Artikel mit dem Tag 'Junk Science'
Statistisches, Wissenschaft »
Eigentlich haben sich schon genügend helvetische (und andere) BloggerInnen zu Wort gemeldet – gegen Impfverweigerung anzuschrei(b)en scheint wirklungslos.
Dennoch ein paar Fakten: Mehr als 13001 Personen sind in der Schweiz seit Jahresbeginn an Masern erkrankt – Mitte März waren’s noch 700. Kein Wunder, werden doch 98% aller Ungeimpften, die mit Masernerkrankten in Kontakt kommen, vom Virus befallen. Deshalb sind die ach so kultigen Masern-Parties auch jeweils ein «voller Erfolg» – wie auch das schnelle Weiterreichen der Krankheit von Land zu Land.
Für einen nicht geringen Teil der Angesteckten gibt es nach einer Masern-Party allerdings wenig zu feiern: 133 der 699 bis Mitte März beim Bundesamt für Gesundheit registrierten Masernpatienten mussten hospitalisiert werden. 79 hatten hatten eine Lungenentzündung und sechs eine diagnostizierte oder vermutete Gehirnentzündung. Bei Masern gilt: Was einen nicht umbringt (Chance 1:500), macht nicht unbedingt stark sondern vielleicht einfach nur debil.
Wer glaubt, diese Risiken seien in Kauf zu nehmen, da eine Impfung ja fast garantiert Autismus auslöse, soll dies hier lesen. Also liebe …
Gretchenfrage, Sonderbares »
Bereits im Dezember 2006 hatte der ägyptische Forscher Abd al-Baset al-Sayyid festgestellt, dass auf Greenwich basierende Zeitrechnungen zu Differenzen von rund 8.5 Minuten zwischen der nördlichen und der südlichen Hemisphäre führten, was beispielsweise im Flugverkehr zu Schwierigkeiten führe. Mit einer Umstellung auf Mekka-Zeit würden diese Probleme verschwinden – und noch andere mehr.
Die Erläuterungen nicht verstanden? Abd al-Baset al-Sayyid erklärt es Schritt für Schritt
Denn nirgendwo sonst auf der Welt ist Blut dermassen gut in der Lage, Sauerstoff im Körper zu transportieren wie in Mekka. Vielleicht hängt dies mit der kurzwelligen Strahlung zusammen, die von Mekka ausgeht, die der weise Gelehrte an anderer Stelle beschreibt (Video).
An der Konferenz wurde übrigens noch eine Uhr vorgestellt, die im Gegenuhrzeigersinn läuft und helfen soll, die Richtung nach Mekka von jedem Punkt der Erde aus bestimmen zu können. Ob bei diesem Modell die Zeit ebenfalls rückwärts läuft, erwähnt der BBC-Bericht leider nicht.
Wissenschaft »
Das British Medical Journal ist eine altehrwürdige medizinische Fachzeitschrift mit respektablem Impact factor. Wie bei einer seriösen wissenschaftlichen Zeitschrift üblich, werden eingereichte Artikel von Fachleuten vorgeprüft und nur abgedruckt, wenn sie die Anforderungen der Reviewer erfüllen – ausser bei der Rubrik Personal View, offenbar Gefäss für Junk science: Co-Herausgeberin Trish Groves klärt die Leserschaft in der aktuellen Ausgabe (Auszug, voller Text für Abonnenten) über den wahren Grund für übermässigen Alkoholkonsum in Grossbritannien auf.
Schuld an der masslosen Sauferei – zumindest unter der englischen Mittelklasse – ist die 0.75l-Weinflasche:
I like a glass of good wine with my supper. But, once two of us have had a glass each, it’s hard to know what to do with the rest. The fridge door is already full of milk bottles, the wine stoppers leak if you lay the bottle on a shelf, and although whites and rosés may not mind sitting in the fridge for another day or two, most reds don’t keep well …
Gretchenfrage, Sonderbares »
Erbauendes (und wie immer überaus Wichtiges) vermeldet heute-online: Auf Göttliches Geheiss hin gibt Uriella, die nun schon ein Jahr schweigt, weiterhin keine Interviews.
Ach gütiger Gott, ja gibt es Dich vielleicht doch? Ja wenn Du schon dabei bist: Könntest Du vielleicht dafür sorgen, dass Madame Etoile künftig höchstens noch Wetterprognosen in den Äther trötet, Uri Geller vom Löffel biegen auf abgeben umsattelt, die Wachturm-Verteiler künftig Fahrbahnen statt Trottoirs blockieren und die Scientologen sich nach Hollywood zurückziehen?
Für so ein omnipotentes Wesen müsste das doch problemlos umsetzbar sein, oder? Sagen wir bis zum 10. März? So viel zielgerichtetes metaphysisches Eingreifen würde mir elendem Skeptiker als Gottesbeweis vollkommen genügen. Sollte das Datum aber ungenutzt verstreichen, gilt dieser Blog-Eintrag als Teilnahme am Blog-Karneval von Benjamin B. mit selbigem Stichdatum zum Thema «Wie hast Du’s mit der Religion?».
Erwartungsvoll,
Andreas
Ein Blogkarneval ist eine Online-Umfrage eines Bloggers zu einem beliebigen Thema, die zumeist durch Erwähnung in weiteren Blogs im Schneeballsystem verbreitet wird.
Gretchenfrage, Statistisches »
Sie sind fester Bestandteil der Jahresenderituale, die Rückblicke aufs vergangene Jahr. Und meistens sind sie stinklangweilig, da sie eben nur bereits Bekanntes Revue passieren lassen. Spannender wird’s allerdings, wenn auf (angebliche) Weissagungen zurück geblickt wird. Eben dies machte Hugo Stamm in einem Tages-Anzeiger-Artikel. Er zieht Bilanz über die Trefferquote der beiden selbsternannten Star-Astrologinnen Monika Kissling und Elisabeth Tessier. Und das Ergebnis ist ernüchternd: Beide haben sich mit Vorhersagen aus dem Fenster gelehnt, die in keiner Form eintraten.
Die alte Banalität (wahrscheinlich von Niels Bohr, dies ist aber nicht unumstritten), dass es schwierig ist, Prognosen zu machen, besonders über die Zukunft, trifft also weiterhin zu. Ebenso der Umstand, dass das Gucken in den Sternenhimmel dabei kein Bisschen hilft.
Politik »
Martin Müller (fdp) wies in diesem nzzvotum-Thread auf den Film «The Great Global Climate Swindle» hin und fragte, wieso hierzulande kein Medium darauf einging. Eine vernünftige Antwort darauf erforderte einiges an Web-Recherche – und an Platz. Grund genug, dem Filmchen doch ein paar Zeilen zu widmen, auch wenn er die Aufmerksamkeit eigentlich gar nicht verdient.
Wie wohl etliche andere auch hatte ich erst durch den Blog-Eintrag von diesem Film gehört, welcher am 8. März vom britischen Privatsender Channel 4 ausgestrahlt worden war. Der dramaturgisch durchaus gut gemachte Film lässt eine Handvoll Zweifler an der menschengemachten Klimaerwärmung zu Wort kommen und gipfelt in der Verschwörungstheorie, dass die «Klimalobby» die Industrialisierung der Entwicklungländer verhindern wolle, indem sie ihnen die traditionellen Energieträger vorenthalten würde.
Nun also zur Frage: Wieso berichtet hier keiner darüber? Meine Vermutung ist, dass der Film in den britischen Medien so schnell und gründlich verrissen worden ist, dass ein nachträgliches Aufspringen durch hiesige Medien schlicht keinen Nachrichtenwert mehr enthalten …






