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Artikel mit dem Tag 'Schule'

Gretchenfrage, Politik »

[30 Jul 2008 | 2 Kommentare | 643 mal angeschaut]

Der Zürcher Regierungsat will nicht, dass christliche Schöpfungsmythen gleichwertig neben Urknall- und Evolutionstheorie unterrichtet werden. In seiner Stellungnahme zu einem EDU-Postulat schreibt er:
«Eine Anpassung des Lehrplans im Sinne des Postulats würde die Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie das Gebot der konfessionellen und weltanschaulichen Neutralität der öffentlichen Schulen verletzen.»
Folgerrichtig beantragt er dem Kantonsrat, das Postulat nicht zu überweisen. Dies heisst allerings nach Ansicht des Regierungsrates nicht etwa, dass die Schule für die Vermittlung wissenschaftlicher Erklärungen zuständig sein soll und die Kirchen ihre Geschichten in den eigenen Räumen und ausserhalb der Schulzeiten anzupreisen hätten:
«Schöpfungslehre bzw. Intelligent Design sind dem Fach Religion und Kultur zuzuordnen. Der Lehrplan für Religion und Kultur sieht vor, dass Schülerinnen und Schülern auf der Primarstufe die biblischen Urgeschichten von Schöpfung und Paradies sowie Schöpfungstexte verschiedener Kulturen vermittelt werden. Auf der Sekundarstufe I werden Mythen der Schöpfung und des Wertverständnisses im Thema Gottesbilder und Weltbilder altersgemäss erschlossen.»
Das Mystische erhält damit wohl stärker Einzug in den obligatorischen …

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[5 Jun 2008 | Noch kein Kommentar | 477 mal angeschaut]

«Regine Aeppli plädierte für ein “Recht auf ein unterschiedliches Entwicklungstempo”». Dies steht im heutigen Bericht des P.S. über den Bildungstag der kantonalzürcherischen SP.
Und was unternimmt die sozialdemokratische Vorsteherin des Volksschulamtes, wenn sie nicht zu ihren GenossInnen spricht? Sie verhindert im Verbund mit ihren Amtskollegen genau diese Möglichkeit der verschiedenen Geschwindigkeiten. Der Regierungsrat schliesst die «Hintertüre ins Gymi».
Das Langgymnasium ist für Schülerinnen und Schüler aus der 6. Klasse der Primarschule bestimmt. Auf sie ist der Prüfungsstoff zugeschnitten. Die bisherigen Zulassungsbestimmungen sahen jedoch vor, dass auch Schülerinnen und Schüler aus der 1. Sekundarstufe zur Aufnahmeprüfung zugelassen wurden. Diese Möglichkeit entfällt mit der nächsten Aufnahmeprüfung, weil die Schülerinnen und Schüler aus der 1. Sekundarstufe auf Grund ihrer Reife und Verweildauer in der Schule einen Wissensvorsprung haben und sie damit gegenüber Bewerberinnen und Bewerbern aus der 6. Klasse im Vorteil sind.
Eine bemerkenswerte Erkenntnis: Wer ein Jahr mehr an Schule hinter sich hat, könnte einen Wissensvorsprung mitbringen. In der Mittelschule soll dieser …

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[20 Mai 2008 | Noch kein Kommentar | 371 mal angeschaut]

Don Camilotto ist Pfarrer und Religionslehrer am Liceo 1 in Lugano. Und er unterrichtet offenbar mit mehr Hand als Herz und Verstand. Jedenfalls schlug er auf dem Pausenplatz auf zwei dreizehnjährige Schülerinnen ein, da er meinte, von ihnen ein “porco dio” gehört zu haben.
Gemäss Berichterstattung tauschten die Schülerinnen nur ein “porco zio” aus, aber das ist im Grunde nebensächlich. Wenn ein Pfaff das Bedürfnis hat, nach den Worte Jesu zu leben - “Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. (Matthäus 10,34)” – ist das seine Sache. Wenn er sich aber zum Prügeln genötigt sieht, soll er dies gefälligst unter seinesgleichen tun, so wie seine Arbeitskollegen in Bethlehem und Jerusalem.
Es ist zu hoffen, dass das Liceo ihren Religionslehrer schnellstmöglich dorthin schickt, wo er hingehört: in die Wüste.
(s.a. Originalbericht auf italienisch inkl. Interview mit den Schülerinnen)

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[20 Apr 2008 | Noch kein Kommentar | 462 mal angeschaut]

