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Artikel mit dem Tag 'Satire'

Gretchenfrage »

[23 Aug 2009 | Ein Kommentar | 1.966 mal angeschaut]
Minneapolis: Verärgerter Gott knickt Kirchturm ein

Ein Tornado fegte am vergangenen Mittwoch durch die Innenstadt von Minneapolis – ein in dieser Jahreszeit offenbar nicht allzu seltenes Ereignis. Diesmal forderte er jedoch ein ganz besonderes Opfer: Der Kirchturm der örtlichen Lutherischen Kirche wurde geknickt, das Kreuz hing nach dem Vorfall schlaff herunter.

Für den Vertreter der lokalen Konkurrenz, den Baptisten-Prediger John Piper, ist klar, wie die himmlische Botschaft zu deuten war:

The tornado in Minneapolis was a gentle but firm warning to the ELCA and all of us: Turn from the approval of sin. Turn from the promotion of behaviors that lead to destruction.

Die Logik des pastoralen Forensikers war stringent: Die Evangelical Lutheran Church in America (ELCA) tagte just zu dieser Zeit und auf der Traktandenliste stand unter anderem die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.

Sonderbares, Wirtschaft »

[22 Jun 2009 | Noch kein Kommentar | 821 mal angeschaut]

Die Wirtschaft schrumpft. Sogar Doris «Wir sehen null Indizien für eine Rezession» Leuthard postuliert inzwischen Konjunkturprogramm um Konjunkturprogramm.
Dabei geht es doch auch mit Eigeninitiative. Arbeitslose Banker können sich beispielsweise zu Geistheilern ausbilden lassen. Zwei, drei Kurse in Transbioenergie- einer Technik zur Transformation von Geschwurbel in harte Währung – und schon lassen sich ansehnliche Stundensätze erwirtschaften, wie der Quacksalber Rubens Faria morgen und übermorgen in Pfäffikon SZ beweisen wird:
Heilertage mit Geistheiler Rubens Faria aus Brasilien [...]
Eine Behandlung kostet Fr. 130,- und dauert 10 Minuten.
Das ergibt immerhin einen Stundentarif von CHF 780.- oder – bei acht Stunden «Arbeit» – einen Tagessatz von CHF 6240.-. Wer braucht da noch Konjunkturprogramme?

Politik »

[17 Jun 2009 | Noch kein Kommentar | 700 mal angeschaut]

Der Schritt war zu erwarten und stellt quasi eine taktische Notwendigkeit dar: Auch die Grünliberalen treten zu den Stadtzürcher Exekutivwahlen an. Dies sichert ihnen erhöhte mediale Aufmerksamkeit und dient vor allem dazu, bei den zeitgleichen Parlamentswahlen möglichst gut abzuschneiden. Reelle Chancen auf den Einzug in den Stadtrat haben die Grünliberalen nicht, denn ihren natürlichen Verbündeten, die CVP und die FDP, bangen beide darum, ihre insgesamt vier Sitze zu erhalten. An der Urne dürfte sich die gegenseitige Unterstützung deshalb in engen Grenzen halten. Für die SP und die Grünen ist die Situation diesbezüglich weitaus komfortabler. Zwar hat die SP zwei Bisherige zu ersetzen und die Grünen streben einen zusätzlichen Sitz an, doch die sehr guten Resultate von Ruth Genner und Corine Mauch bei den vergangenen Ersatzwahlen haben gezeigt, dass in der Stadt Zürich eine rotgrüne Allianz nur schwer zu knacken ist.
Aber zurück zu den Grünliberalen: Sie steigen mit der politischen Quereinsteigerin Denise Wahlen ins Rennen. Vornehmlich …

Politik, Wirtschaft »

[25 Mai 2009 | Noch kein Kommentar | 781 mal angeschaut]

