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Artikel mit dem Tag 'Schule'

Gretchenfrage, Politik »

[2 Sep 2009 | 6 Kommentare | 569 mal angeschaut]
Durchmarsch des Religiösen in der Zürcher Bildungsdirektion

Bussen für Eltern, die ihre Kinder ferienhalber die Schule schwänzen lassen aber eine Generalamnestie für Eltern, die für Absenzen religiöse Gründe geltend machen – so also soll nach der Vorstellung involvierter Behörden in Zürich künftig Schulpolitik betrieben werden.
Vor vier Tagen berichtete die NZZ, ein Elternpaar aus Erlenbach sei mit 600 Franken gebüsst worden, weil es mit seiner fünfjährigen Tochter eine Reise zu ihrem ehemaligen guatemaltekischen Kindermädchen unternommen hatte und das Mädchen dadurch im Kindergarten an sieben Tagen unmittelbar vor und nach den Weihnachtsferien gefehlt hatte.
Die Botschaft schien klar: Schulische Präsenz geht privaten Interessen vor, unabhängig davon, wie wichtig diese aus Elternsicht sind. Doch nun kommt die Kehrtwende aus der Bildungsdirektion – die Privilegierung des Privaten ist allerdings ausschliesslich Gläubigen Eltern und Schülern vorbehalten. Für «hohe religiöse Feiertage» können Eltern ihre Kinder aus der Schule nehmen – und zwar ohne die beiden so genannten «Jokertage» zu beanspruchen, der allen Eltern jährlich zusteht. Muslimische Eltern beispielsweise können durch die …

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[9 Aug 2009 | Noch kein Kommentar | 414 mal angeschaut]
Veranstaltungshinweis: 24. August: Wer soll an der Volksschule unterrichten?

Lehrpersonen zwischen Engagement und Indoktrination

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[31 Mai 2009 | Noch kein Kommentar | 254 mal angeschaut]

Wort zum Sonntag
Die Stadtberner Parlamentarier der Grünen Freien Liste und der EVP, die zusammen eine Fraktionsgemeinschaft bilden, haben ein gravierendes gesellschaftliches Problem entdeckt: Viele Schüler wissen nicht, wieso sie an Feiertagen frei haben. Dies ist ihnen ungeheuer und sie lieferten in der Form einer dringenden Motion eine Lösung: Die Lehrer – wer denn sonst? – sollen’s richten. Sie wollen die Lehrkräfte aller Klassen der Volksschule dazu verpflichten, «jedes Jahr vor jedem gesetzlichen Feiertag die Schülerinnen und Schüler kurz über den Sinn und Inhalt des Feiertages zu informieren».
Die Motionäre stören sich an der Verweltlichung der ehemals christlichen Feiertage und meinen, es könne nicht angehen, «dass Schulabgänger Ostern in erster Linie mit Osterhasen und Eiern assoziieren.» Die Schule soll also zwangskorrigieren, was die Aussenwelt vermittelt. Die Motion wurde am vergangenen Donnerstagabend tatsächlich mit 32 zu 29 Stimmen überwiesen – unter anderem dank der fleissigen Unterstützung der Freisinnigen. Liebe GFL- und FDP-Parlamentarier: Nehmt doch den …

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[11 Mrz 2009 | Noch kein Kommentar | 185 mal angeschaut]

SVP-Fraktionssprecher Hans Frei fand an der Kantonsratssitzung vom vergangenen Montag wieder mal ein Thema, das ihm schlagzeilenträchtig genug schien, um sich kameragerecht zu empören. Er sieht in der letztwöchigen Solidaritätskundgebung für die Comagic-Zwillinge, die im Stadtzürcher Schulhaus Lavater stattfand, einen Rechtsmissbrauch und einen Verstoss gegen das Bildungsgesetz – ein Gesetz notabene, welches die Stimmberechtigten des Kantons Zürich im Jahr 2002 gegen den Widerstand der SVP angenommen hatten.
Es würde Hans Frei gut anstehen, auch das zweite Schulgesetz, gegen welches die SVP anrannte, einmal zu lesen. Das Volksschulgesetz aus dem Jahr 2005 legt im Paragraf 50, welcher die Stellung der SchülerInnen und Eltern regelt, folgendes fest:
Der Schulbetrieb orientiert sich am Wohl der Schülerinnen und Schüler.
Speziell für Hans Frei und andere pädagogisch herausgeforderte ist diese Selbstverständlichkeit also explizit verschriftlicht. Das Wohl der SchülerInnen war auch der Grund, weshalb im Juni 2008 sämtliche in der zuständigen Kreisschulpflege Uto vertretenen Parteien meinen Antrag unterstützt hatten, sich im Namen der Gesamtbehörde beim Vorsteher …