FDP-Nachlassverwalter Pelli hat Angst vor der Quote. Er ahnt, dass selbst die Einverleibung der Liberalen nicht reichen wird, um gesamtschweizerisch drittstärkste Partei zu bleiben. Also macht er nun auch gleich den Grünliberalen ein Übernahmeangebot.
Wenn man sieht, welche ach so liberale Vorschläge Politiker beider Parteien in neuerer Zeit gemacht haben, muss zugeben: Die Schnittmenge dürfte gross genug sein. Vor knapp zwei Jahren wollte die Geschäftsleitung der FDP SchweizSchuluniformen für obligatorisch erklären. GLP-Ständerätin Verena Diener machte vergangenes Jahr Wahlkampf mit dem Vorschlag, Jugendliche Rauschtrinker zuArbeitseinsätzen in Spitälern zu zwingen (als ob das Gesundheitswesen auf solche Mitarbeiter warten würde). Friedlich vereint waren die beiden Parteien (inklusive CVP, die sich ja gern sozialliberal nennt) bei der Kampagne für das repressive neue Zürcher Polizeigesetz, welches demnächst teilweise vom Bundesgericht ausgehebelt werden dürfte – wie jüngst bei der Zürcher Einführungsverordnung zum Hooligan-Gesetz geschehen.
Auch wenn in beiden Parteien wohl nur wenige von einer «positiven Diktatur» träumen, so wie es der Arlesheimer FDP-Politiker Ruedi Brandenberger …

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[15 Apr 2008 | Noch kein Kommentar | 534 mal angeschaut]

Es ist gerade mal fünf Tage her, da hatte der Berner Grosse Rat beschlossen, dass religiöse Mythen im Biologieunterricht nichts zu suchen haben. Mit 99 zu 23 wurde ein EDU-Vorstoss abgelehnt, der den Berner SchülerInnen die Schöpfungslehre als «Alternative zur Evolutionstheorie» um die Ohren schlagen wollte.
Der Grossratsentscheid liess hoffen, dass der Volksschule und der Politik weitere Kreationismusdebatten erspart würden. Doch weit gefehlt: Wie die Geschäftsfalldatenbank des Zürcher Kantonsrats verrät, reichten drei EDU-Vertreter unmittelbar vor der Berner Ratsdebatte ein ähnliches Postulat (doc-Datei1) ein. Nun darf sich also auch der Zürcher Kantonsrat dieser sinnlosen Diskussion stellen. Die Bundesverfassung gibt durch Artikel 15 den Rahmen eigentlich unmissverständlich vor:
Niemand darf gezwungen werden, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören, eine religiöse Handlung vorzunehmen oder religiösem Unterricht zu folgen.
Man muss sich nichts vormachen, es geht bei solchen Vorstössen um nichts anderes als den Versuch, Religionsunterricht in andere Fächer einzuschleusen, jammerte der Autor des Berner Vorstosses doch in seinem Votum, dass für viele junge …

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[10 Apr 2008 | Noch kein Kommentar | 454 mal angeschaut]

Schulpolitik wird in der Schweiz seit geraumer Zeit zu einem guten Teil mittels Volksinitiativen betrieben. Verschiedene Komitees haben Schulfächer entdeckt, die es unbedingt besser zu stellen gilt. Schulinitiativen haben – und sei’s nur via Druck auf die Parlamente – gute Chancen, den Lehrplan zu beeinflussen. So dürfen wir uns im Kanton Zürich auf ein neues Fach freuen, welches voraufklärerische Weltansichten vermitteln soll.
Nach der kantonalzürcherischen Wiederaufwertung der Handarbeit soll nun – mittels einer nationalen Initiative – auch der Musikunterricht besser gestellt werden. Was natürlich keine der Lobbyorganisationen für ein bestimmtes Fach darlegt, ist, wo ein Abbau geschehen soll. Ein blosses Aufsummieren aller Einzelanliegen ist schlicht unmöglich, das Ertragen weder die Stundenpläne der SchülerInnen noch die Lehrerausbildung.
Die Initianten der Musikinitiative verraten auf ihrer Webseite leider weder, wie der Fächermix nach ihren Vorstellungen aussehen sollte, noch in welchen Kantonen denn aus ihrer Sicht beim Musikunterricht und der Begabtenförderung, die gemäss Initiativtext ebenfalls intensiviert werden sollte, tatsächlich Nachholbedarf besteht.
Vor einer Woche …

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[26 Nov 2006 | Ein Kommentar | 753 mal angeschaut]

