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Artikel mit dem Tag 'Kaffeesatzlesen'

Politik, Statistisches »

[8 Mrz 2009 | Noch kein Kommentar | 259 mal angeschaut]

Prognosen bleiben eine schwierige Sache, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. Dies bewahrheitete sich einmal mehr anhand der Voraussagen zu den Aargauer Grossratswahlen. Auf Initiative des grünliberalen Kandidaten David Casutt hatten in einer Facebook-Gruppe 27 Personen die neue Zusammensetzung des Parlaments zu erraten versucht.
Alle lagen nur teilweise richtig. Die kleinste Abweichung gelang Reto Müller, der 127 der 140 Sitzzuteilungen richtig erraten hatte, allerdings hatte er in seiner Prognose gleich 141 Sitze verteilt (deshalb die eigentlich unmögliche ungerade Zahl bei den Abweichungen). Nimmt man die Punktlandungen pro Partei als Basis, lag ich am nächsten beim Schlussresultat.
Rang nach geringster Anzahl falscher Sitze
1. Reto Müller – 13
2. René Kunz – 16
3. Andreas Glarner, Matthias Kim Leng Teh, Andreas Kyriacou, Markus Lüthy, Beat Unternährer – 18
Rang nach geringster Anzahl falscher Parteiprognosen
1. Andreas Kyriacou – 4
2. Markus Koch, Markus Lüthy, Reto Müller, Beat Unternährer – 6
Die schlechtesten Prognosen lagen bei bis zu 36 der 140 Sitze und 10 der 14 Parteien …

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[8 Dez 2008 | Noch kein Kommentar | 158 mal angeschaut]

Die Gratiszeitung «News» aus dem Hause tamedia verkündet heute, Ueli Maurer sei zu 70% gewählt. Sie geht davon aus, dass Maurer «rund 110 von 116 Stimmen» der SVP- und FDP-Fraktionen erhält. Kommen noch «ein Viertel bis ein Drittel» der CVP-Stimmen dazu, ist Maurer laut der redaktionellen Zahlenspielerei gewählt. Das Hauptblatt der TA-Gruppe übernimmt die Aussagen brav und bastelt daraus einen eigenen Artikel.
Die Rechnerei hat allerdings einen wesentlichen Schönheitsfehler: Sie basiert auf falschen Zahlen. SVP und FDP haben zusammen nur 112 Sitze in der Vereinigten Bundesversammlung. Bei der FDP ist so gut wie sicher, dass mindestens ein halbes Dutzend Fraktionsmitglieder Maurer die Stimme verweigern wird, auch wenn Fraktionspräsidentin Gabi Huber eine «völlig unbedeutende, einstellige Zahl» an Enthaltungen vermeldet hatte, als sie von der Anhörung Ueli Maurers und der anschliessenden Parolenfassung berichtete. Was sie dabei verschwieg: Maurer-Kritiker wie Kurt Fluri und Christa Markwalder fehlten offenbar bei der Abstimmung. Die BDP dürfte Maurer kaum wählen, sein Eindreschen auf Eveline Widmer-Schlumpf ist mit Sicherheit …

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[7 Aug 2008 | Ein Kommentar | 170 mal angeschaut]

Eigentlich wären hierfür die üblichen Verdächtigen aus dem Raum Basel zuständig, aber die hier vor einer Woche speziell für Moritz Leuenberger eingeführte Rubrik «Extraseichtes» will schliesslich gepflegt werden.
Die Basler CVP lud heute zu einer Pressekonferenz, onlinereports erbarmte sich und schickte einen Berichterstatter. Die einzige wahre Mitte Basels will die CVP in Basel sein, auch wenn andere sich diesen Orden bereits selbst verliehen haben und nun auch noch die Grünliberalen mit derselben Positionierung antreten, nachdem sie das Gentlemen’s Agreement mit den Liberalen, die irgendwie auch noch ein Bisschen zur Mitte gehören wollen, gebrochen hatten*.
Die CVP zog also, da Wahlen anstehen, an der Pressekonferenz Bilanz über die vergangene Legislatur und war erwartungsgemäss mit rot-grün nicht zufrieden. Den wahren politischen Kontrahenden ortet sie aber anderswo:
Aber auch mit dem Listenverbindungs-Partner Freisinn ist die CVP nicht ein Herz und eine Seele. Dies zeigt sich am Beispiel eines Vorstosses von Grossrat Lukas Engelberger, der klare Einbürgerungskriterien verlangte, damit aber am Stichentscheid des Grossratspräsidenten scheiterte. Fluchs …

