eine große Gefahr, die den Zusammenhalt der Gesellschaften auf der Welt bedroht. So wie ein Virus einen menschlichen Körper tötet, bringt diese Gefahr einen schleichenden sozialen Kollaps. Diese Gefahr besteht in der Herabwürdigung solcher moralischer Werte, die eine gesunde Gesellschaft aufrecht erhalten. Homosexualität, Prostitution, vorehelicher und außerehelicher Geschlechtsverkehr, Sexualverbrechen, Pornographie, sexuelle Belästigung und der Anstieg von Geschlechtskrankheiten sind eine Reihe wichtiger Indikationen für den …
Gretchenfrage, Politik »
Der Dammbruch beginnt also in Belgien: Das Tragen von Burkas und Niqabs soll durch ein neues Gesetz verboten werden, welches «das Tragen jedes Kleidungsstücks, welches das Gesicht ganz oder hauptsächlich verhüllt» in der Öffentlichkeit untersagt. In weiteren Staaten, so auch der Schweiz, sind ähnliche Vorhaben in Vorbereitung.
«Die Burka ist ein mobiles Gefängnis», liess sich der liberale Abgeordnete Bart Somers zitieren. Man braucht nichts schönzureden, dies trifft für die allermeisten Trägerinnen wohl zu. Dennoch stellt sich die Frage, ob demokratische Staaten, die in aller Regel vorgeben, individuelle Freiheitsrechte hoch zu halten, Kleidervorschriften für ihre Bevölkerung erlassen sollen und dürfen.
Es soll dem Staat nicht abgesprochen werden, auch mit illiberalen Mitteln seine Bürger vor sich selbst und anderen zu schützen, doch die angebliche Poppersche Losung «keine Toleranz der Intoleranz» wird in der aktuellen Debatte vorschnell und unzulässig verkürzt zitiert.
In «The Open Society and Its Enemies», das Popper während des zweiten Weltkrieges geschrieben hatte, zeigt er die Schwierigkeit der Gratwanderung …
Gretchenfrage, Kulturelles, Politik »
Es wird also nichts aus dem Überraschungsgast: Die Organisatoren des Kopenhagener Kongresses «Gods & Politics» mussten verkünden, dass der Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard dem Mitte Juni stattfindenden Anlass aus Sicherheitsgründen fernbleiben wird. Westergaard wurde für seine 2005 entstandene Illustration, die Mohammed mit Bombe auf dem Kopf darstellt, bekannt. Seit 2008 steht er unter ständigem Polizeischutz, im Januar dieses Jahres entging er nur knapp einem Anschlag in seinem Haus im dänischen Aarhus. Der Attentäter war ein muslimischer Somalier mit Verbindungen zu Al Quaida.
Letzte Woche wurden zudem die Southpark-Macher Trey Parker und Matt Stone bedroht, da sie zur 200. Sendung Mohammed in einem Bärenkostüm abgebildet und im Sketch darauf hinwiesen hatten, dass Mohammed eben nicht abgebildet werden dürfe. Eine extremistische Gruppe namens revolutionmuslim liess daraufhin auf ihrer Website verlauten:
We have to warn Matt and Trey that what they are doing is stupid and they will probably wind up like Theo Van Gogh for airing this show.
Gretchenfrage, Politik »
Das Wort zum Sonntag
Eine pakistanische Gruppe von Christen, der Christian Progressive Movement (CPM), organisierte diese Woche eine Demo gegen das Schweizer Minarettverbot, wie die englischsprachige pakistanische Zeitung «The Nation» berichtet.
Addressing the gathering, Chairperson CPM Naila J Dayal said that the decision of Switzerland was condemnable and shameful. She said that it was the fundamental right of the minority to enjoy its religious freedom anywhere in the world.
Was auf den ersten Blick nach religionsübergreifender Solidarität (und allenfalls dem berechtigten Vertreten eigener Minderheiteninteressen vor Ort) klingt, nimmt aber schnell eine ungemütliche Wende:
She alleged that the Jewish lobby was behind this heinous exercise, adding that the aforementioned lobby wants conflict between Muslims and Christians for its vested interests.
Gretchenfrage, Politik »
Landauf, landab finden Kundgebungen statt, bei denen Personen ihr Bedauern über die Annahme des Minarettverbots bekunden, so auch am kommenden Samstag in Bern: Auf Facebook wird zur «Kundgebung gegen die Islamhetze» aufgerufen, die von 12 bis 15 Uhr auf dem Bundesplatz über die Bühne gehen soll. Gastredner ist der deutsche Konvertit Pierre Vogel, der sich auch Abu Hamza nennt.
