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Artikel mit dem Tag 'Religionskritik'

Gretchenfrage, Politik »

[30 Apr 2010 | 27 Kommentare | 2.234 mal angeschaut]
Das Burka-Verbot ist keine Lösung

Der Dammbruch beginnt also in Belgien: Das Tragen von Burkas und Niqabs soll durch ein neues Gesetz verboten werden, welches «das Tragen jedes Kleidungsstücks, welches das Gesicht ganz oder hauptsächlich verhüllt» in der Öffentlichkeit untersagt. In weiteren Staaten, so auch der Schweiz, sind ähnliche Vorhaben in Vorbereitung.
«Die Burka ist ein mobiles Gefängnis», liess sich der liberale Abgeordnete Bart Somers zitieren. Man braucht nichts schönzureden, dies trifft für die allermeisten Trägerinnen wohl zu. Dennoch stellt sich die Frage, ob demokratische Staaten, die in aller Regel vorgeben, individuelle Freiheitsrechte hoch zu halten, Kleidervorschriften für ihre Bevölkerung erlassen sollen und dürfen.
Es soll dem Staat nicht abgesprochen werden, auch mit illiberalen Mitteln seine Bürger vor sich selbst und anderen zu schützen, doch die angebliche Poppersche Losung «keine Toleranz der Intoleranz» wird in der aktuellen Debatte vorschnell und unzulässig verkürzt zitiert.
In «The Open Society and Its Enemies», das Popper während des zweiten Weltkrieges geschrieben hatte, zeigt er die Schwierigkeit der Gratwanderung …

Gretchenfrage, Kulturelles, Politik »

[26 Apr 2010 | 2 Kommentare | 2.328 mal angeschaut]
Zeichnet 1000 Mohammed-Karikaturen! [update]

Es wird also nichts aus dem Überraschungsgast: Die Organisatoren des Kopenhagener Kongresses «Gods & Politics» mussten verkünden, dass der Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard dem Mitte Juni stattfindenden Anlass aus Sicherheitsgründen fernbleiben wird. Westergaard wurde für seine 2005 entstandene Illustration, die Mohammed mit Bombe auf dem Kopf darstellt, bekannt. Seit 2008 steht er unter ständigem Polizeischutz, im Januar dieses Jahres entging er nur knapp einem Anschlag in seinem Haus im dänischen Aarhus. Der Attentäter war ein muslimischer Somalier mit Verbindungen zu Al Quaida.

Letzte Woche wurden zudem die Southpark-Macher Trey Parker und Matt Stone bedroht, da sie zur 200. Sendung Mohammed in einem Bärenkostüm abgebildet und im Sketch darauf hinwiesen hatten, dass Mohammed eben nicht abgebildet werden dürfe. Eine extremistische Gruppe namens revolutionmuslim liess daraufhin auf ihrer Website verlauten:

We have to warn Matt and Trey that what they are doing is stupid and they will probably wind up like Theo Van Gogh for airing this show.

Gretchenfrage, Politik »

[17 Apr 2010 | 12 Kommentare | 1.535 mal angeschaut]
Wieso die Verurteilung des Holocaust-Leugners Richard Williamson richtig und nötig ist

10’000 Euro kosten Bischof Williamson also seine öffentlichen Äusserungen, es habe im Nazi-Deutschland keine Gaskammern gegeben und es seien im zweiten Weltkrieg «nur» 200’000 bis 300’000 Juden umgekommen. Bereits 1989 hatte der Pius-Bruder Williams im Rahmen einer Messe im kanadischen Sherbrooke den Holocaust geleugnet. Die gestrige Verurteilung wegen Volksverhetzung durch das Amtsgericht Regensburg erfolgte aber wegen Äusserungen, die er im November 2008 im Rahmen eines Interviews mit schwedischen Fernsehreportern gemacht hatte – am Sitz des Priesterseminars der  Piusbruderschaft im oberpfälzischen Zaitzkofen.
Vereinzelt melden sich Kritiker, die finden, dass solche Äusserungen im Rahmen der Meinungsfreiheit uneingeschränkt zulässig sein sollen und es nicht Aufgabe des Staates sei, Bullshit juristisch zu verurteilen.
Williamson vertritt allerlei Unsinn. Zwei Müsterchen aus seinen Predigten:
For indeed women’s trousers, as worn today, short or long, modest or immodest, tight or loose, open or disguised (like the “culottes”), are an assault upon woman’s womanhood and so they represent a deep-lying revolt against the order willed by God. …

Gretchenfrage, Politik »

[6 Apr 2010 | 5 Kommentare | 1.570 mal angeschaut]
Veranstaltungshinweis: «Gods and politics», 18. – 20. Juni, Kopenhagen

Das Gastgeberland könnte kaum passender sein…

Gretchenfrage, Politik »

[17 Jan 2010 | 3 Kommentare | 1.892 mal angeschaut]
Pakistanische Christen machen Drahtzieher des Minarettverbots aus: Die jüdische Lobby

Das Wort zum Sonntag

Eine pakistanische Gruppe von Christen, der Christian Progressive Movement (CPM), organisierte diese Woche eine Demo gegen das Schweizer Minarettverbot, wie die englischsprachige pakistanische Zeitung «The Nation» berichtet.