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[6 Mrz 2009 | Ein Kommentar | 247 mal angeschaut]

Das Quartier Zürich-Enge gibt nicht auf: Im Schulhaus Lavater zeigen aktuell SchülerInnen, LehrerInnen und Nachbarn an einer Medienveranstaltung, dass sie die angedrohte Ausweisung der beiden Sekundarschülerinnen Aleksandra und Tijana Comagic und deren Mutter Olivera nicht hinnehmen wollen. Ronny Stocker der Väterinitiative Zürich 2 und Daniel Schafroth, Co-Leiter der Schuleinheit Lavater verlesen Grussbotschaften der neu gewählten Stadträtin Corine Mauch (SP) und des Schulvorstehers Gerold Lauber (CVP). Bereits am Vortag hatten Noch-Stadtpräsident Elmar Ledergerber (SP) und Stadträtin Kathrin Martelli (FDP) den Medien gegenüber deutlich gemacht, dass sie die neuerliche Ablehnung des Härtefallgesuchs der Familie Comagic durch den Regierungsrat nicht nachvollziehen können.
Dass der regierungsrätliche Entscheid von der Politik nicht getragen wird, ist seit langem klar. Im Juni 2008 hatten sämtliche Fraktionen der zuständigen Kreisschulpflege meinen Antrag unterstützt, bei Regierungsrat Erich Hollenstein für ein Bleiberecht für Comagics einzutreten. Im Monat darauf folgten persönliche Erklärungen der Kantonsrätinnen aus dem Quartier, Françoise Okopnik (Grüne) und Sabine Ziegler (SP). Und diesen Januar …

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[26 Jan 2009 | Noch kein Kommentar | 141 mal angeschaut]

Die am vergangenen Freitag formell zustande gekommene Initiative «Jugend und Musik» will den schulischen und ausserschulischen Musikunterricht intensivieren. Sie folgt damit einem Trend: Der Fächermix der Volksschule wird zunehmend über Volksinitiativen festgelegt. Im Kanton Zürich beschloss der Kantonsrat sowohl die Einführung des verfassungsmässig auf äusserst wackeligen Füssen stehenden obligatorischen Religionsunterrichts wie auch de Wiedereinführung des Handarbeitsunterrichts aufgrund von eingereichten Volksinitiativen.
Was auf den ersten Blick sympathisch erscheinen mag – das Volk bestimmt, was an der Volksschule unterrichtet wird – geht so nicht wirklich auf. Es kann nicht sein, dass alleine der Organisationsgrad von Interessenvertretern bestimmt, welche Fächer neu in den Lehrplan aufgenommen werden. Man kann schlicht nicht endlos Zusatzstunden anhäufen.
Ein Beweggrund für die Musikinitiative war, dass schweizweit das Angebot an ausserschulischem Musikunterricht sehr uneinheitlich ist. Dass die Initianten hier Druck machen, ist nachvollziehbar. Bei der Forderung nach neuen Pflichtstunden stellt sich aber eine ganz andere Frage: Darf’s aus Sicht der Initianten lieber etwas weniger Mathe, weniger Sprachunterricht …

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[13 Aug 2008 | Noch kein Kommentar | 132 mal angeschaut]

Nach den Blicken über die Grenzen wieder mal eine Zürcher Dorfposse: Im Zürcher Stadtkreis Kreis 2 lebt eine serbische Mutter mit ihren beiden Zwillingstöchtern, welche seit ihrem zweiten Lebensjahr im Quartier zu Hause sind und dort in zwei Wochen ihr letztes Sekundarschuljahr beginnen werden. Der Familie droht nun allerdings die Ausschaffung, da der Mutter nach ihrer Scheidung die Aufenthaltsgenehmigung entzogen wurde. Verschiedene Seiten haben sich für ein Bleiberecht für die drei ausgesprochen, was die Stadtzürcher SVP folgendermassen kommentiert:
Was jetzt passiert, ist die übliche Solidaritätswelle, die in unserer lieben Heimat in jedem solchen Fall sämtliche Vernunft wegschwemmt. Schulklassen vor dem Rathaus inklusive Transparenten und Flugblättern, Solidaritätsfest vor dem Schulhaus, Homepage mit Blog (www.teenies2.ch) und Gnadengesuch an den Regierungsrat (wer bezahlt eigentlich?) [...] Völlig unreflektiert lassen wir unser Mitleid sprechen. Ein Mitleid, das von linken Schulpflegern, Lehrern, dem Schulsoziologen, dem Schulleiter sowie SP Gemeinde- und Kantonsrätinnen dankbar aufgegriffen und kanalisiert wird.
Dass sich die zuständige Schulpflege dafür einsetzt, dass …