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[7 Jun 2008 | Noch kein Kommentar | 116 mal angeschaut]

Prognosen sind eine schwierige Sache, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Diese alte Bohrsche Weisheit1 trifft auch auf die Politik zu. Man kann sich mit seinen Rechenspielereien leicht vertun. Und im Zeitalter des Internet ist’s auch nicht so einfach, sich nicht mehr für sein eigenes Geschwätz von gestern zu interessieren. Es kann einem allzu einfach um die Ohren geschlagen werden.
Zuweilen bietet dieses unerbittliche Gedächtnis aber auch einen Vorteil, dann nämlich, wenn man mit Fug und Recht behaupten kann, man habe es genau so kommen sehen. Was schrieb ich doch zwei Tage vor den Nationalratswahlen in einer Diskussion auf nzzvotum zur SVP und ihren Vertretern:
Auch die weniger guten (zumindest die zugeteilte Rolle betreffend) werden verschwinden, altershalber. Das Machtvakuum wird Hahnenkämpfe, Richtungskämpfe, Orientierungslosigkeit und Abspaltungen auslösen. Wohl nicht im Ausmass wie als die holländische List Pim Fortuyn ihres Führers beraubt wurde. Aber durchaus mit ähnlicher Tendenz. Bis es soweit ist, wird die aktuelle Garde aber den Schaden am Staat noch …

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[2 Jun 2008 | Noch kein Kommentar | 205 mal angeschaut]

Der vorsichtige Pessimismus erwies sich als klar unbegründet. Ruth Genner holte souverän 60.4% aller Stimmen. Sie lag in allen Wahlkreisen klar an erster Stelle und verfehlte einzig in Schwamendingen das absolute Mehr um 76 Stimmen.

Die Stimmenanteile der StadtratskandidatInnen in den neun Wahlkreisen
Mauro Tuena kam auf insgesamt 28.7% der Stimmen. Er dürfte also rund die Hälfte der Stimmen der FDP-nahen WählerInnen erhalten haben.
Die eigentlichen Wahlverlierer sind aber der jungfreisinnige Michael Burkhard und der Schweizer Demokrat Markus Alder. Als offizieller Kandidat von FDP und CVP erhielt Burkhard nur 8.2% der Stimmen, also deutlich weniger als die Hälfte des Stimmenpotentials dieser beiden Parteien. (Zum Vergleich: Bastien Girods Name stand bei den Gesamterneuerungswahlen 2006 auf 10.6% der Wahlzettel. Offiziell unterstützt wurde er damals einzig von den jungen Grünen.) Das allerdeutlichste Wählersignal richtet sich aber gegen Alder und seine Partei. Wer in der ganzen Stadt Zürich keine 900 Stimmen zusammenkriegt, kann den Laden dicht machen.

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[31 Mai 2008 | Noch kein Kommentar | 169 mal angeschaut]

Die Tages-Anzeiger-Redaktoren Stefan Hohler und Benno Gasser finden den Stadtzürcher Stadtratswahlkampf langweilig. Mit einer klaren Favoritin und einem Mangel an Skandälchen gibt die Nachfolgeregelung um den Platz von Monika Stocker für schreibwütige Journalisten in der Tat vergleichsweise wenig her. Die beiden hätten sich drum eine grünliberale Kandidatur gewünscht. Und sie verkünden frohgemut «die Stimmen aus dem bürgerlichen Lager – und weit bis in die SP hinein» wären dieser Person sicher gewesen.
Das ist natürlich Unsinn – und die Grünliberalen wissen auch, dass sie einen derartigen Zweikampf in Zürich nicht gewinnen können. Ihre Zurückhaltung bei dieser Wahl ist nicht bloss Abbild ihrer dünnen Personaldecke sondern auch davon, dass sie das können, was Burkhard von sich behauptet: rechnen.
Seit den Gemeinderatswahlen vor zweieinhalb Jahren haben sich die Kräfteverhältnisse in der Stadt Zürich nicht wesentlich verschoben. Rotgrün kommt auf etwas weniger als die Hälfte der Stimmen, die sogenannte Mitte (ohne FDP) auf rund einen Sechstel.

