Artikel mit dem Tag 'Zensur'
Politik »
Christian Engström, der für die schwedische Piratenpartei einen Sitz im Europaparlament gewann, wird Mitglied der Fraktion der Grünen. Tritt der Vertrag von Lissabon in Kraft, kann zusätzlich die Listenzweite und Vertreterin der Jungen Piraten, Amelia Andersdotter, im Parlament Einsitz nehmen.
Die Grüne Fraktion im Europaparlament wird seit Jahren verstärkt durch Mitglieder der Europäischen Freien Allianz. Diese besteht aus Parteien, die sich für regionale Autonomie einsetzen. Zu den bisherigen Vertretern von Katalonien, Wales, Schottland und der Russischen Minderheit in Lettland kommen zusätzlich der Korse François Alfonsi und die Flämin Frieda Brepoels hinzu. Brepoels verlässt als Bisherige die Fraktion der christlichdemokratisch dominierten Europäischen Volkspartei.
Ebenfalls den Grünen angeschlossen hat sich der Este Indrek Tarand, der als Unabhängiger kandidierte und 26% der Stimmen holte.
Die Grüne Fraktion wuchs von 43 auf 55 Mitglieder an. Nicht mehr wiedergewählt bei den Grünen wurde übrigens die mutmassliche Spesenbetrügerin, Internet-Zensorin und Anthroposophie-Lobbyistin Hiltrud Breyer.
Gretchenfrage, Politik »
Am Wochenende lief die Kampagne der Freidenker an, um auch in der Schweiz auf öffentlichen Verkehrsmitteln eine säkulare Botschaft zu verkünden. 1000 Franken an Spenden sind bereits eingetroffen. Und schon gehen die präventiven Empörungen los. «Die Fahrgäste könnten sich gestört fühlen» meinte etwa die VBZ-Sprecherin gegenüber dem Zürcher Oberländer. Und ihre Berufskollegin von Bernmobil liess die 20-Minuten-Journalistin wissen: «Wir wollen bei dieser Provokation nicht mitmachen»
Derlei Reaktionen zeigen, wie nötig die Freidenkerkampagne ist. Als Sittenwächterinnen wurden die Mediensprecherinnen wohl kaum angestellt. Es wäre gut, sie würden einfach ihren Job machen – und vielleicht versuchen, das Leben zu geniessen.
Gretchenfrage »
«Nun ist es gewissermaßen „amtlich”: Auch Kinder dürfen über religiöse Aussagen, die ihnen komisch erscheinen, lachen.» So beginnt die Mitteilung des Humanistischen Pressedienstes zum Entscheid der deutschen Bundesprüfstelle, das Kinderbuch «Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel» nicht zu verbieten. Buchhandlungen und Kinderzimmer werden in Deutschland also nicht zu Tabuzonen für Religionskritik.
Es ist zu hoffen, dass das Familienministerium, welches den Zensurierungsantrag gestellt hatte, künftig auf solcherlei unnötigen Aktivismus verzichtet.
Gretchenfrage »
Kinderbüchern haftet oft der Ruf an, sie seien reichlich moraltriefend, müssten mindestens so sehr erzieherisch wertvoll wie unterhaltsam sein. Als Beispiel möge Der Regenbogenfisch lernt teilen dienen. Den Anspruch, Kinder in die richtigen Bahnen zu leiten, haben sicherlich auch religiös ausgerichtete Kinderbücher. Solche sind in der aktuellen Amazon-Bestenliste in dieser Kategorie mit so erbauend klingenden Titeln vertreten wie «Ich bin das Licht, Komm freu Dich mit mir», «Du bist einmalig» oder «Ich will dir was erzählen, lieber Gott. Mit Kindern beten ist schön».
Man könnte leicht zynisch schlussfolgern, Kindern wird aus erzieherischen Gründen das selber Denken abgenommen. Dabei gibt es sehr wohl Kinder, die sich dieses Recht frech herausnehmen wollen – wie es im besten aller Kinderbücher anschaulich dokumentiert ist:
“Thinking again?” the Duchess asked, with another dig of her sharp little chin.”I’ve a right to think,” said Alice sharply, for she was beginning to feel a little worried.”Just about as much right,” said the Duchess, “as pigs have to fly….”
So sehr …
Gretchenfrage, Politik »
Schweine aus der Welt der Kinderbücher bedrohen die Zivilisation offenbar mit System. Erst letzte Woche Woche musste die staatliche britische Agentur für Lerntechnologie eine CD von einem Wettbewerb verbannen. Hatten es die Autoren doch gewagt, ihre Lern-Software auf der anstössigen Geschichte der drei kleinen Schweinchen zu basieren.
Nun mussten aus Gründen des Jugendschutzes auch deutsche Ordnungshüterinnen einschreiten, gegen ein Ferkel, das obszöne Fragen stellt, z.B. «Wo bitte geht’s zu Gott?» Das Familienministerium möchte das religionskritische Kinderbuch des Schriftstellers Michael Schmidt-Salomon und des Illustrators Helge Nyncke auf den Index setzen, es also für Kinder und Jugendliche so unzugänglich machen wie harte Pornographie und Nazi-Literatur.
Der Verlag und die humanistische Bruno Giordani-Stiftung haben nun eine Aktion “Rettet das Kleine Ferkel” gestartet.
Doch die Unterschriftenaktion greift eigentlich zu kurz. Denn neu ist der Trend nicht. Bereits 2006 hatte das staatliche türkische Fernsehen Winnie the Poohverbannt wegen dessen enger Beziehung zu Piglet.
Es braucht wohl eine grössere Gegenbewegung. save-the-piglets.com vielleicht?
Gretchenfrage »
Seit anfangs Dezember 2007 wissen wir, dass eine falsche Namensgebung für einen Teddybären schon Grundlage genug sein kann, um den ach so heiligen Frieden unter den Religionen zu gefährden.
Juroren der staatlichen britischen Agentur für Lerntechnologie (Becta) haben nun noch weitere bösartige Provokateure aus der Welt der Kinder entdeckt: Die drei kleinen Schweinchen.
Bild BBC / Shoo Fly Verlag
Eine elektronisches Buch, das dieses Märchen zum Inhalt hatte, wurde von einem Wettbewerb ausgeschlossen, da es «kulturell problematisch» sei («the use of pigs raises cultural issues» ). Die CD, die zuvor bereits mehrfach prämiert worden war, könne der muslimischen Gemeinschaft nicht empfohlen werden.
Höchste Zeit also, britische Werke zu verbieten, die seit Jahrzehnten durch die Omnipräsenz von Schweinen religiösen Hass in den Kinderstuben verbreiten: allen voran die Muppet Show und Winnie the Pooh und Animal Farm sowieso.
(via humanistischer Pressedienst und BBC)








