Artikel mit dem Tag 'Unfallfahrer'
Sonderbares, Wirtschaft »
Die deutsche Automobilindustrie steckt in der Krise. Der übermotorisierte Heimmarkt wächst nicht mehr, für die Hersteller bleibt also nur noch die Verkürzung der Absatzzyklen. Ein Ansatz, dies zu erreichen, ist die staatliche Verschrottungsprämie, die an den Kauf eines Ersatzfahrzeugs gebunden ist.
Im besonders konjunkturanfälligen Hochpreissegment sind die Hersteller deshalb dazu übergegangen, Aktivverschrottungstechnologie™ in ihre Fahrzeuge einzubauen. Sie ermuntert den Fahrer (bzw. dessen Erben), von der Verschrottungsprämie lange vor den ersten Rostschäden Gebrauch zu machen.
Aktivverschrottung: Porsche Erlkönig (links) schlägt VW Phaeton(Bilder: 20 Min / Tagi)
Als Technologie-Leader galt bisher VW. Testfahrer Jörg H. aus K. schaffte es im vergangenen Oktober, die Lebensdauer eines Phaeton auf drei Monate zu begrenzen. Doch die Konkurrenz holt auf. Porsche hat mit dem Modell «Erlkönig» ein Cabrio entwickelt, welches es ermöglicht, schon bei Neufahrzeugen die Prämie zu beanspruchen. Ungelöst bleibt vorerst einzig das Problem der damit verbundenen hohen Fluktuation bei den engagierten Testfahrern.
Sonderbares »
Findet Ihr Euch nicht etwas einseitig? Steigt doch auf den öffentlichen Verkehr um. Dort empfiehlt sich schwarzfahren zwar ebenfalls nicht, aber wenn Ihr’s doch nicht lassen könnt: Es kommt zumindest deutlich günstiger und ist für Euch und andere einiges gesünder.
Bilder: polizeinews.ch, ab 25. November 2008
s.a. 20.10.2008: 20.10.2008: Haider-Nachahmungstäter immer stümperhafter
Sonderbares »
Es war zu erwarten: Der effektvoll inszenierte Abgang von Jörg Haider zieht Nachahmungstäter an. Bloss: Sie können ihrem Idol das Wasser nicht reichen.
Original (links): déformation professionelle, Fälschungen I & II: plumpe Blechschäden
In einem hielten sich die Nachahmungstäter streng an die Vorgaben ihres Vorbildes: Sie donnerten mit massiv übersetzter Geschwindigkeit in sorgfältig ausgesuchte Hindernisse.
Doch die Möchtegern-Doubles scheiterten nicht nur daran, ihre Fahrzeuge ähnlich kunstvoll wie Haider zu deformieren. Sie missachteten auch dessen Benimmregel: Sich selbst ohne Verletzung anderer aus dem Weg räumen. Nachahmungstäter I gelang wenigstens noch die Selbstauslöschung, doch er fuhr in Begleitung eines Beifahrers, der prompt verletzt wurde. Noch krasser gegen die Vorgaben verstiess Nachahmungstäter II: Statt sich selber aus dem Verkehr zu ziehen, verletzte er zwei unbeteiligte Fussgänger schwer.
Nachahmungsraser: So kommt Ihr unmöglich zu Ruhm und Ehre. Dies gibt vielmehr höchstens ein verschämtes Begräbnis im engsten Familienkreis beziehungsweise ein paar Jahre Führerausweisentzug und vielleicht noch eine Haftstrafe. Also lasst es einfach bleiben oder …
Politik »
Ein notorischer Raser muss für seine Verkehrsdelikte erkleckliche Bussen bezahlen: Gut 20’000 Franken kosten ihn das Überschreiten von Geschwindigkeitslimiten inner- und ausserorts um je 70km/h. In einem Fall lieferte er sich mit einem anderen Raser ein Rennen. «Was die Geschwindigkeit anbelangt, so bin ich noch unerfahren», gab er der Polizei gemäss der Neuen Luerner Zeitung zu Protokoll – und bewies so vor allem, dass er auch aus der zweiten Verurteilung nichts gelernt hat.
Auf das wirklich notwendige, dem strassenverkehrsuntauglichen Berserker die Fahrerlaubnis zu entziehen, verzichtete das Statthalteramt jedoch:
Der fehlbare Autofahrer wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er im Falle weiterer Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz – insbesondere bei einem weiteren Geschwindigkeitsexzess oder gefährlicher Fahrweise – mit der Einziehung des Fahrzeuges sowie einem Fahrverbot rechnen muss.
Der Verurteilte muss zwar am Lernprogramm «Start» (PDF) teilnehmen, aber den anderen Verkehrsteilnehmern wäre wohl mehr gedient, wenn er zu Fuss an die Sitzungen müsste.
Gretchenfrage »
Es soll schon vier Jahre alt sein, auf Youtube aufgetaucht ist es allerdings erst vor zwei Tagen: Das Werbefilmchen von Scientology, in welchem Tom Cruise wirres Zeugs daherredet (entdeckt via The Register).
Zu seinem Scientology-Dasein meinte er tiefgründig:
It’s rough and tumble and it’s wild and woolly and it’s a blast.
Und weiter: «We are the authorities on the mind.» Sowie
Being a Scientologist, when you drive past an accident it’s not like anyone else. As you drive past, you know you have to do something about it because you know you’re the only one that can really help.
Treffend die Einschätzung von Nick Denton auf gawker.com: «If Tom Cruise jumping on Oprah’s couch was an 8 on the scale of scary, this is a 10.» Man könnte noch ergänzen: Not always when scientologists freak out, do they intend to. Ich für meinen Teil verzichte jedenfalls gerne auf die Nothelfer von Scientology.
Politik »
Seit einer Woche gibt es auf www.nzzvotum.ch einen parteiübergreifenden Blog. SchreiberInnen sind vor allem KantonsratskandidatInnen. (Eine erste Bilanz der Zeitungsredaktion gibt’s hier zu lesen.)
Es ist ein wenig wie bei einer parteiübergreifenden Wahlveranstaltung. Die Kandidierenden unterhalten sich miteinander, echtes Publikum ist rar. Und grossmehrheitlich geht man und frau pfleglich miteinander um.
Es gibt aber auch die Hardcore-Beiträge – natürlich aus der zu erwartenden Ecke. Eine Meldung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) über die im Vorjahresvergleich höhere Zahl an im Strassenverkehr getöteten Fussgängern aufgreifend, schlug SVP-Parteisekretär Claudio Zanetti vor, das Fussgängervortrittsrecht wieder rückgängig zu machen – weil es halt unvermeidbar scheint, dass Autofahrer sich nicht an Gesetze halten. Und ausserdem natürlich folgendes lästig ist (O-Ton Zanetti):
«Leider ist es auch in der Stadt Zürich gang und gäbe, Menschen als lebendige Verkehrsschikanen einzusetzen, die den Verkehr beruhigen sollen.»
Einen Tag später doppelte SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner nach mit der Forderung, zurück zum alten Gesetz zu gehen.
Seltsam eigentlich, dass die einzig wahre law-and-order-Partei …