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[21 Mai 2008 | Noch kein Kommentar | 129 mal angeschaut]

Vor einem Monat prognostizierte die gfs-Umfrage (PDF) ein Ja zur Anti-Einbürgerungsinitiative der SVP. Auffallend war zweierlei: Ein erstaunlich hoher Anteil an Personen aus dem rot-grünen Lager, die sicher oder eher Ja stimmen wollten (Grüne: 41%, SP: 35%). Und eine insgesamt hohe Zustimmung zu den wichtigsten Gegenargumenten zur Initiative: Ablehnungen müssen begründet sein (83% zeigen sich voll oder eher einverstanden), Notwendigkeit eines Schutzes vor Diskriminierung aufgrund der Herkunft (83%) und politische Entscheidungen bergen die Gefahr, willkürlich zu sein (70%). Die Pro-Argumente fanden weniger Zustimmung, insbesondere waren «nur» 42% voll oder eher einverstanden mit dem Argument, es würden zu viele Personen eingebürgert.
Die Befragten wollten also mehrheitlich keine Willkür bei den Einbürgerungen und waren auch nicht der Ansicht, dass weniger eingebürgert werden sollte. Dennoch waren gemäss Umfrage 48% klar oder eher für die Initiative und nur 37% klar oder eher dagegen. Es war somit schwierig, die ersten gfs-Zahlen sinnvoll zu deuten.
Heute wurden die Werte der zweiten Befragung von …

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[1 Nov 2007 | Noch kein Kommentar | 174 mal angeschaut]

Seit gestern sind sie endlich verfügbar, die Panaschierzahlen zu den Nationalratswahlen (xls-Datei). Auch wenn’s für die Entscheidungsfindung längst zu spät ist, lässt sich wenigstens noch in Ansätzen verifizieren, ob aufgestellte Thesen zu den Potentialen von Chantal Galladé und Verena Diener mit nackten Zahlen untermauert werden können. (Etwas, wofür ich bereits vor dem grossen Show-Downplädiert hatte).
Die Hauptschlussfolgerung der Analyse: Die Vermutung, dass Chantal Galladé im bürgerlichen Lager und in der politischen Mitte kaum Potential hat, lässt sich aufgrund des Panaschierverhaltens nicht erhärten. Chantal Galladé erhielt ausser von den Grünliberalen durchwegs mehr Panaschierstimmen als Verena Diener, auch bei den Mitte- und bürgerlichen Parteien:
Natürlich, auch diese Zahlen haben beschränkte Aussagekraft bezüglich des Wahlverhaltens bei den Ständeratswahlen. Und die Ausgangslage für Chantal Galladé als Listenerste war nicht dieselbe wie für Verena Diener, die sich an den Schluss ihrer Liste setzen liess und ankündigte, dass sie ein Nationalratsmandat nicht annehmen würde. (Gemäss NZZ am Sonntag hat Verena diese Aussage inzwischen …

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[31 Jan 2006 | Ein Kommentar | 157 mal angeschaut]

Der Tages-Anzeiger veröffentlichte heute die Ergebnisse eine Umfrage zu den Stadtratswahlen. Wie zu befü^H^H^H^Herwarten war, sind alle Bisherigen komfortabel im Rennen.
Interessant ist nun, die Prozentsätze als Basis zu nehmen, um zu sehen, wer das absolute Mehr erreichen dürfte. Sollten sich die Tagi-Daten in etwa bestätigen, zeichnet sich ein zweiter Wahlgang um den 9. Platz ab: Lauber wie auch Liebi blieben deutlich unter dem absoluten Mehr:

KandidatIn
Resultat

Neukomm
72
gewählt

Stocker
72
gewählt

Ledergerber
72
gewählt

Maurer
71
gewählt

Martelli
62
gewählt

Waser
55
gewählt

Vollenwyder
53
gewählt

Türler
50
gewählt

Lauber
24
nicht gewählt

Liebi
20
nicht gewählt

Girod
11
nicht gewählt

Luchsinger
10
nicht gewählt

Danner
8
nicht gewählt

Filli
7
nicht gewählt

Angst
6
nicht gewählt

Recher*
2
nicht gewählt

Schicker*
2
nicht gewählt

Total
597

Teiler Sitze * 2
18

Absolutes Mehr (Total/Teiler)
33.2

* Annahmen – Im Tagi-Artikel fehlen zu den AL-Kandidatinnen Prognosen
You read it here first!
2002 hab ich mit derselben Rechnung einen zweiten Wahlgang vorausgesagt, aber da hat ja keiner auf mich gehört… Ich wette diesmal ein Bier auf meine Prognose.
Besonders erfreulich an den Umfrageresultaten ist, dass Bas Girod von den 18-34-Jährigen als Neunter gewählt würde!
Bas, Du kannst allfällige Ferienpläne für den Frühling also schon mal streichen.
Und die Grünen (die alten und die jungen) können den Medien und der SP …