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Artikel mit dem Tag 'Religionskritik'

Beleidigte Leberwurst »

[22 Jan 2012 | Ein Kommentar | 740 mal angeschaut]
Die beleidigte Leberwurst der Woche (1)

Brandneu auf kyriacou.ch: Die Rubrik «die beleidigte Leberwurst der Woche».

Ab heute werden einmal wöchentlich Personen oder Organisationen gewürdigt, die ihre eigenes Wertesystem bevorzugt dadurch propagieren, indem sie öffentlich mitteilen, dass sie sich durch andere Weltanschauungen beleidigt fühlen. Alle Formen des Beleidigtseins haben Aussichten auf eine Prämierung, besonders chancenreiche sind jedoch Bewerber, die ihre Darbietungen mit Effekthascherei, offenkundiger Bigotterie, Faktenverzerrungen oder Drohungen ausschmücken. Von Bedeutung für die Prämierung ist selbstredend auch der Erfolg der öffentlichen Beleidigtsein-Bekundung.

Schreiten wir also gleich zur allerersten Preisverleihung:

Gretchenfrage, Politik, Statistisches »

[30 Nov 2011 | Ein Kommentar | 766 mal angeschaut]
Nein, Klara Obermüller und Evangelische Allianz, eine Rückkehr des Religiösen ist nicht auszumachen

Endlose Wiederholungen von Wunschträumen und Beschwörungsformeln sind ein wichtiges religiöses Stilmittel. Darin übt sich auch die Evangelische Allianz, welche unentwegt eine Rückkehr der Religionen verkündet. Ganz neu tut sie dies mit Hinweis auf eine – nicht öffentlich zugängliche – Umfrage, die sie beim Marktforschungsunternehmen Link in Auftrag gegeben hatten. Die frohe Botschaft liessen sie Klara Obermüller, Ehrendoktorin der Theologischen Fakultät der Uni Zürich, im Sonntag verkünden (PDF):
In der Soziologie beobachtet man eine Rückkehr des Religiösen.
Obermüllers Aussage hat allerdings einen kleinen Haken: Sie ist kreuzfalsch, sie stellt einen blossen Wunsch an den Weihnachtsmann dar.
Die Abkehr von den Religionen nimmt unentwegt zu. Der an der Uni Lausanne forschende Soziologe Jörg Stolz hat dies in einer aktuellen Studie1 veranschaulicht. 64% der von ihm und seinen Koautoren befragten Personen haben ein distanziertes Verhältnis zu Religionen. Weitere 10% sind als dezidiert säkular einzustufen. Nur noch 26% fühlen sich traditionellen Religionen oder esoterischen Alternativangeboten verbunden.
In einem Interview mit dem Tagesanzeiger sprach Stolz …

Gretchenfrage, Politik »

[21 Sep 2011 | Ein Kommentar | 967 mal angeschaut]
Reformierte Kirche auf Retro-Kurs

Im März dieses Jahres gewann Michel Müller den Zweikampf um das Präsidium des Zürcher Kirchenrats gegen Andrea Marco Bianco. Es war eine Richtungswahl: Müller wurde vom Synodalverein als Gegenkandidat zu Bianco aufgestellt, welcher von der liberalen Fraktion nominiert worden war. Der Synodalverein sieht sich in der Tradition der bibeltreuen, dogmatischen «positiven Theologie». Vier Wahlgänge waren für den Showdown nötig, Müller erhielt zuletzt 84 der 164 Stimmen.
Der Vizepräsident der Synodalvereins hatte im Vorfeld der Kampfwahl betont, für den Fortbestand der reformierten Kirche sei «eine biblisch-reformatorische Theologie» nötig. Nun scheint klar zu werden, welcher Kurs konkret eingeschlagen werden soll: mit Vollgas zurück in die Vergangenheit.
Der Landbote berichtet heute (Zugang kostenpflichtig) von einem Rugbyspiel, welches das Sportamt Winterthur erst bewilligt und dann kurzfristig unterbunden hatte. Grund: Es hätte am vergangenen Sonntag ausgetragen werden sollen – das war zufällig der eidgenössische Bettag, welcher im Ruhetags- und Ladenöffnungsgesetz des Kantons Zürich einen besonderen Schutz geniesst: Sport-, Tanz- und Kulturversanstaltungen im Freien …