Der Kantonsrat machte am 26. September 2005 Druck: Die Motion, welche einen obligatorischen Unterricht über Geschichten und Bräuche der am meisten verbreiteten Religionen forderte, wurde für dringlich erklärt. Grund für die Hektik war in erster Linie die eingereichte Initiative zum Erhalt der biblischen Geschichte. Den Motionärinnen schien es unsinnig, an einem religionsübergreifenden Lehrplan zu werken, ohne zu wissen, ob in Folge eines möglichen Volksentscheides nur mehr christliche Heilslehre vermittelt werden dürfte.
Nun hat der Bildungsrat seinen Lehrplanvorschlag (PDF) präsentiert, welcher als indirekter Gegenvorschlag zur Bibelinitiative zu sehen ist. VertreterInnen der dominanten Religionen, die sich zu Rundtischgesprächen treffen, wurden in die Erarbeitung einbezogen – aber eben nur die. Was nun – wenig überraschenderweise – im Vorschlag völlig fehlt, ist eine Würdigung weltlicher Aspekte.
Man mag ja befürworten, dass eine solche Auslegeordnung von Glaubens- und Wertesystemen präsentiert wird. Und es lässt sich vielleicht auch rechtfertigen, dass dies schon (in stufengerechter Form) in den Primarschulunterricht integriert wird.
Es kann aber nicht sein, …

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[11 Nov 2006 | Noch kein Kommentar | 302 mal angeschaut]

Bei Bildungsfragen hat es schon fast Tradition: Die Grünen sind sich uneins, so auch in Sachen Fremdspracheninitiative. Es gibt in der Partei BefürworterInnen der Initiative, welche Französisch in die Oberstufe verbannen will, weil sie besorgt sind, dass der Leistungsdruck in der Schule zu stark erhöht wird – für Schüler wie Lehrer – oder weil sie eine Benachteiligung anderer Fächer befürchten. Und es gibt nicht wenige, die nichts davon halten, ein Lernverbot im Bildungsgesetz zu verankern. Es kann schwerlich argumentiert werden, dass Grüne Gründsätze nur eine Haltung zuliessen, die grüne Parole “Stimmfreigabe” mag denn Insider nicht sonderlich überraschen.
Sämtliche anderen Parteien brachten eine Ja- oder Nein-Parole zustande, man könnte also vermuten, dass deren Parteiprogramme zu Bildungsfragen vielleicht eher als Handlungsleitfaden taugen. Doch ein Blick in die lokalen Pro- und Kontra-Komitees und über die Kantonsgrenzen hinaus zeigt, dass die Meinungen genauso geteilt sind.
Im Kanton Zürich hat es sie SP als einzige Partei auf sich genommen, eine eigene Kampagne für …

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[29 Jun 2006 | Noch kein Kommentar | 386 mal angeschaut]

Seltsames Gebaren der 5 Schulpfleger der FDP im Schulkreis Uto. Sie warfen kurzerhand die beiden CVPlerinnen aus der seit rund 20 Jahren bestehenden gemeinsamen Fraktion, da sie so zu einem zusätzlichen Geschäftsleitungssitz kommen.
An der letzen gemeinsamen Fraktionskonferenz wurde den beiden Betroffenen nicht etwa reiner Wein eingeschenkt. Nein, welches Spielchen da abgelaufen war, erfuhren die beiden CVP-Frauen erst, als sie der SP-Schulpräsident an einer Schlussfeier der alten Schulpflege fragte, wie sie denn nun mit der Situation umgehen würden.
Die beiden CVP-Frauen schliessen sich nun der Grünen/AL-Fraktion an. Und Ruth Genner erhält von der politischen Mitte zusätzliche Stimmen…

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[12 Jan 2006 | Noch kein Kommentar | 310 mal angeschaut]

Es kommt ja nicht gerade alle Tage vor, dass der Regierungsrat meiner Meinung ist. In Sachen Fremdspracheninitiative ist dies jedoch für ein Mal definitiv der Fall (s.Tagi-Bericht).
Spracherwerb läuft am einfachsten und natürlichsten im jungen Kindesalter. Dies zeigen zahlreche Befunde aus der Entwicklungs- und der Neuropsychiologie. Gewiss, dieses Alter ist auch für den Erwerb anderer Fähigkeiten, wie zum Beispiel Musikalität, kritisch. Von einer generellen kongnitiven Überforderung durch zwei Fremdsprachen, wie es Gegner des ausgebauten Fremdsprachenunterrichts darstellen, kann hingegen keine Rede sein.
Der Europäische Rat der EU nannte folgerichtig an seinem Treffen in Barcelona im Jahr 2002 Fremdsprachenunterricht in mindestens zwei Sprachen vom jüngsten Kindesalter an als wichtige Massnahme im Bildungsbereich.
Was ich an der Umsetzung in Zürich weniger weise finde, ist die Voranstellung des Englischen. Mit Deutsch als Basis tritt der Erfolg für die meisten Kinder wohl beim Englisch lernen schneller ein als dies für französisch der Fall ist. Ausserdem sind Kinder über Musik und Werbung dem Englischen weitaus mehr …