Der Abstimmungskampf zur Kriegsmaterialinititive rollt langsam an. Die Initianten wollen die Aus- und Durchfuhr von Kriegsmaterial und so genannten «besonderen militärischen Gütern» untersagen. Ausnahmen sind nur für reine Sport- und Jagdwaffen vorgesehen sowie für «Geräte zur humanitären Entminung». Denn diese basieren teilweise auf Panzerfahrgestellen und werden somit vom «Rüstungskontrollabkommen von Wassenaar» erfasst, einer Liste sämtlicher Güter, die ausschliesslich für militärische Zwecke konzipiert oder abgeändert wurden und in der gleichen Ausführung nicht auch zivil genutzt werden können.
Möglicherweise haben die Initianten (zu denen auch ich gehöre), jedoch das Friedensförderungspotential der Schweizer Rüstungsindustrie unterschätzt.
Dank Schweizer Technologie: Deutsche Marine bleibt im Hafen
Die Kieler Nachrichten vermelden, dass die Deutsche Marine voraussichtlich bis Mitte 2011 auf den Einsatz ihrer fünf neuen Korvetten K130 verzichten muss. Aus den geplanten Abenteuerreisen mit den je 240 Millionen Euro teuren Schiffen nach Libanon und Somalia wird also vorerst nichts. Der Grund: Die Getriebe der Winterthurer Renk-Maag AG – eine Tochterfirma der Deutschen RENK AG – müssen wegen Defekten allesamt ausgetauscht werden.

Auslaufverbot …

Gretchenfrage »

[24 Feb 2009 | Noch kein Kommentar | 760 mal angeschaut]

Die christlichen Fundamentalisten, die Lesben und Schwulen eine Party missgönnen, erhalten Verstärkung, wie der Tages-Anzeiger heute berichtet: Die Stadtzürcher City Church ruft ihre 170 Mitglieder auf, gegen die Europride anzubeten. In einer aufgrund der Zeitungsrecherche vom Netz genommenen Predigtaufnahme wurde gegen die homosexuelle Verschwörung, deren Drahtzieher «ein sexuell-strategisches Spinnennetz über die Welt ausbreiten» wollten, gewettert.
Gänzlich ohne irdische Freuden scheinen aber auch die City Churchianer nicht auskommen zu wollen. Die Kirche veranstaltet ab Ende März die Church Series of Poker. Und die Besucher sollen sich restlos wohl fühlen. Die Ankündigung im Netz jedenfalls verspricht:
Die Service-Girls bringen dir die Drinks und den Food direkt an den Platz.
Es werden wohl alles kirchlich geprüfte Heteras sein.

Gretchenfrage »

[22 Feb 2009 | Ein Kommentar | 1.498 mal angeschaut]

Das Wort zum Sonntag
Die Agentur C hat einen göttlichen Auftrag: Mit ihrem Siebenjahresplan soll sie die Worte der Bibel in die entrückte Gesellschaft hinaustragen. Der Agentur wird zuweilen vorgeworfen, fundamentalistisch aufzutreten und gleichzeitig die unangenehmen Seiten der Bibel auszublenden. Nun reagiert sie auf diese Kritik.
Geschäftsleiter Peter Stucki erklärt: «Im Psalm 11 steht ‘Der HERR prüft den Gerechten und den Gottlosen’. Wir müssen also auch die schwer erklärbaren Botschaften der Bibel präsentieren. Nur wer auch diese erträgt, kann sich zu den Gerechten zählen. Den Gottlosen hingegen wird der HERR Feuer und Schwefel und Glutwind zum Lohne geben.»
Eine erste Auswahl der neuen Phase IV der Kampagne wird hier erstmalig abgebilet:

Einzelne Bibelquellen wurden hier bzw hier gefunden. Eine derartige Plakataktion wurde bereits hier vorgeschlagen.

Sonderbares, Wirtschaft »

[14 Feb 2009 | Noch kein Kommentar | 663 mal angeschaut]

Die deutsche Automobilindustrie steckt in der Krise. Der übermotorisierte Heimmarkt wächst nicht mehr, für die Hersteller bleibt also nur noch die Verkürzung der Absatzzyklen. Ein Ansatz, dies zu erreichen, ist die staatliche Verschrottungsprämie, die an den Kauf eines Ersatzfahrzeugs gebunden ist.
Im besonders konjunkturanfälligen Hochpreissegment sind die Hersteller deshalb dazu übergegangen, Aktivverschrottungstechnologie™ in ihre Fahrzeuge einzubauen. Sie ermuntert den Fahrer (bzw. dessen Erben), von der Verschrottungsprämie lange vor den ersten Rostschäden Gebrauch zu machen.