Gretchenfrage »

[11 Jun 2011 | 7 Kommentare | 1.936 mal angeschaut]
The Big Fail: Die ICF-Einladung an Reinhard Bonnke

Die in Zürich entstandene Trendsekte «International Christian Fellowship» hat dreierlei sich ergänzende Kernkompetenzen: Missionieren, Einnahmen generieren und Parties veranstalten. Heute und morgen steht eine Grossveranstaltung an, bei dem es um alle drei Bereiche gleichermassen geht: «The Big 15» heisst ihre Geburtstagsfete im Hallenstadion. Hauptattraktion  ist Reinhard Bonnke, ein höchst dubioser Prediger aus Deutschland, der vornehmlich Afrika missionarisch tätig ist. ICF täte gut daran, die Finger von Bonnke zu lassen!
Der selbst ernannte «Mähdrescher Gottes» liess und lässt sich von Despoten finanzieren und beschützen. Im Bild rechts ist er mit dem liberianischen Ex-Präsidenten und Kriegsverbrecher Charles Taylor zu sehen. Bonnke liess sich auch vom ehemaligen togoischen Militärherrscher Gnassingbé Eyadéma  einladen und nahm vom früheren nigerianischen Militärdiktator Sani Abacha nachweislich eine Grossspende an.
Bonnke inszeniert gerne Wunderheilungen auf der Bühne. Er wurde jedoch längst des Betrugs überführt. Die Zeitschrift «Contending Earnestly for The Faith» der Britischen Pfingstbewegung schrieb über einen Auftritt Bonnkes in Nigeria:
At Bonnke’s rally in Nigeria, 78 miracles …

Gretchenfrage, Politik »

[5 Jun 2011 | Ein Kommentar | 1.411 mal angeschaut]
Die Welt verstehen – heute mit Moritz Leuenberger, Laienprediger

Moritz Leuenberger hat herausgefunden, wer schuld ist am Elend in dieser Welt: Die Heiden sind es! Denn diese trachten nach Essen, Trinken, Kleidern und anderem materiellen. Diese profunde Gesellschaftsanalyse steht natürlich in der Bibel und bot so dem Theologensohn, Altbundesrat und Neu-Implenia-Verwaltungsrat einen praktischen Aufhänger für die Rede, die er gestern am Dresdener Kirchentag hielt.

Der Ökonomie will Leuenberger Werte wie Liebe, Achtung und Respekt entgegenstellen. Dazu brauche es «eine systematische Politik auf der Grundlage des Christentums, die den Menschen zwingt, im Interesse der Schöpfung zu leben».

Dem Laienprediger scheint entgangen, dass die beiden Deutschen Staatskirchen – so die Recherchen von Carsten Frerk aus dem Jahr 2001 – Vermögen von rund 500 Milliarden Euro ihr Eigen nennen und zuweilen recht eigensinnige Vorstellungen von Respekt und Liebe haben.

Gretchenfrage, Politik »

[9 Mai 2011 | 14 Kommentare | 2.460 mal angeschaut]
Virtuelle Realität nach jüdischer Art

Inzwischen ist es weltberühmt, das Foto aus dem «Situation Room» – es erreichte fast jede Ecke des Planeten.

Fast jede Ecke: Die sensiblen Leser der ultra-orthodoxen jüdischen “Di Tzeitung” sollten nicht mit der irritierenden Bildbotschaft konfrontiert werden, dass Frauen Politik machen, und dies erst noch auf höchster Regierungsstufe. Die Männerversteher auf der in Brooklyn NY beheimateten Redaktion entfernten deshalb Aussenministerin Hillary Clinton und Audrey Tomason (die Frau bei der Türe mit der schönen Berufsbezeichnung «Director for Counterterrorism for the National Security Council»).