Addressing the gathering, Chairperson CPM Naila J Dayal said that the decision of Switzerland was condemnable and shameful. She said that it was the fundamental right of the minority to enjoy its religious freedom anywhere in the world.

Was auf den ersten Blick nach religionsübergreifender Solidarität (und allenfalls dem berechtigten Vertreten eigener Minderheiteninteressen vor Ort) klingt, nimmt aber schnell eine ungemütliche Wende:

She alleged that the Jewish lobby was behind this heinous exercise, adding that the aforementioned lobby wants conflict between Muslims and Christians for its vested interests.

Gretchenfrage, In eigener Sache, Politik »

[26 Dez 2009 | 11 Kommentare | 1.453 mal angeschaut]
«Just be good for goodness’ sake» – eine säkulare (Nach-)Weihnachtsbotschaft

Die American Humanist Association gewann mit ihrem Sujet «just be good for goodness’ sake» das Weltanschauungs-Casting dieses Blogs. Die Teilnehmenden – es waren deutlich weniger als beim vergangenen Polit-Casting – bewerteten damit das Plakat, das dazu aufrief, Gutes zu tun etwas höher als dasjenige mit dem Slogan «Da ist wahrscheinlich kein Gott. Also sorg Dich nicht. Geniess das Leben», das auch als rein hedonistische Verlautbarung gedeutet werden kann.

Ein knapper Slogan stellt selbstredend noch kein ethisches Gerüst dar. Wie ein solches aus säkularer Sicht aussehen könnte, versuchte Michael-Schmidt-Salomon im Jahr 2005 in seinem Manifest des Evolutionären Humanismus aufzuzeigen. Er formulierte darin zehn Angebote. Im Gegensatz zu den biblischen zehn Geboten sind sie gleich doppelt unverbindlich: Sie sind bewusst als Angebote formuliert. Und sie nehmen nicht für sich in Anspruch, unfehlbar und ewig gültig zu sein – ganz im Gegenteil, Punkt sieben besagt «Sei dir deiner Sache nicht allzu sicher!».

Gretchenfrage, Politik »

[6 Dez 2009 | 4 Kommentare | 3.399 mal angeschaut]
Da ist wahrscheinlich kein Weihnachtsmann – das grosse Weltanschauungen-Casting

Zeit für ein Casting der weltanschaulichen Botschaften…

Gretchenfrage, In eigener Sache, Politik »

[1 Dez 2009 | 2 Kommentare | 1.331 mal angeschaut]
Fremdbloggen auf nzzvotum zum Thema Glauben

«Gott ist tot – wirklich?» lautet das Advents-Thema beim NZZVotum-Blog. Und ich blogge dort für die Freidenker.

Gretchenfrage, Sonderbares »

[25 Nov 2009 | 7 Kommentare | 2.715 mal angeschaut]
Die Welt verstehen – heute mit Dieter Aebi, Kreationist mit einer Mission

Gestern lud die freie evangelische Gemeinde Maur zu einem Filmabend mit anschliessendem Vortrag. Thema: «Hat die Bibel doch recht? –Der Evolutionstheorie fehlen die Beweise». Das Filmchen kommt zuweilen dramaturgisch geschickt, dazwischen aber reichlich wirr daher und enthält ein Potpourri von Fehlinterpretationen, bewussten Verzerrungen und der obligaten Nazi-Keule. Wissenschaftlich haltbare Gegenargumente gegen die Evolutionstheorie hingegen fehlen. Doch vom Film soll nicht weiter die Rede sein. Wer drei Viertel Stunden Lebenszeit investieren will, kann die elf Jahr alte Produktion in fünf Teilen auf Youtube sehen.
Faszinierender war der Auftritt des Gastreferenten Dieter Aebi. Der Herr ist studierter Jurist und schrieb vor drei Jahren das Buch «Prozessakte Evolution», indem er der wissenschaftlichen Beweisführung den Prozess zu machen versucht. Einige Kostproben lieferte er in seiner Alleinunterhalterrolle. So präsentierte er beispielsweise auf einer Folie eine Sammlung von Schätzungen des Erdzeitalters, die von 4.6 Milliarden Jahren bis zu 4000-6000 Jahren reichten. Die erste Schätzung basiert auf radiometrischen Messungen, letztere Zahlen werden von Bibelexegeten …