Aktivverschrottung: Porsche Erlkönig (links) schlägt VW Phaeton(Bilder: 20 Min / Tagi)
Als Technologie-Leader galt bisher VW. Testfahrer Jörg H. aus K. schaffte es im vergangenen Oktober, die Lebensdauer eines Phaeton auf drei Monate zu begrenzen. Doch die Konkurrenz holt auf. Porsche hat mit dem Modell «Erlkönig» ein Cabrio entwickelt, welches es ermöglicht, schon bei Neufahrzeugen die Prämie zu beanspruchen. Ungelöst bleibt vorerst einzig das Problem der damit verbundenen hohen Fluktuation bei den engagierten Testfahrern.

Gretchenfrage, Informatik »

[8 Feb 2009 | 2 Kommentare | 878 mal angeschaut]

Das Wort zum Sonntag
Was im vergangenen Juni als verwegene Idee begonnen hatte, ist zum weltumspannenden Phänomen geworden. Der Aufruf der Guardian-Kolumnistin Ariane Sherine, Geld zu spenden, um Londoner Busse mit einem säkularen Inserat zu schmücken, fand unerwartete Resonanz: 5500 britische Pfund hatte man sich als Sammelziel gesetzt, vor wenigen Tagen wurde die Grenze von 150’000 Pfund überschritten. Seit Januar sind nun in ganz Grossbritannien (mit Ausnahme von – wen wundert’s? – Nordirland) Busse mit dem Slogan «There’s probably no god. Now stop worrying and enjoy your life.» unterwegs. Und bereits hat die Atheist Bus Campaign Nachahmer in Spanien, Kanada, den USA und anderswo gefunden.
Seit der Lancierung gab es immer wieder mal Debatten, welches der passendste Slogan sei. Es wurden dabei auch weitaus weniger zurückhaltende Variantenvorgeschlagen. Egal ob man’s lieber subtil oder überdeutlich mag, dank des Bus Slogan Generators kann nun jeder seine eigenen Businserate gestalten – zumindest virtuell:

Der Generator lässt sich natürlich auch verwenden, um weitaus weltlichere Autoritäten anzuzweifeln (Nein, Nicht-Informatiker müssen diesen Slogan nicht verstehen):

Politik »

[27 Jan 2009 | Noch kein Kommentar | 985 mal angeschaut]

Gestern debattierte der Zürcher Kantonsrat unter anderem über die Aufstockung der Zahl der Kantonalen Steuerinspektoren. Bemerkenswert die folgende SVP-Stellungnahme:
Je erfolgreicher die Steuerdetektive ermitteln, umso mehr werden sie benötigt und gerufen. Ein Ausbau ist somit unverzichtbar und notwendig. Die Steuerinspektoren tragen zur Entlastung der Steueramtmitarbeitenden bei und ihre Kosten werden durch ihre aufgedeckten Fälle egalisiert.
Nun, die SVP hätte damit einen bemerkenswerten Auftritt hinlegen können. Hat sie aber nicht. Sie war selbstredend gegen die beantragte Aufstockung – im Verbund mit den Steuerhinterzieherverstehern von FDP und CVP.
Der obige Text stammt in Wirklichkeit aus einem Postulat der beiden Stadtzürcher SVP-Gemeinderäte Mauro Tuena und Roger Bartholdi. Und es ging darin um Sozial-, nicht um Steuerinspektoren. Die Wirklichkeit der SVP war halt schon immer eine etwas andere.
(Mit Dank an Sandro Feuillet für den Live-Bericht aus dem Ratssal).

Gretchenfrage »

[25 Dez 2008 | Noch kein Kommentar | 476 mal angeschaut]

Das Wort zum Tag
Der päpstliche Jahresrückblick wurde viel kritisiert. Doch das Ganze beruht auf einem bedauerlichen Missverständnis. Seit seiner Inauguration sind die Gedanken Benedikt des XVI. zum Himmel gerichtet, nicht zur Erde. In seiner Rede wandte er sich folgerichtig auch nicht an die Erdenbevölkerung. Seine Botschaft braucht deshalb hier unten nicht weiter zu interessieren.
Für alle, die ihn damals verpasst haben, sei der klärende Dokumentarfilm über die Amtseinsetzung des diensthabenden Papstes empfohlen.
Quelle: Adam Buxton – A new Pope