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[31 Jul 2008 | Noch kein Kommentar | 127 mal angeschaut]

«Was spricht dagegen?» fragte ein Kommentator zu meinem neulichen Blogeintrag zum neuen Zürcher Schulfach «Religion und Kultur». Die Absichtserklärungen klingen ja durchaus redlich, «teaching about religion», nicht «teaching religion» – so wird es neudeutsch erläutert – sei das Ziel. Der Lehrplan enthält allerdings – wie in meinem Kommentar erwähnt – keinerlei weltliche Sichtweisen, so dass die zwingende Neutralität des Unterrichts kaum zu erreichen ist.
Dass zudem der Wille fehlt, das Missionieren wirklich aussen vor zu lassen, sei an einem Beispiel aus St. Gallen erläutert, über das 20min.ch heute berichtet:
Den Frauenklöstern in der Ostschweiz sterben die Nonnen weg. Weit und breit ist kein Nachwuchs in Sicht. Werbung soll nun junge Frauen ins Kloster locken.[...] Im Religionsunterricht in der Primarschule stehen Klosterbesuche inzwischen auf dem Programm.
Genau hier hört der Spass auf. Das Anwerben von GlaubensgenossInnen hat gefälligst ausserhalb der Räumlichkeiten öffentlicher Schulen zu erfolgen. Könnte sich die St. Galler Politik da bitte mal drum kümmern? Danke.

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[30 Jul 2008 | 2 Kommentare | 175 mal angeschaut]

Der Zürcher Regierungsat will nicht, dass christliche Schöpfungsmythen gleichwertig neben Urknall- und Evolutionstheorie unterrichtet werden. In seiner Stellungnahme zu einem EDU-Postulat schreibt er:
«Eine Anpassung des Lehrplans im Sinne des Postulats würde die Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie das Gebot der konfessionellen und weltanschaulichen Neutralität der öffentlichen Schulen verletzen.»
Folgerrichtig beantragt er dem Kantonsrat, das Postulat nicht zu überweisen. Dies heisst allerings nach Ansicht des Regierungsrates nicht etwa, dass die Schule für die Vermittlung wissenschaftlicher Erklärungen zuständig sein soll und die Kirchen ihre Geschichten in den eigenen Räumen und ausserhalb der Schulzeiten anzupreisen hätten:
«Schöpfungslehre bzw. Intelligent Design sind dem Fach Religion und Kultur zuzuordnen. Der Lehrplan für Religion und Kultur sieht vor, dass Schülerinnen und Schülern auf der Primarstufe die biblischen Urgeschichten von Schöpfung und Paradies sowie Schöpfungstexte verschiedener Kulturen vermittelt werden. Auf der Sekundarstufe I werden Mythen der Schöpfung und des Wertverständnisses im Thema Gottesbilder und Weltbilder altersgemäss erschlossen.»
Das Mystische erhält damit wohl stärker Einzug in den obligatorischen …

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[5 Jun 2008 | Noch kein Kommentar | 131 mal angeschaut]

«Regine Aeppli plädierte für ein “Recht auf ein unterschiedliches Entwicklungstempo”». Dies steht im heutigen Bericht des P.S. über den Bildungstag der kantonalzürcherischen SP.
Und was unternimmt die sozialdemokratische Vorsteherin des Volksschulamtes, wenn sie nicht zu ihren GenossInnen spricht? Sie verhindert im Verbund mit ihren Amtskollegen genau diese Möglichkeit der verschiedenen Geschwindigkeiten. Der Regierungsrat schliesst die «Hintertüre ins Gymi».
Das Langgymnasium ist für Schülerinnen und Schüler aus der 6. Klasse der Primarschule bestimmt. Auf sie ist der Prüfungsstoff zugeschnitten. Die bisherigen Zulassungsbestimmungen sahen jedoch vor, dass auch Schülerinnen und Schüler aus der 1. Sekundarstufe zur Aufnahmeprüfung zugelassen wurden. Diese Möglichkeit entfällt mit der nächsten Aufnahmeprüfung, weil die Schülerinnen und Schüler aus der 1. Sekundarstufe auf Grund ihrer Reife und Verweildauer in der Schule einen Wissensvorsprung haben und sie damit gegenüber Bewerberinnen und Bewerbern aus der 6. Klasse im Vorteil sind.
Eine bemerkenswerte Erkenntnis: Wer ein Jahr mehr an Schule hinter sich hat, könnte einen Wissensvorsprung mitbringen. In der Mittelschule soll dieser …