Die Zeitung findet sich in «bester orthodoxer Gesellschaft»: Im Dezember 2008 hatte das Magazin «Mishpacha» Laura Bush von einer Aufnahme aus der Küche des Weissen Hauses entfernt – von ihr blieb nur die Spiegelung auf dem Tisch übrig.

Auch israelische Politikerinnen wurden schon aus Bildern entfernt, um traute Männerrunden nicht zu verunstalten.

Gretchenfrage, Sonderbares »

[22 Apr 2011 | 6 Kommentare | 2.153 mal angeschaut]
Zehn kleine Gläubige – ein Ostergedicht

Zehn kleine Gläubige, die wollten Ostern feiern
Einer liess sich kreuzigen, da waren’s nur noch neun.

Neun kleine Gläubige, die waren auf der Wacht
Eine sprang vom Turm, da waren’s nur noch acht.

Acht kleine Gläubige, die wollten ihre Nächsten lieben
Einer tat’s ohne Kondom, da waren’s nur noch sieben.

Sieben kleine Gläubige, die litten an Krebs
Eine trank nur Mistelsaft, da waren’s nur noch sechs.

Sechs kleine Gläubige, die verweigerten das Impfen
Einer steckte sich mit Masern an, da waren sie noch zu fünfen.

Gretchenfrage, Sonderbares »

[18 Apr 2011 | 4 Kommentare | 1.535 mal angeschaut]
Die Welt verstehen – heute mit Ernst Heller, katholischer Clown

Ernst Heller, katholischer Vielflieger und Zirkuspfarrer, ist neidisch auf die Muslime. Denn diese dürfen beim Reisen mit arabischen Fluggesellschaften beim Start einem Gebet lauschen. Er schlug deshalb der Swiss vor, vor dem Sicherheitsvideo ein Vaterunser in Kurzversion einzuspielen. Und er fordert:

«Auch wir müssen endlich Farbe bekennen und mehr zu unserem Glauben stehen – und uns nicht verstecken.»

Ernst Heller scheint das viele Reisen in islamischen Ländern, die nicht mal ansatzweise eine Trennung von Staat und Kirche kennen, nicht gut zu tun. Das Bistum Chur versucht nun, Heller die hiesigen Sitten und Gebräuche näher zu bringen:

«Bei uns verordnen weder Staat noch Unternehmen das Gebet, sondern respektieren die multireligiöse Gesellschaft, zu der auch die Freiheit des Atheisten gehört.»

Dies liess der Bistumssprecher gemäss Sonntagspresse (zitiert von der Kita) verlauten. Ein bemerkenswertes Zitat – und eines, das man sich für die nächste Kruzifixdebatte merken sollte.

Gretchenfrage, In eigener Sache, Politik »

[28 Jan 2011 | Noch kein Kommentar | 1.285 mal angeschaut]
Gastbeitrag auf mamablog: Wie das Fach Religion und Kultur zu retten wäre

Am 20. Januar fragte die Journalistin Michèle Binswanger auf dem Mamablog der TA-Media: Soll Gott von der Schule fliegen? Anlass für den Beitrag war eine Ankündigung ihres Sohnes, dass er für das Wiederauftauchen eine Harry-Potter-DVD beten wolle. (Der Schwester riet er allerdings zum zeitgleichen Suchen.) Der weltlich geprägte Sohn hatte offenbar im Schulfach «Religion und Kultur» neue «Fertigkeiten» erlangt…
Es entstand eine intensive Debatte, ob und in welcher Form es Sache der Schule sei, Religionskunde zu unterrichten. Ein Aspekt kam in der Debatte zu kurz: Die Systemfehler des Zürcher Modells.
Heute erscheint von mir auf dem Mamablog ein Gastbeitrag mit dem Titel Wie das Fach Religion und Kultur zu retten wäre. Kommentare sind erwünscht!