Der Ex-Profi-Boxer liess sich bei den Wahhabiten in Mekka zum Prediger ausbilden und missioniert seither fleissig bei der deutschen Jugend. Er vertritt eine fundamentalistische Position, wettert gegen Homosexualität und gegen das Unterrichten von Evolutionslehre in der Schule und verlangt von Organisatoren, dass an Veranstaltungen Männer und Frauen getrennt werden.
Und er erklärt die Verschleierung der Frau zur Pflicht (siehe Video). Geradezu grotesk mutet es deshalb an, dass die Demo auch als Solidaritätsbekundung für Sura al-Shawk dienen soll, die sich das Recht erkämpfen will, beim Basketballspielen ihr Kopftuch zu tragen.
Mit gutem Grund haben in Deutschland «terre des femmes» und andere …
Politik »
Der Club Helvétique will statt des Minarettverbots einen Toleranzartikel in der Bundesfassung festschreiben. Dies kündigen mehrere seiner Mitglieder heute in der Zeitung Sonntag an. Die Gruppe will also das Minarettverbot nicht auf dem Rechtsweg kippen sondern über eine erneute demokratische Auseinandersetzung. Der Ansatz passt gut zum deklarierten Selbstzweck des Clubs:
Der Club Helvétique (CH) bezweckt die Pflege des eidgenössischen Staatsgedankens und die demokratische, fortschrittliche Entwicklung der Institutionen des Bundes. Er nimmt Stellung gegen alle Bestrebungen, liberale und soziale Grundlagen unserer Willensnation zu zerstören. Er tritt für eine Schweiz ein, die gemeinschaftliche Sorgfalt pflegt. Er kämpft für Freiheit: für eine offene Gesellschaft, die ihre Vielfalt schätzt, und ein offenes Land, das Verfolgte schützt. CH versteht das patriotische Erbe von 1848 als Pflicht, die Ideale der modernen Schweiz jetzt erst recht zu bekräftigen.
(Etwas seltsam mutet an, dass diese Eigendeklaration auf ihrer Website nur als kaum lesbares Hintergrundbild erscheint.)
Noch scheint völlig offen, wie die 26er-Gruppe zu 100’000 Unterschriften kommen …
Politik »
Es besteht kein Zweifel: Die Mehrheit derjenigen, die am vergangenen Sonntag abstimmten, hat uns nicht nur einen unsinnigen Verfassungszusatz eingebrockt sondern auch einen, der zusammen mit der Gottesanrufung in der Präambel reichlich ungemütlich klingt:
«Im Namen Gottes des Allmächtigen [...] Der Bau von Minaretten ist verboten.»
Es besteht für mich kein Zweifel: Diese einzige Referenz auf das Baurecht, diese interreligiöse Wettbewerbsverzerrung, dieser Stellvertretersatz gehört nicht in die Verfassung und er soll daraus wieder entfernt werden. Der einzige Weg dazu führt über eine Volksabstimmung. Die Forderung nach einem «revote» darf deshalb durchaus gestellt werden. Und da darf sich gerne auch Dani Cohn-Bendit einreihen.
Nur: Der Cohn’sche Plan, den er der Zeitung Le Temps verrät und welcher das Umdenken bei den Ja-SagerInnen herbei führen soll, zeugt von einer unglaublichen Arroganz und von einer gefährlich demokratiefeindlichen Haltung:
La plus formidable des ripostes – mais je rêve – serait que les plus riches des pays musulmans retirent leur argent des banques suisses. Vider …
Gretchenfrage, Sonderbares »
Aus einer AP-Kurzmeldung von gestern Abend (erschienen bei 20 Min):
Im US-Staat New York hat ein Mann seine Frau enthauptet, nachdem sie die Scheidung eingereicht hatte. [...]. Der Täter leitete einen Fernsehsender, mit dem er nach eigenen Angaben einem negativen Image von Muslimen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 entgegenwirken wollte.
Gemäss CNN kam die Idee zur Image-Werbung folgendermassen zustande:
Hassan came to America from Pakistan 25 years ago and became a successful banker, but he and his wife were troubled by the negative perception of Muslims, Voice of America reported in 2004. Speaking in December 2004, Hassan said his wife, then pregnant, was worried about that perception and «felt there should be an American Muslim media where her kids could grow up feeling really strong about their identity as an American Muslim.» «So she came up with the idea and turned to me and said, ‘Why don’t you do it?’ » he said. «And I was like, I …






